Boden (Subject) / Bodentypen nach WRB (Lesson)
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Bodentypen nach WRB
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- Cryosol Cryosol ist ein Bodentyp (soil-group) polarer und sub-polarer Regionen gemäß WRB. Als Erkennungsmerkmal ist der diagnostische cryic-(Unterboden-)Bodenhorizont definiert. Dieser zeichnet sich durch permanentes Gefrorensein (Temperatur < 0 °C in zwei oder mehr Jahren), einer massiven Eislage oder, bei geringem Wassergehalt, durch deutlich sichtbare Eiskristalle aus. In Folge von Kryoturbation durch saisonales Auftauen und Gefrieren sind die oberflächennahen Horizonte stark durchmischt. Ebenso findet in den Oberbodenhorizonten eine Einarbeitung von organischem Material und Frosthebung mit anschließender Korngrößensortierung statt. Dies führt u. a. zu Steinringen bzw. an geneigten Flächen zu Steinstreifen und zu Solifluktion. Als Folge der globalen Erderwärmung taut immer mehr Permafrost dauerhaft ab. Demzufolge wird das organische Material des Cryosols mineralisiert und so Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre abgegeben. Dies führt zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes. Verbreitung:Cryosole treten ausschließlich in Regionen mit Permafrostbedingungen auf. Sie sind der dominante Bodentyp in der polaren und subpolaren Zone und als Begleitbodentyp in der Borealen Zone und im Hochgebirge vertreten. Insgesamt bedecken sie aktuell etwa 18 Mio. km² und damit etwa 13 % der Erdoberfläche.
- Leptosol Leptosol (LP) (von gr.: leptos = dünn) ist eine der 32 Referenzbodengruppen der FAO-WRB. Die Gruppe umfasst flachgründige und schwach entwickelte Böden über kontinuierlichen Fels (auf unterschiedlichem Ausgangsgestein) und extrem skelettreiche Böden. Diagnostische Merkmale:Leptosole weisen entweder eine Tiefenbegrenzung durch das anstehende Gestein innerhalb von 25 cm unter der Geländeoberfläche auf oder besitzen in den oberen 75 cm unter der Geländeoberfläche weniger als 20 Vol.% Feinerde.Verbreitung:Die Referenzbodengruppe der Leptosole ist mit einer Verbreitung von 1,65 mia. ha. die Größte und tritt weltweit in allen Klimaten und Höhenlagen in Erscheinung, vorwiegend jedoch in Gebirgsregionen als Initialphase der Bodenentwicklung oder häufig auch als Degradationsform (durch Erosion) ehemaliger Böden.Eigenschaften und Nutzung:Die Skelettreichen Leptosole weisen eine geringe Wasserspeicherkapazität auf und sind durch ihrer Flachgründigkeit nährstoffarm. Daraus resultiert eine eingeschränkte Nutzbarkeit, die sich größtenteils dann auf forstliche oder weidewirtschaftliche Nutzung beschränkt.Entsprechung in der mitteleuropäischen Bodennomenklatur:Da sich die in der FAO-WRB angegebenen Definitionen von den für Deutschland gültigen Kriterien unterscheiden, umfassen Leptosole in der deutschsprachigen Nomenklatur sowohl Syroseme, Ranker als auch Regosole.
- Fluvisol Fluvisol (FL) (von lat.: fluvius = Fluss) ist eine der 32 Referenzbodengruppen der FAO-WRB. Die Gruppe umfasst junge Böden aus geschichteten, fluviatilen, marinen oder lakustrinen Ablagerungen. Nach der deutschen Bodensystematik fallen Auenböden, Marschen und Wattböden in diese Gruppe. Diagnostische Merkmale:Fluvisole werden durch das Vorhandensein von 'fluvic Material' definiert. „Fluvic Material (von lat. fluvius, Fluss) umfasst fluviatile, marine und lakustrine Sedimente, denen in regelmäßigen Abständen frisches Material zugeführt wird oder in jüngster Vergangen- heit zugeführt wurde“ – IUSS Working Group WRB (2007): World Reference Base for Soil Resources 2006. Erstes Update 2007. Deutsche Ausgabe.Dabei ist entscheidend, dass über mindestens 25 % des Bodenvolumens eine Schichtung zu erkennen ist. Mit der Tiefe, unregelmäßig abnehmende Gehalte an organischem Kohlenstoff reichen dabei als Indikator für eine vorhandene Schichtung aus.Horizonte:Fluvisole besitzen in der Regel nur eine schwach ausgeprägte Profildiferenzierung mit vorwiegend A- und C-Horizonten die teilweise Kalk-, Salz- und Sulfidanreicherungen aufweisen können. Durch die Wasserbeeinflussung der Böden sind häufig hydromorphe Merkmale (Rostflecken) vorhanden.Verbreitung:Fluvisole sind azonale Böden und kommen daher auf allen Kontinenten und in allen Klimaten vor. Sie sind an die Überschwemmungsbereiche der Küsten, Flüsse und Seen gebunden in denen Sedimentation vorherrscht. Die Bodenreferenzgruppe der Fluvisole nimmt weltweit eine Fläche von 350 mio. ha. ein, wobei über die Hälfte davon in den Tropen liegt.Eigenschaften und Nutzung:Die meisten Fluvisole besitzen eine hohe natürliche Fruchtbarkeit da regelmäßig Nährstoffe nachgeliefert werden aber je nach Standort, angeliefertem Material und Grundwasserstand besitzen Fluvisole unterschiedlichste Eigenschaften, dadurch variiert das Nutzungspotenzial stark. Reisanbau ist dabei eine klassische Nutzungsform auf Fluvisolen. Auf Salzreichen Standorten (z.B. Küstenbereiche) sind häufig Mangrovenwälder oder andere Salztolerante Pflanzen anzutreffen.
