28
Persönlichkeitspsychologie (Subject) / 5 Klassifikation und Messen 2 (Lesson)
Advertisement
- 1 Faktoren-Faktorenanalyse Spearman 1904 Sinn Systematik-> Schritte Definition Faktor Oft ist es sinnvoll, weite Bereiche der Persönlichkeiten, anstatt nur Eigenschaften zu erfassen (welche ergibt sich aus Anforderungen: z.B. Personalauswahl: Mitarbeiter im Außendienst muss weites unklar definiertes Spektrum an Qualitäten mitbringen) -->Deswegen Beschreibungssystem, das möglichst breiten Bereich abdeckt und dafür möglichst wenig Eigenschaften berücksichtigt nötig! -> Faktorenanalyse (Charles Spearman, 1904): Zusammenfassung unteschiedlich miteinander korrelierender Variablen in möglichst wenige Faktoren(=zusammenfassende übergeordnete Gruppen). Variablen innerhalb eines Fakots korrelieren hoch! Am besten korrelieren Faktoren untereinander nicht-> orthogonale Faktoren 1) Messung vieler Eigenschaften E an vielen Personen-> Eigenschaften interkorrelieren 2)Einzelne Eigenschaften als Kombination möglichst weniger Varbiablen darstellen E=f1F1+f2F2+....+fkFk+Rest Faktor F= zusammenfassende übergeordnete Kategorie Faktorenladungen f: geben an, wie stark Eigenschaftsvariable zu einem Faktor gehört und diese abbildet Rest: sollte möglichst geringe Varianz haben
- 1.1 Faktoren- Lexikalischer Ansatz Sedimentshypothese Goldberg 1981 Vorgehen Sedimentshypothese: Persönlichkeitsunterschiede "sedimentieren" in Sprache in Form von Eigenschaftsworten systematisch alle Wörter aus Lexikon zur Persönlichkeitsbeschreibung suchen, Synonyme und ungebräuchliche Wörter ausschließen-> Reduktion auf praktikable Zahl Items durch Selbst- u. Fremdbeurteilung auf Interkorrelation untersuchen -> Durch Faktorenanalyse auf fundamentale Fakoren reduzieren Diese Faktoren beschreiben dann auf effiziente weise alltagspsychologisch wahrnehmbare Persönlichkeitsunterschiede
- 1.3 Faktoren- Lexikalischer Ansatz Vorgehen am Beispiel englischer Sprache Allport & Odbert 1936 Norman 1967 Goldberg 1990 Beispiel englische Sprache: 550 000 Worte in Webster's Dictionary 18 000 Eigenschaftsworte (Allport & Odbert 1936) 2800 gebräuchliche ohne Bezug auf Gesundheit und nicht stark wertend (Norman 1967) 339 nicht stark synonyme Worte (Goldberg 1990) Faktorenanalyse: 5 Faktoren (Big Five), 100 Markieritems (Goldberg 1990)
- 1.4- Faktoren Big 5 Globale Anwendung 5 Hauptfakoren durch lexikalischen Ansatz und Faktorenanalyse (in germanischen Sprachräumen, in nicht germanischen Sprachen liefert lexikalische Analyse andere Faktoren, aber Anwendung international möglich) Vereinfachung der Erfassung spezifscher Bereiche Offenheit gegenüber Neuem - Openness Gewissenhaftigkeit -Conscientiouness Extraversion - Extraversion Veträglichkeit -Agreeableness Neurotizismus -Neurotizism OCEAN entahlten Eysencks Temperamentsdieemensionen Neurotizismus und Extraversion
- 1.5 Faktoren- Big 5 NEO- FFI BFI BFI-S NEO-PI-R andere Anwendung der Faktorenanalyse Deutschsprachige Big Five Inventare z.B.: NEO Fünf-Faktoren-Inventar NEO-FFI (5x12 Items) Big-Five-Inventar BFI (41 Items) - Kurzversion BFI-S (5x3 Items) NEO Persönlichkeitsinventar NEO-PI-R mit 6 Facetten pro Faktor (5x6x8 = 240 Items) je differenzierter und reliabler Messung sein soll, um so länger muss Inventar sein; kürzere Versionen geringere interne Konsistenz und erfassen geringere inhaltlichere Breite Weitere Anwendunngsmöglichkeit der Faktorenanalyse: Vereinfachung der Erfassung spezifischer Bereiche
