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Konserivierung, Restauierung (Subject) / Reinigung (Lesson)
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- 3 Schmutz Arten: - Gase in der Luft (SO2, NO2 - Stickstoffdioxid, O3, H2S - Schwefelwasserstoff, NH3 - Ammoniak) - Spritzer (Wachs, Farbe, Kaffee) - mikrobiol. Befall (Bakterien, Pilzsporen) - chemische Veränderungen Beteiltigte (Parameter): Feuchte- und Temperatur Schwefeldioxid - SO2: ergibt mit H2O und Metallionen (Russflocken) Schwefelsäure H2SO4, eine säurehaltige Kompresse: Leder zerfällt (rot), Metall korrodiert rascher, Farben verblassen Schwefelwasserstoff: H2S: wandelt Bleiweiß in Bleisulfid um -> Bleiweißverschwärzung wandelt Blattsilber in Silbersulfid um -> Silberverschwärzung greift auch Kupfer an Ammoniak - NH3: bildet mit Schwefelsäure -> Ammoniumsulfat (NH4)2SO4 und trübt den Firnis Stickoxide - NOx: bilden Salpetersäure und oxidieren Metalle Ozon - O3: - oxidierend Luftpartikel: Kalk, Glasig-amorphes und Quarz, 4% sehr feines Ruß, Eisenoxide Ruß: bei unvollständiger Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen (Kohle, Öl, Erdgas) aus Kohlenstoff, Öl, Fett, Teer, korrosive Substanzen (Schwefelsäure). Klebt gut, geht kaum ab, vor allem nich von ungefirnisten Bildern. weiterhin wirken organische Partikel, S- oder Fe-reiche Partikel und Calciumsulfat CaSO4 (Ca in Flugasche - mineralisches Verbrennungsprodukt) -> Keine Teppiche, gefilterte Zuluft, Luftabsaugung im Bodenbereich!
- 1 Reinigungsverständnis Krusten abnehmen aber künstlerische Handschrift nicht entfernen! Wissenschaft als Unterstützung zum Verständinis der künstlerischen Intention Auch eine Frage des Zeitgeschmacks. (Wilm 1923 gotische Holzfiguren)
- 2 Aspekte der Reinigung Konservatorisch: Schmutz schädlich? Reinigung schädlich? Wiederholungen nötig? Präventiven Maßnahmen nötig? -> Schmutz chemisch aktiv? - Zersetzung durch saure Anteile -> Schmutz eine Kompresse? - hygroskopische Anteile -> Spannungen durch Schmutz? - Gefährdung des Gefüges Historisch: Schmutz historisch begründet? Ändert Reinigung die historische Aussage, behindert sie Forschungen? Ästhetisch: Unlesbar durch Schmutz? Zieht Reinigung weitere Maßnahmen nach sich? Häufig ästhetische und historische Argumentation bei einer Firnisabnahme, seltener konservatorisch.
- 5 Mechanische Reinigung Nicht flüssig/ mobil -> wenig fremdes Planung: - Wie sieht die OF aus? Firnis, Malschicht (glatt, rauh, groß-, feinporig) - Schmutz mechanisch entfernbar (Abstrahlen)? - Schmutzzusammensetzung, Verteilung, Adhäsion - Reinigungsmittel, -verfahren, angestrebter Reinigungsgrad? - Schmutz meist heterogen (hydrophob und hydrophil) -> versch. Verfahren - mechanische Reinigung vor "wässriger"! denn Schmutz kann sonst Polarität, Löseverhalten, ... beeinflussen, ins Craquele einziehen -> Abblasen mit Druckluft (punktuell), Abkehren mit weichen Pinseln, Bürsten aus Ziegenhaaren, Federn Tücher (aber elektrostatische Aufladung bewirkt sofortiges wiederanhaften), Staubsauger gleichzeitig dabei verwenden (Partikelfilter, Arbeitsschutz, Spezialfilter bei Hylotox)
- 4 Schmutz - Wechselwirkung entscheidend sind Schmutz, Bedingungen, Objekt: - Partikel, -konzentration, Zus., Eigenschaften - rF, T, Luftbewegung - Objekt: chem., Oberfläche, Klebrigkeit, elektrische o. therm. Leitfähigkeit Ablagerungsprozesse: Diffusion: nach dem Prinzip des Konzentrationsausgleichs Thermisch: Partikelwanderung bei T-gefällen Elektrostatisch: Anziehung unterschiedlicher Ladungen Trägheit: Transport, Abladung durch Luftströme Adhäsionskräfte zwischen Schmutz und OF: WW (Kräfte): Dispersion (van der Waal´schen Kräfte häufig, Wasserstoffbrücken, Dipole Kapillareffekt: besonders wenns feucht ist Elektrostatische Anziehung durch Reibung je nach rF auch aufgetragene Substanzen: - wasserlösliche (salz, zucker, säuren, basen, schweiß) - wasserquellbare (Proteine, Stärke, nat., synth. Makromoleküle) - wasserunlösliche, emulgierbares (Fette, Öle, Wachse, Harze) - wasserunlösliche, nicht emulgierbare (ausgehärtete nat., synth. Makromeleküle, Blut, Verfärbungen, Stockflecken) - unlösliches (Pigmente, anorganischer Abrieb, Rost, ...) Sonderfall: Biozide, Katastrophen wie Brand, Vandalismus, Hochwasser.
