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Schrift/Text/ Kompetenz (Subject) / Feilke WS12/13 (Lesson)
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- Diskutieren Sie Wygotskis Aussage: "Die Situation der schriftlichen Sprache fordert von dem Kind eine doppelte Abstraktion, die von der lautlichen Seite der Sprache und die vom Gesprächspartner" (1934/1982,225 u. 228), indem sie auf die Untersc Die schriftliche Sprache fordert vom Kind eine doppelte Abstraktion, die von der lautlichen Seite der Sprache und die vom Gesprächspartner.Die erste Abstraktion von der lautlichen Ebene zur schriftlichen, ist das Wegfallen der körperlichen Kommunikation, also der Gestik und Mimik und die Expressivität des Lautes, was das Überführen auf eine rein sprachliche, eindimensionale/lineare Ebene erfordert. Der Laut wird nicht mehr als eine psychische Einheit konzipiert, sondern muss den jeweiligen Konventionen entsprechend zu Papier gebracht werden. Das lautliche Bedeutungskontinuum wird in schriftlicher Form in den 'zuständigen' Zeichen (Buchstaben) ausgedrückt und in Wörter zergliedert.Das gesamte Bedeutungskontinuum der Laute darf schriftlich nicht in einer scripta continua niedergeschrieben werden, sondern muss in Wörter mit Wortgrenzen übersetzt werden. Das Wort ist auf der schriftlichen Ebene nun keine Vorstellung mehr, sondern muss demnach als linguistische Einheit realisiert werden. Die lautliche grammatische Funktion des Akzentes, erfährt eine Verschiebung, hin zur grammatischen Stellungsstruktur des Satzes.Die zweite Abstraktion, die das Kind leisten muss, ist von seinem/ihrem Gesprächspartner zu abstrahieren. Die Motivation des Kindes in einer Kommunikationssituation mit einem realen Gesprächspartner zu reden, ergibt sich aus der gemeinsamen Situation, von welcher wiederum Motiv und Thema abhängen. Nur die variable Reaktion des Gegenübers und die Chance zur Erwiderung, ergeben den gemeinsamen Hintergrund der Kommunikation und das Fortbestehen. Das Geschriebene erfordert eine ganz andere Motivation. Für sie gibt es weniger Eigenmotivation, da die geschriebene Sprache einerseits komplexer ist und ein höherer Abstraktionsgrad vom möglichen Partner und dessen Erwiderung nötig ist. Für die schriftliche Ebene muss ein sprachlicher Voraussetzungsrahmen geschaffen werden.
- „Bei der Aufgabe, einen Text mit einer Erzählstruktur zu reproduzieren, zeigen sich verschiedene deutliche Unterschiede zwischen einer schriftlichen und einer mündlichen Reproduktion“ (Weingarten – Untersuchung - 1995, 233). Nennen und er 1) Die schriftliche Reproduktion erfordert erheblich mehr Zeit als die mündliche (1:5,5)Erläuterung: Der Geschwindigkeitsunterschied geht sowohl auf die längere Pausenzeit, im stärkeren Maße jedoch auf die längere Ausführungszeit beim Schreiben zurück. (Weingarten 1995). 2) Schreiben ist - mehr als die mündliche Reproduktion eines Textes mit Erzählstruktur - einem Überarbeitungsprozess unterlegen.Klausurfragen zur VL Schrift-Text-Kompetenz Prof. Dr. Helmuth Feilke/ Prof. Dr. Katrin Lehnen WS 2012-2013Erläuterung: Beim Schreiben erfolgt die Konzentration auf allgemeine Schreibnormen. Die größeren Pausen, die in der Untersuchung von Weingarten (1995) vorkommen, belegen, dass der Schreiber/die Schreiberin den Reproduktionsvorgang länger und öfter reflektiert. Die höhere Planungsnotwendigkeit durch grammatische und orthographische Konventionen erfordert zudem einen höheren Reflexionsgrad, da der Schreibprozess weniger nach syntaktischen Kriterien strukturiert ist, als das Sprechen. 3)Die effektive Wortwahl bei der mündlichen Reproduktion ist höher, als bei der schriftliche Reproduktion, obwohl die schriftliche erheblich mehr Zeit beansprucht.Erläuterung: Der Schreibprozess ist in seiner rythmischen Struktur nicht nur langsamer und quantitativ weniger ertragreich, sondern auch kleinschrittiger. Trotz der längeren Pausen beim Schreiben, potentiell einer Planungszeit, werden weniger Wörter in einem Zuge produziert. In der mündlichen Reproduktion, benötigt der Sprecher/die Sprecherin mehr Wiederholungen, da er öfter ansetzt. Außerdem hat der Schreiber/die Schreiberin das bereits Reproduzierte vor Augen hat.
- Der Schreibprozess weist Probleme und gleichzeitig Chancen auf. Erläutern sie zwei „Probleme und Chancen für das Lernen durch Schreiben“ (Feilke 2011: 9). 1) Dass der Adressat beim Schreiben abwesend ist, ist zwar ein Problem, weil somit ein entscheidendes Kommunikationsmotiv und auch eine Rückmeldung, (der situative Kontext und teilweise auch das Hintergrundwissen fehlen können), jedoch auch eine Chance. So kann der Schreiber/die Schreiberin abstrakte und verallgemeinerte Adressatenkonzepte entwickeln. Die soziale Phantasie wird somit angeregt. 2) Die Langsamkeit des Schreibens ist ein weiteres Problem, welches wiederum mit einer besonderen Chance für die Entwicklung korrespondiert: Es fordert die Entwicklung von Schreibplänen und einer gewissen Planungskompetenz heraus.
