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Haushaltsökonomie und Konsum (Subject) / HÖK (Lesson)

Vorlesung ELW

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  • Definition Haushalt im Sinne der HÖK primäre, sekundäre und tertiäre Versorgungssysteme   Institutionen der unmittelbaren Bedarfsdeckung und Bedrüfnisbefriedigung d.h. Organisation der ersten und letzten Produktions- und Konsumprozesse, die ihre Leistungen unterhaltswirtschaftlich (nicht erwerbswirtschaftlich) erbringen!
  • Hauptgegenstände der HÖK Privathaushalte Anstaltshaushalte
  • Problemkern der HÖK Die HÖK möchte einen Beitrag zum vernünftigen Gestalten , d.h. zum lösen wirtschaftlicher Probleme von Haushalten leisten
  • Zwei Aspekte des Wirtschaften Materieller Aspekt -->  Güterversorgung Formaler Aspekt -->  Entscheidung zwischen Alternativen
  • Arten der Güterknappheit Physiologisch (ständiger Energiefluss) Biologisch (begrenzte Lebensspanne) Soziokulturell (Konsumgüter, Positionen) Thermodynamisch (Entropie) ...bedingte Knappheit
  • Definition Wirtschaften Der vernünftige Umgang bei der Zielbestimmung und der Verwendung der Mittel der Bedarfsdeckung und Bedürfnisbefriedigung auf Grund der Güterknappheit
  • Was bedeutet "Haushalten als Wirtschaften" im positiven Sinne was im normativen Sinne? positiv Lebensziele formulieren, Mittel zur Zielerreichung gewinnen und Prozesse der Zielerreichung durchführen. Dies erfordert Entscheidungen über die Beschaffung, Pflege und Verwendung von Geld- Sach- und Humanvermögen normativ (nach E.Egner) "...das auf Verwirklichung eines Lebensstandards gerichtete vernünftige Handeln" Lebensstandard = angestrebtes Niveau der Lebenshaltung            -->historisch und sozial bestimmt --> ethische Qualität
  • Teilbereiche und Wissenschaftsziele der HÖK Begriffslehre - Beschreibung positiv Theorie - Erklärung/Prognose positiv Technologie - Anwendung praktisch-normativ Philosophie - Wertung ethisch-normativ
  • Bezugswissenschaften der HÖK Agrarökonomik/landw. Betriebslehre Arbeitswissenschaften/BWL Umweltökonomie VWL Anthropologie/Frauenforschung/Soziologie
  • "Blinde Flecken" des Wirtschaftskreislaufs Entstehung von Institutionen neben dem Markt Haushaltsproduktion und Familienfunktion Private Netzwerke, Verbände Hybride Systeme (kleine Familienunternehmen) Einbettung der Wirtschaft in Gesellschaft und Natur Strukturelle Identität von Produktion und Konsum Akteursrolle von Individuen und primären Gruppen Strukturgegebene Funktion von Haushalten und Familien Die einfache Gegenüberstellung von HH und Unternehmen ist nicht immer uneingeschränkt (U enstehen aus HH,...)
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  • Grundlegende Analyse- und Gestaltungskonzepte der HÖK Individualanalyse = Einzelner HH Sektoranalyse = Viele/Alle HH Mikroanalyse = ohne Umweltbeziehungen Makroanalyse = mit Umweltbeziehungen
  • 3 Möglichkeiten zur Kennzeichnung von Haushalten als sozioökonomische Systeme Ökonomisches System als Subsystem --> "Die Familie hat einen HH" HH als unterhaltwirtschaftliche Bedarfsdeckung einer Menschengruppe (Erich Egner) Soziales System als Subsystem --> "HH hat eine Familie" HHmitglieder als Zielsetzungsträger, Träger der Arbeitskraft und Adressaten der Haushaltsproduktion (Tschammer-Osten u. B. Seel) Gleichrangigkeit der Teilsysteme HH i.w.S. umfasst das soziale (=HHgruppe) und ökonomische System (=HHbetrieb). (Piorkowsky)
  • 6 Merkmale von Haushalten Zusammenhang von HHgruppe und HHbetrieb Zusammensetzung der HHgruppe Sozialbeziehungen innerhalb der HHgruppe Träger des HHbetriebs Ziele der HHgruppe bzw. des HHbetriebs Art der Versorgungsgüter Umfang der Versorgung Entscheidungsbildung innerhalb der HHgruppe
  • Definition personale Güter Vornehmlich in Privathaushalten in enger Orientierung an den Wünschen der HHmitglieder produziert und haushaltsintern ohne Entgelt abgegeben Güter nullter Ordnung, die aus Gütern höherer Ordnung hergestellt werden.   Bsp.: Mahlzeiten, Plege, Urlaubsreisen,...