- 2 Profile Persönlichkeitsprofil Profilniveau Vergleich von Persönlichkeitsprofilen-> Warum nich über r? Euklidische Differenz Persönlichkeitsprofil=Werte einer Person in vielen Eigenschaften auf einer einheitlichen Skala (z.B. z-Skala, Likert-Skala) grafisch darstellbar: X-Achse-> Eigenschaften und Y-Achse-> Ausprägungen Profilniveau: Mittelwert aller Eigenschaftswerte der Person Vergleich von Persönlichkeitsprofilen: Ähnlichkeit NICHT DURCH KORRELATION der Eigenschaftswerte zwischen Personen bestimmt weil: ignoriert Niveauunterschiede zwischen Profilen ignoriert intraindividuelle SD sondern durch: EUKLIDISCHE DISTANZ= Weuzel aus der Summe der quadrierten Differenzen in den einzelnen Eigenschaften KORRELATION NUR DANN SINNVOLL; WENN ALLE GLEICHES NIVAEU
- 2.1 Profile: Q-Sort- Verfahren Systematik, Folgen erzwungener Gleichverteilung Anwendung intraindividuell standartisierter Profile Q-Sort-Verfahren: Eigenschaften nach Typizizät sortiert~ wie gut sie Person beschreibene oft: ERZWUNGENE GLEICHVERTEILUNG Bsp. California-Child Q-Sort Dann: Mittelwerte und SD zwischen Personen gleich groß--> Korrelation sinnvoll interpretierbar Anwendung intraindividuell standartisiertet Profile probklematisch, wegen IInterpreatation der Standartabweichungen Mittelwert des Profils dann Erwünschtheit (OCEAN-) des Profils
- 2.2 Profile Anwendung des Q-Sort-Verfahrens in Personalauswahl mit Beispielen -Vergleich der Bewerberprofile mit Normprofilen (gemittelt aus Profilen der Inhaber, des zu vergebenen Arbeitsplatzes) Abweichungen dann im Gespräch thematisieren Normprofile für verschiedene Berufsfeler z.B. im Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung BIP -Anforderungsprofile (durch Befragung von vorgesetzten, oder Analysen)->Akzeptable Werte um Normprofil innerhalb eines Toleranzbereiches Abweichungen negativ z.B computerbasiertes System ELIGO nützlich für Reduktion der Bewerber auf kleine Zahl, nicht für Endauswahl
- 3 Persönlichkeitstypen Clusteranalyse-> welches Ähnlichkeitsmaß? Prototypisches Profil Probleme der Clusteranalyse Clusteranalyse: Teilt Persönlichkeitsprofile durch statistische Verfahren in verschiedene Gruppen ähnlicher Profile=Cluster ein, dabei euklidische Distanz als Ähnlichkeitsmaß genutzt Mittleres Profil eines Clusters= Prototypisches Profil kann zur Klassifikation von Personen genutzt werden-> Zuweisung zu dem Cluster, zu dessen Prototypischen Profils ihr eigenes Profil die geringste Distanz :( unrobuste Ergebnisse nur für große Stichproben zulässig