- Solonchak Solonchak ist der russische Name für Salzboden. Auch Solontschak - ein arider Bodentyp mit ASA-GC-Profil. Die Salzgehalte sind stark variierend, jedoch größer als 0,3 %; der Boden-pH liegt im alkalischen Bereich, meist kleiner pH 8,5 Als natürliche Vegetation kommen nur salzliebende Pflanzen oder Halophyten vor.Bei einer Na+-Sättigung der Austauscher < 15 % liegt ein Solonchak vor, bei höheren Natriumgehalten ein Solonetz (Natriumboden). Übergänge werden auch als Salz-Natrium-Böden bezeichnet. Genese des Solonchak:Geringe Niederschlagsmengen, eine lange Sonnenscheindauer, hohe Temperaturen im Jahresmittelwert, stetige Winde sowie ein salzhaltiger Untergrund mit Verbindung zum Grundwasser begünstigt den kapillaren Aufstieg von Salzen, die den Solonchak bilden. Im österreichischen Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel sind seit der Eiszeit Solonchak und Solonetz-Böden entstanden. Hauptbestandteil des A-Horizontes ist Natriumcarbonat (Soda).
- Andosol Andosol umfasst vor allem Böden, die aus der Asche von Vulkanen entstanden sind. Unter sauren Verwitterungsbedingungen können Andosole in humiden und semihumiden Klimabedingungen auch aus anderem Ausgangsmaterial entstehen, das reich an Silikaten ist, so etwa Löss, Gesteine mit hohem Anteil von Tonmineralen oder Verwitterungsdecken der ferralitischen Verwitterung.Kennzeichnende Bodenhorizonte:In der WRB-Bodenklassifikation sind Andosole definiert als Böden mit andic- oder vitric-Eigenschaften (siehe unten), die innerhalb des obersten halben Meters keinen der nachfolgenden Bodenhorizonte aufweisen: tonreicher Unterbodenhorizont (argic) durch Umlagerung aluminium- und eisenreicher Bodenhorizont ohne Eisen-Konkretionen (ferralic) eisenreicher Bodenhorizont mit einem Anteil von Eisen-Konkretionen zwischen 15 und 40 % (plinthic) eisenreicher Bodenhorizont mit einem Anteil von Eisen-Konkretionen über 40 % (pisoplinthic) eisenreicher Bodenhorizont mit plattigen, harten Eisen-Konkretionen (petroplinthic) Illuvialhorizont mit amorphem organischem Material und Aluminium oder Eisen (spodic). Zusätzlich müssen sie in einer Tiefe von nicht mehr als 25 cm beginnen und innerhalb eines Meters eine Gesamt-Mächtigkeit von mindestens 30 cm erreichen oder mindestens 60 % der Bodenmächtigkeit oberhalb einer verhärteten Lage oder des Felsuntergrundes einnehmen. Die andic-Eigenschaft:Die andic-Eigenschaft ist in der WRB wie folgt definiert: mindestens zwei Prozent (Alox + ½Feox)-Gehalt (s.u.) höchstens 0,9 kg/dm3 Lagerungsdichte mindestens 85 Prozent Phosphat-Rückhaltevermögen weniger als 25 Prozent organischer Kohlenstoff. Dabei ist Alox und Feox der Aluminium- und Eisen-Gehalt im sauren Oxalat-Extrakt in Prozent der bei 105 °C getrockneten Feinerde (0–2 mm).Die andic-Eigenschaft kann je nach dem Silizium- und Aluminium-Gehalt in silandic und aluandic weiter unterteilt werden.Die vitric-Eigenschaft:Die vitric-Eigenschaft ist in der WRB wie folgt definiert: vulkanische Gläser mit einem Anteil von mindestens 5 % in der Fraktion 0,05 – 2 mm bzw. in der Fraktion 0,02 – 0,25 mm (bezogen auf die Zahl der Bodenteilchen) mindestens 0,4 % (Alox + ½Feox)-Gehalt mindestens 25 Prozent Phosphat-Rückhaltevermögen weniger als 25 Prozent organischer Kohlenstoff die Nichterfüllung mindestens eines Kriteriums der andic-Eigenschaft. Eigenschaften:Die Böden sind durch ihre braune bis pechschwarze Schichtung gekennzeichnet, mit meist gröberer Korngröße. Das lockere Bodengefüge führt unter feuchten Bedingungen zur raschen Verwitterung und Bildung von organo-mineralischen Komplexen oder Mineralen wie Allophan, Ferrhydriten und Imogoliten.Ein Andosol kann mehrere Meter Dicke erreichen und charakteristische Bodenhorizonte enthalten. Der Fulvic-Horizont (lat. fulvus, ‚dunkelgelb‘) ist ein dunkler, im Bodenprofil insgesamt mehr als 30 cm mächtiger Bodenhorizont, dessen organischer Anteil durch die Vorherrschaft von Fulvosäuren über Huminsäuren gekennzeichnet ist. Der Melanic-Horizont (griech. melas, ‚schwarz‘) ist ein im Bodenprofil insgesamt mehr als 30 cm mächtiger, dunkler bis schwarzer Bodenhorizont, der Aluminium-Humus-Komplexe enthält und durch ein niedriges Verhältnis von Fulvosäuren zu Huminsäuren charakterisiert ist.Andosole sind sehr fruchtbar und leicht durchwurzelbar, auf ihnen