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Sozialgeographie II (Subject) / 3 Raumsystem Stadt: Sozialökologie, Segregation und Gentrification 3.1 Stadt al (Lesson)

Chicagoer Schule, Einstellung und Grundbegriffe der sozialökologischen Perspektive, Humanökologische Pyramide nach Park 1936, Konzepte für die Beschreibung/Erklärung der sozialräumlichen Anordnungen, Stadtentwicklungsmodelle, Dimensionen und Indikatoren von Faktoranalysen nach Heineberg, Segregation, Soziale und physische Nähe/Distanz

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  • Entstehungshintergrund der Chicago School Zuwanderung, Wachstum, Modernität, Ethnie in Chicago Journalisten und Publizisten nehmen sich Problem schnell wachsender Metropole(n) an (bspw. Chicago)--> danach geht Bewegung erst in institutionalisierte Stadtökologie über -> keine statistische Erhebung, beginnend auf Alltagsebene ->radikles Stadtwachstum in sozialen Kontext erfassen ==> !!! QUALITATIVE SOZIALFORSCHUNG !!!
  • Einstellung und Grundbergiffe der sozialökologische Perspektive Beobachtung von Konfltikten und Kämpfen um Lebensraum Anpassung durch Assimilation ==> ABER nicht wie in Natur geäußert -> Vergrängungsmechanismen drängen anders ab ==> Unterschiede Pflanzen/Tier und Großstadtgesellschaft -> Menschn nicht unmittelbar von physischem Raum abhängig -> nicht auf soziale Ressource angewiesen -> durch technische Mittel von Umwelt unabhängig -> Kultur und Tradition ==> Austragung von Konflikten vor allem über ökonomischen Wettbewerb -> begrenzt durch politischen Rahmen und sozial-kulturellen Normen
  • Humanökologische Pyramide nach Park moralische Ordnung politische Ordnung ökonomische Ordnung ökologische Ordnung Abbnahme individueller Freiheit durch obere drei --> dennoch Konflikte (anders gelöst) Anpassung, Internalisierung, Assimilation des Individuums an ungebende Gesellschaft über Prozess der Sozialisation befolgen gesellschaftlicher Normen = selbstverständliche Assimilation -> gewisse Beschränkung der Freiheit -> Vorraussetzung individuelle Selbstverwicklichung = Wahrnehmung von Optionen Anpassen (Ökologie) durch Assimilation (sozialer Ausprägung von Anpassung)
  • Konzepte für die Beschreibung/Erklärung sozial-räumlichen Anordnungen (5) Konzentration (Ist-Zustand)Entmischung von Bevölkerungsgruppen zu räumlicher Bildung heterogener Gruppen ZentralisationBildung eines Zentrums mit bestimmten Einrichtungen, funktionale Zentralisation an bestimmten Orten (Freizeit, Arbeit, Erholung…)InvasionKontinuierlicher Prozess der Einwanderung/Zuwanderung, Verdrängung anderer Bevölkerungsgruppen (modellhaft) --> Austausch von Bevölkerungsgruppen --> Umprägung von StadtgebietenSukzession „Invasion-Sukzessions-Zyklus (deskriptives Modell)“ nach McKenzieAb Schwelle von 50% -->  Dominanz, dann NachrückenSegregationAbgrenzung einer bestimmten BevölkerungsgruppePunktuelle Ansiedlung