- Nennen Sie die Ebenen der literalen Kompetenz und erläutern Sie zwei zentrale Konzepte anhand eines selbstgewählten Beispiels. (Literalität= Gesamtheit von Einstellungen und Fähigkeiten, gesellschaftlichen Rollen und Institutionen, die für den Fortbestand einer Schriftkultur gebraucht werden) Die drei Ebenen der literalen Kompetenz sind Kultur-, Handlungs- und Strukturebene. 1) Kulturaspekt (im Hinblick auf Literalität: Was bedeutet Schriftlichkeit?)Hierbei geht es um eine literale Sozialisation. Die Sozialisation bestimmt, wie 'wir' mit Schrift umgehen. Die Institution Schule fordert das Schreiben von Diktaten oder das Erschließen von Texten. Dies sind literale Praktiken der Institutionen.„Die Entwicklung literaler Kompetenz hat komplexe kulturelle Voraussetzungen. Sie setzt mehr als bloßen Kontakt mit Schrift und pragmatisch motivierte Schreibanlässe voraus. Anders als beim primären Spracherwerb ist der Erfolg im Schriftspracherwerb stets eine kritische Größe. Er ist deshalb abhängig von der Erfahrung literaler Praktiken in einem schriftorientierten kulturellen Umfeld, [...], für den Erwerb konzeptioneller Schriftlichkeit gehört dazu auch die Orientierung an Einstellungsmustern und Versprachlichungsstrategien einer Distanzkommunikation, wie sie nur die Schrifterfahrung selbst zur Verfügung stellen kann.“ (Feilke, 2011:14) Bsp.: Textinterpretation – es braucht Leseerfahrung (mit und aus Texten lernen), wird in der Institution Schule bewahrt, Gespräche der sprachlich ästhetische Form., Schreibbeobachtungen, selbst eine Interpretation verfassen, Normen und Werte, schulspezifische Ansprüche an den Text (gramm., orth. Korrektheit, internalisiert, Einhaltung)Der Kulturaspekt ist gekoppelt mit dem Handlungsaspekt (im Hinblick auf Literalität: Wie funktionieren Schreiben und Lesen?) 2) Der HandlungsaspektProblemlösen, Problem: Textinterpretation schreiben, Inhaltsorganisation und AdressatenorientierungHandlungsstrukturen, die die Institution Schule erfordert, sind immer wieder durch Problemlösestrategien zu meistern. Schneidet ein Schüler/eine Schülerin in einer schriftlichen Prüfung nicht so gut ab, wie in einer mündliche, so verlangt dies eine Überarbeitung des Zerlegungs- und Planungsprozess der schriftlichen Produktion.- Planung - Strukturierung - Überarbeitungs des Textes - Textsortenschema und orthografisches/grammatisches Wissen - Schreibstrategien → Kompetenzentwicklung„Die Forschung zum Handlungsaspekt literalier Kompetenz hat den Blick darauf gelenkt, dass die traditionelle Didaktik einer Einübung und Reproduktion schulischer Textmuster des Schreibens unter Stichworten wie Erzählung, Beschreibung, Inhaltsangabe, Erörterung usw. nicht zielführend ist. Schon das Schreiben selbst ist eine komplexe Handlung, die sich aus verschiedenen Teilhandlungen (Wissen bereitstellen und nutzen, Planen, Formulieren, Überarbeiten usw.) zusammensetzt.“ Feilke, 2011; 15
- "Gegenstand des Unterrichts sollten nicht nur die Endprodukte, sondern immer wieder auch Schreibprozesse und Zwischenprodukte sein." (Feilke, 2011:15). Diskutieren Sie diese These und überlegen Sie sich Beispiele, wie Sie diese Prozesshaftigkei Entgegen der These: - Lehrplan (Diktate, Erörterung, Beschreibung...) → Notengebung (Endprodukt) → Institutioneller Kontext Unterstützung der These: - Forschung der zum Handlungsaspekt literaler Kompetenz: Erörterungen, Beschreibungen nicht zielführend, weil Schreiben als komplexe Handlung zu betrachten ist, welche aus mehreren Teilhandlungen besteht. (metasprachliche Ebene bewusst machen → höheres Sprachbewusstsein) → Wertschätzung des Prozesses selber: Aussage unterstreicht von der Produkt- hin zur Prozessorientierung - gut situierte Schreibanlässe schaffen, gemeinsam Lesen und und Schreiben Bsp.: Text unterteilen in Einleitung, Hauptteil, Schluss → Fkt. der Teile besprechen Schaubild/Schema der Textstruktur erstellen lassen– verschiedene Formulierungsmöglichkeiten gl. Aussage entwickeln → Wirkung→ exemplarische Wertschätzung
- Ein prototypisches Unterscheidungsmerkmal von gesprochener und geschriebener Sprache ist, dass gesprochene Sprache flüchtig ist, geschriebene Sprache dagegen dauerhaft, archivierbar und rückholbar. Nehmen Sie auf Grundlage von Dürs Gesprochene und geschriebene Sprache haben unterschiedliche Realisierungsformen, es bestehen also (mindestens) zwei Existenzformen von Sprache. Das o.g. Prototypische Merkmal bezieht sich auf die Face-to-Face-Kommunikation und dessen Gegnüberstellung dem sprachlich-elaborierten Text, wie dem Zeitungsartikel.Allerdings kann das Wort des Redners festgehalten und vorgelesen werden. Die Flüchtigkeit der Sprache bezieht sich hierbei also auf den Prozess der Äußerung, nicht aber auf das Produkt, denn heutzutage ist die Technik fähig, gesprochene Sprache zu konservieren. Die Gegenüberstellung muss also aus der neuzeitlichen Perspektive betrachtet werden. Der Text auf einem Anrufbeantworter (gesprochen, dauerhaft verfügbar) und der auf einer Schultafel (geschrieben, nicht dauerhaft verfügbar) kann somit nicht unter diesem Merkmal klassifiziert werden.
- Definieren Sie „Literalität“ auf Grundlage von Dürscheid (2006). Literalität bezeichnet die Fähigkeit, lese und schreiben zu können. Literalisiert ist eine Person, die diese Fähigkeit erworben hat. Der Termini Literalität und literalisiert beziehen sich ausschließlich auf die mediale Dimension der der Schriftlichkeit, die konzeptionelle bleibt ausgeklammert.
- Wie könnten folgende Beispiele in das Nähe- und Distanzmodell von Koch/Österreicher (1985) eingeordnet werden: a)Ehestreit b)Tischgespräch c)Liebesbrief d)Zeitungsartikel Begründen Sie Ihre Zuordnung und r a)Ehestreit: mündlich realisiert, phonisch realisiert – Sprache der Nähe. Dialog: Face-to- Face, spontan, expressiv, affektiv, freie Themenwahl (?) b)Tischgespräch: mündlich konzipiert, phonisch realisiert – Sprache der Nähe/Distanz?Dialog/Gruppengespräch: Face-to-Face, spontan, freie Themenwahl, Expressivität, weniger affektiv als bei einem Streit, eher öffentlich c)Liebesbrief: schriftlich konzipiert, graphisch realisiert (etwa in der Mitter der Sprache Nähe-Distanz. Planung, Prozesshaftigkeit, nicht öffentlich, hohe Affektivität, Bekanntheit der Partner, raumzeitliche Trennung d)Zeitungsartikel: schriftlich konzipiert, graphisch realisiert – Sprache der Distanz. Hohe Informationsdichte, Kompaktheit, Komplexität, Elaboriertheit, Planung, öffentlich, reflektiert, Fremdheit der Partner, raumzeitliche Trennung, Objektivität
- Analysieren Sie den Gehalt an konzeptioneller Mündlichkeit und konzeptioneller Schriftlichkeit von Chat-Gesprächen. Konzeptionell mündlich: – deiktische Ausrdücke möglich (Ort des anderen meistens bekannt, Rede über ein PC-Spiel, welches gemeinsam gespielt wird), Person, Raum und Zeit (relative Synchronie)– Gesprächspartikel, die die Unterhaltung gliedern und den „Leser“ steuern, genau wie in einer Face-to-Face-Unterhaltung, z.B. ao, also, nun, ja, ähm, alles klar...oder Rezeptions-, Bewertungs-, Antwort- und Ausdruckspartikel, z.B. hmm, ja, gut, super, nein, doch, aua, huch...– Abtönungspartikel: Modalisierung des „gesagten“ in dem Fall Geschriebenen, z.B. ja, doch, mal, auch, eben, denn – keine Gestik, keine Mimik, dafür „emoticons“/Nachahmung – fehlerhafte Sprache, umgangssprachlicher Ausdruck, syntaktisch nicht wohlgeformt Ellipsen – synchron – (zeitgleiche) Intervention möglich – dialogisch ausgerichtet Konzeptionell Schriftlich: – keine Gestik, keine Mimik – Prozess: teilweise umgangssprachlicher Ausdruck, Produkt: Schrift– keine vollständige Synchronie, denn der andere kann schon reagieren, obwohl noch geschrieben wird (→Gesprächsflussunterbrechung und/oder Parallelunterhaltung, weil das Gesagte in schriftlicher Form darliegt → keine klare Referenz-Aussage-Struktur)– Überwindung von Raum und Zeit – komplexere kognitive Prozesse → Schrift begünstigt (Sprach-)Reflexion (eigenes Bsp.:Streit)) – archivierbar – an Werkzeug gebunden – räumliche Ausdehnung
- „Sowenig wie das Fahrradfahren aus dem Gehen abgeleitet werden kann, weil die Menschen früher gelaufen als radgefahren sind, sowenig die geschriebene aus der gesprochenen Sprache, nur weil diese historisch früher ist als jene.“ (Gün Dependenzhypothese:Die Schrift ist ein sekundäres Zeichensystem, sie ist nach dieser Theorie also abhängig von der gesprochenen Sprache. Sie gilt als ein abgeleitetes System. Das Schriftliche ist also nur eine Abbildung bzw. eine Visualisierung der gesprochenen Sprache. Als eine weiterer Beweis dafür, dass die Schrift in einer Abhängigkeit steht, ist der spätere Erwerb des Schreibens nach dem Spracherwerb. Das höhere Aufkommen gesprochener Sprache ebenfalls. Demnach gilt Schrift als Ersatz für Gesprochenes (sekundäres Zeichensystem). Daraus folgt: Sprache ohne Schrift, aber nicht Schrift ohne Sprache.Autonomiehypothese:Die Schrift ist eine eigene Realisationsform von der Sprache. Sie gilt als autonomes, abgegrenztes System. Das Schriftliche ist eine eigenständige diskrete Einheit. Lesen undSchreiben muss nicht notwendig auf eine konkrete Sprache bezogen sein. Die Schrift macht sprachliche Strukturen erst sichtbar (und erforschbar). Eine Rückkopplung von den optisch-visuellen Eigenschaften der Schrift wirken auf die gesprochene Sprache zurück. Günther ist ein Verfechter der Autonomiehypothese. Mithilfe der Fahrrad-Metapher unterstützt er die Eigenständigkeit der Schrift insofern, als er hier von der nicht- Ableitbarkeit der Schrift von der gesprochenen Sprache betont. Das Argument der Zeit, setzt er durch diese (Metapher) außer Kraft. Die Schrift existiert für ihn als ein unabhängiges Zeichensystem.
