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Entwicklungspsychologie SoSe 13 (Subject) / 3. Moralentwicklung (Lesson)
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- Heinz Dilemma Frau ist todkrank, braucht bestimmtes Medikament vom Apotheker, dieses ist zu teuer, auch Verhandlungen bringen nichts, Heinz bricht nachts ein und klaut das Medikament hätte er das tun dürfen?
- Moralphilosophie - Definition, was definieren Regelwerke Defintion von Normen: implizite/explizite Regeln der Gesellschaft über Gebote, Verbote, Pflichten, Verantwortlichkeitenkulturelle/religiöse Traditionen/Sitten/BräucheLegitimität von Normen ist relativ (ethisch, Legitimation der Gesetzgeber) Regelwerke definieren Erwartungen an Inhaber bestimmter Positionen/Rollen, Form des Zusammenlebens, Verteilung von Aufgaben und Gütern, Verfahrensweisen für Änderung/Neuanschaffung von Regeln, Maßnahmen wenn Regelverletzungen
- Moralphilosophien - Moralkriterien Universalisierbarkeit: Kantes kategorischer Imperativ (so handeln, dass es als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte), Vernunftkriterium Utilitarismus (Bentham): Handlungen moralisch, wenn sie zur Maximierung des Gesamtwohls beitragen Diskurstheorien: moralisch Richtiges in Gesellschaft festgelegt (Voraussetzung: herrschaftsfreie Verständigungsbereitschaft) Kulturunterschiede!!!
- psychologische Moralforschung Definition: moralisches Verhalten, wenn es ohne äußere Kontrolle/ Zwänge/Anreize einer Norm entspricht (Nomren d. Individuums vs. Gesellschaft) Aufgaben: Beschreibung unterschiedlicher Normen, wie werden sie von unterschiedlichen Menschen verstanden, Begründung, Rechtfertigung & Einhaltung von Normen, Erklärung von individuellen Unterschieden Indikatoren persönlicher Moral: Wissen über Normen, Urteil moralischen Gebotens, Norm-entsprechendes/abweichendes Verhalten, moralische Gefühle: Befriedigung, Scham, Schuld, Entrüstung Forschungsperspektiven in Entwicklungspsychologie: kognitiv (Entwicklung moral. Denkens & Urteilens), affektiv (E. moral. Gefühle & Werthandlungen), Verhaltensperspektive (E. moral. Verhaltens)
- Entwicklung des moralischen Urteils - Piaget Untersuchung des moral. Urteils anhand Dilemmata/Befragung von Kindern nach Herkunft von Spielregeln, gerechter Verteilung v. Gütern und Pflichten bis 5 Jahre: amoralische Phase Heteronome Moral (Moral des Zwangs) Autonome Moral (Moral der Kooperation) · Regeln (Autoritäten), Strafe bei Abweichung · Gehorsam ggü. bestimmten elterl. Befehlen · geringe moralische Intention, gut/böse ist, was die Autoritäten so bezeichen · Lernen von Möglichkeiten und Bedingungen der Kooperation, wechselseitiger Respekt der beteiligten, Gebote & Spielregeln > gerecht! · eigene Entscheidung ob gut/böse
- Entwicklung des moralischen Urteils - Kohlberg Erweiterung von Piagets Ansatz, "Heinz-Dilemma", 6-Stufenmodell: präkonventionell: Moral des Gehorsams (Strafe), Moral des instrumentellen Egoismus (wie du mir, so ich dir) konventionell: Moral der interpers. Übereinstimmung (Wille der Mehrheit), Moral von Gesetz & Ordnung (Autorität, soz. Stabilität) postkonventionell: Moral der soz. Vereinbarung (Relativität von Werten & Normen), Moral allgemein-gültiger ethischer Prinzipien (Gerechtigkeit, Menschenrechte/-würde, kategor. Imperativ) Kritik: kogn. Argumentation/Urteilsebene, Fehlen von moral. Gefühlen, Zusammenhänge zum Verhalten?, nur männl. Vpn,
- Gilligan: Moral der Fürsorge/Verantwortung Moral der Gerechtigkeit: Menschenrechte, objektive/faire/gerechte Lösung, Rechtfertigung: Gleichgültigkeit, mangelnde Anteilnahme, Heinz-Dilemma: Eigentum - Leben > Überlegung, OB Heinz handeln soll Moral der Verantwortung: Verbundenheit, Beziehung, Begrenztheit der sepz. Lösung/verbleibende Konflikte, Heinz-Dilemma: Weigerung des Apothekers > Überlegung, WIE Heinz handeln soll ergänzende Auffassungen, keine Hierarchie Kritik: methodische Unzulänglichkeiten (wenig Vpn), Argumente aus Abtreibungsuntersuchung, von Gilligan postulierte Geschlechts-unterschiede wiederlegt, stattdessen Abhängigkeit von Dilemmainhalt, Rolle & Kultur