- 3.1 Persönlichkeitstypen Typologien: ab wann sinvoll? Clusteranalyse-Persönlichkeitstypen Asendorpf et. al 2001 Herzberg und Roth 2006 Typologien erst ab Stichproben mit n >mehrere 100 sinvoll Persönlichkeitstypen= vereinfachte graduell variierender Persönlichkeitsunterschiede, zusammengefasst durch Clusteranalyse +einfach verstädnlich , anwendbar - weniger differenziert als variablenorientierte Sichtweise, Schubladendenken Clusteranalyse der Big 5 auf Grundlage von Selbsberichten Asendorpf et al 2001 --> 3 Typen ( Termonologie angelegt an Block 1971) Resilent: ~"flexibel, stressresistent"-> hohe Gewissenhaftigkeits-, niedrige Neurotizismuswerte Überkontrolliert : hohe Neurotizismus, niedrige Offenheits-werte Unterkontrolliert: geringene Gewissenhaftigkeitswerte Herzberg und Roth (2006) zusätzlich: ZUVERSICHTLICH + RESERVIERT Nutzen:Praxis, Vergleich mit Norm-, Anforderungsprofilen Grundlage für empirisch fundierte Persönlichkeitstypen
- Advertisement
- 4 Persönlichkeitsstörungen Definition Klassifikationssysteme Behandelbarkeit Sind stabile pathologische Persönlichkeitsmuster,die seit Beginn des Erwachsenenalters bestehen,breite Bereiche des Erlebens, Verhaltens und der sozialen Beziehungen betreffen und entweder mit subjektiven Beschwerden oder mit Leistungseinbußen der Betroffeneneinhergehen, nicht jedoch auf einem Intelligenzdefizit beruhen DSM-IV ICD-10 kaum therapeutisch behandelbar, oft Begleiterscheinungen einer weiteren Störung
- 4.1 Störungen Interview zur Diagnose Beispiel Diagnoseschritte ->Diagnose durch strukturiertes Interview, das nach vorgegebenem Klassifikationssystem diagnostiziert (ICD-10 in Deutschland) Beispiel: IPDE= International Personality Disorder Examination: Kodierung der Antworten auf 3-stufigen Skalen, deren Werte itemspezifisch variieren 2 Diagnoseschritte: Prüfung, ob Persönlichkeitsstörung vorliegt Diagnose der spezifischen Persönlichkeitsstörung
- 4.2 Störungen Objektivitätsstudien Übereinstimmung Übereinstimmung bei Zahl der erfüllten Kriterien für spez. Störung Übereinstimmung von Beobachtern desselben videografierten Interviews 1)akzetabel: Cohens Kappa .60 2) Bei Zahl der erfüllten Kriterein für spez. Störung: .70-.90 Kritik: Nicht Einfluss von verschiedenen Interviewstylen berücksichtigt, weil immer dasselbe Video beuurteil Anders geht es aber nicht, weil Person nicht zwei mal diagnostiziert werden kann
- 4.3Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 Vorteile + ermöglicht schnelle Einordnung, Vergleichbarkeit mind. 3 der 6 Kriterien müssen erfüllt sein: Dauerhafte Unausgeglichenheit in Einstellung u Verhalten bezogen auf breite Bereiche des Erlebens, Denkens, und sozialer Beziehungen Dauerhaftes abnormales Verhaltensmuster, nicht auf Episode psychischer Krankheit begrenzt abnormes Verhalten tiefgreifend und in vielen persönlichen und sozialen Beziehungen eindeutig unangepasst Manifestierung beginnt in Kindheit/Jugend deutliches subjektives Leiden (evtl erst im späten Verkauf) Deutliche Einschrnänkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit
- 4.4 Persönlichkeitsstörungen Spezifische Paranoide Misstrauen und Argwohn gegenüber anderen
- 4.4 Persönlichkeitsstörungen Spezifische Schizoide Distanziertheit in sozialen Beziehungen und eingeschränkter emotionaler Ausdruck
- 4.4Persönlichkeitsstörungen Spezifische Dissoziale Missachtung und Verletzung der Rechte anderer, keine dauerhaften Beziehungen