entwickeln sich sehr unterschiedliche Vegetationstypen. Sie werden meist intensiv landwirtschaftlich genutzt und sind leicht zu bearbeiten, neigen aufgrund ihrer hohen Wasseraufnahmefähigkeit jedoch bei hoher Feuchtigkeit zum Kleben und sind dann schlecht belastbar. Angebaut werden zum Beispiel Zuckerrohr, Tabak, Tee oder Gemüse, bei nahe der Oberfläche liegendem Grundwasser auch Reis. Der oft typischen niedrigen Verfügbarkeit von Phosphaten wird durch Zugabe von Kalk oder Phosphatdünger entgegengewirkt.VorkommenAndosole entwickeln sich in hügeligen oder gebirgigen, regenreichen Regionen, vorzugsweise in Gebieten, in denen vulkanische Aschen und vergleichbare Auswurfsprodukte von Vulkanen vorkommen. Dem entsprechend treten sie von den Polargebieten bis in die Tropen auf. Häufig sind sie im Bereich des zirkumpazifischen Feuergürtels und auf den pazifischen Inseln, etwa auf Hawaii, Fidschi oder Samoa. In Europa finden sich Andosole in vulkanischen Gebieten Frankreichs, Italiens und Deutschlands sowie auf Island.
- Ferralsol Der Ferralsol ist eine Referenzbodengruppe der WRB, der der klimatischen Region der immerfeuchten Tropen zugeordnet ist. Der Begriff ist ein Kunstwort, das sich aus den Wörtern Ferrum (Eisen), Alumen (Aluminium) und Sol (Boden) zusammensetzt.Böden dieses Typs sind tiefgründig verwittert, sauer und meist intensiv gelb, orange oder rot gefärbt. Neben der Anreicherung der Eisen- und Aluminiumgehalte (Sesquioxide) werden sie von einer extremen Nährstoffverarmung geprägt, die die landwirtschaftliche Nutzung vor große Herausforderungen stellt.In der Deutschen Bodensystematik befindet sich kein Bodentyp, der den Ferralsol hinreichend klassifiziert, da sie in Mitteleuropa keinerlei Verbreitung haben. Eine veraltete Bezeichnung lautet Laterit. In der US-amerikanischen Klassifikation (USDA) werden sie als Oxisol bezeichnet.Verbreitung:Für die Entstehung der tiefgründig und intensiv verwitterten Ferralsole müssen zwei Kriterien erfüllt sein: Zum einen müssen die Böden einer starken und kontinuierlichen Verwitterung unterliegen, und zum anderen muss diese Verwitterung bereits über einen extrem langen Zeitraum abgelaufen sein. Deshalb ist die Verbreitung der Ferralsole eng an bestimmte Regionen gebunden.Das Verwitterungskriterium wird nur in den immerfeuchten Tropen erfüllt, also in den Gebieten des tropischen Regenwaldes sowie in Teilen der sich anschließenden Feuchtsavannen. Wegen dieser Bindung an eine bestimmte Klimazone gehören Ferralsole zu den zonalen Böden.Aufgrund des Zeitkriteriums kommen sie aber nicht gleichmäßig in jeder feuchttropischen Region der Erde vor. Ihre Hauptverbreitungsgebiete sind vielmehr die alten Kontinentalschilde der Feuchttropen, die in Südamerika (v.a. Brasilien) und Afrikas (v.a. Zentralafrika, Madagaskar und Westafrika) liegen. Auf diesen seit vielen Millionen Jahren ungestörten Oberflächen sind Ferralsole die absolut dominanten Böden. Weltweit nehmen sie etwa 750 Millionen Hektar ein.Im tropischen Asien sind Ferrasole dagegen kaum verbreitet, denn dort kommt es durch Gebirgsauffaltungen (Himalayaausläufer in Indochina) und Vulkanismus (Indonesien, Malaysia u.a.) immer wieder zu einer Erneuerung der Oberflächen. Außerhalb der feuchten Tropen sind sie nur als kleinflächige Relikte vergangener Klimabedingungen anzutreffen. In Deutschland gibt es kleine Reliktvorkommen aus dem Tertiär, die hier als Ferrallit oder Fersiallit bezeichnet werden. Entstehung:Wenn eine Oberfläche in den humiden Tropen über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren ungestört verwittert, so bilden sich mehrere Zehnermeter tiefe Böden. (In Deutschland sind Böden selten über 2 m tief). Der Boden ist stark versauert und durch die langwierige Auswaschung nahezu nährstoffrei. Als Bestandteile verbleiben fast nur noch schwer lösliche Stoffe wie Quarz und Sesquioxide (Eisen- und Aluminium(hydr)oxide, in geringeren Mengen auch Mangan- und Titan(hydr)oxide).Die starke chemische Verwitterung beruht auf der kontinuierlichen Wasserversorgung und den beständig hohen Temperaturen der Feuchttropen. Dabei zerfallen die ursprünglich im Boden vorliegenden Primärminerale, so dass Sesquioxide, Kieselsäure (H4SiO4) und „Basen“ (Nährstoffe wie K+, Ca2+ oder Mg2+) freigesetzt werden. Nur die verwitterungsbeständigen