  • Definition meritorische Güter in Anstaltshaushalten aufgrund politischer Entscheidungen für die Versorgung bestimmter Sekundärgruppen erstellt und unentgeltlich oder zu Preisen die unter Kosten liegen abgegeben
  • Haushaltsführungsstile Patriachalisch-autokratisch PA Patriarchalisch-kooperativ PK Familiär-gemeinschaftlich FG Demokrativ-diskursiv DD Egalitär-aufrechnend EA Individualitsisch-tauschorientiert IT Individualistisch-gefühlsbetont IG Konfus-fatalistisch KF
  • Innenfunktionen von HH Regenerationsfunktion --> Versorgung mit personalen Gütern Generative Funktion --> biologische Reproduktion Sozialisationsfunktion --> Werte- und Rollenvermittlung Platztierungsfunktion --> Statuszuweisung und Interessenvertretung
  • Außenfunktionen von HH Ökonomische Funktion --> Faktorangebot und Konsum Politische Funktion --> politische Steuerung Ökologische Funktion --> Umweltschutz
  • 2 Zugänge zu den Innenfunktionen der Privathaushalte Betrieblich Umsatzprozesse der Realgüter (=wirtschaftl. Güter --> Beschaffung, Lagerung, Verarbeitung,...) Umsatzprozesse der Nominalgüter (z.B. Geld --> Vereinnahmung von Geld, Kassenhaltung, Verausgabung) Prozessorientiert (Gelderwerb, Güterbeschaffung, Konsum,...) Faktororientiert (Personal-, Kapital-, Informations- und Materialwirtschaft) Sozial Biosoziale Funktion der Familie Materielle Unterstützungsfunktion der Familie --> Bildung und Erhaltung von Humanvermögen durch Versorgungs-, Pflege- und Erziehungsleistungen. Regeneration als grundlegende Innenfunktion.
  • Welche Institutionen stellen nach dem Institutionen-Güter-Schema nach Zapf welche Güter bereit? Märkte --> private Güter Staat --> öffentliche Güter Assoziationen --> kollektive Güter Haushalte --> personale Güter
  • In welchen Merkmalen unterscheiden sich öffentliche von personalen Gütern? Individuelles Eigentumsrecht (nicht möglich - eingeschränkt möglich) Nutzenanfall beim Konsum (kollektiv-streuend - individuell/familial) Ausschlußprinzip des Marktes (kann nicht gelten - soll nicht gelten) Konsumfreiheit (gilt nicht - eingeschränkt) Abgabepreis/Preipolitik (Null - Null) Anbieter/Produzent (Staat - Privathaushalt)
  • 4-Phasen-Modell der klassischen HHentwicklung einer Kleinfamilie Gründung Expansion Kontraktion Auflösung
  • Kennezeichne den Funktions- und Strukturwandel angesichts des säkulären Funktionswandels von der Agrargesellschaft über die Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft. Selbstversorger-Großhaushalts-Familien Güterversorgung beruht auf agrarischer Produktion HHgruppe zahlenmäßig groß aus Familie und Familienfremden weitgehend unabhängig von Arbeits- und Gütermaärkten Dienstleistungshaushalt Kernfamilienhaushalt HHproduktion bezieht sich überwiegend auf hauswirtschaftl.Dienste Landw. Produkte und Sachgüter werden am Markt nachgefragt Vergabehaushalte/Privathaushalte Häufig ohne Kinder Lagern sowohl Sachgüterproduktion als auch Dienstleistungen in erheblichem Umfang aus  
  • Statistische Indikatoren für den Funktionswandel der Haushalte Zunahme der Kleinhaushalte Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit Unternehmerhaushalte Rückgang der Nettoproduktionsrate
  • 4 Komponenten des Haushaltsverhaltens 1. Objektive Situation der Person --> Beobachtbare Bestimmungsgründe des Verhaltens 2. Subjektive Persönlichkeitsmerkmale --> nicht beobachtbare Bestimmungsgründe des Verhaltens 3. Handlungen (Verhalten i.e.S.) --> Handlungen der HHmitglieder als Ergebnis der objektiven und subjektiven Bestimmungsgründe des Verhaltens 4. Bewertungen --> nicht beobachtbare Ergebnisse des Verhaltens im Individuum, wobei es sich um Bewertungen der Handlungen und Handlungsergebnisse handelt
  • Mögliche Zielbeziehungen Antinomie = Ziele schließen sich gegenseitig aus Konkurrenz = Ziele behindern sich gegenseitig Komplementarität = Ziele fördern sich gegenseitig Indifferenz = Ziele beeinflussen sich nicht
