91
Einführung in die Wirtschaftsinformatik (Subject) / Klausurfragen (Lesson)
Advertisement
- Was sind die Sichten der Modellierung? Datensicht: vorhandene oder erzeugte Daten im Unternehmen Funktionssicht / Prozesssicht: Funktion: Transformation von Objekten Prozess: (zeitliche) Abfolge von Funktionen Organisationssicht: aufbauorganisatorische Aspekte (z.B. Stellen) Leistungssicht: materielle und immaterielle Input-/Output-Leistungen Steuerungssicht: Verknüpfung der anderen Sichten (Beziehungen) oft Integration mehrerer Sichten
- Grundsätze der Modellierung? Richtigkeit: realitätsgetreue Wiedergabe des Modellgegenstands Relevanz: Inhalte und Abstraktion passend zum Modellzweck Wirtschaftlichkeit: Kosten-/Nutzen-Vergleich der Modellierung Klarheit: übersichtlicher Aufbau, passende Modellierungsmethode Vergleichbarkeit: bei mehreren Modellen (z.B. Soll-/Ist-Vergleich) systematischer Aufbau: Konsistenz über mehrere Sichten
- Prinzipien der Modellierung? Modelliere einfach – denke kompliziert!(z.B. Verwendung einfacher Modellierungssprachen) Beginne klein und erweitere!(z.B. Modellierung nur der Details, die wirklich nötig sind) Teile und herrsche, vermeide Mega-Modelle!(z.B. Dekomposition, Betrachtung von Teilmodellen) Nutze Metaphern, Analogien und Ähnlichkeiten!(z.B. Ersetzung von Modellteilen durch einfachere oder ähnliche) Verliebe Dich nicht in Daten!(z.B. zuerst Erstellung des Modells, danach Beschaffung / Erzeugung genau der im Modell auftretenden Daten)
- Was sind Datenmodelle? Daten müssen organisiert werden, d.h. sie müssen logisch strukturiertsein (logische Datenorganisation) Datenmodell: Herstellung einer Abstraktion zum Zwecke einerdatenorientierten Beschreibung eines Problems
- 1. Welches ist der Gegenstand der Wirtschaftsinformatik? Gegenstand der Wirtschaftsinformatik (WI) sind Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung und in unternehmensübergreifenden Netzwerken. Die IKS sind in erster Linie rechnergestützte IKS. Im Mittelpunkt stehen die Konzeption, Entwicklung, Einführung, Nutzung und Wartung von betrieblichen Anwendungssystemen.
- Welche Rolle spielt die Betriebswirtschaftslehre für die Wirtschaftsinformatik? Die Wirtschaftsinformatik wurde aus der Betriebswirtschaftslehre heraus gegründet.Während sich die BWL um die klassischen Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital kümmert, ist der Wirtschaftsinformatik der Produktionsfaktor Information zugeordnet.
- Was sind die Ziele der WI? - Optimale Gestaltung des IKS, d.h. die hardware- und softwaretechnische Lösung finden, die geringstem Aufwand den höchsten Nutzen bringt.Oftmals besteht die optimale Lösung darin Vorgänge zu automatisieren.Ein langfristiges Ziel liegt darin, überall dort in Betrieb und Volkswirtschaft zu automatisieren, wo das maschinelle System eine Aufgabe mindestens so gut wie ein Mensch, d.h. bezüglich Qualität, Kosten, usw., zu erledigen vermag. Wo die Automation nicht erreichbar ist, soll das IV-System die Fach- und Führungskräfte möglichst wirksam unterstützen.