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- Goody et al. sprechen in ihrem Werk „Entstehung und Folgen der Schriftkultur“ davon, dass die Schrift vom Zwang der Gegenwart befreit. Interpretieren Sie diese Aussage. → der Zwang der Gegenwart bedeutet bezüglich Goody, dass mit der Mündlichkeit bestimmte Obligationen einhergehen, die durch die Einführung der Schrift verschwanden, wie beispielsweise die Tatsache, eine mündliche Aussage weitestgehend ungeplant äußern zu müssen. Außerdem bedeutet dieser Zwang auch die Flüchtigkeit des Gesagten, die fehlende Möglichkeit, das Gesagte zu reflektieren und somit eine weniger tiefe Verarbeitung von Inhalten, als bei schriftlich festgehaltenen Inhalten. Durch die Schrift ist alles Gesagte fixierbar und deshalb dauerhaft konservierbar und nicht mehr an die Beschreibung gegenwärtiger Verhältnisse gebunden (sieht man von den heute technischen Möglichkeiten der Fixierung von mündlicher Sprache ab). Die o. g. Aussage gilt jedoch bloß für den Prozess der Äußerung, nicht für das Produkt.
- Welche Erkenntnisse über die Schriftsprache liefern die „Literacy Practises“ der Vai im Hinblick auf die Funktion der Schule im Schriftspracherwerb? → Die Studie bezüglich der Vai untersucht den Einfluss des Kontextes von Spracherwerb auf die Literalität der Vai. Das Ergebnis war, dass Schriftkompetenzen sich nur in denjenigen Sprachen, die von dieser Gruppe beherrscht wurden, entwickeln, die als Verwaltungs- oder Schulsprache gebraucht werden (also nur im Englischen). Dies beweist, dass Schriftkompetenzen sich lediglich im schulischen und verwaltungstechnischen Bereich entwickeln , da in diesen Bereichen stark schriftsprachlich und textproduktionsbasiert gearbeitet wird (textanalyt. Operationen, Orientierung an Literatur- und Wissenschaftssprache).
- Erläutern Sie was man unter der Literalitätsthese versteht und stellen Sie den Unterschied zwischen einer starken und schwachen Fassung dar. → Die Literalitästhese bedeutet, dass Denkprozesse der Menschen im Zeitalter der Schriftlichkeit nicht einfach auf Naturprozessen beruhen, sondern durch auf der Technologie des Schreibens geprägten Weise von Statten gehen. Das Schreiben beeinflusst laut dieser These das menschliche Bewusstsein und Denken.Starke Fassung: das Medium Schrift bestimmt das Denken direkt, v. a. die Alphabetschriftfördert den analytisch-logischen DenkstilSchwache Fassung: Das Medium Schrift bestimmt das Denken indirekt. Kulturelle Praktiken und pragmatische Funktionen sind endscheidend für den Schriftgebrauch.Unterschied: nicht das Medium an sich beeinflusst das Denken, sondern der Gebrauch der Schrift an sich.
- Die Autoren Olson und Brunner stellen fest, dass „die ,Gewinnung von Wissen aus Texten ́ spezielle [...] Fähigkeiten bildet“. (Olson/Brunner, S.308) Welche Fähigkeiten sind das? Stellen sie einen Bezug zur Literalitätsthese her → Fähigkeiten zu(m,r):Intrinsischen Definitionen, Analysen proportionaler Strukturen und Folgerungen, Argumentieren über Texte, Kritik von Fakten, Übereinstimmung vom Wirklichen mit dem Möglichen → bei der Aufgabe habe ich absolut keine Ahnung, hab den Text auch berflogen und keine vernünftige Antwort bekommen -> :D geil
- Diskutieren Sie anhand folgendem Zitat: „Die Kuh heißt Kuh, weil sie Hörner hat, das Kalb , weil seine Hörner noch klein sind, das Pferd, weil es keine Hörner hat, der Hund, weil er keine Hörner hat und klein ist, das Automobi → Bei Kindern ist es so, dass das Wort einer Sache mit seiner lautlichen Struktur als Teildieser Sache angesehen wird. Für sie ist der Name einer Sache keine willkürliche Aneinanderreihung von Lauten, sondern Ausdruck oder Teil ihrer Eigenschaft. Kinder erklären somit die Namen von Dingen aus ihren Eigenschaften. Aufgrund dessen heißt die Kuh bei Kindern so, weil einer ihrer Eigenschaften der Besitz von Hörnern ist. Genauso ist ihr 'Name' der Ausdruck einer Eigenschaft der Kuh. Deshalb könne man den Namen von Dingen auch nicht übertragen, weil man diesen Dingen somit eine entscheidende Eigenschaft nähme.
- Die Psychologen Hayes und Flower verstehen Schreiben als einen Problemlöseprozess, deren Bewältigung unter anderen das Langzeitgedächtnis, die Aufgabenumgebung und bisher Klausurfragen zur VL Schrift-Text-Kompetenz Prof. Dr. Helmut Das Textproduktionsmodell von Hayes und Flowers leistet eine Aufgliederung des Problemlöseprozesses des Schreibens - also von der Schreibaufgabe (Problem) zum fertigen Text (Lösung) - in drei Hauptkomponenten, die den Schreibprozess beeinflussen.Das Langzeitgedächtnis des Schreibers beinhaltet (Vor-) Wissen über Thema, Adressat und folgende Schreibplan. Der gesamte Problemlöseprozess geschieht laut dem Modell in Interaktion mit der sog. Aufgabenumgebung. Darunter fallen die Schreibanweisung (Thema, Adressat und Motivation), welche die Planung beeinflusst. Der eigentliche Schreibprozess, die voherige Planung und der Überarbeitungsprozess des Schreibvorganges wird ebenfalls in dem Modell berücksichtigt. Bisher produzierte Texte beeinflussen den gesamten ProblemlöseprozessDurch Untersuchungen vieler Schreiberinnen und Schreiber, zeigt das Modell die vielen Schritte zur Konkretisierung, die sich zum Teil auf der averbalen Ebene und der verbalen sprachlichen Oberfläche abspielen. Es zeigt also die Materialisierung vom Gedanken zum Wort (bspw. durch lautes Denken und der anschließenden Produktion).Die Kritik an dem Modell von Hayes und Flower, erfolgt durch Bereiter, ebenfalls 1980.Modell ist ein Stufenmodell, welches abbildet, wie sich die Schreibfähigkeit bei Novizen entwickelt. Die Schreibfähigkeit ist ein andauernder, komplexer Prozess, der sich bei Novizen durch schnelle Textproduktion, wenig Pausen und Reflexion auszeichnet, bei erfahrenen Schreiberinnen und Schreibern dagegen durch mehr Planungs- und Überarbeitungsprozesse. Durch die einfache Wiedergabe von Wissen (Knowledge-telling- Strategie) und nur durch die Selektion von Unwichtigem beim Schreiben, fällt es dem(Novzen-) Schreiber schwer, Fehlerhaftes zu erkennen und zu beheben. Die reine Wissens-Wiedergabe fördert im Unterschied zur Wissens-Verarbeitung (Knowledge- transforming-Strategie) keine Revisionsarbeit.(Inwiefern ist das eine Kritik ? Vielleicht wegen der Unterscheidung von Novizen und Experten, die in dem Modell von Hayes und Flower nicht mit eingehen???)
