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Siedlungsabfallwirtschaft (Subject) / Fragenkatalog 3 (Lesson)
Teil III des Fragenkataloges zur Klausurvorbereitung
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- Welche 2 Hauptaufgaben hat die thermische Abfallbehandlung? Volumenreduktion der Abfälle Inertisierung der organischen Bestandteile
- Wie ist Heizwert von Abfällen definiert und wie kann er berechnet werden? Erläutern Sie verwendete Abkürzungen. Heizwert:(Hu = unterer Heizwert) = Verbrennungsenergie ohne Verdampfungsenergie Hu = Ho - w * rD rD = Verdampfungsenthalpie des Wassers = 2.453 kJ/kg bei 20 ° C, 2.257 kJ/kg bei 100 ° C w = Wassergehalt des Rohmülls in Gew.-% Ho = oberer Heizwert (Brennwert) = Verbrennungsenergie incl. der Verdampfungsenergie für das Wasser (Brennstofffeuchte und Wasserdampfanteil), die bei der Verbrennung benötigt wird.
- Nennen Sie alle wichtigen Teile einer Müllverbrennungsanlage. Nennen Sie gegebenenfalls die Stoffe, die in dem Anlagenteil entfernt werden. Müllbunker Feuerungsanlage (z. B. Rostfeuerung mit Walzenrost) Abhitzekessel mit Wärmetauscher Staubfilter zur Entfernung der Stäube und Flugaschen Saure Rauchgaswäsche (Entchlorung, HCl) Alkalische Rauchgaswäsche (Entschwefelung, Gips) Katalytische Entstickung (Entfernung von NOX, Dioxinen und Furanen) Schornstein
- Müllverbrennungsanlage: Nennen Sie 5 Einflussfaktoren auf den Verbrennungsprozess. Homogenität Korngröße und Korngrößenverteilung spezifische Oberfläche Wärmeleitfähigkeit Zündtemperatur und Reaktionsfähigkeit Lagerfähigkeit spezifisches Gewicht und Schüttgewicht Strömungswiderstand in der Schüttung Heizwert der brennbaren Fraktion prozentuale Zusammensetzung aus brennbaren Bestandteilen und Wasser Gehalt an flüchtigen Bestandteilen Schadstoffgehalt Schmelzpunkt der Asche
- Wie können die Rückstände bei der Abfallverbrennung eingeteilt werden. Feste Rückstände Flüssige Rückstände Gasförmige Rückstände
- Wo werden Grenzwerte für Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen vorgegeben? 17. BImSchV
- Welche Aufgaben haben die bei der Reinigung der Rauchgase aus Müllverbrennungsanlagen eingesetzten Katalysatoren? Die Katalysatoren haben die Aufgabe, die Geschwindigkeit der Umsetzung von · Stickstoffmonoxid (NO) sowie der · Dioxine und Furane zu beschleunigen.
- Nennen Sie 2 Ziele für die Ablagerung von Abfällen, die in der Verordnung über die umweltverträgliche Ablagerung von Siedlungsabfällen formuliert wurden. Minimierung der Deponiegasbildung Minimierung der Sickerwasserbelastung durch organische Stoffe Verhinderung der Freisetzung und Ausbreitung von Schadstoffen Verringerung von Setzungen und Minimierung des Nachsorgeaufwandes Verminderung des Deponievolumenbedarfes
- Wie sind Abfälle nach dem KrWG zu beseitigen? Abfälle sind so zu beseitigen, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird. Eine Beeinträchtigung liegt insbesondere dann vor, wenn 1. Die Gesundheit der Menschen beeinträchtigt wird, 2. Tiere oder Pflanzen gefährdet werden, 3. Gewässer oder Böden schädlich beeinflusst werden, 4. Schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen oder Lärm herbeigeführt werden, 5. Die Ziele oder Grundsätze und sonstigen Erfordernisse der Raumordnung nicht beachtet oder die Belange des Naturschutzes, der Landschaftspflege sowie des Städtebaus nicht berücksichtigt werden, 6. Die öffentliche Sicherheit oder Ordnung in sonstiger Weise gefährdet oder gestört wird.
