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Entwicklungspschologie WiSe 12/13 (Subject) / 8. Gedächtnisentwicklung (Lesson)
- Gedächtnismodelle Mehrspeichermodell: sensorisches Gedächtnis > Kurzzeitgedächtnis > Langzeitgedächtnis Ein-Speichermodell: unterschiedliche Verarbeitungstiefe Infos je besser gespeichert, desto tiefer die Verarbeitung
- Gedächtnisformen deklarativ: episodisch (LZG für biographische Ereignisse, bewusste Erinnerung ab 3/4 Jahren), semantisch (LZG für kategoriales Wissen, EP) nicht deklarativ: Gedächtnis für kognitive, motorische, wahrnehmungs-bedingte Fertigkeiten, "Priming", Konditionieren
- Gedächtnisentwicklung im Neugeborenen-/Säuglingsalter Imitations-/Habituierungsexperimente, "preference for novelty" (Wiedererkennung gegeben, alle Komponenten des Mehrspeichermodells vorhanden) Reproduktionsleistungen: K lernt durch Strampeln Mobile zu bewegen > nach 2 Wochen "vergessen" > Reproduktion durch Demonstration/ Hinweisreize/Kontexte, nicht-deklarativ Imitationslernen: Imitation von am Vortag beobachteten Handlungen (9-14 M.), ältere: nach 1 Woche Skripts: Geächtnis für routinemäßig auftretende Ereignisse Lokationsgedächtnis: Fähigkeit den Ort von vorher versteckten Objekten wiederzufinden (A nicht B Suchfehler)
- Gedächtnis im Vorschulalter (2-4 Jahre) Kurzzeitgedächtnis: unwillkürliches (implizites) Gedächtnis, kein intentionales Memorier-verhalten, Instruktionen eher hinderlich Reproduktionsleistung im Vergleich zur Wiedererkennungsleistung gering (Hinweisreize förderlich) Lokationsgedächtnis besser, abhängig von Schwierigkeit/Bekanntheitsgrad/Hinweisreizen Langzeitgedächtnis: 3-4J: Geschichten mit Skriptcharakter besser gemerkt als welche mit bekanntem Inhalt Rolle der Eltern: Reden über bzw. Fragen zu Ereignissen
- Gedächtnisentwicklung ab 5 Jahren Veränderungen in Gedächtniskapazität, Gedächtnisstrategien, Vorwissen, Metagedächtnis
- Gedächtnisentwicklung ab 5 Jahren - Gedächtniskapazität Pascal-Leone: absolute Veränderung (alle 2 Jahre eine Einheit mehr) Case: effizientere Nutzung, mehr Zwischenspeicher (Strategien, höhere Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit durch Myelinisierung) Baddeley: verbale Infoverarbeitung, Zuwachs in der Artikulationsrate > Maß für Geschwindigkeit von Enkodierungsprozessen Cowan: Bedeutung von Aufmerksamkeitsprozessen
- Gedächtnisentwicklung ab 5 Jahren - Gedächtnisstrategien Enkodierstrategien: Wiederholen, Organisieren (systemat. Anordnung von Infomaterial), Kategorisieren Mediationsdefizit (Grundschule): strategische Aktivitäten können nicht spontan eingesetzt werden Produktionsdefizit (Vor- und Grundschule): strategische Aktivitäten bei Hinweisen, nicht spontann Nutzungsdefizit (frühes Schulalter): kein Profit aus Strategien, zu viel mentale Energien verbunden (kein Platz für Infoverarbeitung) Elaboration: Querverbindungen, Beispiele (ab Jugendalter) Abrufstrategien (Nutzung von Hinweisreizen): bessere Reproduktion
- Gedächtnisentwicklung ab 5 Jahren - Vorwissen Netzwerkorganisation des Wissens (Verknüpfungen) positive Beziehung zwischen Vorwissen in einem Inhaltsbereich und Gedächtnisleistung für zugehörige Objekte und Konzepte (Expertentum und Alter: 9jähriger + Vorwissen = 12jähriger -Vorwissen) strukturelles Wissen: Skripts, Handlungsweisen, Abläufe (bessere Einprägung)
- Gedächtnisentwicklung ab 5 Jahren - Metagedächtnis Fähigkeit zur Regulation & Kontrolle gedächtnisbezogener Aktivitäten (Überwachungs & Selbstregulationsprozesse > mit zunehmendem Alter besser) deklaratives Metagedächtnis: verfügbares, verbalisierbares Wissen (personen-, aufgaben, strategiebezogen) prozedurales Metagedächtnis: Wissen über notwendiges Ausmaß an Anstrengung zum Lernen Studie Kreutzer: Grundwissen über Gedächtnis schon bei Vorschulkindern (Vergessen: Zeit/Menge), Wissen wird zunehmend spezifischer (Einfluss der Lernzeit/ablenkende Aktivitäten)
- Anwendungsbeispiel: Kinder als Augenzeugen bessere Erinnerung an Einzelheiten bei älteren Kindern (bei längerem Zeitabstand keine Unterschiede mehr, auch nicht zu Erwachsenen) jüngere Kinder produzieren mehr unkorrekte Infos Verbesserung der Genauigkeit bei Kindergartenkindern durch Belohnungen, besondere Nachfrage-Techniken Suggestibilität bei jüngeren Kindern besonders hoch, Beeinflussbarkeit durch irreführende Angaben (nicht bei persönlich wichtigen/intensiven Ereignissen) bessere Erinnerung an Selbsterlebtes als an Beobachtetes
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