- Dem Versuch Bereiters die Entwicklung von Schreibkompetenzen darzustellen (1980) liegt die Auffassung zugrunde, dass epistemische Erträge durch das Schreiben gewisse Routinen und damit kognitive Entlastung voraussetzen. Erklären Sie diese Laut Bereiters Modell stehen den Kindern verschiedene Entwicklungsstufen der Schreibkompetenz bis zum epistemischen Schreiben bevor. Dabei liegt die Theorie zugrunde, dass diese Stufen sukzessiv aufeinander aufbauen.Das Schreibenkönnen beginnt mit den grundlegenden Fertigkeiten der Herstellung von Texten, mit der Schreibtechnik an sich. Grundlage der Textproduktion sind die prozessbezogenen Fähigkeiten des Schreibens, also die schriftliche Sprachproduktion und der kontrollierten Assoziationen, die ein 'assoziatives Schreiben' ermöglichen. Im VerlaufKlausurfragen zur VL Schrift-Text-Kompetenz Prof. Dr. Helmuth Feilke/ Prof. Dr. Katrin Lehnen WS 2012-2013der Schreibentwicklung, die in Abhängigkeit von der sprachlichen und kognitiven Entwicklung zu betrachten ist, treten neben den beiden Anforderungen der Schriftlichkeit, die dann nahezu automatisiert beherrscht werden, textspezifische Anforderungen ins Bewusstsein des Schreibenden. Mit der produktbezogenen Beherrschung von Schreibkonventionen (Orthographie, Interpunktion, Grammatik), wird eine nächste Entwicklungsstufe, nämlich die des 'flüssigen Schreibens' erreicht. Orientiert am Schreibprodukt, wird die Sprachproduktion zwar schon kontrolliert, jedoch die Situation des Lesers noch nicht mit einbezogen. Anna:Beispielsweise auf der zweiten Stufe (flüssiges Schreiben) z. B. liegt das Augenmerk des Schreiber auf dem Produkt. Der Schreiber hat eine hohe Sensibilität für konventionelle Muster. Der Schreiber versucht, den sozialen Erwartungen gerecht zu werden, kann seinen Text jedoch nicht kritisch hinterfragen.Auf der nächsten Stufe wird die soziale Erwartung zurückgeschraubt und an diese Stelle kommt die Erwartung des potentiellen Leser s ins Spiel. Der Text erweitert sich um einen 'kommunikativen' Aspekt, d. h. die zu erfüllenden Leseerwartungen. Eine logische Verknüpfung von 2. und 3. geschieht dann auf der 4. Stufe. Der Schreiber lernt, seinen Text dahingehend zu überarbeiten, dass die potentielle Leseerwartung erfüllt wird, somit erweitert sich seine Schreibkompetenz um die Fähigkeit, seinen Text reflektieren zu können. Darüber hinaus lernt er konventionelle Muster in den Hintergrund zu stellen. D. h. all diese Schritte sind nötig, damit der Schreiber lernt, eine Distanz zum Text aufzubauen, um seinen Text kritisch überarbeiten zu können. Viele 'Probleme' müssen in den ersten Stufen erst gelößt werden, damit diese beim epistemischen Schreiben wiederum zurückgeschraubt werden können.
- „Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich Dir, mein lieber sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der Dir aufstößt, darüber zu sprechen. Es braucht nicht eben ein scharfdenkender Der Grundgedanke Heinrich von Kleists ist hier die Strukturierung der eigenen Gedanken. Hierbei geht es um die kognitiven Möglichkeiten zu verbalisieren, materialisieren und demnach zu formulieren. Dadurch ist eine Reflexion des zunächst nicht durch Meditation erreichten Wissens durch den kognitiven mündlichen und schließlich den Schreibprozess und dessen Produkt möglich. Folien: Schreiben gilt nach Eigler 1985, als Denkwerkzeug und Denkmedium. Es ist nicht nur ein Mittel um mitzuteilen, was man gedacht hat , sondern ein Medium, in dem man denkt, seine Gedanken formt präzisiert, verändert. Diese Prozesse haben Einfluss auch auf das epistemische schreiben. Nach Bereiter (1980) wird das Schreiben völlig zu einem Teil des Denkens. Nach Eigler (1985) geht es um eine Hinauslagerung von den eigenen Gedanken im Schreiben, Denken und Wissen sich in der Auseinandersetzung mit dem Geschriebenen in einer Weise organisieren können, wie es ohne Bestand eines Schriftsystems nicht möglich wäre.→ Schreiben verändert also die Qualität der Denkprozesse Folie: Molitor-Lübbert– Schreiben = Distanzierung und Objektivierung, kognitive Präzisierung und Konservierung von Gedankengut– Schreibkompetenz fördert Sprachkompetenz, Abstraktionsvermögen, flexives Denken, symbolisches Lernen→ Fördert Schreiben in epistemisch-heuristischer Funktion, weil Gedanken dadurch weiter entwickelt werden
- Bereiter/Scardamalia (1987) unterscheiden die Schreibstrategien 1)„Knowledge Telling“ und 2) „Knowledge Transforming“. Erläutern Sie die wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Schreibstrategien. ist die 'Wissen-Wiedergeben-Strategie' der Schreibanfänger, die das Wissen aneinander reihen, was ihnen zu einem bestimmten Thema einfällt.- keine Auswahl nach unwichtig und wichtig - schreiben was ihnen zum Thema einfällt, reine Wissenswiedergabe - in der Reihenfolge - keine Struktur, der sie folgen, keine Umorganisation des Textinhaltes - keine zusätzlichen Mittel um Textkohärenz zu erzeugen - automatisch ablaufender Prozess/Routine → keine Veränderung des Wissens - keine Textproduktionsplanung - Evaluation während des Schreibens - schwer Fehler zu erkennen und zu beheben - Überarbeiten des Textes als Last Folie:Knowledge Telling – Knowledge Transforming „Durch den Problemlöseprozess wird Textinhalt elaboriert,bevor dieser durch die Anwendung des Knowledge-Telling-Prozesses ausformuliert werden kann. Bei der Knowledge-Telling-Strategie wird der Textinhalt dagegen direkt aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen, ohne jedeMöglichkeit der Umformung oder vorherigen Anpassung – das inhaltliche Wissen wird in der Ordnung niedergeschrieben, wie es im Langzeitgedächtnis repräsentiert ist. Bei der Knowledge-Transforming-Strategie erfolgt die Transformation des Wissens zum einen unter der Kontrolle der mentalen Repräsentation der Schreibaufgabe sowie zum anderen unter der Kontrolle des Problemlöseprozesses. Die notwendigen Informationen dazu liefert der bereits produzierte Text – es wird immer wieder geprüft, ob dieser Text auch das ausdrückt, was gesagt werden sollte oder nicht.“ (Proske 2006, 15)! 2) ist die Strategie der Wissens-Verarbeitung, bei der erfahrene Schreiber ihr Wissen hierarchisch strukturieren, ihren Schreibprozess steuern, in deren Aufmersamkeitsfokus, der Schreibprozess steht.- Überarbeitung als wichtige/befriedigende Tätigkeit - Thema und Textsorte müssen beim Schreiber abrufbar, also bekannt sein- mehrere Phase der Entwicklung sind nötig, um zum erfahrenen Schreiber zu werden (Schaubild!)→ Automatisierung der Teilfähigkeiten - es geht um den Schreibprozess, weniger um den Inhalt - Problemlöseprozess - Interaktion, Reflexion, Transformation Fett=Folie Folie:Potential von 2) liegt darin, dass anhand einer detailierten Aufgabenanalyse im Zusammenspiel mit Zielsetzungsprozessen Probleme formuliert und durch Planung in den beiden Problemräumen [Conten Problem Space und Rhetorical Space] gelöst werden können. Das gestattet eine wechselseitige Interaktion zwischen dem sich kontinuierlich verändernden Wissen und dem sich kontinuierlich entwickelnden Text: Indem der Schreibende sein Wissen zum Ausdruck bringt, wieder liest und verändert, werden sowohl der Text, als auch das Wissen umgearbeitet.Knowledge Transforming: Umformung des Wissens unter Berücksichtigung 1) d. Textinhaltes und 2) der Kontrolle der mentalen Repräsentation der Schreibaufgabe und des Problemlöseprozesses. Dies geschieht unter ständiger Überprüfung des bereits produzierten Textes. Vorteil: ein Problem wird formuliert und gelöst → dadurch Weiterentwicklung des Textes und des Wissens
- Ordnen Sie die Merkmale aus dem Kasten korrekt zu und erläutern Sie diese jeweils in ein bis zwei Sätzen.