- Welche Bedeutung hat die Barriere „Abfall“ im Rahmen des Multibarrierenkonzeptes bei der Abfalldeponierung? Begründen Sie Ihre Antwort. Barriere „Abfall“ ist die wichtigste Barriere, d. h. der Abfall muss so weit vorbehandelt werden, dass der GV £ 5 % wird. Bei Abfällen aus MBA gelten entsprechende andere Kriterien. Durch eine weitgehende Verminderung des organischen Materials in den Abfällen werden nur noch weitgehend inerte Abfälle abgelagert. Dadurch wirken Deponien nicht mehr wie großräumige Bioreaktoren mit Emissionen in die Luft und in das Grundwasser.
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- Nennen Sie 3 Deponiekriterien für die Beschaffenheit von mechanischbiologisch behandelten Abfällen. TOC < 18 % (1) maximal zulässiger Heizwert ( Ho): 6000 kJ/kg (2) Atmungsaktivität: < 5 mg O2/g TS TOC ( Eluat ): maximal 250 mg/l (1) Bezogen auf den Trockenrückstand der Originalsubstanz (2) Entweder der TOC oder der obere Heizwert müssen eingehalten werden
- Nach der Ablagerungsverordnung sind Deponien so zu planen, dass die Freisetzung und Ausbreitung von Schadstoffen durch mehrere voneinander unabhängig wirksame Barrieren nach dem Stand der Technik verhindert wird. Nennen Sie vier verschiedene Barri · Geologische Barriere: natürlicher Untergrund, der aufgrund seiner Eigenschaften und Abmessungen die Schadstoffausbreitung maßgeblich behindert. · Basisabdichtung: Abdichtung des Deponiekörpers gegenüber dem Untergrund und dem Grundwasser. · Oberflächenabdichtung: Verringerung der Sickerwasserneubildung durch Verhinderung des Eindringens von Niederschlagswasser in den Deponiekörper. Verhinderung des unkontrollierten Austritts von Deponiegas in die Atmosphäre. · Sickerwasserfassung und -ableitung und gezielte Reinigung vor der Einleitung in die Kanalisation oder den Vorfluter. · Deponiegasfassung und -ableitung mit Verwertung. · Dokumentation und Kontrolle: Dokumentation der angelieferten und abgelagerten Abfälle nach Art, Menge und Ablagerungsstelle. Datenermittlung während der Betriebs- und Nachsorgephase. · Barriere Abfall und Abfallvorbehandlung.
- Welche Abfälle dürfen auf den Deponieklassen 0, I, II und III abgelagert werden? DK 0 = Deponie für inerte und unbelastete Abfälle (z.B. Erdaushub) DK I = Deponie für schadstoffarme und weitgehend mineralisierte Abfälle (z. B. Bauschutt) DK II = Deponie für höher schadstoffbelastete Abfälle (z. B. Siedlungsabfälle)DK III = Deponie für gefährliche Abfälle (z. B. Sonderabfälle aus Industrie und Gewerbe)
- Beim Deponiebetrieb werden verschiedenen Phasen unterschieden. Nennen Sie diese Phasen. Wann beginnt und wann endet die jeweilige Phase? Betriebsphase (Ablagerungsphase und Stilllegungsphase): Zeit vom Beginn bis zum Ende der Verfüllung einer Deponie bzw. eines Teilabschnittes einer Deponie. Nachbetriebsphase: Zeit vom Ende der Verfüllung einer Deponie bzw. eines Teilabschnittes bis zum Abklingen des Deponieverhaltens auf standortspezifisch tolerierbare oder im Planfeststellungsbescheid festgelegte Richtwerte für das Deponieverhalten. Nachsorgephase: Zeit vom Ende der Nachbetriebsphase. Das Ende der Nachsorgephase ist unbestimmt.
- Welche Emissionsdaten sind während des Betriebs einer Deponie zu erfassen? Sickerwassermenge Sickerwasserzusammensetzung Oberflächenwassermengen Oberflächenwasserzusammensetzung Gasemissionen Geruchsemissionen
- Nennen Sie jeweils 1 konzeptionelles Instrument der Abfallwirtschaft auf Bundesebene, Landesebene und auf kommunaler Ebene. Geben Sie die für die Erstellung zuständigen Einrichtungen/Organe an Bundesebene: Abfallvermeidungsprogramme Bund unter Mitwirkung der Länder Landesebene: Landesebene: Abfallentsorgungspläne Erstellung durch die Länder Kommunale Ebene: Abfallwirtschaftskonzepte: Erstellung durch die Kreise bzw. kreisfreien Städte (entsorgungspflichtige Körperschaften, ö. r. E.)
