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Geschichte der Psychologie (Subject) / 4. Aufklärung (Lesson)

4. Grundlagen der Psychologie in der Aufklärung

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  • Neue Wege zur wissenschaftlichen Erkenntnis Rationalismus und Empirismus- Befreiung von kirchlichen Dogmen, Irrlehren und Vorurteilen - Neue methodische Ansätze zum Erkenntnisgewinn rationales Denken (Spekulation (Betrachtung), Rhetorik, Argumentation, Logik, Kritik)  empirische Untersuchungen (Efahrung) als planvolle und sorgfältige Beobachtung, Aussagen durch Beobachtung stützen - Theoretische Ansätze zur Erklärung der zwei Welten Körper und Geist  - Rationalismus (in beiden Welten vorgegebene Ordnung und Vernunft) - Empirismus (nichts ist vorgegeben, was ist, lehrt die Erfahrung)
  • Kritisches Urteil und Beobachtung (Bacon) Francis Bacon "Wissen ist Macht" - Empirische Methode (systematische Beobachtung -> Experiment) - Vorläufer des Britischen Empirismus und damit Begründer einer modernen WissenschaftHauptwerke: Methodenlehre der Wissenschaft (1620), Erster Versuch einer Universalenzyklopädie (1623)Anschaulicher, farbiger Schreibstil
  • René Descartes' Lehre von den zwei Welten Dualismus von Körper und GeistGeist und Materie sind verschiedene Substanzen und sie wirken aufeinander ein. Wenn man mit der Nadel in den Finger sticht, werden Signale ins Gehirn geleitet und dort muss es eine Stelle geben wo das Gehirn auf den immateriellen Geist wirkt. Und umgekehrt. "Ich denke, also bin ich" Verbindungsstelle zwischen Körper und Geister: Zirbeldrüse am Hirnstamm. Informationsträger: Lebensgeister (gashaltige Flüssigkeit)-> Reflexbogen und Wahrnehmung
  • Leopoldina 1687Älteste existierende naturforschende Akademie der Welt. 
  • Mystik Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit. (Bemühungen um diese Erfahrung)Fortsetzung der Tradition des Irrationalismus und des Subjektivismus. z.B. Jacob Böhme (schwärmte von geheimnisvoller, überirdischer Welt der Vollkommenheit)Denken in Gegensätzen, die auch Gleichzeitigekeit aufweisen.- Gut / Böse (wildes Tier) - Engel / Tier (Mensch) - Mann / Frau (Hermaphrodit) Bedürfnis nach ganzheitlicher Erkenntnis
  • Rationalismus Der Welt liegt einer (Vernunft)-Ordnung zugrunde. Sittliches Handeln ist auf Vernunft zu gründen. Gegensatz von Subjekt (Erkennendes Ich) und Objekt. Ordnung der Welt besteht auch ohne erkennendes Subjekt. Rolle der Empirie nur von begrenztem Wert. (vor allem äussere Beobachtung) Erfahrung bleibt blind, wenn sie nicht durch Prinzipien geleitet wird. - sinnliche Erfahrung zeigt bloss ein Nacheinander - erst Prinzip der Kausalität schafft Ursache und Wirkung
  • Monadenlehre von Leibniz Leibniz: deutscher Philosophe, Wissenschaftler, Mathematiker, usw.Hauptwerk: Monadenlehre (1714) Die Welt gliedert sich in unendlich viele Einheiten (Monaden: alle körperlichen Lebewesen, sowie Geistmonaden) Monaden sind Zentren mit Eigendynamik, dennoch fügen sich alle Monaden zu einem harmonischen Ganzen, da sich in jeder das gesamte Universum spiegele.  die ganze Welt ist beseelt. 
