Wahrnehmungspsychologie (Subject) / 2. Semester (Lesson)

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Mögliche Klausurfragen

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  • Korrespondierende Netzhautpunkte  Punkte auf der Netzhaut, die sich überlagern würden, wenn man die beiden Augen übereinanderlegen könnte (Blinder Fleck stellt keine korrespondierenden Netzhautpunkte dar)
  • Horpter gedachter Kreis, der durch Mittelpunkte der beiden Augenoptiken des Betrachters und durch Fixationspunkt verläuft Objekte, die auf dem Horopter liegen, werden auf korresponierende Netzhautpunkte abgebildet
  • Gekreuzte Querdisparität -        Abbildung auf Nichtkorrespondierende/ disparate Netzhautpunkte   -        Je weiter das Objekt vom Horopter entfernt, desto größer die Querdisparität -        Distanz zwischen X und Y heißt Querdisparität -        Wenn sich Objekte (vom Betrachter aus) vor dem Horopter befinden, liegen Abbilder näher an den äußeren Randbereichen der Retina  
  • Ungekreuzte Querdisparität   -        Objekte befinden sich hinter Horopter -        Je weiter weg desto verlagert sich retinale Abbildung Richtung Nase > desto größer ist Disparität  
  • Steroskopische Fotografie Tiefeneindruck, der aufgrund der querdisparitätsbasierten Informationen erzeugt wird (Tiefeneindruck kann allein durch Querdisparität entstehen)
  • Bewegungsinduzierter Tiefenreiz (wenn Beobachter sich, oder Kopf bewegt) -        Bewegungssparallaxe (Bei gleicher Geschwindigkeit bewegen sich nahe Objekte scheinbar schneller als weitentfernte) -        Fortschreitendes Zu- und Aufdecken von Flächen (Objekt verdeckt entferntes Objekt > Bewegung des Betrachters > Zu- oder Aufdecken der Fläche)  
  • Bildbezogene Tiefenreize   Verdeckung komplett oder teilweise verdeckter Gegenstand weiter weg als unverdeckter > relative Entfernung   Relative Höhe                 je näher an Horizontlinie desto weiter ist Objekt entfernt   Relative Größe Verhältnis zwischen gleichgroßer Objekte (weiter weg > kleiner)   Perspektivische Konvergenz parallele Linien laufen in der Ferne scheinbar zusammen   Vertraute Größen da wir wahre Größe kennen, können Distanz erschließen   Atmosphärische Perspektive entfernte Objekte: unscharf, bläulich   Texturgradient gleicher Abstand ist in Entfernung geringer   Schatten Schatten liefern Informationen über Position der Objekte  
  • Sehwinkel Winkel eines Objekts in Relation zum Auge des Betrachters (Die Mondscheibe verdeckt die Sonne während der Sinnenfinsternis praktisch vollständig, da Sonne und Mond denselben Sehwinkel haben)
  • Daumentechnik zur Bestimmung des Sehwinkel   -        Wenn sich der Daumen auf Armeslänge entfernt befindet, hat ein von ihm abgedecktes Objekt einen Sehwinkel von etwa 2 Grad  
  • Klassisches Experiment zur Größeneinschätzung (Holway & Boring)   -        Versuchsperson stellt den Durchmesser einer Scheibe so ein, dass er mit dem Durchmesser einer Testscheibe übereinstimmt -        Jede Testscheiben hat einen Sehwinkel von etwa 1 Grad (> gleichgroßes Abbild auf der Retina) -        Entfernung variiert von 3 – 36 m, entsprechend auch die Tatsächliche Größe der Testscheibe Bedingungen: 1.     Binokular         (Versuchsperson kann beide Augen benutzen) 2.     Monokular        (Versuchsperson kann nur ein Auge benutzen) 3.     Versuchsperson schaut durch eine Pappröhre 4.     Versuchsperson schaut durch eine Pappröhre und zusätzlich sind die Wände abgehängt Ergebnis: -        je weniger Tiefenreize zur Verfügung stehen desto mehr hängt Einschätzung vom Sehwinkel ab  
  • Größen-Distanz-Skalierung   GW = k  ×  GR  ×  D  
  • Auswirkungen: Größen-Distanz Skalierung   -        Person entfernt sich > retinale Abbild einer Person wird kleine, wahrgenommene Distanz größer -        zwei Veränderungen gleichen sich aus > Größe der Person wird als konstant wahrgenommen  
  • Emmert'sche Gesetz (Nachbild)   Nachbild:                  Das Sehpigment wird in bestimmten Bereichen der Retina gebleicht -        Dieser Bereich bleibt konstant groß -        Größe des Nachbilds nimmt zu, wenn es von einer weit entfernten Oberfläche betrachtet wird  
