Einführung in die qualitative Sozialforschung (Subject) / Wissenschafts- und Erkenntnistheorie 1 (Lesson)

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Jörg Strübig

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  • Grundannahme empirischer Wissenschaften Annahme: Es gibt eine nicht allein vom Beobachter abhängige Wirklichkeit.  - wird vom radikalen Konstruktivismus + Idealismus bestritten - für alle anderen: kleinster gemeinsamer Nenner --> dennoch konkurierende Ansichten über Beschaffenheit und Beobachtbarkeit + Rolle von Beobachter
  • Der Anspruch der Wissenschaft "Wenn Wissenschaft Aussagen über Realität macht, dann bedeutet 'Wahrheit' die Übereinstimmung dieser Aussage mit der Realität" - Welche Realitätsauffassung ist die zutreffende? - Überprüfbarkeit des Wahrheitspostulats? - Geht es in den Wissenschaften überhaupt um Wahrheit?  
  • Kritischer Rationalismus - Begründer - Hauptwerk? - Zentrales Prinzip kritisch rationaler Forschungsmethodologie? - Karl R. Popper - "Logik der Forschung" - Zentrales Prinzp: "Alle Aussagen einer empirischen Wissenschaft müssen - sofern sie unzutreffend sind - prinzipell an der Erfahrung scheitern können."
  • Was ist empirisches Forschen? --> Hypothesen und Theoriesysteme aufstellen --> an der Erfahrung durch Beobachtung und Experimente überprüfen
  • Zentrales Prinzip kritisch-rationaler Forschungsmethodologie führt zu 3 Konsequenzen: 1) Es können in erfahrungswissenschaftlichen Aussagen nur Begriffe benutzt werden, die sich auf die erfahrbare Realität beziehen 2) Erfahrungswissenschaftliche Aussagen müssen sich auf erfahrbare Zusammenhänge beziehen 3) Aussagesätze müssen so formuliert werden, dass sie falsifizierbar, also widerlegbar sind
  • All-Sätze - nomologische Aussagen - Beispiel: "Alle Soziologiestudenten der Uni Tübingen können gut Beobachtungsprotokolle schreiben" - Nicht verifizierbar (durch Überprüfung die Richtigkeit einer Sache bestätigen) - ABER: Ein negativer Fall reicht zur Falsifikation (durch einen logischen Beweis widerlegen)
  • Es-gibt-Sätze - Existenzaussagen - Beispiel: Es gibt schwarze Schwäne - Verifizierbar, aber nicht falsifizierbar
  • Abgrenzungskriterium empirischer Wissenschaften - Hypothesen, Theorien sollen über die Realität eines Gegenstandsbereichs informieren - Sie müssen an dieser Realität scheitern können - Dadurch werden empirische Theorien von anderen wissenschaftlichen Aussagesystemen abgegrenzt --> keinen umfassenden Geltungsanspruch
  • Begriffe definieren = in Sprache gefasse Realität - nicht alle Arten von Begriffen sind zur Beschreibung und Erklärung empirischer Phänomene geeignet - 2 Arten: - logische Begriffe - empirische Begriffe
  • Logische Begriffe - sind ohne Bezug auf die Wirklichkeit für jeden verständlich - bezeichnen keine realen Dinge - Bedeutung wird vorausgesetzt - Beispiel: nicht, oder, wenn, dann
  • Empirische Begriffe - müssen definiert werden damit sie in wissenschaftlichen Sätzen sinnvoll verwendet werden können - außerlogisch (logisch!) - in der Forschung zu präzisieren - geschieht in sog. Nominaldefinitionen - Beispiel: Stadt, Partei, politisches Verhalten
  • Nominaldefinitionen - 2 Komponenten > Definiendum: der neue Begriff, um dessen Festlegung es geht > Definiens: Begriffe, die den Inhalt des Difiniendums darstellen - Unproblematischer, als es ist: > Definiens können auch wiederum eine Nominaldefinition gebrauchen - Gegensatz: Realdefinition Beansprucht das Wesen einer Sache zu bezeichnen --> unbrauchbar in der empirischen Wissenschaft