Bedürfnisse
Empfindung eines Mangels mit dem Bestreben, ihn zu beseitigen. Bedürfnisse können nach ihrer Bedeutung für die Existenz des Individuums unterteilt werden in: 1.Grund- bzw. Existenzbedürfnisse (Primärbedürfnisse)2.Kulturbedürfnisse (Sekundärbedürfnisse) 3.Luxusbedürfnisse (Sekundärbedürfnisse)
Abraham Maslow
Nach Abraham Maslow (1908-1970) können mehrere Bedürfnisebenen unterschieden werden, die aufeinander aufbauen. Solange Bedürfnisse unterer Ebenen nicht erfüllt sind, werden Bedürfnisse höherer Ebenen nicht entwickelt. Mit zunehmender Bedürfnisbefriedigung nehmen Bedürfnisse quantitativ und qualitativ zu. Grundbedürfnisse Sicherheitsbedürfnisse Soziale Bedürfnisse Wertschätzungsbedürfnisse Entwicklungsbedürfnisse
Güterarten
Unter Gütern versteht man in der Wirtschaftswissenschaft allgemein Mittel zur Bedürfnisbefriedigung. 1.Güter 2.Freie Güter 2.Knappe Güter 2.1.relativ knappe Güter 2.2absolut knappe Güter (seltene) 2.1.1 Produktionsgüter 2.1.2Konsumgüter Gebrauchsgüter Verbrauchsgüter Gebrauchsgüter Verbrauchsgüter
Maximalprinzip (Einsatz der knappen Güter zur Bedürfnisbefriedigung)
Die knappen Güter müssen so eingesetzt werden, dass damit eine möglichst hohe Bedürfnisbefriedigung erreicht wird
Minimalprinzip (Einsatz der knappen Güter zur Bedürfnisbefriedigung)
Eine bestimmte gewünschte Bedürfnisbefriedigung soll mit dem geringsten Einsatz an knappen Gütern erreicht werden
Wirtschaften und Trade-offs
Wenn die Mittel zur Bedürfnisbefriedigung knapp sind, bedeutet die Auswahl einer bestimmten Bedürfnisbefriedigung mit den knappen Gütern stets den Verzicht auf eine Alternative, d.h. die Befriedigung eines anderen Bedürfnisses. Für die Befriedigung eines Bedürfnisses muss die Befriedigung eines anderen Bedürfnisses aufgegeben werden. „There is no such thing as a free lunch.“ (Milton Friedman) Individuen müssen beim Wirtschaften also mit Zielkonflikten, sog. ‚Trade-offs‘, umgehen.
Menschen müssen mit Trade-offs umgehen
Um eine bestimmte Bedürfnisbefriedigung zu erhalten, muss eine andere Bedürfnisbefriedigung aufgegeben werden: Konsumentenentscheidung: Lebensmittel vs. Kleidung Arbeitnehmerentscheidung: Freizeit vs. Arbeitszeit Konsumentenentscheidung: Neues Auto vs. neues Bad Unternehmerentscheidung: Bau eines neues Werks vs. Verbesserung des alten Werkes Dozentenentscheidung: Vorbereitete Vorlesung vs. Forschung Gesellschaftsentscheidung: Effizienz vs. Gleichheit Entscheidungen zu treffen bedeutet, die Erreichung eines Ziels gegen die Erreichung eines anderen Ziels abzuwägen.
Opportunitätskosten
Um Entscheidungen zu treffen, müssen Wirtschaftssubjekte Kosten und Nutzen von Alternativen vergleichen. Die Kosten einer Bedürfnisbefriedigung liegen in dem, was man aufgeben muss, um sie zu erhalten. Die Bedürfnisbefriedigung, die man aufgibt, um eine andere Bedürfnisbefriedigung zu erhalten, nennen die Ökonomen: Opportunitätskosten
Motivation und Allokation
Marktwirtschaften sind gekennzeichnet durch einen spezifischen Ansatz zur Lösung gesellschaftlicher Motivationsprobleme und Koordinationsprobleme. Marktwirtschaften zeichnen sich aus durch: Privateigentum an den Produktionsmitteln zur Lösung des Motivationsproblems. Dezentrale Planungs- und Koordinationssysteme auf Märkten zur Lösung des Koordinationsproblems. Im Gegensatz dazu arbeiten etwa Zentralverwaltungswirtschaften mit zentralen Planungen und Staatseigentum an den Produktionsmitteln.