Quarze bleiben bestehen.Bei einer Reaktion von Kieselsäure mit Aluminiumhydroxid (Gibbsit, γ-Al(OH)3) können sich stabilere Sekundärminerale bilden. In Ferralsolen ist dies in erster Linie das Kaolinit. Diese sind aber sehr nährstoffverarmt und können kaum Nährstoffe festhalten.Die Basen unterliegen nach der Zerstörung der Mineralien größtenteils der Auswaschung und verlassen den Standort. Nur sehr kleine Mengen können vom Boden zurückgehalten werden. Mit der Zeit wird auch die Kieselsäure größtenteils gelöst und ausgewaschen (Desilifizierung). Zurück bleiben nur Kaolinite sowie der Quarz und die widerspenstigsten Eisen- und Aluminium(hydr)oxide (Ferrallitisierung). Mangan- und Titanverbindungen sind seltener und nur regional von Bedeutung. Am Ende der Bodenentwicklung wird durch die Anreicherung der Verwitterungsreste (Residualakkumulation) ein Zustand erreicht, der schon fast den Charakter eines Erzes hat.Eigenschaften Bodenphysik:Die physikalischen Bodeneigenschaften der Ferralsole sind als mäßig bis vorteilhaft einzustufen.Der Tongehalt ist wegen der Verwitterung der instabilen Minerale sehr gering (unter 10 Masse-%, meist fast 0 Masse-%). Die Tonfraktion wird dabei fast ausschließlich von geringwertigen Tonmineralen (v.a. Kaolinit) dominiert.Typisch sind eher grobe Texturen im Bereich von grobem Schluff (gU) bis feinem Sand (fS). Die eigentliche Textur ist aber nur von untergeordneter Bedeutung, denn ein stabiles Aggregatgefüge, das durch eine Verbindung des Kaolinits mit den Sesquioxiden entsteht, sorgt für die Ausbildung von „Pseudosand“. Obwohl die eigentliche Bodenart nicht zwingend sandig ist, bilden die Bodenbestandteile stabile Körner, die sich wie solcher verhalten. Als Folge weist der Boden eine hervorragende Wasserleitfähigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Bearbeitbarkeit, Durchwurzelbarkeit und Belüftung auf. Auch das Erosionsrisiko ist sehr gering, da die Aggregate nicht verschlämmen und Niederschläge sehr schnell versickern. Allerdings kann der Pseudosand, genau wie richtiger Sand, kaum Wasser speichern, so dass es bei den Pflanzen in Trockenzeiten schnell zu Wasserstress kommen kann. Bodenchemie:Ferralsole weisen hohe Aluminium- und Eisengehalte auf und sind an Nährstoffen und Kieselsäure verarmt. Die bodenchemischen Eigenschaften müssen allgemein als nachteilig eingestuft werden.Da die Böden mit großen Mengen an Aluminium- und Eisenoxiden angereichert sind, haben sie einen niedrigen pH-Wert. Dadurch kann stellenweise das für Pflanzen giftige Aluminium (Al3+) in Lösung gehen und den Bewuchs schädigen (Aluminiumtoxizität). Der Boden wird dadurch für empfindlich auf Aluminium reagierende Kulturen regelrecht giftig. Auch eine Mangantoxizität kann vorkommen.Die Eisenverbindungen sind, wie auch in Deutschland, maßgeblich an der Bodenfärbung beteiligt. Sie bilden je nach Feuchtigkeit gelbe (Goethit, α-FeO(OH)) bis rote (Hämatit, Fe2O3) Verbindungen, die den Ferralsolen ihre intensiv leuchtenden Farben geben (Rubefizierung).Außerdem führen die hohen Aluminium- und Eisengehalte zu einer starken Festlegung von Phosphor (P-Fixierung). Da das Element Phosphor ein Hauptnährstoff für Pflanzen ist, kann die P-Fixierung trotz intensiver Düngung zu Phosphormangel und Ertragsdepressionen führen.Die Nährstoffhaltefähigkeit der Ferralsole verhält sich vollkommen anders, als bei uns. In mitteleuropäischen Böden werden positiv geladene Nährstoffe (v.a. K+, Ca2+, Mg2+ und NH4+) gespeichert, da die Böden eine mehr oder weniger hohe Kationenaustauschkapazität (KAK) aufweisen. Negativ geladene Nährstoffe wie Sulfat (SO42-) oder Nitrat (NO3-) können dagegen kaum gehalten werden, da die Anionenaustauschkapazität (AAK) hier fast fehlt.In Ferralsolen ist die Nährstoffhaltefähigkeit – und damit die Fähigkeit, Pflanzen mit diesen zu versorgen – generell äußerst gering. Wegen der intensiven Verwitterung besitzen Ferralsole nahezu keine qualitativ hochwertigen Tonminerale mehr, die den Grundstock für die KAK darstellen. Das dort noch vorkommende Zweischicht-Tonmineral Kaolinit hat kaum Austauscherfähigkeiten. Da alle verwitterbaren Primärminerale bereits verschwunden sind, entfällt außerdem die Nährstoffnachlieferung aus dem Boden. Von daher enthalten die Böden schon von sich aus wenig Nährstoffe und vermögen diese