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Persönlichkeitspsychologie (Subject) / 13 Kulturunterschiede (Lesson)

Genetische Einflüsse Kulturelle Einflüsse

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  • 1 Begriffe und Grundlagen für Persönlichkeitsunterschiede Herskovitz 1948: Kultur Ökologie Genpool Datenquellen zur Rekonstruierung menschlicher Entwicklung Verteilung von Persönlichkeitseigenschaften in Population variiert, aufgrund von 3 Einflussfaktoren:   Herskovitz 1948: Kultur=man-made Enviroment:  der von Mensch beeinflusste Teil der Umwelt einer Population (Sprache, Normen,Werthaltung) ≠ Ökologie= nicht-kulturelle Teil der Umwelt einer Population (Menschen bestimmten den auch teilweise mit durch Eingriffe oder Wanderung)   Genpool=Gesamtheit aller Gene in einer Population       Datenquellen zur Rekonstruierung  menschlicher Entwicklung   Archäologisch     Genetisch       Linguistisch
  • 1.2 Genetische Einflüsse Genmarker Anteil der Unterschiede zwischen Menschen Ursachen für Unterschiede Ursachen für Ähnlichkeiten: Out-of-africa-hypothese Rassen, warum ungeignet Noradmerikanischer Rassenbegriff Genmarker: stark genetisch bedingte beobachtbare Merkmale 85% der Unterschiede zwischen Menschen in Genmarken INNERHALB von Populationen --> Unterschiede innerhalb Population viel bedeutsamer als Unterschiede zwischen Populationen Ursachen für Unterschiede: Genetisch Umwelt Gen-Umwelt-Korrelation     Out-of-Africa Hypothese : Heutige Menscheit biologisch eine Art, vermutlich aus Wanderungsbewegungen :seit 100 000 Jahren kleine Gruppen von Homo sapiens sapiens  aus Ursprugspopulationen in Ostafrarika       Rasse= Populationsgruppen mit ähnlichen genetisch fixierten körperlicher Merkmalen, insbesondere Hautfarbe und Augenform, z.B. Weiße Schwarze Mongolide - Mongolenfalte ("Schlitzauge") --> hierfür nur wenige Allele verantwortlich!!r Rassebegriff ungeeignet, die genetische Unähnlichkeit von Populationen zu beschreiben    Nordamerika: Rassebegriff in der Psychologie "politisch korrekt", bezeichnet dabei jedoch die Herkunft der Vorfahren: Caucasians - Europäer, Australier African-Americans - Schwarzafrikaner Asians - Asiaten Hispanics - Mittel- und Südamerikaner Indians - Indianer Begriff 
  • 1.3 Genetische Einflüsse Rassen und Stereotypisierung USA: IQ Weiße und Schwarze Rassenunterschiede unterliegen starken Stereotypisierung -> Von äußeren Merkmalen wird auf Persönlichkeit geschlossen besonders problematisch, wenn Rasse mit sozialem Status korreliert: IQ von weißen in USA eine Standartabweichung über dem von Schwarzen--> Effektgröße entspricht einer Standartabweichung!!! oft interpretiert: Genetische Einflüsse als Ursache, Selektion bei Einwanderung-> FEHLSCHLUSS: Aus dem genetischen Einfluss von ca. 50% auf IQ-Unterschiede innerhalb von Populationen wird geschlossen, dass auch die Unterschiede zwischen (Sub)Populationen zu etwa 50% genetisch bedingt seien ABER naheliegender: UMWELTEINFLÜSSE!!!, sozioökonomischer Status, aus Vergleichen innerhalb von Populationen kann  nicht auf Unterschiede zwischen Populationen geschlossen werden   
  • 1.3.1 Genetische Einflüsse Rassen und Stereotypisierung USA: IQ Weiße und Schwarze Jensen & Figueroa 1975 Interaktion in USA zwischen Hautfarbe und sozialem Status bezüglich IQ: Weiße Kinder profitieren vom sozialen Status mehr als schwarze Mit zunehmendem sozialem Status größerer Unterschied in IQS zwischen Schwarzen und Weißen Erklärungen: Gen-Umwelt-Korrelation: Gene weißer fördern Intelligenz in hohen sozialen Schichten mehr und andersherum Schwarze werden mit zunehmendem Status mehr diskriminiert? Bildung nimmt bei Schwarzen nicht wie bei Weißen mit zunehmendem Status zu?
