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BioPsychologie UNI ERLANGEN (Subject) / Zentrale Motorik (Lesson)
Willkürmotorik und Pyramidenbahn, Rolle des Hirnstamms (Stell- und Haltereflexe), Funktion des Rückenmarks (spinale Reflexe), Funktionen des Kleinhirns (Cerebellum), Funktionen der Basalganglien
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- Welche Funktion hat der Hirnstamm? Was passiert bei Schädigungen? - höhere reflektorische Leistungen: v.a. Regulation der Stützmotorik (Stell/Haltereflex), übergeordnete Motorik baut auf Stützmotorik auf, Zuflüsse von Propriozeporen,Vestibularorgan und höheren Zentren - Mittelhirn: nucleus ruber, Gleichgewicht von Flexor und Extensor, va Tonus der Flexoren - Brückenhirn: formatio reticularis pontinär: Tonisierung der Extensoren, vestibularis Kerne: fördernde Effekte auf Extensoren - medulla oblongata: formatio reticularis medullär: Tonisierung der flexoren, wenn abgetrennt schlaffe Lähmung (Spinalisation) - Beim Ausfall der Hemmung durch kortikale Zentren (Dezerebrierung) kommt es zur Streckstarre, (Mittelhirn: gebeugt; Brückenhirn: gestreckt)
- Wie ist die zentrale Steuerung der Zielmotorik gegliedert? Präfrontaler Kortex, Limbisches System: Motivation, Antrieb Assoziationskortizes, Sekundäre sensor. Areale: Bewegungsstrategie Prämotorischer und supplementär-mot. Areal: Bewegungsprogramm Primär-motorischer Kortex (M1): Programmausführung Basalganglien und Kleinhirn: Regelung der Zielmotorik Hirnstammkerne, Rückenmark: Hirnstammreflexe, Rückenmarksreflexe Motorische Einheiten, Muskulatur: Bewegung
- Was ist der Babinski-reflex? Beim Streichen über Fusssohle: Normaler Reflex ist Zehenbeugen (Venralflexion), bei Pyramidenbahnschädigung: Zehenspreizen (Dorsalflexion) Babinski-Reflex: pathologischer (Fremd-) Reflex als Zeichen einerSchädigung absteigender motorischer Bahnen, normal beim Säugling
- Was ist die Pyramidenbahn? Was passiert bei Schädigungen? Die Pyramidenbahn geht über sekundäre motorische uns sensorische Areale des Kortex über Basalganglien, Hirnstamm und Rückenmark zu Interneuronen, die die Erregung an Motoneurone weitergeben. Der größte Teil kreuzt dabei in der Pyramidenkreuzung bei der medulla oblongata als tractus corticospinalis lateralis auf die Gegenseite (Kontrolle distaler Muskeln), die restlichen kreuzen erst auf spinaler Ebene. Ein Teil kreuz gar nicht und verbleibt ipsilateral (Ventraler Trakt, Kontrolle proximaler Muskeln) Proximale Muskeln werden hauptsächlich zur Wahrung des Gleichgewichts benutzt, distale Muskeln vorwiegend für Handlungsaktivitäten. Schädigungen der Pyramidenbahn z.b. bei Schlaganfall führen zunächst zur schlaffen Lähmung (und Verlust der Sprache wenn links), die durch zunehmende Aktvität und Reagibilität der spinalen Zentren (generell bei Denervierung) bei gleichzeitiger erhaltung des Einflusses der Hirnstammzentren(Tonussteigerung) zu einer spastischen Lähmung wird.
- Wie ist das Kleinhirn aufgebaut und was für Aufgaben hat es? Allgemeiner Aufbau: Purkinjezellen,ein inhibitorisches System durch GABA, zwei Eingänge (exzitatorisch): Kletterfasern (am Dendritenbaum), Moosfasern (umschalten auf Körnerzellen, Axone laufen parallel über Dendritenbaum), inhibitorische interneurone, die wiederum Purkinjezellen hemmen und somit Aktivität steigern können, Funktion: Feinabstimmung der motorischen Aktionen, Korrektur Zerebrozerebellum: Planung der Zielmotorik in Kooperation mit motorischen Rindenfeldern und motorischen Thalamus, Störung: Unsicherheit im Gehen (zerebrale Ataxie), Dysmetrie (zu kurz/zu lang), Dysarthrie (Srache langam und verwaschen), Intentionstremor Spinozerebellum: Kontrolle der Durchführung, Kopplung mit Hirnstamm und spinales System, Störung: Gangataxie, Asynergie (nicht exakt zusammen) Vestibulozerebellum: Gleichgewichtsregulation und Okulomotorik, Vb mit Vestibularorgan durch Verstibulariskernen und Augenmuskeln, Störung: Nystagmus, Gangataxie, Schwindel
- Welche Untersuchungsmethoden und Symptomatik bei Kleinhirnstörungen gibt es? Fixieren lassen: NystagmusSprechen lassen: Dysarthrie, verwaschene SpracheGehen lassen: Gangataxie, GleichgewichtsstörungenKnie-Hacken-Versuch: Asynergie, Gleichgewichts- und KoordinationsstörungenFinger-Nase-Versuch: Dysmetrie, IntentionstremorHände vorhalten: HypotonieHände drehen: Bewegungsumschaltung gestört (Dysdiadochokinese)
- Was sind die Basalganglein und welche Rolle nehmen die Basalganglien bei der Motorik ein? - Nucleus caudatus und Putamen (Striatum), Pallidum, Nucleus subthalamicus, Substantia nigra - gehören in erster Linie zum extrapyramidalmotorischen System - Ausgestaltung der Bewegungsprogramme, gleichgewicht von phasischen und tonischen Komponenten (Kinetik und Tonus) - große Schleife: hirnrinde > Basalganglien > Thalamus > Basalganglien > Hirnrinde
- Was ist morbus Parkinson und wie entsteht es? degenerative Erkrankung der Basalganglien: Absterben von Nervenzellen der substantia nigra (Herstellung von Dopamin), Dopaminmangel führ zu Ungleichgewicht: Glutamat im Überschuss, dadurch Übergewicht des Striatum, Disinhibition des Striatums und Pallidums führt zu verstärkter Hemmung des Thalamus (motorische Aktivierung der Hirnrinde) „Minus-Symptome“: Akinese (Bewegungseinschränkung),Bradykinese (Verlangsamung), Fehlende Mimik (Maskengesicht), Mikrographie, Hyposmie (Verlust des Riechvermögens) „Plus-Symptome“: Rigor („Zahnradphänomen“), Tremor (grobschlägig, in Ruhe), quälende Ruhelosigkeit Psychische Symptome:verlangsamtes Denken, sozial unangemessenes Verhalten, Depression
- Was ist Chorea Huntington? - degenerative Veränderung des Striatums (Degeneration cholinerger und GABAerger Neurone), dadurch disinhibition des Thalamus, Überaktivität im Pallidum - Hyperkinese beim Gehen, einschießende Bewegungen, Grimassieren, unwillkürliche Zungenbewegungen, Phonation stoßweise - Psychische Veränderungen: Reizbarkeit, affektive Enthemmung, Demenz - autosomal dominante Erbkrankheit, Manifestation >20 Jahre, unheilbar
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