beispielsweise nach Düngemaßnahmen auch nicht festzuhalten. Bereits nach ein oder zwei Regengüssen können nahezu alle Nährstoffe unwiederbringlich ausgewaschen sein. Die effektive Kationenaustauschkapazität der Ferralsole tendiert oft gegen null und überschreitet nie den (sehr geringen) Wert von 12 cmol+/kg Ton.Durch die sauren pH-Werte des Bodens können aber durchaus positive Ladungen entstehen, so dass eine zum Teil hohe AAK aufgebaut wird. Ferralsole haben daher selten Probleme mit der Nitratauswaschung, wie sie in Deutschland allgegenwärtig sind.Eine Besonderheit der Ferralsole ist die als geric bezeichnete Eigenschaft, dass der pH-Wert im Calciumchloridextrakt höher ist als in destilliertem Wasser. In mitteleuropäischen Böden verhält sich dies stets gegenteilig. Bodenbiologie:Wegen der hohen Temperaturen und der immerfeuchten Verhältnisse ist das Bodenleben in Ferralsolen sehr intensiv.Im Oberboden liegen relativ hohe Humusgehalte von mindestens 1,4 Masse-% vor. Die Umwandlung aller organischen Abfälle erfolgt sehr rasant, so dass Streu innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig umgesetzt ist, so dass auch bei einem hohen Streuaufkommen fast keine organische Auflage gibt. Im Unterboden liegen geringe Humusgehalte und kaum noch Nährstoffe vor. Die Horizontgrenze ist wegen des hohen Bodenlebens (Termiten, Tausendfüßler, Ameisen etc.) diffus.Der Stoffkreislauf des Regenwalds ist sehr eng und schnell. Alle frei werdenden Nährstoffe werden sofort wieder vom Bewuchs aufgenommen oder ausgewaschen. Ein Großteil der Nährstoffe ist außerdem in den Pflanzen und nicht im Boden gespeichert. Wird eine Fläche gerodet, so sind damit auch die Nährstoffe in kürzester Zeit verschwunden.Horizontierung:Nach der WRB liegt ein Ferralsol dann vor, wenn die ersten 14 Referenzbodengruppen nicht zutreffen und kein argic Horizont (Tonverlagerung) vorliegt und keine vitric oder andic Eigenschaften (Vulkanismus) eintreten und der Boden einen ferralic Horizont in den obersten 100 cm hat. Der ferralic Horizont hat folgende wesentlichen Kriterien: Die Bodenart ist feiner als sandiger Lehm und Die KAK ist niedrig mit Werten unter 12 cmol+/kg Ton (effektiv) bzw. 16 cmol+/kg Ton (potentiell) und Der Tonanteil beträgt weniger als 10 Masse-% (bei höheren Werten muss die Eigenschaft geric vorliegen oder über 1,4 Masse-% Humus) und Der Anteil der in den humiden Tropen instabilen Primärminerale liegt bei weniger als 10 Masse-% und Die Mächtigkeit beträgt über 30 cm (oft viele Meter) Nutzung:Unter natürlichen Bedingungen wächst auf Ferralsolen ein tropischer Regenwald mit einem geschlossenen Nährstoffkreislauf. Sobald der Wald für die Landwirtschaft gerodet wird, kommt es zu einer Unterbrechung des Kreislaufes und großen Problemen, insbesondere mit der Nährstoffbalance.Ohne eine beständige und intensive Düngung (hoher Input) ist eine Dauernutzung mit Feldfrüchten unmöglich, da die Böden sofort auslaugen. Die traditionelle, und auch optimale, Nutzung erfolgt über den Wanderfeldbau (Shifting Cultivation). Dabei müssen nach nur einer Kulturperiode Brachephasen von 10–30 Jahren eingeplant werden, um eine Erholung der Flächen zu gewährleisten. Dies macht den Wanderfeldbau zu einer sehr flächenintensiven Nutzung. Auf Grund der Bevölkerungsentwicklung können die Bauern in vielen betroffenen Staaten diese Zeiten nicht mehr einhalten. Eine Folge ist ein deutliches Absinken der Erträge.Bei einer Intensivnutzung muss intensiv gekalkt und mehrmals im Jahr gedüngt werden. Auch eine ständige Zufuhr von Mulch hilft, die Fruchtbarkeit zu halten. Diese Form der Bewirtschaftung können Kleinbauern aber in der Regel nicht finanzieren. Außerdem tritt eine enorme Nährstoffauswaschung auf.Dagegen kann ohne großen finanziellen Aufwand eine nachhaltige Agroforstwirtschaft betrieben werden, bei der Kulturpflanzen im natürlichen System des Waldes ohne vollständige Rodung integriert werden. Diese Form der Bewirtschaftung wird z.B. traditionell in Teilen Papua Neuguineas betrieben.Dem Agroforst am nächsten kommen langjährige Plantagen, die, auch wenn sie die Natur in großen Maßen beeinflussen können, doch ein einigermaßen an Ferralsole angepasstes Bewirtschaftungssystem darstellen. Vor allem die ständige Bedeckung des Bodens ist ein großer Vorteil dieses Systems.