- Ein Entsorgungsunternehmen plant den Bau einer Mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) mit einer Kapazität von 60.000 Mg Bioabfall pro Jahr. 3.2.1 Nach welchem Genehmigungsverfahren und nach welchem Gesetz wird diese Anlage genehmigt Verfahren und Gesetz: Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung nach BlmSchG Anforderungen an die Errichtung und den Betrieb: 30. BImSchV Beispiele für Anforderungen an die Errichtung: Mindestabstand zu Wohnbebauungen: 300 m Einhausung aller Anlagenteile Beispiele für Anforderungen an den Betrieb: Minimierung der Abluft Einhaltung von Emissionsgrenzwerten
- Welche Angaben sind nach dem Landesabfallgesetz NRW bei der Erstellung kommunaler Abfallwirtschaftskonzepte mindestens erforderlich? (3 Nennungen). Das Abfallwirtschaftskonzept gibt eine Übersicht über den Stand der öffentlichen Abfallentsorgung. Es enthält mindestens Angaben über Art, Menge und Verbleib der in dem Entsorgungsgebiet anfallenden Abfälle. Aufkommen bzw. die Entsorgung von Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfällen jeweils getrennt darzustellen. Darstellungen der getroffenen und geplanten Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung insbesondere für flächendeckende Angebote zur getrennten Erfassung und Verwertung von biogenen Abfällen. Begründete Festlegung der Abfälle, die durch Satzung von der Entsorgungspflicht ausgeschlossen sind. Nachweis einer 10jährigen Entsorgungssicherheit. Angaben über die zeitliche Abfolge und die geschätzten Bau- und Betriebskosten der zur Entsorgung des Gebietes notwendigen Entsorgungsanlagen. Darstellung der über das eigene Gebiet hinaus notwendigen Zusammenarbeit mit anderen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und den dazu notwendigen Maßnahmen sowie ihrer zeitlichen Abfolge (Kooperationen). Zusammenfassende Darstellung der Angaben, Darstellungen und Festlegungen nach Nr. 1 bis 6.
- Welche obligatorischen Angaben sind nach dem KrWG bei der Erstellung von Abfallwirtschaftplänen mindestens erforderlich? (3 Nennungen). · Ziele der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung · Bestehende Situation der Abfallwirtschaft · Maßnahmen zur Verbesserung der Verwertung und Beseitigung · Darstellung der erforderlichen Anlagen · Ausweisung der zugelassenen Anlagen · Ausweisung geeigneter Flächen für weitere Anlagen
- Bei der Erstellung von Abfallvermeidungsprogrammen werden anlagenbezogene, produktbezogene und konsumbezogene Maßnahmen der Abfallvermeidung unterschieden. Nennen Sie 2 produktbezogene Maßnahmen der Abfallvermeidung. · Mehrfachverwendung des Produktes bzw. von Produktteilen (durch Erleichterung der Zerlegbarkeit) ermöglichen, · die Lebensdauer und/oder die Reparaturfähigkeit eines Produktes erhöhen oder · einen geringeren Material- oder Schadstoffeinsatz im Produkt bewirken.
- Erläutern Sie den Begriff „Aktionsplan“ in der Abfallwirtschaft. Welche Inhalte werden in Aktionsplänen dargestellt? Darstellung des zeitlichen Ablaufs von Vermeidungs-, Verwertungs-, Abfallbehandlungs- und Abfallentsorgungsmaßnahmen (Anlagen).
- Welche Gesetze sind für die Genehmigung der nachstehend aufgeführten Abfallbehandlungs- und Abfallbeseitigungsanlagen von Bedeutung? Wie werden die Verfahren der Genehmigung bezeichnet? Wann ist im Rahmen der Genehmigung eine Umweltverträglichkeit Kompostierungsanlagen: Bundesimmissionsschutzgesetz: Genehmigungsverfahren (mit und ohne Öffentlichkeitsbeteiligung) Deponien: Verwaltungsverfahrensgesetz: Planfeststellungsverfahren Umweltverträglichkeitsprüfung: bei Deponien
- Wann kann eine Plangenehmigung erteilt werden? Eine Plangenehmigung kann erteilt werden, wenn · die Errichtung und der Betrieb einer unbedeutenden Deponie beantragt wird · die wesentliche Änderung einer Deponie oder ihres Betriebes beantragt wird · die Errichtung und der Betrieb einer Deponie beantragt werden, die ausschließlich oder überwiegend der Entwicklung und Erprobung neuer Verfahren dient