- Erläutern Sie, inwiefern sich der Schüler beim Verfassen eines Textes gemäß einer didaktischen Gattung in eine Als-Ob-Situation hineinversetzen muss. → fiktive Kommunikationssituation mit fiktiven (potentiellen) Rezipienten (Lehrer) → schulsprachlicher Lerngegenstand → Normen, Praktiken, Formen vorgegeben → institutionsinterne Regelungen/ Normen, die außerhalb d. Schule nicht vorkommen → didaktisch arrangierte Lernsituation → Bewusstsein über erwartete adäquate Problemlösung (Explizitheitserwartung)
- Warum ist die Schulsprache nicht mit der Bildungssprache gleichzusetzen? Die Bildungssprache ist ein wichtiges Register in schriftkulturellen Gesellschaften. Zu ihr gehört ein differenzierter Bildungswortschatz, bestimmte syntaktische Formen, aber auch Gesprächs- und Textgattungen. Sie ermöglicht die Darstellung komplexer Sachverhalte und stützt damit auch das Lernen. Die Bildungssprache gehört der Schriftsprache an, ist einzelsprachlich ausgeprägt und ist das Produkt eines nicht geplanten historischen Sprachwandels. Als einzelsprachliche Ressource ist sie Gegenstand des ́natürlichen ́ Spracherwerbs, das heißt der Bildungsspracherwerb kommt bei entsprechender Spracherfahrung ohne direkte Instruktion aus. Bildungssprache ist im Sinne Bourdieus kulturelles Kapital, demnach auch sozial ungleich verteilt. Sie kann Werkzeug als ein gewisses Potential für verschiedene Handlungstypen zur Verfügung stehen. Derjenige, der sie nutzt, kann bestimmte Dinge tun, die andere ohne/weniger Kapital/Potential nicht tun können. Bei der Schulsprache geht es darum, dass Schule und Unterricht für didaktische Zwecke eigenständige sprachliche Lerngegenstände schaffen. Schulsprache in diesem Sinn umfasst das Gesamt der sprachlichen Instrumente des Lehrens und die damit verbundenen sprachbezogenen Verhaltenserwartungen. Beispiel: die Orientierung an textlich expliziten Begründungen, die Orientierung an der grammatischen Norm des sogenannten „vollständigen“ oder „ganzen“ Satzes etc. gelten als typisch schulsprachliche Erwartungen.Die Aneignung entsprechender Normen ist Ergebnis institutioneller Instruktion. Anders als die Bildungssprache, die historisches Ergebnis der Entwicklung und Veränderung von Einzelsprachen ist, wird die Schulsprache didaktisch hergestellt. Schulsprachliche Verhaltenserwartungen haben primär Geltung für den intendierten Lernprozess. Sie sollen ihn stützen. Wenn dieses Ziel erreicht ist – oder die Schulzeit vorüber ist – verlieren sie ihre Bedeutung. Das gilt auch für das Beispiel der Schultextsorten oder genauer, der didaktischen Gattungen: ́Erzählungen zu Bildergeschichten ́, ́Nacherzählungen ́ und ́Erörterungen ́ produziert man außerhalb der Schule nicht. Dabei kann die Schulsprache den Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen fördern. Es ist aber wichtig zu sehen, dass sie – im Blick auf den Spracherwerb – stets nur didaktisches Mittel der Förderung bildungssprachlicher Kompetenzen sein sollte.
- Skizzieren Sie die Unterschiede der erwerbsbezogenen und schulsprachlichen Charakteristika schriftlichen Argumentierens und erläutern Sie die Bedeutung konzessiv integrierter Gegenargumente. Erwerbsbezogene Charakteristika schriftlichen Argumentierens: - setzt im Grundschulalter ein - Erwerb in kommunikativen Kontexten (Bsp. Brief) - Erwerb durch den Ausbau und die Integration lokaler Prozeduren bestimmt - Konzessive Integration von fremden und eigenen Aurgumenten- MeinungsbildungSchulsprachliche Charakteristik schriftl. Argumentierens:- Beginn erst ab der 2. Hälfte Sek 1- von der nicht primär kommunikativen ́Erörterung` als didaktischer Gattung bestimmt- Global durch ein Textmuster (Erörterung) bestimmt - Kontrastive Trennung von Pro - und Kontra-Argumenten - Abspaltung der Meinungsbildung 2. Teil ca. ab Punkt Nr. 3 im Text
- Was sind Textroutinen? Nennen und erläutern Sie vier Merkmale. Textroutinen sind semiotisch konfundierte, funktional-pragmatisch motivierte Textkonstitutionsverfahren.(Text: Textroutinen im Sinne von sprachlichen Werkzeugen der Textproduktion.)Lösung im Text!!! Unten nur Folie: keine komplette Antwort!!!1) Sie werden für die Rezeption wie für die linguistische Analyse fassbar in lexikalisierten, oft auch diskontinuierlichen syntagmischen Ausdrucksmustern. 2) Didaktisches Potenzial: In Abhängigkeit von der rezeptive Texterfahrung können Textroutinen zu Ankerpunkten der eigenen Textproduktion werden.3) Textroutinen steuern den Schreibprozess im Blick auf sortentypische funktionale Textbausteine. Textsorten sind musterhafte Ensembles von Textroutinen 4) Die Musterhaftigkeit des Routineausdrucks sichert rezeptiv wie produktiv die Kontextualisierbarkeit.