- Liste der WRB-Referenzbodengruppen Die Liste der Referenzbodengruppen umfasst 32 Böden, die nicht alphabetisch geordnet sind, sondern in der Reihenfolge des WRB-Schlüssels zur Bodenansprache mit Angabe des Codes: Organische Böden HS Histosol (Böden, welche überwiegend aus organischem Material bestehen) Anthropogene Böden AT Anthrosol (Böden, deren Eigenschaften durch menschliche Tätigkeiten maßgeblich beeinflusst wurden) TC Technosol Böden mit eingeschränkter Durchwurzelung CR Cryosol (Böden, die innerhalb von einem Meter einen Bereich mit Permafrost haben) LP Leptosol (Böden, die sehr flachgründig sind und sich über anstehendem Gestein befinden) Wasserbeeinflusste Böden VR Vertisol (Böden, die durch quellende und schrumpfende Tonminerale eine innere Materialbewegung aufweisen, durch die u.a. dunkle Huminstoffe eingearbeitet werden) FL Fluvisol (Böden, die aus jungem Flusssediment sich in der Entstehung befinden) SN Solonetz (Böden, die im Untergrund tonangereichert sind und hohe Konzentrationen an Natrium aufweisen) SC Solonchak (Böden, die stark salzhaltig sind) GL Gleysol (Böden, die permanent oder temporär bis an die oder nahe der Oberfläche wassergesättigt sind) Durch Eisen- und/oder Aluminiumprozesse geprägte Böden AN Andosol (Böden, die jung sind und oftmals aus vulkanischen Ablagerungen entstanden sind) PZ Podzol (Böden, die sauer sind und im Untergrund Anreicherungen von Eisen-Aluminium-organischen-Verbindungen haben) PT Plinthosol (Böden, die bei Austrocknung zu einer irreversiblen Verbindung aus Eisen, Ton und Quarz aushärten) NT Nitisol (Böden, die tiefgründig sind sowie braune oder gelbe Farben und ausgeprägte glänzende Agregatflächen haben) FR Ferralsol (Boden, die triefgründig verwittert und nährstoffarm sind, jedoch eine stabile physikalische Struktur aufweisen) Stauwasserböden PL Planosol (Böden, die einen gebleichten Horizont aufweisen durch temporären Wasserstau bis nahe der Bodenoberfläche Oberboden über einem schlecht wasserleitenden Horizont einer geologisch anderen Schicht) ST Stagnosol (Böden, die einen gebleichten Horizont aufweisen durch temporären Wasserstau bis nahe der Bodenoberfläche Oberboden über einem schlecht wasserleitenden Horizont in derselben geologischen Schicht) Humusakkumulationsböden CH Chernozem (Böden, die einen tief dunklen, humosen, nährstoffreichen, kalk- oder gipshaltigen Oberboden haben) KS Kastanozem (Böden, die einen braunen, humosen, kalk- oder gipshaltigen Oberboden haben) PH Phaeozem Salzakkumulationsböden GY Gypsisol DU Durisol CL Calcisol Böden mit Tonverlagerungshorizonten AB Albeluvisol AL Alisol AC Acrisol LV Luvisol LX Lixisol Junge, wenig differenzierte Böden UM Umbrisol AR Arenosol CM Cambisol RG Regosol
- Solonetz Solonetz (russisch Солоне́ц; Transkription Solonez), vielfach auch Schwarzalkaliboden, wird ein Grundwasserboden in semihumiden bis semiariden Gebieten genannt, der durch hohe Natriumgehalte im Unterboden gekennzeichnet ist, die dort durch Lessivierung der höheren Bodenschichten angereichert wurden. In der World Reference Base for Soil Ressources ist der Solonetz eine der Referenzbodengruppen. Abfolge der Bodenhorizonte:Der Bodentyp Solonetz besitzt ein klar gegliedertes Bodenprofil und ähnelt in der Abfolge der Bodenhorizonte dem Gleyboden. Die Abfolge des Solonetz wird mit der Kurzformel An/ Bnt/Gz/Gr beschrieben.Der A-Horizont ist gräulich und enthält ein lehmiges Gefüge. Der pH-Wert an der Oberfläche beträgt mindestens 7, der Boden ist alkalisiert (Kürzel n).Der B-Horizont ist durch die Lessivierung sowohl mit Ton angereichert (Kürzel t) als auch alkalisiert (Kürzel n). Er weist eine typische Säulenstruktur auf, wobei die Säulen durch Natrium-Humate und amorph strukturierte Silikagele ummantelt sind. Die Säulen entstehen durch Quellung und Schrumpfung des Bodens und gleichzeitiges Absinken der feineren, tonigen Bodenbestandteile