Einführung in die qualitative Sozialforschung (Subject) / Pragmatismus (Lesson)

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  • Eine oder mehrere Methodologien? - Positivismusstreit + Werturteilsstreit  --> Kann es eine universelle Methodologie der empirischen Forschung geben?   - Kritischer Rationalismus: Methodenmonismus Methodischen Zugänge sind gleich - Kritische Theorie, Phänomenologie, Pragmatismus: Methodendualismus
  • Eine oder viele Realitäten - Kritischer Rationalismus > Existenz einer realen Welt unabhängig bom erkennenden Subjekt > Popper: "Erste Welt" > metaphysische Annahme, weder logisch noch empirisch beweisbar (axiomatische Setzung) - Pragmatismus (auch andere Ansätze) > multiplen Realitätsverständnis: erfahrbare Welt stellt sich abhängig vom Handlungskontext unterschiedlich dar > weder logisch noch empirisch beweisbar
  • Der Pragmatismus - Ausgangslage - Entstehung: 1870 --> vor dem kritischn Rationalismus + logischer Empirismus - Europäische Einflüsse (Dialektik) - Einfluss auf die amerikanische Pädagogik - Prägend für die Theorie- und Methodenentwicklung der Chicagoer Soziologie  
  • Charles S. Peirce - amerikanscher Mathematiker + Logiker - Begründer des Pragmatismus - Entwickelt das Schlussverfahren der Abduktion zur Erklärung er Möglichkeit neuer Erkenntnis - Bedeutungslehre (Semiotik)
  • William James - Philosoph + Sozialphsychologe - Hauptwerk: "The principles of psychology" - Machte den Pragmatismus in zahllosen Vorlesungen und Vorträgen populär - Gegner von Peirce
  • John Dewey - Philosoph und Pädagoke - Lehrte an der Chicago School - "refley-arx-These" - Begründete den "empirischen Naturalismus"
  • George Herbert Mead - Philosoph + Soziappsychologe - Bekanntestes Werk: "Geist, Identität und Gesellschaft" - Bedeutung von signifikanten Gesten und von Generalisierten Anderen für die Interaktion erkannt - Konzept der Objektivität von Perspektiven
  • Zentrale Aussagen des Pragmatismus - Bestreitet universalistischen Wahrheitsbegriff > Die Bedeutung einer Sache liegt in den Konsequenzen, die sich aus ihr im praktischen Handeln ergeben > Weil diese Konsequenzen aber erfahren werden müssen und Erfahrung immer perspektivisch gebunden ist,  > kann der Anspruch auf eine universelle Wahrheit nicht aufrecht erhalten werden - Erkennendes Subjekt + Umwelt stehen in im Verhältnis eines differenzhaltigen Kontinuums zueinander - Alltagliches Problemlösen + Erkenntnisgewinn = graduell verschieden
  • Reiz und Reaktion als Handlungseinheit Kerzen-Beispiel bei Dewey - Reiz + Reaktion = nicht seperate Einheiten --> wechselseitig konstituierende Phasen einer Handlung - aktives Wahrnehmen + Interpretation = Wirkung des Reiz - Trennung schwierig, weil "Ursachen" nicht aus sich selbst ehraus wirken, sondern im Handeln der Akteure rezipiert werden
  • Was ist Abduktion? - keine streng logischen Schlüsse - spezifischer Fall von Wahrnehmungen, die nicht mit den vorhandenen Erfahrungen erklärbar sind - Wahrnehmungen werden in einem Prozess probeweise gedeutet, begzeichnet und in das handlungspraktische Wissen integriert - vom Resultat werden dann auf Regel geschlossen, welche und ob sie zuverlässig sind, wird im Handeln überprüft - nicht auf wissenschaftliche Erkenntnis beschränkt
  • Was soll Abduktion leisten? - neues auf logisch und methodisch geordnetem Weg finden zu können - Aufhebung der Trennung der Logik der Entdeckung + Logik der Rechtfertigung (von Popper und Reichenbach)
  • Logic of inquiry (Dewey) 1. Praktisches Problem  2. Problemformulierung  3. tentative Entwicklung von Problemlösungen --> "abduktiver Blitz", suggetstions, ideas, data 4. reasoning 5. Experiment 6. Lösung
  • Methodologische Konsequenz einer pragmatischen Forschungshaltung - Prozessuale Integration von Datenerhebung, - analyse und Theoriebildung - Verzicht auf Vorstellung von Wahrheit im Sinne von Korrespondenz mit der Wirklichkeit - Fokus auf Theoriebildung
  • Pragmatismus vs. Kritischer Rationalismus - Pragmatismus - 1. Wirklichkeit notwendig perspektivisch gebunden 2. Kontinuität von Subjekt und Umwelt 3. Kontinuität zwischen alltäglicher und wissenschaftlicher Erkenntnis 4. Ausgangspunkt: Heuristiken des Problemlösens 5. Fokus auf abduktiven Erkenntnisprozessen und Theoriebildung
  • Pragmatismus vs. Kritischer Rationalismus - Kritischer Rationalismus - 1. Universelle Wirklichkeit 2. Dualistisches Subjekt-Objekt-Konzeot 3. Unterschied zwischen alltäglicher und wissenschaftlicher Erkenntnis 4. Ausgangspunkt: Logisch einwandfreihe Schlussverfahren 5. Fokus auf nomologisch-deduktivem Hypothesentest