Determinanten der Nachfrage
Die nachgefragte Menge eines Gutes ist abhängig vom Preis eines Gutes und von anderen Faktoren. Diese anderen Faktoren sind z.B. das Einkommen der Haushalte, ihre Zukunftserwartungen, der Preis anderer Güter, die Präferenzen der Haushalte und weitere Faktoren. Die ökonomische Analyse erfolgt ceteris paribus, d.h. alle „anderen Faktoren“, die sog. Lageparameter der Nachfragekurve, werden als konstant angenommen. Man betrachtet also die Veränderung der nachgefragten Menge bei einer Änderung des Preises des Gutes. Ceteris paribus sinkt mit steigendem Preis die nachgefragte Menge eines Gutes und umgekehrt.
Nachfragekurve – vereinfachte Darstellung
Wenn der Preis sich verändert, verändert sich die nachgefragte Menge eines Gutes. Die Bewegung erfolgt auf der Kurve. Prohibitivpreis ↑ Menge →
Lageparameter der Nachfragekurve
Veränderungen der Lageparameter der Nachfragekurve führen zu Verschiebungen der Kurve. Beispielsweise führt ein steigendes verfügbares Einkommen der Haushalte zu einer steigenden nachgefragten Menge bei einem bestimmten Preis.
Verschiedene Verläufe der Nachfrage
Je nach Verlauf der Nachfragekurve hat eine bestimmte Preiserhöhung i.d.R. eine bestimmte Nachfragemengenreduktion zur Folge. Hohe Mengenreduktion beibestimmter Preiserhöhung:→ Nachfrage mit höhererElastizität Geringe Mengenreduktionbei bestimmter Preiserhöhung:→ Nachfrage mit geringererElastizität
Preiselastizität
Relative Mengenänderung / Relative Preisänderung Ist der Elastizitätskoeffizient größer / gleich als 1, so spricht man von elastischer, bei einem Elastizitätskoeffizienten kleiner 1 von unelastischer Nachfrage / einem unelastischen Angebot.
Kreuzpreiselastizität (indirekte Preiselastizität der Nachfrage)
ist ein Maß für die Verbundenheit von zwei Märkten.Sie gibt Aufschluss über die Reaktion der Nachfrage nach einem Gut aufgrund der Preisänderung eines anderen Gutes. Änderung der Nachfragemenge Produkt 1 _________________________________ = Preiselastizität Änderung der Nachfragemenge Produkt 2 - Substitute haben eine positive Kreuzpreiselastizität.- Komplementärgüter haben eine negative Kreuzpreiselastizität. < 0 Komplemäntäre Güter = neg. Kreuzpreiselastizität > 0 substitutive Güter = pos. kreuzelastizität 0 unverbundene Güter
Determinanten des Angebots
Die angebotene Menge eines Gutes ist abhängig vom Preis eines Gutes und von anderen Faktoren. Diese anderen Faktoren sind z.B. die Erwartungen der Anbieter, der technische Fortschritt und weitere Faktoren. Die ökonomische Analyse erfolgt ceteris paribus, d.h. alle „anderen Faktoren“, die sog. Lageparameter der Angebotskurve, werden als konstant angenommen. Man betrachtet die Veränderung der angebotenen Menge bei einer Änderung des Preises des Gutes. Ceteris paribus steigt mit steigendem Preis die angebotene Menge eines Gutes und umgekehrt.
Angebotskurve und Preisveränderungen
Mit steigenden Preis steigt die angebotene Menge eines Gutes und umgekehrt. Die Bewegung erfolgt auf der Kurve.
Lageparameter der Angebotskurve
Veränderungen der Lageparameter der Angebotskurve führen zu Verschiebungen der Kurve. Durch technischen Fortschritt etwa kann zu einem bestimmten Preis eine erhöhte Menge angeboten werden.
Verlauf der Angebotskurve u. Elastizität
Die Preiselastizität des Angebots zeigt sich in der Steigung der Angebotskurve. Kleine Mengenerhöhung bei bestimmterPreiserhöhung:→ Angebot mit geringerer Elastizität Große Mengenerhöhung bei bestimmterPreiserhöhung:→ Angebot mit höherer Elastizität
Marktgleichgewicht und Preis
Durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bildet sich ein Gleichgewicht aus gleichgewichtigem Preis und gleichgewichtiger Menge. Der markträumende Gleichgewichtspreis bringt die Bedürfnisbefriedigungswünsche der Nachfrager mit den Gewinnerzielungswünschen der Anbieter in Einklang.
Funktionsweise von Märkten: Nachfrage
Die Marktnachfrage repräsentiert die Zahlungsbereitschaft der Individuen. Sie zeigt, wieviel die Individuen bereit sind, von einem anderen Gut wegzugeben, um das gehandelte Gut (ceteris paribus) zu erhalten. Die Zahlungsbereitschaft und damit die Nachfrage zeigt also, wie hoch die Nachfrager ihre Bedürfnisbefriedigung aus dem Gut einschätzen. Auf einem freien Markt kommen diejenigen Nachfrager am wahrscheinlichsten zum Zuge, deren Zahlungsbereitschaft am höchsten ist, die also die höchste Bedürfnisbefriedigung aus dem Gut haben.