- Welche Rolle spielt das Geschäftsprozesskonzept für die Wirtschaftsinformatik? - Die moderne Wirtschaftsinformatik nimmt die Unternehmensrealität, wenn sie das IKS gestaltet, über die Geschäftsprozesse wahr und sind somit eine wichtige Grundlage Konkret bedeutet dies unter anderem:• dass bei Optimierungsversuchen immer zuerst die Geschäftsprozesse untersucht werden• dass Anwendungssoftware in der Regel heute prozessorientiert ist- Basis der Entwicklung ist, dass in den Büros die meisten Tätigkeiten Teile standardisierter Abläufe sind und die DV inzwischen soweit ist, diese Abläufe bzw. Geschäftsprozesse umfassend nachzubilden.- Gründe: Der Hauptgrund dieser Entwicklung ist, dass Datenverarbeitungsanlagen wesentlich schneller Informationen speichern, verwalten und weitergeben können als Menschen=> wesentlicher Bestandteil der Geschäftsprozesse =>wesentlicher Einsparpotenzial
- Was versteht man unter Instanziierung und Ausführung von Worfkflows? Prozess-Logistik (Taks and Task or Task)· Anwendungen/Informationen (Apps, Daten, Dokumente)· Ressourcen (Menschen, Maschinen, Software)
- Was versteht man unter Modellierung und Simulation von Workflows? Vorgangsstruktur (Vorgangsbeschreibung, Arbeitsanweisung) Stellenstruktur (Kompetenzregelung, Vertretungsregelung, Aufgabendefinition) Informationsstruktur (Dokumentenart, Datenbanken, Archive, Zugriffsberechtigung)
- Advertisement
- Was sind die Aufgaben eines WMFS? · Modellierung und Simulation von Workflows· Instanziierung und Ausführung von Workflows· Monitoring laufender Vorgänge und nachträgliche Analyse
- Ziel des Einsatzes von WFMS? · Kostenreduktion (Einsparung von Papier, Kopier, Transport, Kommunikation)· Reduktion von Durchlaufzeiten (Reduktion von Übertragungs- und Liegezeiten undZeitersparnis durch IT unterstützte Ausnahmebehandlung)· Verbesserung der Qualität (Verbesserung des Kundesnvervices durch schnellere Antworten und Reduzierung von Fehlerquellen durch Vereinheitlichung der Bearbeitung)
- Definiere den Begriff Workflow Management System? Ein System, das softwaregestützt die Ausführung von Workflows definiert, erstellt und verwaltet und in der Lage ist, die Prozessdefinition zu interpretieren, mit Workflow-Teilnehmern zu interagieren und wenn notwendig andere Werkzeuge und Anwendungen aufzurufen. Abgekürzt: WFMS, auch Vorgangsbearbeitungssystem
- Nutzen des Workflow Managements? · Auswahl des geeignetsten Mitarbeiters· Ausführen aller erforderlichen Aufgaben· Information ist einfach zugänglich
- Erläutere den Workflowtyp Production? (WfMS) · Ziel: Produktivitäts- und Qualitätssteigerung von Prozessen mit hoher Anzahl anDurchläufen· Große Volumen, Antwortzeiten im Untersekundenbereich, Kontrolle, Sicherheit
- Erläutere den Workflowtyp Adimistrative? (WfMS, Mail) · Ziel: Einsparungen von administrativen Kosten· Kleine Anzahl an Transaktionen, formaler Prozess
- Erläutere den Workflowtyp Collaborative? (Mail und Projektmanagement) Ziel: Zusammenarbeit optimieren· Arbeit erfordert Rückmeldungen von mehreren Teams· Einzigartiger, kreativer Prozess
- Erläutere den Workflowtyp Ad Hoc? (Mail/Groupware) · Ziel: Schnelle Reaktion auf einfache, aber unvorhersehbare Situationen· Einfacher Prozess, der innerhalb von 5 Minuten bis einer Stunde definiert werdenkann.
- Welche Workflowtypen kann man unterscheiden? · Ad Hoc· Collaborative· Administrative· Production
- Was ist Workflow-Management? WFM ist die automatisierte Koordination (Weiterleitung, Erinnerungsfunktion, Überwachung) und Kontrolle (Zugriffssicherung, Fristen) von Geschäftsprozessen (Schadenfallsbearbeitung,Kreditantrag)
- Was ist ein Workflow? Ein Workflow ist ein Prozess, dessen Funktionspbergänge in der Kontrollsphäre eines Anwendungssystems liegen. Die einzelnen Funktionen stellen sich dabei als Black-Boxes dar.