- Welche sprachlichen Handlungen sind für die Domäne Wissenschaft spezifisch? Wählen Sie ein Beispiel aus und erläutern Sie es. - Intertextualität: Bezug nehmen auf andere Texte→ Referieren: Müller gibt an..; Qualifizieren: Müller kritisiert, dass..; Diskutieren: Während Müller davon ausgeht.., nimmt Meier an..)[- Verallgemeinerungen, Formen der Deagentivierung- Routineausdrücke (Pars-pro-Toto-Funktionalität, im Ausdruck erkennt man die Handlung: Wasser hinzugeben...) ]
- Feilke unterscheidet in drei Fähigkeitskomplexe, wenn es um ́Schreibfähigkeit ́ geht. Welche Fähigkeiten sind das und was versteht er darunter? 1) Schreibfähigkeit als sozial-kognitive Kompetenz - Schreiben fordert Perspektivwechsel → routinierte Schreiber, sind gute Wechsler - Textproduktion kann durch Einschätzung des Adressaten gesteuert werden - Eigenschaft kann gefördert werden - zunächst eigenständige sozial-kognitive Kompetenz 2) Schreibfähigkeit als schreibstrategische Kompetenz - Fähigkeit, den Schreibprozess zu organsieren - prozedurales Metawissen zum Schreibprozess wird aufgebaut = Schreibstrategie → zeigt sich in stabilen Verfahrensweisen: Schreibroutinen- Entwicklung solcher Routinen: Bereitstellen von Wissen, Planen, Formulieren, Überarbeiten (Handlunsskomponenten)z.B. beim Überarbeiten Routinen: Abstand vom Text gewinnen, kontinuierliche und abschließende Überarbeitung- Kompetenz ist lehr- und lernbar 3) SF als Textkompetenz - sprachliche Voraussetzungen der Textkonstitution- z.B. schriftliche Erzählung, Beschreibung, Bericht von Gesagtem, Gegenargumente → Textproduktion als Komposition sprachlicher Handlungen - Einheiten wie Überschriften, Absätze, Vorworte, Einleitung = Textkomponenten durch charakteristische Formulierungszusammenhänge gekennzeichnet- Textproduktion durch sprachhandlungsbezogenes Anforderungsprofil bestimmt→ textlich-sprachliche Herauforderung „Im Unterschied zu Schreibroutinen sind Textroutinen also auf kommunikativ- funktionale Strukturierung von Texten und entsprechenden sprachlichen Ordnungsleistungen.“ Feilke,2012
- Erläutern Sie die Pars-pro-toto-Funktion von Texten. Am Beispiel des Eisbermodells der Textroutine erklärt Feilke (2012) folgendes: ein Routineausdruck, wie etwa „die These setzt sich durch“ beinhaltet weit mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Dieser Routineausdruck indiziert das Schema der Handlung, seine semantischen und pragmatischen Kontextualisierungseffekte reichen jedoch weit darüber hinaus. Pars-pro-toto Funktionalität bezieht sich im Falle der Textroutinen also aufungs-, oder intertextuelle Prozedureneinen Routineausdruck, hinter dem weit mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat.
- In welcher Weise verändert die computergesteuerte Textproduktion Schreib-‐ und Leseprozesse? Erläutern Sie grundlegende Veränderungen. - Motorik: Bewegung und Muskeln vs. Fingerkuppe - PC-Schreiben:keine unmittelbare materielle Spur - Prozess und Resultat des Schreibens sind getrennt - von Routinen entlastet: Rechtschreibung, Datum, Synonymvorschläge...) S. 249 - gegenseitiger Bezug: Schrift und Bild → multi- und hypermediale Botschaften - mehrere Verfasser an einem Text- für alle zugänglich → GRENZEN ZW GESPROCHENEM UND GESCHRIEBENEN AUFGEHOBEN UND ZW MEDIALER UND MASSENKOMMUNIKATION S.250 - Auswahl, Platzierung und äußere Gestalt können manipuliert und widerrufen werden - sichtbare Formulierungsprozesse → Beweglichkeit (ähnlich wie bei Gesprochenem) S.251 - „Unfertig denken und perfekt drucken“ (wenig Konzentration, unbedachter, hemmungslos) - Bildschirm: Sicht beschränkter - Prozess der freien Entfaltung, maschinell nicht möglich → Hemmung spontaner Schreiblust- materielles Substrat des PC-Schreibens ist flüchtig → hin und her Bewegung zw. konzeptioneller Mündlichkeit (Elemente) und Schriftlichkeit- elektronische Nachrichten: Kürze, Effizienz→ NEUE FORMEN ZW. SCHRIFTLICHER STATIK UND MÜNDLICHER DYNAMIK - orthographische Anlehnungen an Umgangssprache- Internettexte: unterschiedliche Rezeption, Kommentierung, Weiterverarbeitung... → Autonomie und Endgültigkeit verlieren an Rang S.253 1) vielfältige Übergänge zw. Konz. Mündlichkeit und Schriftlichkeit 2) stärker inter- und überindividuelle Intertextualität 3) gleichzeitiges Auftreten von Schrift und anderen Kommunikationsformen am selben Ort 4) engere Anlehnung von Schrift an diese anderen Kommunikationsformen 5) Virtualisierung des Ortes einer hypertextuellen dritten Dimension hinter der FlächeSchreiben und Medien (Schmitz 2005) Folie: Art zu schreiben,hängt von genutzten technischen Medien ab. Schreibmedien haben Einfluss auf körperlichen Einsatz. Computerschreiben erzeugt immaterielle Signale - Speicherung,Weiter- und Nachbearbeitung - typografische Veränderung- variierende Ausgabemedien → Prozess und Produkt sind getrennt Entlastung von Routinen: Silbentrennung, Rechtschreibkorrektur Textbausteine Integration von Recherche, Stoffsammlung,etc.
- Nennen und erläutern Sie vier Eigenschaften von Hypertexten in Abgrenzung zu klassischen Printtexten. 1) Mit Hypertext lassen sich Informationen unterschiedlichster Art auf mehreren Ebenen netzwerkartig darstellen2) Die Kohärenz des Endproduktes in Hypertexten, ist nicht so gegeben wir in herkömmlichen Printmedien. „Der Leser wird zum Bastler.[...] Aus einer komplexen Fülle partikularisierter Möglichkeiten erklickt er sich seine eigene Kohärenz.“, die in Printmedien linear vorgegeben ist. 3)...
- Welche Vorteile stellt Becker-Mrotzeck für die Nutzung neuer Medien im Unterricht heraus? Erläutern Sie. - vernetzter PC, spricht alle Jugendlichen an → Anregung zum Schreiben und Lesen → motivierende und fördernde Wirkung → Leseförderung- Jugendliche mit PC-Erfahrung, anderen in wichtigen Unterrichtsfächern z.T. 1 Jahr voraus- PC zum Schreiben (Grundschulalter: positive Auswirkung auf Schreib- und Leseleistung- Medien: authentische, soziale und kommunikative Handluingszusammenhänge → erkennbarer Sinn des Lernens für SuS→ Motivation, sich eigenständig Wissen anzueignen, Austausch mit anderen SuS, bei Bedarf Lehrer fragen- Schreiben am PC: behindert nicht die „Flatterhaftigkeit der geistigen Textproduktion“- es werden präsentable, für die Veröffentlichung reife Texte produziert(gut lesbares Schriftbild, Monitor erleichtert das Lesen des Schreibers, Korrekur ohne sichtbare Spuren, vielfältiges Layout: Bilder, Schriften; Rechtschreibkontrolle und Thesaurus-Hilfe; sofortige Vervielfältigung des Textes)→ authentische, handlungs- und produktorientierte Textproduktion- Recherche im Internet: Leseförderung- Vielzahl an sprachlichen, technischen und organisatorischen Aufgaben, die ein projektorientiertes Arbeiten mit neuen Medien bereithält, sowie der Möglichkeit, zunächst nur kleine Aufgaben zu übernehmen, bieten sich die neuen Medien für einen differenzierten, kooperativen und aktivierenden Unterricht an, in dem die SuS weitgehend selbst tätig sind.→ mehr individuelle Beratung und Hilfstätigkeit durch die Lehrkraft
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- Erläutern Sie die fünf Entwicklungskomponenten des Schreibprozesses nach Carl Breiter. Handschriftlich Entwicklung des Schreibens kann heißen: historische Entwicklung des Schrei- bens (Soziogenese), Entwicklung des Schreibens und der Schreibfähigkeit der Schüler (Ontogenese) und schließlich auch Entwicklung des individuellen Schreibaktes im Schreibprozess von der Planung bis zum fertigen Text (Aktual- genese). Man kann die historische wie die individuelle Entwicklung als eine Problemlösegeschichte verstehen, in der immer neue Mittel als Antworten auf Herausforderungen der Schriftkommunikation entwickelt werden (vgl. FEILKE/ KAPPEST/KNOBLOCH 2001). Aktualgenese und Ontogenese hängen über das Pro- blemlösekonzept gleichfalls eng zusammen. So stellt sich zum Beispiel beim Schreiben das Problem, Inhalte zu generieren und textlich zu verknüpfen. In jedem Schreibakt gilt es auch, den besonders in der Schriftkommunikation oft expliziten normativen Erwartungen - etwa der Orthografie oder bestimmter Textmuster - zu entsprechen, ganz zu schweigen von der Schwierigkeit, den je- weiligen Adressaten anzusprechen, seine Aufmerksamkeit zu lenken, ihn zu überzeugen usw. Praktisch alle Modelle der Ontogenese des Schreibens, also des Erwerbs von Schreibfähigkeiten, versuchen deshalb Prozessaspekte (Aktual- genese) und die zeitliche Entwicklung des Erwerbs (Ontogenese) theoriebildend miteinander zu verknüpfen. Ich bespreche exemplarisch das Modell von CARL BEREITER (1980).
