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Sozialpsychologie (Subject) / Gruppenprozesse (Lesson)

Definition: Gruppe, Einfluss von Gruppen auf den Einzelnen, Gruppenentscheidungen, Konflikt und Kooperation

This lesson was created by Yanfei.

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  • Wie lautet die Definition von Gruppen? Eine Gruppe besteht aus 2 oder mehr Menschen, die miteinander interagieren und in dem Sinne interdependent sind, dass ihre Bedürfnisse und Ziele eine gegenseitige Beeinflussung bewirken. Eine Gruppe kann auch nur vorübergehend sein, Hauptsache ist, dass die Möglichkeit zu wechselseitigem Einfluss besteht (daher meist 2-6 Mitglieder). Meist spielt bei der Bildung/beim Beitritt als auch im Verlauf Ähnlichkeit eine Rolle.
  • Warum gibt es Gruppen? Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu Anderen (the need to belong) ist angeboren, daher widersetzt man sich der Auflösung von Beziehungen. Des Weiteren bedeutet es einen evolutionspsychologischen Vorteil, sich in Gruppen zu organisieren.
  • Was sind soziale Normen und soziale Rollen? Soziale Normen werden vermittelt und leiten das Verhalten, da sie definieren, welches Verhalten akzeptabel ist. Soziale Rollen sind gemeinsame Erwartungen innerhalb der Gruppe, wie Einzelne sich zu verhalten haben und hilfreich, um zu wissen, was man von wem zu erwarten hat.
  • Was ist Gruppenkohäsion? Gruppenkohäsion sorgt für die gegenseitige Bindung der Gruppenmitglieder untereinander und fördert Zuneigung. Je höher die Kohäsion, desto eher bleibt der einzelne in der Gruppe und nimmt an den Gruppenaktivitäten teil. Kohäsion steigt bei guten Leistungen und umgekehrt. Bei Aufgaben, die Zusammenarbeit erforderlich macht, erhöht Kohäsion die Leistung, allerdings kann sie Probleme bei Entscheidungen verursachen.
  • Was ist social facilitation (soziale Erleichterung)? Nenne eine passende Studie. Was hat die Schwierigkeit von Aufgaben für Auswirkungen auf social facilitation? Wodurch kommt eine erhöhte Erregung zustande? Nenne 2 passende Studien. Soziale Erleichterung bedeutet, dass die bloße Anwesenheit anderer Personen die individuelle Leistung verbessert. Bei einer Studie wickeln Kinder eine Angelschnur schneller auf, wenn andere dabei sind, als, wenn sie alleine sind. Allerdings lässt sich nur bei einfachen Aufgaben social facilitation nachweisen, bei schwierigen hingegen social inhibition. Eine Erklärung dafür ist, dass die Gegenwart anderer Personen die physiologische Erregung steigert. Unter diesen Umständen kann man gut gelernte Reaktionen ausführen, aber nichts Neues lernen bzw. Komplexes ausführen. Die erhöhte Erregung kommt zustande, da andere Menschen uns aufmerksamer machen, weil eine Reaktion erforderlich sein könnte. Außerdem leiden wir unter Bewertungsangst und andere Personen können eine Ablenken darstellen. Diese geteilte Aufmerksamkeit führt ebenfalls zu Erregung. Für die 3. Möglichkeit spricht, dass dieselben Effekte auch durch eine blinkende Lampe erreicht wurden. Für die 1. Möglichkeit spricht, dass auch Küchenschaben social facilitation zeigen, wenn sie von anderen Küchenschaben beobachtet werden.
  • Unter welchen Bedingungen kommt es zu social loafing (sozialem Faulenzen) und unter welchen nicht? Nenne eine passende Studie. Gibt es Geschlechtsunterschiede und kulturelle Unterschiede bei social loafing? Wenn individuelle Anstrengungen beurteilt werden können, führt dies zu einer Bewertungsangst und somit zu einer gesteigerten Erregung. Diese wirkt sich leistungssteigernd bei einfachen Aufgaben, aber leistungshemmend bei komplexen Aufgaben aus. Wenn individuelle Anstrengungen nicht beurteilt werden können, gibt es keine Bewertungsangst, so dass man sich entspannt fühlt. Dies führt zu einer eingeschränkten Leistung bei einfachen Aufgaben, aber zu einer Leistungssteigerung bei komplexen Aufgaben. Bei einer Studie bearbeiteten 2 Probanden zusammen einfache oder komplexe Labyrinthe. Einmal wurde die Einzelleistung bewertet und ein anderes Mal nicht. Die Tendenz zum social loafing ist bei Männern größer als bei Frauen und in individualistischen Kulturen höher als in kollektivistischen.
  • Was ist Deindividuation? Durch "Untergehen in der Menge" werden normale Verhaltenseinschränkungen beim Einzelnen gelockert, wobei es vermehrt zu impulsiven und von der gesellschaftlichen Norm abweichenden Handlungen kommt. 