  • Ziel der Haushaltsanalyse und -beratung Rationalität in den Haushalt bringen Mit Hilfe qualifizierter Methoden einen Beitrag zu vernünftigen Gestalten d.h. zum Lösen wirtschaftlicher Probleme leisten --> Problemkern HÖK
  • Konzept der haushälterischen Vernunft nach Erich Egner Grenzt das Konzept der haushälterischen Vernunft von der der ökonomischen Rationalität ab. Wirtschaftlichkeit ist laut Egner kein Maßstab für die Beurteilung von Sinnerfüllung oder -verfehlung von Wirtschaften Als Maßstab setzt er das Haushalten als das am materialen Sinn der Wirtschaft orientierte Handeln, das hinter allem erwerbswirtschaftlichen Tun steht. Haushalten ist das auf die Verwirklichung eines Lebensstandards gerichtete vernünftige Handeln (normativ) Die nur formale wirtschaftliche Vernunft wird durch eine materiale ergänzt (material = zielt auf Inhalte der Ziele und Mittel ab, nicht auf die Form ökonomischen Handelns)
  • Konzept der haushälterischen Verantwortung nach R. von Schweitzer Konkretisiert die haushälterische Vernunft (nach Egner) als haushälterische Verantwortung personale und existenznotwendige familiale soziale Prädikative Lebensstandards = Leitbilder für die persönlich zu gestaltenden Lebenskonzepte
  • Konzepte der Haushaltproduktion HP1 - Mikroökonomik/Haushaltsmanagement --> Entscheidungen über die Befriedigung der Bedüfnisse und die Verteilung des Budgets auf die Bereiche der Bedürfnisbefriedigung HP2 - Soziologie/Eigenproduktion --> Produktion von nahen Marktsubstituten z.b. Pullover, Renovierung,... HP3 -HWW/normale tägliche Haushaltsarbeit --> Endkombination fast aller konsumierbaren Güter HP4 - neo-klassische Mirkoökonomie --> Produktion aller Nutzenstiftungen inkl. Arbeitskraft, Gesundheit, Schlaf, Nachwuchs
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  • Zwei verschiedene Ansätze zur Bewertung von Hausarbeit Outputorientierter Ansatz Umsatz - Vorleistungen (Wertschöpfung) Bewertung der HHprodukte mit Preisen für Marktalternativen Ermittlung und Subtraktion des Wertes der Vorleistungen = Wertschöpfung der Hausarbeit Inputorientierter Ansatz Zeitinput x Wertfaktor Liste der Haushaltsarbeit Ermittlung der Dauer der HHarbeit Bewertung des Zeiteinsätze
  • Probleme beim a) outpuorientierten b) inputorientierten Ansatz zur Bewertung von Hausarbeit a) Umsatz - Vorleistungen Probleme: Was sind HHendprodukte? Was sind Marktalternativen? Was ist die Qualität der HHarbeit? Wie werden die Abschreibungen ermittelt? b) Zeitinput x Wertfaktor Probleme Produktivität der HHarbeit Qualifikation für die HHarbeit Wertansatz für die Arbeitsleistungen
  • Möglichkeiten zur Ermittlung der Wertansätze für Hausarbeit beim inputorientierten Ansatz der Bewertung der Hausarbeit Opportunitätskosten --> entgangenes persönliches Erwerbseinkommen Generalistenansatz --> Lohnsatz für hauswirtschaftliche Fachkraft Spezialistenansatz --> synthetischer Lohnsatz für Einzeltätigkeiten
  • Kriterien zur Unterscheidung von Produktion und Konsum 1. Drittpersonenkriterium Alles was eine andere Person für mich erledigen kann hat den Charakter von Arbeit. Was ich selber tun muss ist Konsum. 2. Nutzenstiftung als Kriterium Alles was unmittelbar einen Nutzen stiftet, also Zweckcharakter hat, ist Konsum. Alles was Mittelcharakter hat ist Arbeit. Bsp.: tägliches Kochen ist Arbeit, Kochen als Hobby ist Konsum
  • Arten der Haushaltsproduktion Haushaltsmanagement = Zielbildung und Zielsetzung in extensiven Entscheidungsprozessen zu grundlegenden Fragen der Lebensgestaltung Marktbezogene Haushaltsproduktion = Aktivitäten zur Zielerreichung durch externe Güterbeschaffung und Güterabgabe Haushaltsinterne Produktion = Aktivitäten zur Zielerreichung durch Kombination der beschafften Vorleistungen mit Haushaltsarbeit