und Aufsteigen gröberer, schluffiger Bestandteile. Der pH-Wert im B-Horizont steigt auf 9 bis 10 an. Durch Anreicherung von Huminstoffen und Tonmineralien wird er dunkel gefärbt.Der obere Unterbodenhorizont liegt noch im Grundwasserschwankungsbereich (Kürzel G), der Eintrag von Mineralstoffen aus den oberen Bodenschichten führt zur Salzanreicherung (Kürzel z). Der Salzgehalt des Solonetz-Bodens oberhalb des Grundwasserhorizonts ist niedrig, die Natriumsättigung kann dagegen 90 % erreichen.Der tiefere Unterbodenhorizont liegt vollständig im Grundwasserbereich (Kürzel G) und weist reduzierende Bedingungen auf (Kürzel r). Entstehung und Verbreitung:Solonetze entstehen unter ariden Klimabdingungen durch zunehmend feuchtes Klima (Haplic Solonetz, typische Solonetz ohne weitere, zusätzliche Kennzeichen),[1] Entsalzung aus Solonchak-Böden infolge Absinken des Grundwassers (Gleyic Solonetz, vergleyter Solonetz) oder aus Steppenböden, die dem Einfluss Natrium-haltigen Grundwasser unterliegen (Mollic Solonetz, Solonetz mit weicher Auflage). Durch entsprechende Anreicherung in den oberen Bodenschichten entstehen gipshaltige (Gypsic Solonetz) oder kalkhaltige (Calcic Solonetz) Solonetz-Böden.Die Böden sind im feuchten Zustand wenig wasserdurchlässig und schlecht durchlüftet, im trockenen Zustand treten häufig Schrumpfrisse und die Bildung harter Erdschollen auf; ihre Eignung für die Landwirtschaft ist deshalb nur gering. Die Auswirkung der Grundwasserabsenkung um den Aralsee begünstigen unter anderem auch die Bildung von kaum kultivierbarem Solonetz.[2]Das Hauptverbreitungsgebiet des Solonetz liegt östlich des Kaspischen Meeres und um den Aralsee, in Kanada, Australien und Somalia sowie in Argentinien. In diesen Ländern nimmt der Bodentyp große Flächen ein. In Europa sind nur kleine Vorkommen von Solonetz-Böden bekannt, so etwa im Burgenland bei Podersdorf oder in Rumänien.
- WRB-Bodenansprache Die World Reference Base for Soil Resources (Abkürzung WRB) ist eine Bodenklassifikation, die als internationales Kommunikationsmittel für die Bodenkunde geschaffen wurde. Sie ist mehr oder weniger weltweit gültig, um Informationen über Böden und deren Eigenschaften über regionale und nationale Grenzen hinweg auszutauschen. Bodenansprache mit der WRB Die verwendeten Namen für die Bodentypen sind überwiegend Kunstnamen, die ihre Wurzeln im Latein, der griechischen Sprache, sowie unter den modernen Sprachen vor allem im Russischen haben. Die Klassifikation ist in zwei Ebenen aufgeteilt: Auf der ersten Ebene werden Referenzbodengruppen (reference soil groups - RSG) unterschieden, von denen es 32 gibt (1998: 30). Die Einordnung eines Bodens in die jeweilige RSG erfolgt anhand eines Schlüssels, in dem in einer fest definierten Reihenfolge nach dem Vorhandensein und der Tiefenlage diagnostischer Horizonte (diagnostic horizons), diagnostischer Eigenschaften (diagnostic properties) oder diagnostischer Materialien (diagnostic materials) gefragt wird. Die Einordnung in eine RSG erfolgt anhand des ersten vollständig erfüllten Kriteriensatzes. In der zweiten Ebene stehen die Qualifier (die deutsche Übersetzung Merkmale ist ungebräuchlich), die die Referenzbodengruppe weiter differenzieren. Insgesamt stehen 163 verschiedene Qualifier (sowie 54 fest definierte Zusammensetzungen von Qualifiern mit Specifiern) zur Verfügung. Dabei werden drei Arten von Qualifiern unterschieden: Typischerweise assoziierte Qualifier, die die typische Ausprägungen einer RSG kennzeichnen. Sie sind oft bereits Teil der RSG-Diagnose. Übergangsqualifier, die diagnostische Horizonte anderer RSGs nennen. Da bei der WRB die erste zutreffende RSG gewählt wird, ist dies der Weg, um Übergänge zu anderen RSGs zu kennzeichnen. andere Qualifier, die Zusatzinformationen, zum Beispiel bezüglich des Nährstoffhaushalts, geben. Typischerweise assoziierte und Übergangsqualifier