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Rechtsmedizin (Subject) / Rechtsmedizin (Lesson)

Fürs Examen

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  • Supravitale Reaktionen → Zum Eingrenzen des Todeszeitpunkts bei Leichenliegezeit bis 48 h Beklopfen des Muskels → Zuckung 1-2h kräftiger Schlag auf einen großen Muskel → Bildung reversibler Wulst bis zu 13h Adrenalininjektion → Schweißdrüsensekretion ca. 30h Pupillenreaktion bei Injektion con Adrenalin o. Azetylcholin Mydriasis bis 30h, Misois bis 48 h Spermienanfärbbarkeit → Nachweis der Vitalität 10-64h ja nach Umgebung  
  • Unsichere Todeszeichen ABRAHAM Abkühlung Blässe Reflexlosigkeit Atemstillstand Herz-Kreislauf-Stillstand Atonie der Pupille Muskelatonie
  • Sichere Todeszeichen Totenflecken (Livores) Totenstarre (Rigor mortis) Fäulnis Verletzungen, die mit dem Leben nicht vereinbar sind
  • Ursachen Scheintod !Sichere Todeszeichen fehlen! AEIOU-Regel Anämie, Anoxie, Alkohol Epilepsie, Elektrizität Injury (z.B. SHT) Opium Urämie, Unterkühlung
  • Zeitablauf Totenflecken Beginn: in den ersten Stunden vollständige Ausbreitung 6-12 h Wegdrückbarkeit vollständig: bis max. 20h Wegdrückbarkeit unvollständig: bis 36h   vollständige Umlagerbarkeit: bis 6h unvollständige Umlagerbarkeit: bis 24 h  
  • hellrote Totenflecken bei CO-Vergiftung Blausäure-, Zyanidvergiftung Unterkühlung
  • braunrote Totenflecken bei starker Methämoglobinämie (Vergiftung mit Nitraten, Phenacetin, Sulfonamiden, Phenylhydralazin, Anilin...)
  • Ablauf Totenstarre → ATP als Muskelweichmacher fehlt Beginn: erste 2h vollständige Ausprägung: 6-12h Wiederbildung nach Brechen 6-10 h Beginn der Lösung: 36-48h vollständige lösung: 7-8d
  • Postmortale Abnahme der Körpertemperatur Plateauphase 2-3 h nach Tod kaum Abnahme, dann bei normaler Bekleidung u. Zimmertemp. 1°/h Bei Berechung der Leichenliegezeit müssen Umgebungstemperatur u. -bedingungen eingerechnet werden (Methode von Henßge u. Madea, Bezugsnormogramm)
  • Autolyse Zersetzung der Leiche durch körpereigene Enzyme
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  • Fäulnis Zesetzung der Leiche durch Mikroorganismen Grünfärbung (Abbau von Hämoglobin zu Sulfhämoglobin) Gasblähung Sictbarwerden des venengeflechts als bräunlich, grüne Gefäßzeichnung Casper-Regel: Zersetzungszustand 1 Wo an der Luft = 2 Wo im Wasser = mind. 8 Wo im Erdgrab
  • Madenbefall Liegezeit u. Lagerungsort können anhand der Besiedlung durch Insekten durch Entomologen eingegrenzt werden
  • Leichenschau Jede mwnschliche Leiche u. jede Totgeburt ( Fetus >500g) muss von einem Arzt untersucht werden Feststellung: Tod Todeszeitpunkt Todesart Todesursache Identität Ausfüllen Leichenschauschein nach Bestattungsgesetz der einzelnen Bundesländer geregelt zusätzlich: → zweite Leichenschau vor Feuerbestattung → Leichenschau auf Antrag der Staatsanwaltschaft Leichenschau nach dem infektionsschutzgesetz
  • Hirntoddiagnostik Feststellung des Hirntodes durch 2 unabhängige, dafür qualifizierte Ärzte 3 Kriterien: Vorliegen einer primären o. sek. Hirnschädigung, Ausschluss anderer Ursachen wie Intoxikation, Unterkühlung, Scheintod... Ausfall der Hinfunktion: Ausfall der Spontanatmung, Bewusstlosigkeit, fehlen der Hirnstammreflexe (VOR, Kornealreflex, Pupillenreflex, Hustenreflex, Würgereflex) Nachweis der Irreversibilität → über gewissen Zeitraum(bei primärer Hirnschädigung 12h beim Erwachsenen, beim Kind bis 72h): Null-Linie im EEG, Zirkulationsstillstand (transkranieller Doppler), Erlöschen evozierter Potentiale
  • Eingrenzung des Todeszeitpunktes durch Körpertemperatur Totenflecken Totenstarre Fäulnis Madenbefall supravitale Reaktionen
  • Todesursache zum Tod führender Pathomechanismus (z.B. Herzinfarkt, Pneumonie...)