- Was ist eine Prozessschnittstelle? Sie verweist auf einen vorangehenden oder nachfolgenden Prozess.Der vorangehende Prozess:· Endet mit einem Ereignis· Darauf folgt die Prozessschnittstelle mit dem Namen des nachfolgendenProzessDer nachfolgende Prozess:· Beginnt mit einer Prozessschnittstelle mit dem Namen des vorangehendenProzesses.· Darauf folg nochmals das letzte Ereignis des vorangegangenProzesses
- Muss bei der Zusammenführung des Kontrollflusses immer derselbe Operator wie bei der Aufspaltung verwendet werden? Ja.
- Nenne einfache Regeln des EPK’s? · Eine EPK beginnt und endet immer mit einem Ereignis (rot – Touristanfrage zu berarbeiten– Hotel gebucht)· Eine EPK ist ein bipartiter, gerichteteter Graph.· Ereignis – Ereignis oder Funktion-Funktion ist unzulässig· Kanten sind mit Pfeilspitzen zu versehen
- Was sind Konnektoren? Welche Konnektoren der EPK kennst du? Die Konnektoren beschreiben unterschiedliche Formen der Prozessverzweigung. Man unterscheidetzwischen dem logischen und, dem inklusiven oder und dem exklusiven oder (xor).Je nachdem, ob sie für die Teilung oder Zusammenführung des Kontrollflusses verantwortlichsind, stehen sie oberhalb bzw. u nterhalb der Trennlinie.Und inklusives oder eklusives oder
- Was ist die wichtigste Zielsetzung und die Anwendungsgebiete der Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK)? Steigerung der Prozessgüte: Erkennen und Beseitigen von Schwachstellen· Schaffen von Transparenz durch Dokumentation (z.B. für interne Schulungen)· Grundlage für die Entwicklung und Einführung betrieblicher Anwendungssysteme
- Welche Notationen können unterschieden werden? Unterschiede? · Kettendiagramm (geringe Ausdrucksmächtigkeit)· EPK· Petri-Netz (hohe Ausdrucksmächtigkeit)
- Nenne die 6 generellen Ziele des Prozessmanagements? Steigerung der Prozessgüte: Erkennen und Beseitigen von Schwachstellen. Verbesserung· Quantifizieren des Zielbeitrags von Prozessen im Vergleich zu anderen Unternehmenoder Konkurrenten (Benchmarking)· Schaffen von Transparenz durch Dokumentation· Überprüfen der (formalen) Realisierbarkeit, Vorteilhaftigkeit, <Zuverlässigkeit alternativerProzesse durch Simulation· Zertifizieren der Qualität als Differenzierungsmerkmal (z.B.: ISO 90000 Norm)· Schaffen eines Ausgangs- und Anknüpfungspunkts für die Entwicklung betrieblicherAnwendungssysteme bzw. für den Einsatz von Standardsoftware
- Aus was besteht ein Prozess? · Einer zusammenhängenden, abgeschlossenen Folge von· Tätigkeiten (Funktionen und Aktivitäten)· Mit definiertem Prozessinput und –output· Die wiederholt zur Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe notwendig ist
- Ziele beim Einsatz von Informationssystemen Senkung der Kosten, Verbesserung der Ressourcenökonomie Administrations- und Dispositionssysteme Führungssysteme, d.h. Planung, Kontrolle, Entscheidungsunterstützung Stärkung der Wettbewerbsposition durch verbesserte Informationsverarbeitung im Unternehmen durch verbesserten Informationsaustausch zwischen Unternehmen entlang einer Wertschöpfungskette durch verbesserte Informationsangebote zum Kunden durch verbesserte Information über den Markt, Wettbewerber etc.