werden als Präfixe vor den Namen der RSG gestellt, andere Qualifier in Klammern als Suffixe dahinter. Die Bezeichnungen der Qulaifier werden groß geschrieben. Für jede RSG gibt es eine Liste mit zulässigen Qualifiern, wobei einer RSG minimal 9 und maximal 30 mögliche Merkmale zugeordnet sind. Aus den möglichen Qualifern müssen alle zutreffenden ausgewählt werden. Je weiter oben in der Liste ein möglicher Präfix-Qualifier steht, desto weiter rechts (d. h. näher am Namen der RSG) steht er. Demselben Prinzip folgend (Stellung relativ zum Namen der RSG), werden Suffix-Qualifier in der Reihenfolge angegeben, in der sie in der Liste stehen. Für Zwecke der Erstellung von Kartenlegenden kann die Zahl der Qualifier reduziert werden. Trifft kein anderer Präfix-Qualifier der Liste zu, erhält der Boden den Präfix-Qualifier Haplic ("gewöhnlich"). Die Qualifier können mit Hilfe von Specifiern noch in ihrer Aussage modifiziert werden, zum Beispiel, wenn sich ein Qualifier nur auf einen Teil des Bodenprofils bezieht. Die Specifier werden als Vorsilbe(n) an den entsprechenden Qualifier gehängt. Aufgrund der praktisch nicht-hierarchischen Einteilung besteht die Möglichkeit, mehrere Tausend verschiedene Bodenuntereinheiten anzusprechen. Wird die aktuelle WRB mit der Legende der alten FAO-Weltbodenkarte verglichen, so fällt auf, dass die Aussage über die Nutzungspotentiale und Nutzungseinschränkungen gänzlich aus der WRB verschwunden ist. Die früheren Soil Phases, also der Zustand, in dem sich die Böden befinden, sind in die differenzierenden Merkmale der WRB zwar mit eingegangen, allerdings sind sie nicht mehr erkennbar.
- Planosol Planosol (PL) (von lat.: planus, eben) ist ein Begriff der Bodenkunde und benennt eine der 32 Referenzbodengruppen der FAO-WRB. Die Gruppe umfasst zeitweilig stauwasserbeeinflusste Böden mit abrupten Texturwechsel innerhalb des Profils. Ein heller Oberbodenhorizont überlagert dabei mit scharfer Grenze einen stauenden Unterbodenhorizont. Eine Entsprechung in der deutschen Bodensystematik wäre ein Pelosol-Pseudogley, bzw. stark ausgeprägter Pseudo- und Stagnogley. Diagnostische Merkmale Planosole weisen innerhalb von 100 cm unterhalb der Geländeoberfläche einen abrupten Texturwechsel, von einem Oberboden mit gröberer Bodenart zu einem feinkörnigeren dichten Unterboden auf, das bedeutet dass sich innerhalb von 7,5 cm der Tongehalt im Boden verdoppelt. Des Weiteren gehören der Albic-Horizont (von lat. albus, weiß) und Stagnic-Eigenschaften (von lat. "stagnare", stehen) zu den diagnostischen Merkmalen. Der Albic-Horizont ist ein Eluvialhorizont aus dem Ton und freie Eisenoxide ausgewaschen wurden. Die Stagnic-Eigenschaften entstehen durch zeitweilige Wassersättigung des Bodens und die dadurch vorherrschenden reduzierenden Verhältnisse, dabei entsteht eine Marmorierung des Bodens. Horizonte Typischerweise liegt ein gebleichter, tonverarmter E-Horizont über einem tonreichen, wasserstauenden B-Horizont. Die Entstehung der Stauschicht kann auf Lessivierung oder einer sedimentationsbedingten Schichtung beruhen. Verbreitung Die Planosole nehmen weltweit etwa 130 Millionen Hektar ein und entwickeln sich bevorzugt auf flachen Hängen oder in Plateaulagen oberhalb des Grundwasserspiegels. Die größten Flächen liegen dabei in den Subtropen und in gemäßigten Klimaten mit regelmäßigen Regen- und Trockenzeiten. Eigenschaften und Nutzung Planosole weisen nur geringe Nährstoffvorräte (häufig Mangel an N, P, S, K, Mg) auf und können zur Aluminium-Toxizität neigen. Durch den stauenden Horizont sind Planosole nur schlecht durchwurzelbar und neigen wechselweise zu Wasserstau (Luftmangel) und Wasserstress, dadurch sind sie kaum ackerbaulich nutzbar und werden hauptsächlich für extensive Beweidung, Grünland oder wenn die Temperaturen es zulassen für Nassreisanbau genutzt, letzteres erfordert Eindeichung, Dränung und Düngung.