  • Todesart Natürlicher Tod nichtnatürlicher Tod (Unfall, Suizid, strafbare Handlung) ungeklärte Todesart Kausalkette: Ursächliches Ereignis und Todeseintritt können auch Monate o. jahre auseinander liegen Bsp: Sturz auf Glatteis (Unfall) → Schenkelhalsfraktur → Immobilität → Pneumonie =nichtnatürlicher Tod Hirninfarkt → Bettlägrigkeit → Lungenembolie = natürliche Todesart
  • Zeichen des Gelebthabens Lungenschwimmprobe → schwimmt die Lunge war sie Belüftet (! falsch positiv bei Fäulnis) Verschluckte Luft im Magen-Darm-Trakt→ Magen-Darm-schwimmprobe
  • Hämatom Flächenhaft Blutung durch Zerreißung von Gefäßen im Hautniveau, im Unterhautfettgewebe und/oder in den tiefen Weichteilschichten blauviolett: wenige Tage grünlich: 6-8 d gelblich > 8 d Blutungen im Unterhautfettgewebe können bei Manipulation an der Leiche auch postmortal entstehen.
  • Stumpfe Gewalteinwirkung Flächenhafte Einwirkung von Druck-. Zuck-, Scher- o. Torsionskraft. Direkte Verletzungen: am Ort der Gewalteinwirkung Indirekte Verletzung: nicht direkt am Ort der Gewaleinwirkung (z.B. Contrecoup, Schleudertrauma)
  • Doppelstriemen → können Hinweis auf Stockschläge sein parallele bandförmige Hämatome mit blassem Mittelstreifen
  • Messerer Keil Bruchform im Knochen, wenn z. B. die Stoßstange eines Autos mit einem langen Röhrenknochen, kollidiert. Es bildet sich ein keilförmiges Bruchstück, wobei die Pfeilspitze in Richtung der Gewalt zeigt.
  • Querfraktur des Schädels bei Querdruck
  • Längsfraktur des Schädels bei Längsdruck
  • Schädelbasisringfraktur bei Stauchung (z.B. Sturz auf die Füße) o. Zug (z.B. Kinnanprall)
  • Puppe Regel → Zur Abschätzung der Reihenfolge von Verletzungen Bei mehreren Gewalteinwirkungen enden die zuletzt entstandenen Frakturlinien an den schon vorhandenen Bruchlininen
  • Hutkrempenregel → Unterscheidung Sturz/Schlag Verletzungen oberhalb der Hutkrempenlinie → eher Schlag
  • Lochfraktur senkrechtes Auftreffen eines kantigen Gegenstandes (max 4x4 cm, z.B. Hammer) → Heraussprengen eines umschriebenen Knochenstücks
  • Terassenfraktur schräges Auftreffen (Verkanten) eines kantigen Gegenstands.→ Impression von Knochenschichten stufenartig nach innen
  • Globusfraktur Spinnennetzartiger Schädelbruch mit konzentrisch verlaufenden Bruchlinien bei Einwirkung eines stumpf-konvexen Gegenstands (z.B. Stein)
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  • Absoluter Nahschuss Sternförmig aufgeplatzte Einschussöffnung Schmauchhöhle (Auftreibung der Haut durch Pulvergase) Schwärzung des Schusskanals im Anfangsteil Stanzfigur (Umriss der Waffenmündung) CO-Hb-Bildung in der umgebenden Muskulatur → lachsrot verfäbt
  • Relativer Nahschuss Schuss aus 30-150 cm Entfernung Pulverschmauch an Kleidung o. Haut Kleine punktförmige Pulvereinsprengungen (bis ca. 70 cm Mündungsabstand) Nachweis von Zündsubstanz (Blei, Antimon, Barium)
  • Fernschuss Schuss ohne Nahschusszeichen
  • Einschuss kleinerer Defekt Schürfsaum bzw. Dehnungsrisse Wundränder nicht adaptierbar (Hautdefekt) Abstreifring (Schmutzsaum): Rückstände aus dem Lau u. Schmauchbestandteile, ggf. Textilfasern im Wundkanal !Durchdringt ein Projektil vorher Kleidungsschichten o.Ä., befindet sich der Abstreifring dort
  • Ausschuss größere Wunde rundlich, schlitzförmige o. mehrstrahlige Wunde häufig adaptierbare Wundränder kein Abstreifring