  • Wie sehr wirkt sich das Versäumnis, wichtige Informationen zu teilen auf Gruppenentscheidungen aus? Wie kann man dem abhelfen? Bei einer Studie diskutierten Probanden darüber, welcher Kandidat gewählt werden soll. Einmal hatten alle dieselben Informationen und 83% aller Gruppen bevorzugten den objektiv besseren Kandidaten. Ein anderes Mal hatten alle Probanden unterschiedliche Informationen und nur 24% der Gruppen entschieden sich für den objektiv besseren Kandidaten, da Informationen nicht oft genug geteilt wurden. Vielmehr konzentrieren sich Gruppen auf die Informationen, die alle kennen. Wenn Diskussionen lange genug dauern, werden auch ungeteilte Informationen geteilt. Außerdem sollte man alle Mitglieder wissen lassen, dass eine bestimmte Person alleine für einen Bereich verantwortlich ist.
  • Was ist Groupthink und unter welchen Voraussetzungen kommt es dazu? Wie lässt sich Groupthink vermeiden? Groupthink ist eine Art zu denken, bei der das Aufrechterhalten der Kohäsion und der Solidarität der Gruppe wichtiger ist, als die Fakten realistisch zu betrachten. Voraussetzungen sind eine hoch kohäsive Gruppe, die Isolation der Gruppe von gegensätzlichen Meinungen und ein direktiver Leiter, der Wünsche offen mitteilt. Groupthink lässt sich durch einen unparteiischen Leiter, den Einbezug von Außenstehenden, eine Untergruppenbildung und eine geheime Befragung vermeiden.
  • Treffen Einzelne oder Gruppen risikofreudigere Entscheidungen? Was gibt es für Erklärungen? Gruppenentscheidungen sind risikofreudiger als Einzelentscheidungen, allerdings werden Entscheidungen generell extremer. Wenn die Anfangsentscheidung konservativ war, dann wird der Gruppenkonsens noch konservativer. Erklärungen dafür sind zu einen persuasive Argumente, also, wenn andere Mitglieder Argumente präsentieren, die man selbst noch nicht in Betracht gezogen hat und die die eigene Argumentation stützen und zum anderen soziale Vergleichsprozesse. Man überprüft, wie andere zu dem Thema stehen und vertritt dann eine Position, die noch ein wenig extremer ist, um gemocht zu werden.
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  • Erkläre die Great Person Theory und das Kontingenz-Modell im Zusammenhang mit Führung. Die Great Person Theory sagt aus, dass es eine Beziehung zwischen Persönlichkeit und Führung gibt. Allerdings wurden nur schwache Korrelationen festgestellt (Intelligenz, Machtbedürfnis, Charisma, Körpergröße). Das Kontingenz-Modell sagt aus, dass der Erfolg von aufgabenorientiertem/autoritärem oder beziehungsorientiertem/demokratischem Führungsstil situationsabhängig ist. Aufgabenorientierung ist bei niedriger und hoher Kontrolle überlegen, während Beziehungsorientierung bei mittlerer Kontrolle am wirksamsten ist.
  • Was ist ein soziales Dilemma? Nenne eine passende Studie. Wann wird eher kooperiert? Ein soziales Dilemma ist ein Konflikt, bei dem die vorteilhafteste Lösung für den Einzelnen, wenn sie von den meisten Anderen auch verfolgt werden würde, schädliche Auswirkungen auf alle hat. Bei einer Studie konnten 2 Probanden zwischen 2 Optionen auswählen. Je nach Kombination haben beide Verlust gemacht, beide gewonnen oder einer viel gewonnen und einer viel verloren. Bei èinem Spiel gibt es eher Kooperation mit einem Freund, mit dem man noch weiter interagieren wird. Außerdem wird eher in kollektivistischen Kulturen kooperiert und, wenn Individuen gegeneinander spielen als, wenn Gruppen spielen. Beliebt ist auch die Wie-du-mir-so-ich-dir-Strategie (tit-for-tat).
  • Sind Drohungen ein effektives Mittel, um Konflikte zu reduzieren? Nenne eine passende Studie. Bei einer Studie wurden 2 Probanden je einer Firma zugeteilt. Sie mussten einen Lastwagen von ihrer Firma zum Ziel fahren lassen und haben weniger Geld bekommen, je länger die Fahrt gedauert hat. Jede Firma hatte eine lange Ausweichroute und eine kurze einspurige Straße zur Auswahl. Das Spiel wurde noch mit Schranken variiert. Die Studie zeigt, dass Bedrohung immer zu einem Geldverlust für beide Seiten geführt hat, bei Ausbleiben von Bedrohungen wurden die beiden Firmen jedoch erfolgreicher.
  • Welche 3 Faktoren beeinflussen zusammenfassend Kooperation? Reziprozität beeinflusst die Kooperation. Wir behandeln Andere, wie sie uns behandeln. Dies hat einen evolutionspsychologischen Hintergrund, da man durch Teilen langfristig gewinnt. Außerdem wird Kooperation von der persönlichen Haltung beeinflusst. Menschen können eine kooperative, individualistische oder kompetitive Orientierung haben. Des Weiteren beeinflusst Kommunikation Kooperation. Kommunikation ist nicht in jedem Fall hilfreich, aber wenn entsprechende Normen gegeben sind.