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Entwicklung und Funktionen menschlichen Denkens und Wissens (Subject) / 9 - Alter I (Lesson)
Entwicklung und Funktionen menschlichen Denkens und Wissens
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- Defizitmodelle des Alterns gehen davon aus (3) - menschliche Leistungsfähigkeit nimmt bis etwa zum dritten Lebensjahrzehnt zu - nimmt nach kurzer Phase der Stabilität kontinuierlich, unaufhaltsam und unumkehrbar ab - Abbau betrifft intellektuelle, affektive und körperliche Leistungen
- Aktuelle Forschungsergebnisse und theoretische Modellbildungen betonen: - Entwicklung = lebenslanger Prozess - Altern = multikausal bedingter plastischer Prozess -> sowohl Abbau- als auch Aufbauprozesse --> Lebensspannenperspektive
- Theoretische Grundsätze der Lebensspannenperspektive SOK-Modell Baltes & Baltes (1990) erfolgreiche Entwicklung entsteht durch Zusammenspiel von: - Selektion - Optimierung - Kompensation
- Selektion: - bezeichnet Auswahl von Funktionsbereichen und Zielen, auf die sich die zu jedem Zeitpunkt begrenzten Ressourcen konzentrieren --> ermöglicht Spezialisierung
- Optimierung: - dient Produktion von Entwicklungsgewinnen - bezieht sich auf Erwerb, Verfeinerung, Anwendung von Ressourcen zum Erreichen von Entwicklungszielen
- Kompensation: - dient Aufrechterhalten des Funktionsniveaus bei Verlusten - bezeichnet Erwerb, Verfeinerung, Anwendung von Ressourcen, die diesen Verlusten entgegenwirken
- Kognitives Stufenmodell nach K.W. Schaie 1. Kindheit und Adoleszenz 2. Frühes Erwachsenenalter 3. Mittleres Erwachsenenalter 4. Spätes Erwachsenenalter
- Kindheit und Adoleszenz: das auf Wissenserwerb gerichtete Stadium
- Frühes Erwachsenenalter: - „ausführendes“ Stadium - Wissen wird im täglichen Leben angewendet -> Veränderungen in der Denkstruktur -> Fachwissen und Kreativität
- Mittleres Erwachsenenalter: Stadium der Verantwortlichkeit
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- Spätes Erwachsenenalter: - reintegratives Stadium - Untersuchen und integrieren der eigenen Interessen
- Veränderungen in der Denkstruktur Piaget: Formal-operationale Phase als Abschluss der kognitiven Entwicklung Kritik: zu rigides, unflexibles System
- Dualistisches Denken: - Informationen und Werte werden in richtig und falsch, gut und schlecht getrennt - Glaube an absolute Wahrheit
- Relativistisches Denken: - Bewusstsein über Verschiedenheit von Meinungen - verschiedene Wahrheiten
- Heranwachsende operieren... ...innerhalb einer Welt von Möglichkeiten.
- Was dominiert im Erwachsenenalter? (3) - Bewusstsein für verschiedene Wahrheiten - Verbindung von Logik und Realität - Toleranz für Lücke zwischen Ideal und Wirklichkeit
- Worauf hat Fachwissen einen tief greifenden Einfluss? Informationsverarbeitung
- Experten... (2) ...urteilen schneller und wirksamer ...sind durch Wissen und Erfahrung besser im Lösen von Problemen
- Wofür ist Fachwissen auch notwendig? Kreativität
- Mittleres und höheres Erwachsenenalter: - Methodische Schwierigkeiten der Messung - Altersbedingte Verlangsamung: Erklärung über die Processing-Speed theory - Altersbedingte Veränderungen
- Was verändert sich mit dem Alter? (4) - Verarbeitungsgeschwindigkeit - Kristalline und fluide Intelligenz - Gedächtnis - Exekutive Funktionen
- Methodische Schwierigkeiten altersbedingte Veränderungen zu messen: (4) - Auswahl der Stichprobe - Notwendigkeit der Abklärung dementieller Erkrankungen - Art der Messung: Querschnitt- vs. Längsschnittuntersuchung --> Kohorteneffekt
- Auswahl der Stichprobe beinhaltet: (3) - Auswahl wird mit zunehmendem Alter der Probanden selektiver - krankheitsbedingte vs. altersbedingte Veränderungen - „Terminal decline“
- Zentrale Annahme der Processing-Speed theory: - kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit verringert sich im Alter - Folge: Einbußen in Performanz in verschiedenen kognitiven Aufgaben
- Alterungsanfällig: kognitive Leistungen, die Schnelligkeit, Genauigkeit und Koordination verschiedener Prozesse benötigen
- Alterungsresistent: - kognitive Leistungen, die den Umfang von Wissen betreffen
- Mechanismus der begrenzten Zeit: - Relevante kognitive Operationen werden zu langsam ausgeführt, um in verfügbarer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden zu können
- Mechanismus der Gleichzeitigkeit: Informationsverlust: Langsame Verarbeitung reduziert die Menge der gleichzeitig verfügbaren Information für komplexe Prozesse