  • Allgemeine Erstickungsbefunde äußere Befunde: zyanotisches, aufgedunsenes Gesicht petechiale Blutungen bei venöser Abflussbehinderung in  Augenlidern, Konjunktiven, Mundschleimhaut dunkelviolette Totenflecken evtl. Kot-, Urinabgang, Ejakulation innere Befunde: petechiale Blutaustritte unter den serösenHäuten der Brustorgane (unter der Pleura: Tardieu-Flecken) Rötung u. Schwellung der Rachenwand und des Zungengrundes. Starke Lungenblähung blutarme, kontrahierte Milz flüssiges Leichenblut Vakuolisierung der Herzmuskelzellen hydropische Degeneration der  Leberepithelien
  • Typisches Erhängen die verknotung des Stranges liegt mittig im Nacken der Körper hängt frei in der Schlinge vollständiger Verschluss aller Halsgefäße alles andere atypisches Erhängen (häufiger, oft ausgeprägte venöse Stauung) → beim typischen erhängen fehlen äußere Erstickungsbefunde, das Gesicht ist blass
  • Strangmarke kein vitales Zeichen
  • spezielle Befunde beim Erhängen zum Knoten hin aufsteigende Strangmarke Totenflecken stumpfhosenförmig evtl. Speichelabrinnspuren (können unter Vorbehalt als vitales Zeichen gewertet werden) Zungenbein-/Kehlkopffraktur Eiblutungen in die Halsweichteile (selten) Periostblutungen an den Schlüsselbeinen Simon-Blutungen: Unterblutungen des vorderen Längsbandes der LWK (Vitalzeichen)
  • Erdrosseln Strangwerkzeug wird zirkulär um den Hals gelegt und manuell zugezogen, Droselmarke: zirkuläre Furche, annährend gleich tief. Zyanose, ausgeprägte Petechien
  • Erwürgen Kompression des Halses mit den Händen Selbst-Erwürgen ist nicht möglich Würgemalen Einblutungen in die Halsweichteile, ausgeprägte Zyanose u. Petechien
  • Perthes-Drckstauung Ersticken infolge Behinderung der Atemexkursion durch Thoraxkompression → kräftige Zyanose, Dunsung, zahlreiche Stauungsblutungen an Kopf, hals und Brustkorb
  • "Burking" Tötung durch Thoraxkompression mit Sitzem auf dem Brustkorb des Opfers bei gleichzeitigem Verschließen der Atemöffnungen. Relativ geringe Zeichen eines gewaltsamen Todes
  • Ertrinken Ersticken infolge Aspiration von Flüssigkeit Befunde: Schaumpilz vor Mind und Nase u. in Atemwegen (vitales Zeichen) trockene lungenblähung (Emphysema aquosum) Paltauf-Flecken: verwaschene Pleurablutungen Sehrtsche Magenschleimhautrisse Wydler-Zeichen: Mageninhalt 3 Schichten: oben Schaum, Mitte Wasser, unten feste Nahrung (vitales Zeichen)
  • vitale Zeichen bei Brandleichen Einatmung von Ruß in die tiefen Atemwege verschluckte Rußpartikel im Magen CO-Hb-Erhöhung > 10% (bis 15% bei starken Rauchern), dadurch lachsrote Verfärbung der Muskulatur "Krähenfüße" neben den Augenwinkeln Erythem am Rand der Verbrennungen Fettembolie der Lunge
  • Postmortale Befunde bei Brandleichen "Fechterstellung" → Hitzekontrakturen epidurales Brandhämatom Hitzerisse der Haut Gelenk- u. Knochnesprengungen (z.B. Schädel) Hitzeschrumpfung
  • Phasen der Unterkühlung Erregungsphase: Absinken der Körpertemp. auf 37°C → enorm gesteigerter Stoffwechsel → paradoxes Wärmegefühl mit Euphorie und Ablegen der Kleidung ("Kälteidiotie) abklingende Erregung: Antriebsarmut u. Müdigkeit, Einnehmen einer Schlafhaltung Lähmungsphase: Bewusstlosigkeit u. (Schein-)Tod
  • Vitale Reaktionen beim Erfrorenen  geschwollene, flächenhaft glänzende, rötliche Hautbezirke über beiden Knien Wischnewski-Flecken: fleckige Magenschleimhauteinblutungen streifige Psoasblutungen
  • Strommarke Typische Strommarke: eine o. mehrere kleine Hautveränderungen mit Porzelanwall u. bräunlicher zentraler Eindellung, oft in der handinnenfläche (Griff zum Stromleiter) ! Strommarken nicht immer vorhanden: bei breitflächigem Kontakt o. Nässe der Haut kann der Widerstand so herabgesetzt sein, dass sich wegen der fehlenden Joule-Energieentwicklung keine Strommarke ausbildet.
  • Blitzschlag Typische Befunde: Zerreißung der Kleidung, Schmelzen von Metallteilen, farnkrautartige bräunlich-rote Blitzfigur an der Haut