  • Stadtentwicklungsmodell (Burgess) unterscheidet 4 markante städtische Teilgebiete:- City- daran anschließende Übergangszone- Arbeiterviertel- Wohnviertel der gehobenen sozialen Schichten zwischen den Teilgebieten besteht Dynamik:- CBD mit City identisch (auch Loop) vergrößert sich aufgrund wirschaftlichen Wachstums nach Außen (benötigt mehr Fläche), daraus folgt  der Strukturwandel angrenzender Stadtteile- dortige Verdränung der Wohnfunktion (Büros etc., Industrie wird abgesiedelt)- Investitionen in Gebäudesbstanz entfällt- an CBD angrenzende Stadtteile werden zu zone in transition- Verfall der Bausubstanz lässst Mietpreise sinken und ruft einkommenschwache Bevölkerungsgruppen oder wenig profitträchtige Unternehemen- Übergangszone ist Wohnstandort für Zuwanderer der ersten Generation, gesellschaftliche Randgruppen etc.- an zone in transition schließt sich zone of working-men´s home an, Arbeiterwohnviertel - dann folgt eine residental zone, gesellschaftliche Mittelschichten etc. und commuters zone, Pendlerzone für höhere soziale Schichten, black belt (besonders hohen Anteil von Afroamerikanern an der Gesamtbevölkerung) - alle Zonen schieben sich im Expansionsfall nach außen - Stadtstruktur bleibt gleich, die Stadt dehnt sich aus - Ringmodell - ist unvollständig --> Dynamiken nicht expilzit abgebildet --> nur Darstellungen eines zeitlichen Moments (der Nachkriegszeit)
  • Sozialökologische Perspektive --> Sektorenmodell von Hoyt ('39) Verkehrsaspekte (-achsen) spielen neue große Rolle Erreichbarkeit = entscheidender für Verteilung --> Wegzug Mittel-/Oberschicht in Suburbs aus Citys --> Slumbildung, günstige Wohnviertel, wenig Investitionen ==> Verwahrlosung der Innenstadt (==> keine Rückführung auf Distanz/Industrie)
  • Mehrkernmodell (Harris und Ullmann) löst sich von der strikten Geometrie des Modells von Burgess/Boyt Stadt weder Akkumulation von konzentrischen Kreisen noch als Summe von Sektoren die Strukturierung wird interpretiert, dass die Stadt im Wesentlichen bedingt durch die Anordnung der Arbeitsplätze ist mit den industriellen Zentren einer Stadt sind die Wohngebiete der Arbeiter verbunden, auch die Wohngebiete der mittleren und höheren Angestellten verteilen sich mit der Verteilung der Dienstleitungsarbeitsplätze Beachtung liegt auf den Standorten der Arbeitsplätze, die als Kerne der städtischen Teilentwicklung hervorstreichen  
  • Shevky/Bell: social area analysis ('55) Analyse anhand Dimensionen und ihrer Indikatoren (sozialer Status, Urbanisierung, ethnische Segregation) vorfertige Feststellungen --> zunehmende Differenzen und Komplexität in Großstadtgesellschaft Vielfalt in sozialer Positionen erhöht PROBLEM: polititische Einstellung, Konsumverhalten nicht berücksichtigt
  • Dimensionen von Faktorenanalyse (Heineberg 2000) noch differenzierter Indikatorenaggerat (mehr Infos) ABER: --> Grundproblem: grobe Auflösung der Ethnie --> Problem Kategorisierung/ Anschließende Aggregierung --> Problem technischer Auflösung --> Stigmatisierung und Veranschaulichungsdrang --> komplexes Ergebnisinstrument aber simplifizierende Eindarstellung
  • Segregation Konzentration bestimmter sozialer Gruppen auf bestimmte Teilräume einer Stadt/Stadtregion (gemessen) je stärker Streuung Wohnstandorte von Angehörigen einer Gruppe von statischer Zufallsverteilung dieser Gruppe abweicht, umso höher das Maß der Segregation Untergliederung/Einteilung der Stadt vornehmen ==> Problem -> erst Grenzen ziehen, dann Segregation erfassen ==> keine Gesamtbetrachtung   „Mit Segregation wird die Konzentration bestimmter sozialer Gruppen auf bestimmte Teilräume einer Stadt oder einer Stadtregion gemessen“ (Häußermann/Siebel 2004, 140). „Je stärker die Streuung der Wohnstandorte von Angehörigen einer Gruppe von der statistischen Zufallsverteilung dieser Gruppe abweicht, desto höher ist das Maß der Segregation“ (ebd.).  