  • Faktoren der Größenwahrnehmung   -        Vergleich mit vertrauten Größen -        Beziehung zwischen Objekt und Texturinformationen (Gleichgroße Elemente nehmen gleichgroße Einheit der Textur ein)  
  • Veridikale Wahrnehmung Wahrnehmung, die mit der tatsächlichen physikalischen Gegebenheit übereinstimmt
  • Non-Veridikale Wahrnehmung (Optische Täuschung) Beispiele   Müller-Leyer Täuschung Ponzo Täuschung Ames’scher Raum Mondtäuschung  
  • Müller-Leyer Täuschung     -        fälschliche Interpretation als Außenwinkel bzw. Interpretation als Innenwinkel führen zur falschen Längeneinschätzung (Richard Gregory) -        dagegen spricht „Hantel-Form“ (besitzt keine perspektivischen Merkmale) -        in Kulturkreisen, indenen Innen- und Außenwinkel nicht oft vorkommen wird die Länge richtig eingeschätzt    
  • Ponzo Täuschung   -        zwei gleich große Objekte werden zwischen konvergierenden Linien platziert > unterschiedliche Größeneinschätzung    
  • Ame'scher Raum   -        besondere Konstruktion des Raums und festgelegter Blickwinkel > Interpretieren Raum als normal rechteckig -        Sehwinkel der beiden Personen sind deutlich unterschiedlich (wegen unterschiedlicher Entfernung) -        da wir von gleicher Entfernung ausgehen wirkt eine Person viel größer  
  • Mondtäuschung -        Mond wirkt in der nähe des Horizonts viel größer als am Himmel -        Himmelgewölbe wird „abgeflacht“ wahrgenommen, sodass Entfernung zum Zenit kleiner ist als am Horizont -        Am Horizont gibt es mehr Vergleichsreize > Mond „größer“ eingeschätzt -        Farbeffekt: rote Färbung steigert Größe  
  • Reale Bewegung   Objekt bewegt sich physikalisch (Objekt bewegt sich durch Gesichtsfeld > Wahrnehmung)
  • Optische Bewegung   das Objekt ist statisch, aber das Auge des Betrachters bewegt sich
  • Scheinbewegung   = Stroboskopische Bewegung (vgl. Laufschrift) > Täuschung
  • Induzierte Bewegung  Bewegung eines Objekts induziert Bewegung eines anderen Objekts(Relativ kleine, unbewegte Objekte scheinen sich im Vergleich zu relativ großen, bewegten Objekten selbst zu bewegen)
  • Autokinetische Bewegung   = optische Täuschungkleine fixierte Lichtquellen oder ein kurz dargebotener stationärer Lichtpunkt im Blickfeld in einer sonst dunklen Umgebung wird als bewegt wahrgenomme
  • Bewegungsnacheffekt bewegter Stimulus wird für 30 – 60 s betrachtet > anschließende Betrachten eines stationären Stimulus führt zur Wahrnehmung von Bewegung in entgegen gesetzte Richtung (= Wasserfalltäuschung)
  • Funktion der Bewegungswahrnehmung   -        Überlebensfunktion (z.B. Erkennen eines fahrenden Autos, Bewegungsstarre in Tierwelt) -        Objekterkennung (Bewegung hilft beim Differenzieren von Figur und Grund, gibt dreidimensionale Informationen über Umwelt) Zuvor verwirrende Szenerie gewinnt an Bedeutung  
  • Kinetischer Tiefeneffekt (Bewegung)   -        Die dreidimensionale Anordnung eines Drahtkörpers kann in der statischen zweidimensionalen Projektion nicht erkannt werden, wohl aber in der bewegten zweidimensionalen Projektion  
  • Von was ist Bewegungswahrnehmung abhängig   -        Hintergrund (heterogener Hintergrund > schnellere Wahrnehmung) -        Geschwindigkeit  
  • Bewegung des Betrachters bzw. Objekts   1.     Objekt bewegt sich, Betrachter steht still/ schaut geradeaus >   Abbild bewegt sich über Retina des Betrachters > Hintergrund bleibt stationär   2.     Objekt bewegt sich, Betrachter verfolgt es mit dem Auge >   Fovea ist auf Objekt gerichtet > Abbild bleibt auf Retina stationär > Hintergrund bewegt sich   3.     Betrachter bewegt sich durch stationäre Umgebung > Abbild der Umgebung bewegt sich über die Retina > trotzdem nimmt man sie als stationär wahr  
  • Was ist Farbe?   -        physikalische Welt ist farblos -        Interpretation von Wellenlängen  
  • Funktion der Farbwahrnehmung -        Signalfunktion (rot > Warnung, Verbot; gelb > neutrale Warnung) -        Erleichtert Wahrnehmungsorganisation (z.B. Gruppierung von Objekten) -        Unterscheidung einzelner Objekte zueinander (z.B. hilfreich bei Nahrungssuche) -        Hilft beim Entdecken, Erkennen und Identifizieren von Objekten  
  • Farbwahrnehmung beschreiben   -        Farbbezeichnung (rot, grün …) oder Gemisch aus Grundfarben (Mensch kennt etwa 200 „Farben“) -        Intensität (hell, dunkel) -        Sättigung oder Buntheit (Hinzufügen von Weiß)  