- 6 Radiermittel nicht: polieren, zerkratzen, nicht enerte Rückstände, Farbiges, Beschriftetes, Essen! Block, Stift, Schwamm, Knete (Öle), Pulver. Alle zeigen unter dem REM Schäden -> Kontrolle mit dem Mikroskop! Staedler Mars Plastic (PVC, häufig), Faber Magic Rub, Draft Clean Powder, Art Gum, Groom Stick Schwämme: Akapad (= wishup), Wallmaster (Latex) Nat: Naturkautschuk und Faktis (S -> schwarzes Silber) Synt: Synthesekautschuk, PVC, PVAC (Weichmacher), Silikon
- 7 Radiermittel natürlich - Kautschuk, Faktis Naturkautschuk: Latex (+ Füllstoffe, Pigmente, Weichmacher, Faktis): Groom Stick, Rubber Cement Radierer Faktis: kautschukähnliche Polymere aus fetten und vulkanisierte Pflanzenölen, ... (+ Füllstoffe): Akapad (wishup), Art Gum Beide enthalten Schwefel -> Empfindlichkeiten, Rückstände!!!
- 8 Radiermittel synthetisch - Kautschuk, PVC, Silicon Synthetischer Kautschuk: Styrol-Butadien-Kautschuk + org. Füllstoffe, Weichmacher (Mineralöle): Draft Cleaning Powder, Kneaded Rubber Polyvinylchlorid (PVC): + Weichmacher (Phtalate), anorg. Füllstoffe (Kreide): Staedler Mars Plastic, Magic Rub - auswandernde Weichmacher, evtl. Abspaltung von Salzsäure + besser Alterungseigenschaften als Kautschuk/Faktis, kein Schwefel Silicon: Silly Putty pink. Selten verwendet, Weichmacher gefürchtet Alle haben: - Füllstoffe wie Titanweiß oder Kreide - schwer erkennbare abrasive Inhaltsstoffe - Weichmacher -> entfernen, da nicht inert
- 8 Haftkleber Fertig: "Tolle Rolle", Klebebänder selbst machen: Wattestäbchen mit Lascaux D360HV, Haftfolien
- 9 Schichten absprengen, bohren, schleifen - mäßig haftendes: Skalpell (+ Temperaturabsenkung) Hydraulikstifte oder -nadeln (vibrieren) - stark haftendes: Dremel Glasfaserstiften Schleifpapieren Strahlverfahren Minibohrern (Aufsätzen zum Bohren, Schleifen, Fräsen) z.B. für unlösliche Bleiweißfassungen Bsp.: Schicht auf Azurit erst mit Skalpell gedünnt, dann gelöstes Cyclododekan (Siedegrenzbenzin) einschmolzen, dann mit Wattestäbchen abtragen -> LM und mechanisch Reinigung. Kompromiss bezgl. Reinigungsgrad, Verlusten geschlossen, wie oft. Werkzeuge aus Mikromesh-Schleifleinen bauen (punktuell)
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- 10 Strahlen Strahlen: Strahlmittel (Korngröße, -form, -härte, -menge) Düsen (Form, Durchmesser), Druck, Abstand, Winkel Mit Schablonen in Kammern arbeiten Vorversuche. Mit kl. Düsen, Druck, größerem Abstand beginnen Strahlmittel: Kork, Olivenkerne, Nussschalen, Polymere, Harnstoffformaldehydharze, Bimsmehl, Edelkund, kristallines Siliciumcarbid Strahlgut sprödes auf elastischem Grund (Öl- auf Leimfarben), Gold ist weg Nachteil: gleiche Intensität (schwächere Bereiche gefährdet) Verdichtung, Aufrahung, Rückstände Strahlparameter ermitteln ist aufwendig