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  • Segregationsindex welcher Anteil einer Gruppe müsste umziehen, damit Gleichgewicht zustande kommt --> keine Aussage über Gruppe und Teilgebiete Maßzahl zur Beschreibung der (ungleichen) räumlichen Verteilung von Teilgruppen (z. B. sozialen oder ethnischen Gruppen) über Teilgebiete (z. B. Zensusbezirke, Baublöcke) eines Gebietes (z. B. Stadt). Der Segregationsindex mißt die räumlich ungleiche Verteilung einer Bevölkerungsgruppe gegenüber der restlichen Bevölkerung.
  • soziale und physische Nähe und Distanz (Segregation) Verteilung im Raum sagt nichts über Kontaktfreudigkeit einer Person aus --> räumliche nähe erzeugt Abstoßungseffekte -> erst durch Interaktion entsteht Nähe --> physische Nähe zu sozialer Nähe ==> diese Aspekte nicht durch Segregationsmessung herausgearbeitet HABITUS macht HABITAT (Bordieu)   „Die bloße Verteilung im Raum sagt soziologisch noch nicht viel. Man muss auf jeden Fall zusätzlich wissen, was die Einwohner der verschiedenen Häuser, Nachbarschaften oder Quartieren miteinander zu tun haben wollen“ (Häußermann/Siebel 2004, 146). „Nicht die Form räumlicher Nähe oder Distanz schafft die besonderen Erscheinungen der Nachbarschaft oder Fremdheit, so unabweislich dies scheinen mag. Vielmehr sind auch dies rein durch seelische Inhalte erzeugte Tatsachen (…)“ (Simmel 1983, 221). „Kurzum, es ist der Habitus, der das Habitat macht (…). In Frage zu stellen ist dann auch der Glaube, als ob die räumliche Annäherung (…) an sich schon soziale Annäherung (…) bewirken könnte“ (Bourdieu 1991, S. 116).  
  • Lokationsquotient (Segregation) vergleicht Anteil einer Bevölkerungsgruppe in Teilgebiete an Gesamtbevölkerung des Teilgebietes mit Anteil der Bevölkerungsgruppe im Gesamtraum an der Gesamtbevölkerung --> keine Aussage über Gruppe und Teilgebiete große Segregationswerte in kleinen Teilgebieten --> je nach Einteilung des Stadtgebietes unterschiedliche Segregationswerte über Gesamtproblematik von Abgrenzung und Entmischung keine Aussage
  • Dimensionen sozial-räumlicher Segregation sozialökonomische Segregation (Armuts. ...) demographische Segregation (Altersgruppen, ...) Segregation von Minderheiten (ethnisch ...) --> Trend hin zu anderen Indikatoren, denn Menschen gleicher Nation können unterschiedlich leben
  • Grundproblem (Leitfrage) des soziologsichen Ansatzes Chigagoer School Verhältnis zwischen Menschen und ihrem Lebensraum und deren Anpassung an die Umwelt ->raumzeitliche Positionierung von Bevölkerungsgruppen --> ökologische Aspekte Exkurs Ökologie:- Von Hödel entwikelt- Schaut nach Verhältnissen wischen Lebewesen und Lebensraum- Raum entspricht --> Räume erfordern Anpassung der Lebewesen, sonst Tod- stark raumzentriert --> Geodeterminismusdarwinistischer Ansatz- Vorsicht bei Anwendung aus Stadt --> Menschen müssten sich an soziales Umfeld (Lebendwelt) anpassen
  • Raumsysteme Stadt:Sozialökologie, Segregation, Gentrification (Binnenstruktur einer Stadt) Stadt als Mosaik: Chicago School Robert E. Park, E Burgess, R. Mc Kenzie Stadt als Flicketeppich aus vielen Einzelteilen, die gewisses Gesamtbild ergeben Prämisse der Chicago School in "the City" niedergeschrieben Gründung Chicago School aufgrund historischen Kontext von US-amerikanischer Stadt-Gesellschaftsentwicklung Moderne Gesellschaften erstellen Großstädte als Phänomen Umstände in Moderne und Industrialisierung erkennbar --> Wechsel im sozialen Leben durch Industrialisierung => Zusammenhang zwischen Verstädterung und Industrialisierung