  • chromatische Farben oder Farb- und Bunttöne   >   manche Wellenlängen werden stärker als andere refelektiert        (= selektive spektrale Reflektanz)                >   selektive Transmission > nur manche Wellenlängen gelangen durch Substanz >                     Transparenz  
  • achromatische Farben Reflektion der Wellenlängebereichen gleichmäßig > weiß, schwarz, grau
  • Farbsysteme   -        additiv (= Mischen von Lichtfarben) -        subtraktiv (= Mischen von Körperfarben) -        Farbkreis von Newton (= Vereinfachter Farbkreis: R > Y > G > C > B > M) -        Farbkreis nach Harald Küppers (RGB, CMY, B+W)  
  • 3 Farbtheorie   -        Farbsehen basiert auf drei Rezeptorsystemen mit unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit -        Licht einer Wellenlänge stimuliert Rezeptorsysteme in unterschiedlichem Ausmaß > Aktivitätsmuster in den drei Systemen führt zur Wahrnehmung einer Farbe -        Jede Wellenlänge wird im Nervensystem durch ein eigenes Aktivitätsmuster in den drei Rezeptorensystemen kodiert      
  • Univarianzprinzip   Absorption eines Photons hat unabhängig von Wellenlänge immer selben Effekt
  • Metamerie   -        zwei physikalisch unterschiedliche Stimuli sind perzeptuell identisch -        beide Stimuli rufen gleiches Aktivitätsmuster in den drei Zapfenrezeptortypen hervor -        Beispiel:         a)        Rotes Licht (620nm) + Grünes Licht (530nm) = Gelbes Licht                                           (580nm) b)         Gelbes Licht (580nm)  
  • Farbfehlsichtigkeit   -        Schwierigkeiten beim Farbsehen umfassen oft lediglich teilweisen Verlust der Farbwahrnehmung -        Es existieren mehrere verschiedene Arten der Fehlsichtigkeit z.B. Rot-Grün-Schwäche, Monochromt , Dichromat, anomaler Trichromat -        Methoden zur Erkennung: Ishihara –Tafel, Farbabgleichsmethode  
  • Monochromasie besitzen gar keine Zapfen > Helligkeitsschattierung > farbenblind   wenn es vererbt wurde > geringe Sehschärfe > sehr lichtempfindlich (Stäbchen sind nicht fürs Sehen im Hellen ausgerichtet)      
  • Dichromasie nehmen schmale Palette an Farben wahr Es gibt drei Hauptformen: Protanopie, Deuteranopie, Tritanopie
  • Protanopie betroffen sind:                   1% aller Männer; 0,02% aller Frauen kurzelliges Licht:                blau, zunehmende Wellenlänge: weniger gesättigt neutraler Punkt:                 492 nm = grauoberhalb:                             gelb > Sättigung steigt mit zunehmender Wellenlänge      
  • Deuteranopie wird auch durch X-Chromosom vererbtbetroffen sind:                  1% aller Männer; 0,01% aller Frauen   Farbsehen wie beim protanopen Mensch (blau > grau > gelb)neutraler Punkt:                  498 nm = grau                                                          
  • Tritanopie  betroffen sind:                    0,002% aller Männer; 0,001% aller Frauen Farbsehen ähnlich wie andere Fehlsichtigkeit jedoch (blau > grau > rot) Neutraler Punkt:                  570 nm                 
  • Ulilaterale Dichometer Person die auf einem Auge trichromatisch sieht und auf dem anderen   dichromatisch
  • Anormale Trichromasie größter Anteil der Farbfehlsichtigkeitalle drei Zapfenarten sind vorhanden, jedoch ist der spektrale Empfindlichkeitsbereich einer Zapfensorte verschobenstellt nur geringe Einschränkung in der Wahrnehmungsfähigkeit dar> Unterscheidungsfähigkeit verschiedener Farben ist etwas eingeschränkt
  • Gegenfarbtheorie des Farbsehens   -        Farbsehen wird durch gegensätzliche Antworten verursacht, die durch Rot, Grün, Blau und Gelb hervorgerufen werden -        Simultaner Farbkontrast (= Fläche verändert Farbe sobald sie von anderer Farbe umgeben ist)  
  • Verarbeitungsprozess beim Farbsehen 1.     Rezeptoren reagieren mit unterschiedlichen Antwortmuster auf Wellenlängen (Dreifarbentheorie) 2.     Neuronen integrieren hemmende und erregende Signale von den Rezeptoren (Gegenfarbtheorie)  
  • Farbwahrnehmung unter unterschiedlicher Beleuchtung Farbkonstanz = Farben werden relativ konstant wahrgenommen, trotz ändernder Beleuchtung Farbveränderungen durch unterschiedliche Intensitätsverteilungen des Lichts