Funktionsweise von Märkten: Angebot
Das Marktangebot repräsentiert die Kosten der Produktion. Es zeigt, wieviel die Unternehmen mindestens von einem anderen Gut haben wollen, um bereit zu sein, das produzierte Gut wegzugeben. Das Marktangebot zeigt also, wieviele knappe Ressourcen eingesetzt werden mussten, um das Gut (ceteris paribus) herzustellen. Auf einem freien Markt kommen diejenigen Anbieter am wahrscheinlichsten zum Zuge, deren Produktionskosten am geringsten sind,die also am wirtschaftlichsten produziert haben. Auf einem freien Markt wird das Lenkungsproblem durch den Ausgleich von Angebot und Nachfrage über den Gleichgewichtspreis gelöst.
Funktionsweise von Märkten: Marktpreis
Zum Gleichgewichtspreis wird zu den existierenden Angebots- und Nachfragewünschen die größtmögliche Menge des Gutes gehandelt. Angebotene und nachgefragte Menge stimmen überein, der Markt wird geräumt. Der Marktpreis zeigt, wie knapp das Gut relativ gesehen ist. Der Marktpreis fungiert als Knappheitsindikator.
Vollkommener Markt
Die Lösung von Allokations-, Koordinations- und Kontrollproblemen durch Märkte setzt theoretisch voraus, dass Märkte vollkommen sind. Bedingungen für vollkommene Märkte:1.Keine Marktzugangsbeschränkungen2.Keine Marktausgangsbeschränkungen3.Homogenität des Gutes4.Vollkommene Markttransparenz5.Unendliche Reaktionsgeschwindigkeit6.Keine persönlichen, räumlichen oder zeitlichen Präferenzen Aber: Das Konzept des vollkommenen Marktes dient lediglich als ein theoretischer Referenzwert der ökonomischen Analyse.
Nachfrageveränderungen: Beispiel
Bsp.: Ein unerwartet kalter Winter lässt die Nachfrage nach Handschuhen steigen. Zu jedem Preis wird nun eine größere Menge an Handschuhen nachgefragt. Die gestiegene Nachfrage führt zu einem steigenden Gleichgewichtspreis und zu einer steigenden Gleichgewichtsmenge.
Angebotsveränderungen: Beispiel
Aufgrund von Verstößen gegen Umweltschutzgesetze werden mehrereHandschuhfabriken geschlossen. Zu jedem Preis verringert sich die produzierte und angebotene Menge anHandschuhen. Das gesunkene Angebot führt zu einem steigenden Gleichgewichtspreisund zu einer sinkenden Gleichgewichtsmenge.
Renten und Wohlfahrt
Das Marktgleichgewicht hat eine optimale Bedürfnisbefriedigung für Konsumenten und Produzenten zur Folge, d.h. eine maximale Wohlfahrt für die Gesellschaft. Die Wohlfahrt aus dem Markttausch für die Konsumenten wird mit Hilfe der Konsumentenrente gemessen. Die Konsumentenrente berechnet sich als Differenz zwischen der maximalen Zahlungsbereitschaft der Konsumenten und dem tatsächlich auf dem Markt gezahlten Preis. Die Wohlfahrt aus dem Markttausch für die Produzenten wird mit Hilfe der Produzentenrente gemessen. Die Produzentenrente berechnet sich als Differenz zwischen dem mindestens verlangten Preis und dem tatsächlich auf dem Markt erhaltenen Preis. Die gesellschaftliche Wohlfahrt durch die Marktkoordination bestimmt sich als Summe aus Konsumentenrente und Produzentenrente, dem sog. sozialen Überschuss.
Fazit: Effizienz von Märkten
Der Marktmechanismus verknüpft die einzelwirtschaftlichen Entscheidungen und Handlungen. Der Marktmechanismus stellt durch den Preis Informationen bereit über die relativen Knappheiten der Güter. Der Marktmechanismus verteilt die knappen Ressourcen an jene, die den höchsten Nutzen aus dem Gut haben werden und die bereit sind, die Kosten der Bereitstellung der Güter zu tragen. Der Marktmechanismus ermöglicht beste Bedürfnisbefriedigung denjenigen, die mit knappen Ressourcen möglichst wirtschaftlich umgehen und Güter nach der Dringlichkeit der Bedürfnisse anderer bereitstellen. Der Marktmechanismus sanktioniert nicht-leistungswillige und nicht-leistungsfähige Wirtschaftssubjekte. Der Marktmechanismus bietet Anreize, sich schnell an Datenveränderungen anzupassen und Produkt- und Prozessinnovationen zu generieren.