- Erläutern Sie das Modell zur Schreibentwicklung von Feilke/Augst, indem Sie auf die 4 Stufen eingehen und den Unterschied zu dem Modell von Bereiter erläutern. Vom Grundtyp her alternative Modelle zur Schreibentwicklung liegen vor von FEILKE/AUGST (1989) und BECKER-MROTZEK (1997). FEILKE/AUGST gehen aus von einer aus BÜHLERS Organonmodell entwickelten Ordnung kommunikativer Handlungs- probleme beim Schreiben, die in der Entwicklung nacheinander in den Vordergrund der Schreiberaufmerksamkeit rücken: Der Schreiber drückt in subjektiver Perspektive etwas aus (Stufe 1, expressives Problem), der Schreiber orientiert sich an Problemen der Strukturierung des Textinhalts (Stufe 2, kognitives Pro- blem), der Schreiber sucht Problemlösungen durch formale Muster der Textorga- nisation (Stufe 3, textuelles Problem), der Schreiber orientiert sein Schreiben am Adressaten (Stufe 4, soziales Problem). Das Modell ist vom Ansatz her stärker an Kommunikationsproblemen orientiert und kann deshalb auch theoretisch die Ubergänge zwischen den „Stufen" herleiten, was bei BEREITER fehlt. Im Übri- gen gibt es viele Schnittstellen, wobei BEREITER die eigenständige Qualität der kognitiv motivierten Strukturierung des Textinhaltes weniger berücksichtigt, FEILKE/AUGST das epistemische Schreiben nicht ausreichend berücksichtigen.
- Warum soll es nach Brufee zu einer verstärkten Einbeziehung von kooperativen Lern-‐ und Schreibprozessen in den Unterricht kommen? Schreiben ist Handeln im gesellschaftlichen Kontext. Das heißt, dass es nicht nur ein Zusammenspiel von Schreibenden und Lesenden ist, sondern dass es eine Aktivität ist, die in den Kontext von Diskursgemeinschaften eingebunden und verwoben ist. Brufee führt den Gedanken in die Unterrichtswissenschaft ein, dass es eine direke Abhängigkeit des Schreibprozesses und dem gesellschaftlichen Umfeld gibt. Er erhebt die Forderung, kooperative Lern- und Schreibprozesse verstärkt in den Unterricht einzubeziehen, weil diese ein Bewusstsein für die soziale Hervorbringung von Wissen herbeiführen könnten.
- Nenne Sie die Phänomene nach Renkl/Gruber/Mandl, die die negativen Effekte in kooperativen Lernarrangements wiedergeben und erläutern Sie zwei Phänomene ausführlicher, indem Sie diese mit einem Beispiel aus dem Schulunterricht 1. „Der-Hans-dermachts-je-dann-eh“-Phänomen (sogenannter „freerider [Schwarzfahrer] effect): Im Team wird die Arbeit wenigen Mitgliedern überlassen, bevorzugt denjenigen, die auf ein gutes Ergebnis in besonderem Maße aus sind2. „Ja,bin-ich-denn-der-Depp“-Phänomen (sogenannter sucker effect in Folge des freerider effects): Diejenigen, die die Hauptlast der Arbeit tragen, reagieren zunehmend verärgert und verlieren die Motivation3. Das „Da-mach-ichs-doch-gleich-lieber-selbst“-Phänomen: Studierende mir höherer Motivation und besseren kognitiven Eingangsvoraussetzungen übernehmen die Hauptarbeit, weil ihnen die Beiträge der anderen nicht gut genug sind; sie arbeiten mehr und lernen dadurch auch mehr. Folge ist der sogenannte Matthäus- bzw. Scheren-Effekt: Wer schon viel weiß und kann, lernt viel; wer wenig weiß und kann, lernt fast nichts.4. Das „Kann-und-mag-ich-nicht-mach-du“-Phänomen: Die Arbeit in der Gruppe wird so verteilt, dass diejenigen das machen, was sie bereits können. Es wird vermieden, dass man sich subjektiv schwierigen Anforderungen aussetzt. Folge ist ein interpersonaler Matthäus-Effekt: Was man gut kann, lernt man noch besser; was man nicht kann, lernt man auch nicht.5. Das „Ich-habe-meinen-Teil-erledigt“-Phänomen: Über den eigenen Beitrag hinaus werden keine Anstrengungen für das gemeinsame Produkt unternommen. Es findet keine Endkontrolle statt6. Folge: Das „Gruppenarbeit-nein-danke-Phänomen“
- „Schreiben ist ein sozialer Prozess“. Erläutern Sie diese Aussage und nehmen Sie dabei Bezug auf Jakobs Modell von 2005. Schreiben ist insofern ein sozialer Prozess, als der soziale Kontext des Schreibers, diesen immer beeinflussen. Die unterschiedlichen Normen und Werte variieren je nach sozialem Raum des Schreibers. Jakobs bezieht den Arbeitsplatz und die Organisation des Schreibers und seines Prozesses in den 'engeren' Sozialen Raum, welche mehr noch Einfluss auf den Schreiber haben, als die Domäne und der Kulturraum, in dem er sich befindet. Nochmal ne andere Antwort: Jedes schreiben ist kollaborativ. Schreiber befinden sich im ständigen Dialog mit der Umwelt und diese Welt schließt andere Menschen mit ein. Schreibanleitungen von einem Lehrer, Hilfe und Unterstützung von einem Lebenspartner oder Freund, Kritik eines Lesers, ein Gespräch in einer Bar, all das kann Einfluss nehmen auf das Schreiben. Es mögen subtile Einflüsse sein, doch sind sie direkt. In der echten Welt ist Schreiben kein einsamer Prozess, sondern ein sozialer Akt. In Gemeinschaften reden Mitglieder über ihre Briefe und Notizen, fragen nach Ratschlägen usw. An der Arbeit diskutieren Manager und andere ihre Memos und Berichte, kommentieren sie, fügen Ideen hinzu und verändern sie.Ich weiß leider nicht, wie ich das mit dem Model von Jakobs vergleichen soll. Also schon, aber was ist mit Organisation und Domäne gemeint? Ich würde Sagen, dass der Schreiber erstmal vom Arbeitsplatz beeinflusst wird, wie oben beschrieben. Organisation geht dann weiter. Wenn der Arbeitsplatz eher nur das Umfeld ist, sowas wie ein kurzer „Schnack“ mit Kollegen ist die Organisation so etwas wie das Korrekturlesen von Berichten inklusive Verbesserungen und Kommentaren. Domäne weiß ich nicht genau. Vielleicht sind damit Konventionen gemeint, die typisch sind für einen bestimmten Fachbereich. Diese Konventionen nehmen natürlich Einfluss auf den Schreiber. Der Kulturraum ist dann die höchste Stufe. Sowas wie, dass man einen Brief nicht mit Beleidigungen beginnt. Oder, dass man in Deutschland keine NS-verherrlichenden Sachen schreibt. Seid ihr damit zufrieden?