- 4.4Persönlichkeitsstörungen Spezifische Emotionalinstabile Impulsiver Typ Borderline Typ Instabilität in Gefühlen und Verhalten Impulsiver Typ:Impulsive Handlungen, starke Stimmungsschwankungen Borderline Typ: Instabiles Selbstbild und Beziehungen
- 4.4Persönlichkeitsstörungen Spezifische Histrionische Heischen nach Aufmerksamkeit und übertriebener Emotionsausdruck
- 4.4Persönlichkeitsstörungen Spezifische Zwanghafte Ständige Beschäftigung mit Ordnung, Perfektion und Kontrolle
- 4.4 Persönlichkeitsstörungen Spezifische Ängstliche Besorgtheit, Überempfindlichkeit, Minderwertigkeitsgefühle
- 4.4 Persönlichkeitsstörungen Spezifische Abhängige Unselbständigkeit, anklammerndes Verhalten, Angst vor Alleinsein
- 4.4 Persönlichkeitsstörungen Spezifische Andere spezifische Z.B. narzisstische Persönlichkeitsstörung: Selbstüberschätzung, mangelnde Empathie
- 4.5 Persönlichkeitsstörungen Prävalenz: repräsentative, allgemeinärztliche, psychiatrische Behandlung Komorbidität Prävalenz (% Vorkommen in Population): repräsentative Stichproben: 10 % in allgemeinärztliche Stichproben: 25% bei psychiatrischen Patienten:40% Starke Komorbidität (gleichzeitiges Vorkommen unterschiedlicher Störungen bei denselben Patienten), zwischen 70% (zwanghafte) und 100% (paranoide) variiert
- 4.6 Ströungen Beziehung zu Persönlichkeitstypen (unterkontrolliert, überkontrolliert) Normalvarianten von Persönlichkeit-Störung, Störungsskalen Beziehung zu Big 5 Beziehung zu Persönlichkeitstypen: überkontrolliert: ängstliche, abhängige unterkontrolliert: dissoziale, emotional-instabile Übergang zw normaler Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung fließend. Jede Persönlichkeitsstörung lässt sich normaler Persönlichkeitsvariante zuordnen, weicht bloß weiter vom Durchschnitt ab, ist also stärker ausgeprägt, und mit großen Belastungen und Einschränkungen verbunden -->Bemühung, Persönlichkeitsstörungen als Extremvarianten der normalen Persönlichkeitsvariation aufzufassen und durch graduell abgestufte Störungsskalen zu erfassen Faktorenanalye --> CEAN, (Offenheit unterscheidet sich zwischen Normalen und Gestörten nicht, Neurotizismus meist stärker augeprägt)
- 4.6 Ströungen Ausnahmen: Welche spezifischen Störungen sind nicht mit erhöhtem Neurotizismus verbunden? antisoziale - histrionische - narzisstische - zwanghafte
- 4.7 Störungen Debattte um dimensionale Klassifikation vpm Persönlichkeitsstörung in DSM-VI Enwicklungshypothese, Resulatat Derzeit Debatte um dimensionale Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen für DSM-VI Vermutliches Ergebnis: In Forschung künftig dimensional, in Praxis weiterhin kategorial Entwicklungshypothese: Persönlichkeitsstörungen entstehen aufgrund extremer Persönlichkeitsstruktur und akuter oder chronischer Überforderung ==> Unfähigkeit, zentrale Lebensaufgaben zu erfüllen
- 4.8 Störungen Widiger et al. (2002): Profilgeleitete Diagnostik 4 Schritte 1. Erstelle Persönlichkeitsprofil (z.B. CEAN) 2. Prüfe ob profiltypische Probleme vorhanden sind (Hierzu katalog eigenschaftsspeziischer Probleme vorhane z.B niedrige Gewissenhaftigkeit->finanzielle Probleme, Gesundheitsgefärdenes Verhalten) 3. Bestimme Schwere der Probleme, entscheide über Störung 4. Prüfe ggf. weitere Probleme/Störungen