- Betroffenheitsmoral (Nunner-Winkler, Döbert) Wahl des Argumentationstyps hängt nicht vom Geschlecht, sondern in erster Linie von der sozialen Situation/Kontext ab: wesentlich ist unmittelbare Betroffenheit Abtreibung: weiblich > kontextuell (Situation), männlich > formal (Mord..), bei Wehrdienst genau andersrum
- moral. Denken und moral. Motivation Bewertungen von Handlungen: Schuldgefühl, Wiedergutmachung, moral. Anerkennung, Entrüstung/Schuldvorwurf, Strafe Voraussetzung ist Urteil über Verantwortlichkeit: Ziel, Mittel, Handlungsergebnis bei der Beurteilung von Verhalten betrachten, freie Entscheidungsmöglichkeit, Konsequenzen für moral. Gefühle Unterscheidung von Absicht und Ausgang, Piaget: "Tassen-Dilemma!Handlungsabsicht wird von jüngeren Kindern vernachlässigt, ziehen nur objektiven Handlungsausgang zur Beurteilung heran Studie Weiner & Peter: größerer Junge weiß Weg (nicht), ist (nicht) bereit zu helfen, kleiner Junge kommt (nicht) rechtzeitig heim > je älter, desto eher gute Intention belohnt/schlechte bestraft; bei keinem angegeben Handungsausgang betrachten auch kleinere Kinder die Intention (Intention+, Absicht+, A-, I- > Abnahme d. Bewertung)
- Stufen der entwicklung des Verantwortlichkeitskonzepts (Heider) Niveau der Assoziation (Überbringer einer schlechten Nachricht bestraft) Niveau der Verursachung Niveau der Vorausschaubarkeit Niveau der Absichtlichkeit Niveau der Entschuldigung durch Rechtfertigung (Notwehr) empirische Belege einer Entwicklungstendenz nicht ganz eindeutig, kontextabhängig
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- moralische Motivation und moralisches Handeln Personen, die auf einer höheren Stufe argumentieren (in Bezug auf moral. Verhalten) sind viel eher Bereit auch so zu handeln auch abhängig von der Relevanz für das Selbstbild und der Belastung
- Sozialisationseinflüsse genetische Prädispositionen: Mitgefühl (Schadensvermeidung), Empörung (Fairness), Respekt (Autoritäten, Gehorsam), Ekel (Reinheit), Gruppenzugehörigkeit (Loyalität) > Emotionsdispositionen führen nicht notwendigerweise zu oralischem Handeln
- Sozialisationstheoretische Modelle des Moralerwerbs behavioristisch: Verhalten > klass./op. Konditionierung psychoanalytisch: Motive > Internalisierung (Über-Ich), Habitualisierung kognitivistisch: Urteil > Rollenübernahme neuer: Wissen > Unterweisung, Regelkonstruktion Wollen > Selbstbindung durch Erfahrung an Familie/Gesellschaft
- Sozialisationseinflüsse - wie werden Normen gelernt? Internalisierung (psychoanalytisch) von Normen: Norm als Teil d. Person Entwicklungs- und Sozialisationsziele: (1) Einhaltung vorgegeb. Normen (2) Reflexion, eigener Standpunkt (3) Autonomie, eigener Standpunkt in spez. Situationen (4) friedl. Beielegung normativer Konflikte Art der Normvermittlung: argumentativ, Beobachtung/Modell-Lernen, Belohnung, Bestrafungmachtausübender Stil: (gewaltsame) Durchsetzung, Strafen, keine Internalisierung, Norm nur unter Aufsicht eingehalteninduktive Erziehung: argumentativ, Ausnahmen, Lösungsmöglichkeiten, kein Zwang/Zurechctweisung, Internalisierung der NormLiebesentzug: abhängig von der Liebesbedürftigkeit, Moralentwicklung ängstlich-rigide (Angst vor eigenen Bedürfnissen/Trieben)
- Bedingungen moralischen Lernens und Entlernens kognitive Dimension: Übernahme durch explizite Belehrung, soziokogn. Prozesse (Perspektivenübernahme), Rekonstruktion von Regelstrukturen (Rollenübernahmme, Sprachstil), formal-operatorisches Denken, gruppen- und kulturabhängige Regeln motivationale Dimension: Stärke moralischer Motivation (Gleichaltrige, Bindung, Schichtzugehörigkeit, Schule, kulturelles Milieu), Verankerung der Moral in der Person (eigene Urteilsbildung vs. unreflektierte Bindung an Regeln)