- Welche Chance bietet das kooperative Schreiben für die Textproduktion in der Schule? - Verständigung über den Text, Aufdeckung von evtl Differenzen des Verständnisses- Formulierungsprobleme gemeinsam lösen, Alternativen entdecken, Sprachkenntnis erweitern- Formulierungshandlungen, (allein kognitiv) werden eher verbalisiert (→ Reflexion), evtl Begründung/Rechtfertigung→ unterschiedliche Sichtweisen für die Darstellung eines Sachverhalts → bestenfalls: alternative Schreibstrategien und -routinen → Sprachreflexive Prozesse nochmal ne andere: Die Zusammenarbeit bei der Textproduktion fördert die Diskussion über Semantik, Grammatik, Syntax, Tonfall, Argumention in einer Weise, die sonst nicht erreicht werden würde. Kooperatives Schreiben bietet zu dem die Möglichkeit für Schüler ihre Empfänger- Analyse zu stärken. Man geht generell davon aus, dass Menschen mit Hilfe ihrer verschiedenen individuellen Sichtweisen Probleme in der Gruppe zusammen besser lösen als einzeln. Mehrere Menschen zusammen haben deshalb eine breitere, tiefere Wahrnehmung zur Verfügung, ihnen sind alternative Klassifizierungsschemata zugänglich, sie verfügen über mehr Praxismuster. Sprich: Mehr Gehirne, mehr Ideen, bessere und schnellere Ergebnisse. Das ist auch in der Schule toll. Zum einen muss man als Lehrer keine dummen Texte von einzelnen Schülern lesen, sondern bessere und vorallem erweitert das ganze den Horizont der einzelnen Schüler. bissgen Wikipedia: Kooperatives bzw. kollaboratives Schreiben lässt sich auf verschiedene Weise gut an die curricularen Vorgaben z.B. des Faches Deutsch knüpfen. Bspw. sei die Forderung der Bildungsstandards genannt, für den Schreibprozess zu sensibilisieren oder adressatengerechtes Schreiben zu schulenDas kooperative Schreiben als Teilbereich des kooperativen Lernens ist im deutschdidaktischen Diskurs wie auch im allgemeindidaktischen ein viel besprochenes Konzept (vgl. Baurmann 2007: 6). Gegenüber dem individuellen Lernen und frontalen Unterrichtsmethoden erweist sich das kooperative Lernen in Bezug auf Wissenserwerb, Lernzuwachs, Lernmotivation und Einstellung zum Fach als überlegen (vgl. Gräsel/Gruber 2000: 167, Brüning/Saum 2006: 10, Bauermann 2007: 7).Kooperatives Schreiben, so hat Lehnen gezeigt „[bringt] die individuellen Schreibfähigkeiten und -strategien der Beteiligten in besonderer Weise ans Licht“ (Lehnen 2000: 257). Dies liegt daran, dass die Bedingung der Kooperation zu der Notwendigkeit führt, Vorstellungen, Überlegungen, Schreibgewohnheiten und -strategien zu verbalisieren und dadurch in der Interaktion (und damit auch einer Erfassung) zugänglich zu machen (vgl. Lehnen 2000: 2ff, 1999: 77). Die Reflexion der eigenen Vorgehensweise kann dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler "ihren Schreibprozess effektiver ausüben und überwachen". (Blatt 1999: 226) Schülerinnen und Schüler lernen beim gemeinsamen Schreiben frühzeitig die Perspektive von Schreiber und Leser zu berücksichtigen (Becker-Mrotzek/ Böttcher 2006: 43).Schreiben geübte Schreiber mit weniger geübten Schreibern gemeinsam, so kann dies vor allem bei den Schreibanfängern zu einer Erhöhung der Lese- und Rezeptionskompetenz sowie der Formulierungsfähigkeit führen (vgl. Lehnen 200: 257). Geschieht die kooperative Textproduktion in einer medialen Umgebung, bestehen gute Voraussetzungen dafür, dass die Beteiligten auch zu medialen Reflexionen angeregt werden (vgl. Lehnen 1999: 88).
- Erläutern Sie die Unterschiede zwischen 1) planungs- und 2) produktorientiertem Vorgehen bei der gemeinsamen Produktion von Texten, welche von SchreibanfängerInnen verfasst werden. Produktionsorientiertes Vorgehen bei kooperativer Textproduktion: – Unmittelbare Orientierung auf die Herstellung schriftlicher Formulierungen– additives Vorgehen sprich: Textzuwachs Bsp: Wie ich das sehe, geht es bei der Produktionsorientierten Vorgehensweise wirklich erstmal nur um das produzieren eines Textes. Es scheint, als würde einfach drauf los geschrieben werden. Jeder hat erstmal seinen eigenen Plan von dem, was nützlich sein könnte und wirft es dann an entsprechender Stelle ein. Planungsorientiertes Vorgehen bei kooperativer Textproduktion: – Hohes Maß an Planung von Tätigkeiten– Segmentierung unterschiedlicher Aufgaben Bsp: Hier ist das Ganze besser geplant. Man macht sich vorher Gedanken, was man überhaupt machen muss bevor man schreibt. Scheint mir persönlich jetzt mal sinnvoller, auch wenn wohl eher ersteres praktiziert wird.
- Was ist nach Weinert unter Kompetenz zu verstehen? Eine Kompetenz ist laut Weinert eine kognitive Fähigkeit, die durch ein Individuum erlernt werden kann, die dabei hilft hilft bestimmte Probleme zu lösen. Weiter umfasst der Begriff der Kompetenz die motivationale, volitionale (durch den Willen bestimmte) und soziale Bereitschaft und Fähigkeit. (Eine Kompetenz soll auch auf andere Situationen übertragbar sein. Beispiele: Medidenkompetenz (mit Medien umgehen können), Teamfähigkeit, usw.)
- Erläutern Sie das Kompetenzmodell nach Ossner. Gehen Sie dabei auf die Kompetenzen ein, über die eine Lehrkraft verfügen sollte. ??? aber hier mal die Graphiken dazu:
- Erklären Sie den Unterschied von Bildungsstandards und Lehrplänen. Mit Bildungsstandards werden die wesentlichen Ziele festgehalten, die Schülerinnen und Schüler durch das Lernen in der Schule erreichen sollen. Durch die Vorgaben der Standards soll das Bildungssystem normativ gesteuert, die Qualität schulischer Arbeit gesichert und gesteigert sowie der pädagogische Auftrag der Schule konkretisiert werden. Im Unterschied zu Lehrplänen oder Rahmenrichtlinien sind Bildungsstandards weniger detailliert, sie geben nicht vor, wie der Unterricht gestaltet oder welche Themen behandelt werden sollen, sondern nur, welche Anforderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, etwa zum Abschluss der Schullaufbahn, erfüllt werden müssen. Die Standards sind ausgerichtet auf die Ausbildung von Kompetenzen, d.h. auf Dispositionen zur Bewältigung bestimmter Anforderungen oder Probleme. Diese Kompetenzen müssen anhand bestimmter Inhalte erworben werden. Der Weg, diese Anforderungen zu erreichen, bleibt aber weitgehend den Schulen überlassen. Damit sind Bildungsstandards outcomeorientiert, also auf das Ergebnis ausgerichtet, und verbinden eine Normierung des Bildungssystems mit einer Autonomisierung. Bildungsstandards sollten sich auf einen Kernbereich des Faches konzentrieren und so klar formuliert sein, dass Lehrer, Eltern und Schüler wissen, was gelernt werden soll. Sie sollten mit Kompetenzmodellen verbunden sein und aufeinander aufbauen, um Lernentwicklungen nachvollziehbar zu machen. Bildungsstandards sollten schulformübergreifend gültig sein und zugleich realistische und herausfordernde Anforderungen an Lehrende und Lernende stellen. Schließlich sollten die Standards überprüfbar sein.
- Warum kann die Einführung von Bildungsstandards als Paradigmenwechsel bezeichnet werden? Die Arbeitsweise der Lehrer ändert sich durch die Einführung der Bildungsstandards. Vorher waren in den Lehrplänen Inhalte angegeben, die im Unterricht durchgearbeitet werden sollen. Der Lehrer musste sich überlegen, welche Ziele er für die Unterrichtsstunde oder die Unterrichtseinheit setzt. In Zukunft wird dies genau umgekehrt. In den Bildungsstandards sind Ziele vorgegeben in Form von Kompetenzen, die erreicht werden sollen. Der Lehrer muss nun geeignete Wege und Inhalte finden, damit die Schüler die Kompetenzen erlangen.