  • 2 Kulturelle Einlflüsse Debatte über Universelle Gültigkeit des Intelligenzkonzeptes Drei Positionen zur kulturellen Relativität des Intelligenzkonzepts Lange Debatte vor allem über Intelligenz: ist Konzept zwischen verschiedenen Kulturen überhaupt vergleichbar? Beispiel: Spurenlesen valider Intelligenztest für Aborigines, aber nicht für Europäer Drei Positionen zur kulturellen Relativität des Intelligenzkonzepts: Radikaler Relativismus:  Nur kulturspezifische Tests Kontextualismus:Vergleiche in kontextualisierten Faktoren--> dominant Universalismus Vergleiche in Tests der Informationsverarbeitungs-geschwindigkeit
  • 2.1 Kulturelle Einflüsse- Vergleichbarkeit Kriterium für Vergleichbarkeit Beschulung, Übung und IQ-Tets nomologische Netzwerke Vergleichbarkeit von Kulturen hinsichtlich Persönlichkeitsunterschiede Kriterium für Vergleichbarkeit: Mittelwert problematisch--> durch allgemeine Übungseffekte und Beschulung beeinflusst (Leistung erreicht bei Europärern Peak nach 2 Tests, bei Testunerfahrenen und undbeschulten Minenarbeiter stieg sie bis zum 4. Versuch an)   -->besser: nomologische Netzwerk (ähnliche Korrelationen mit anderen Variablen) als Kriterium So können kulturspezifische Items(z.B. Wechsler Test:Was ist der Koran, in Japan kein Typ A bei fremde Situationen Test) erkannt und revidiert werden (Analysen zu Item-Bias) Persönlichkeitsunterschiede können also zwischen verschiedenen (Sub)Kulturen verglichen werden, wenn bei ihrer Erfassung kulturelle Besonderheiten berücksichtigt werden
  • 2.2 Vergleiche zwischen Kulturen Intelligenz Kulturvergleichende Studien Universal? Unter Kontrolle von Item-Bias : ÜBERGEORDNETEN G-FAKTOR FÜR INTELLIGENZ (Untertests korrelieren positiv) 6 Interkulturell universelle Subfaktoren: - logisches Denken - verbale Fähigkeiten - räumliche Wahrnehmungsfähigkeiten - numerische Fähigkeiten - Gedächtnisfähigkeiten - Schnelligkeit
  • 1.3 Dimensionale Unterschiede der Persönlichkeit zwischen Kulturen Hofstede (1980) 4 Faktoren 116 000 IBM-Mitarbeiter in 40 Ländern nach 150 arbeitsbezogenen Einstellungen und Werthaltungen befragt Nach Mittelung innerhalb der Kulturen ergaben sich durch Faktorenanalyse der kulturellen Mittelwerte 4 Faktoren: - Individualismus - Machtdistanz - Unsicherheitsmeidung - Maskulinität (nicht nur auf Arbeitsbereich anwendbar)
  • 2.3 Dimensionale Unterschiede der Persönlichkeit zwischen Kulturen Hofstede (1980) 4 Faktoren 116 000 IBM-Mitarbeiter in 40 Ländern nach 150 arbeitsbezogenen Einstellungen und Werthaltungen befragt Nach Mittelung innerhalb der Kulturen ergaben sich durch Faktorenanalyse der kulturellen Mittelwerte 4 Faktoren: - Individualismus - Machtdistanz - Unsicherheitsmeidung - Maskulinität (nicht nur auf Arbeitsbereich anwendbar)
  • 2.3 Dimensionale Unterschiede Kollektivistische und Individualistische Kulturen (Markus & Kitayama 1991) Selbstkonzepte Kollektivistische Kulturen orientieren sich an In-Gruppe, vernetztes Selbstkonzept Inidviudalistische an einzelnen Individuen ->unabhängiges Selbstkonzept Das vernetzte Selbstkonzept bezieht sich nicht auf beliebige andere Menschen („Humanismus“), sondern nur auf die eigene In-Group In China und Japan anstellen in Schlange, Fahrstuhl, Verkehr oft rüpelhaft
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  • 2.4 Unterschiedliche Bewertung derselben Persönlichkeitsunterschiede in unterschiedlichen Kulturen Chen et al. 1992: Soziometrisches Netzwerk bei Grundschülern Chen et al. 2005 Chen et al. 1992: Soziometrisches Netzwerk bei Grundschülern uV: Nationalität (Kanada,China) Persönlichkeitseigenschaften: Hilfsbereitschaft, aggresivität, Empfindlichkeit av: Spielkamerad ja/nein? -->In Kanada waren empfindliche Kinder unbeliebt( Spielkamerad-Empfindlichkeit: -.17), in China(.24) beliebt Grund: Nähe zu Einfühlsamkeit und Empfindsamkeit~in kollektivistischen Kulturen höher geschätzt    Aber Chen et al. 2005: In Shanghai war 2002 bereits der Unterschied zu Kanada verschwunden (Akkulturation): Persönlichkeitsbewertung unterscheidet sich auch historisch innerhalb einer Population
  • 3 Praktische Anwendung: Interkulturelles Training Triandis et al. (1988) Praktische Anwendung der Kulturpsychologie: interkulturelles Training vor allem für Manager im Außendienst und Politiker, inzwischen aber auch für Ingenieure und andere Beschäftigte westlicher Firmen in anderen Kulturen   Beispiele :Triandis et al. (1988) Ratschläge für Mitgliedern individualistischer Kulturen für Umgang mit Mitglieder kollektivistischer Kulturen   *Widme seiner Mitgliedschaft in sozialen Gruppen größte Aufmerksamkeit * Hole vor Inanspruchnahme von Leistungen die Zustimmung der Autoritäten seiner sozialen Gruppe(n) ein