- Advertisement
- Forschungsziele der Wirtschaftsinformatik Erkenntnisziel: Verstehen gegebener Sachverhalte Gestaltungsziel: Gestaltung bzw. Veränderung bestehender Sachverhalte Methodischer Auftrag: Verstehen und Entwickeln von Methoden und Techniken zur Beschreibung, Entwicklung, Einführung und Nutzung von Informationssystemen Inhaltlich-funktionaler Auftrag: Verständnis und Gestaltung von Informationssysteme
- Anforderungen an einen Wirtschaftsinformatiker solide Kenntnis und rasches Auffassen/Verstehen betriebswirtschaftlicher Abläufe IT-Kompetenz; Identifikation und Gestaltung einer effizienten IT-Unterstützung → Generalisten sind gefragt Beherrschung von Komplexität und integrativem Denken Fähigkeit zur Teamarbeit bzw. zur (häufig projektorientierten) Zusammenarbeit mit internen und/oder externen Partnern Kreativität „Soft Skills“ allgemein Spezialwissen für bestimmte Branchen
- Befehlsausführung 1. Rufe den nächsten Befehl aus dem Speicher in den Befehlsregister 2. Ändere Programmzähler, damit er auf den nächsten Befehl zeigt 3. Bestimme den Typ des gerade eingelesenen Befehls 4. Falls der Befehl ein Speicherwort benötigt, bestimme dessen Position 5. Führe den Befehl aus 6. Gehe zu Schritt 1, um den nächsten Befehl auszuführen
- Technischer Fortschritt als Treiber Moore‘sches Gesetz und Leistung von Mikroprozessoren Digitale Massenspeicher: Exponentieller Leistungszuwachs bei fallenden Kosten Gesetz von Metcalfe: Nichtlineare Nutzenzusammenhänge bei Netzwerken Sinkende Kommunikationskosten und das Wachstum des Internets Standardisierung und Netzwerkeffekte
- Plattformen für Netzwerke und Telekommunikation Sprach- und Datenkonnektivität Weitverkehrsnetzwerkbetrieb Internetzugang Hardwarekomponenten für den Netzbetrieb: Cisco, Lucent, Nortel, Juniper Networks
- Weitere Infrastrukturkomponenten Internet als Plattform Webanwendungssoftware Software für den internen und externen Gebrauch Beratungsdienste und Systemintegratoren Verlagerung auf externe Dienstleister Outsourcing
- Trends bei Hardwareplattformen Entstehen mobiler IT-Plattformen Konvergenz von Telekommunikations- und Unternehmensnetzwerken Grid-Computing Virtualisierung Cloud Computing, Utility Computing, On-Demand-Computing
- Trends bei Softwareplattformen Linux und Open Source Software Software für Web-Applikationen: Java und Ajax Webdienste und serviceorientierte Architekturen (SOA) Software-Outsourcing (SaaS)
- Grundlegende Aufgaben der Wirtschaftsinformatik Beschreiben Erklären Gestaltung-> praktisch-> wissenschaftlich
- Modellierung in der Wirtschaftsinformatik IST-Modellierung: Ausschnitt aus der realen Welt -> Ist Modelllierung -> IST- modell (Abbild d. realen Welt) SOLL-Modellierung: IST-Modell (Abbild der realen Welt) -> SOLL Modellierung -> Soll- modell (künftige Möglichkeit)
- UML –Übersicht und Beispiele Diagrammarten Strukturdiagramme Klassendiagramm, Komponentendiagramm, Kompositionsstrukturdiagramm, Objektdiagramm, Paketdiagramm, Verteilungsdiagramm Verhaltensdiagramme Aktivitätsdiagramm, Anwendungsfalldiagramm,Interaktionsübersichtsdiagramm, Kommunikationsdiagramm, Sequenzdiagramm, Zeitverlaufsdiagramm, Zustandsdiagramm