  • Seelenlehre von Christian Wolff Enzyklopädie (1720) "Philosophie aller möglichen Dinge" -> erstes deutsches Lehrbuch mit psychologischen Fachbegriffe Liste der wissenschaftlichen Disziplinen, Psychologie ausdrücklich vermerkt als: Seelengeschichte = empirische Psychologie, Erfahrungsseelenkunde Seelenwissenschaft = rationale Psychologie (aus heutiger Sicht: Spaltpilz für die Fachentwicklung) wesentliche Verdienste an Etablierung der Psychologie - Vorstellung ungewöhnlicher psychologischer Erscheinungen (Rechenkünstler) - neue Fragestellungen und theoretische Fragen - Verhältnis von Vorstellung und Sprache Phänomen des automatischen Sprechens
  • Britischer Empirismus Empirismus basiert darauf, dass alle Erkenntnis auf Erfahrung beruht. Es gibt keine Erkenntnis bevor nicht entsprechende Erfahrungen gemacht worden sind. Zwischen Denken und Wahrnehmen kein wesentlicher Unterschied. Welt ist Körperwelt, besteht aus Ansammlung von Tatsachen. Der menschl. Geist erhält durch seine Sinne Kenntnis dieser Tatsachen. Keine übergeordnete Ordnung vorhanden.Hinwendung zum menschlichen Geist- Konsequente Abkehr von der Metaphsyik (Ende der Ontologie) - Mensch als Mass aller Dinge
  • 3 wesentliche Vertreter des britischen Empirismus (17. - 18. Jhd) John Locke George Berkeley David Hume
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  • John Locke "tabula rasa" Der Mensch hat keine angeborenen oder sontige vorgegeben Gedanken. Am Anfang ist alles leer im Kopf. Die menschliche Erkenntnisfähigkeit ist begrenzt, aber nützlich. Sämtliche Inhalte des Geistes (Bewusstsein) unter dem Begriff "idea" gefasst.  Erkenntnis in vier Stufen Sinneserfahrung erzeugt partikulare Ideen partikulare Ideen werden durch Abstraktion verallgemeinert abstrahierte Ideen werden mit Wörtern benannt Wörter lassen sich zu Sätzen verbinden -> Diskurs Arten geistiger Tätigkeit sensation (passiv, äussere Sinneserfahrung) refleciton (aktiv, innerer Sinn, Selbstbeobachtung, Denken) Klassifikation von Ideen einfache (unmittelbar greifbar) komplexe (aus den einfachen abgeleitet, gliedern sich nach Modi, Substanzen und Relationen)
  • David Hume Als alleiniges Prinzip geistiger Ordnung sah Hume die Assoziation. - Ideen können einander anziehen (analog zur Gravitationstheorie) - bilden Ideenverbände und komplexe Ordnungen - Prinzipien der Verbindung (Ähnlichkiet, raum-zeitliche Nähe, Kausalität)Das Kernstück der Erkenntnistheorie ist die Kausalanalyse: die Untersuchung über Art und Weise, wie kausale Verknüfpungen zwischen Ursachen und Wirkungen hergestellt werden. Dass diese hergestellt werden und somit Produkte der menschlichen Einbildungskraft sind, ist bereits eine zentrale Aussage Humes und eine Absage an eine klassische Metaphysik, die beansprucht, nach dem Wesen der Dinge zu forschen.
  • Assoziationstheorien (4) Elementarismus (Zerlegung des Bewusstseins in kleinste Einheiten) Sensualismus (Herkunft aller Erkenntnis aus den Sinneserfahrungen) Mentalismus (Berkeley, nur Ideen, keine darüber hinaus gehende Realität) Assoziationismus (Mechanische Ideenverbindung)
  • Aufklärung 17. -18. Jhd. (fliessend) Beginn in der Renaissance und ReformationAufklärung als Überwindung der mittelalterlichen Scholastik    Kampf gegen Dogamtismus (unumstössliche Meinungen) nicht nur erkenntnis-, sondern auch sozialkritische Ideen Vertreter überwiegend aus Bürgertum, nicht Adel oder Klerus Trends Säkualisierung (Verweltlichung) Demokratisierung Liberalismus  
  • Politische Ereignisse während Aufklärung Unabhängigkeitserklärung USA (1776) Französische Revolution (1789 - 1799)
  • Popularphilosophie Richtung der Aufklärungsphilosophie welche die Lehren der Philosophie und Wissenschaft in gemeinverständlicher klarer Form zu verbreiten strebt. 
  • Materialismus und Feinmechanik Krasse Gegenbewegung zu Scholastik (Ursprung aller Bewegung ist Gott)Erfolge der Feinmechanik Erfindung der Uhrfeder Gestirnmodelle federgetriebene Modelle von Mensch und Tier Uhrenmetapher: Gott als Beweger wird entbehrlich, Mensch "eine besonders kunstvolle Maschine" besonders in Frankreich radikale Atheisten und Materialisten. (Julien Offray) "Mensch als Maschine"
  • Okkultismus Die Aufklärung bekämpft Glauben an überirdische Erscheinungen.    heftiger Streit um die Existenz körperloser Geister elektrische und magnetische Erscheinungen noch rätselhaft Entstehung: lat. okkultus (verborgen), Phänomene deren Untersuchung die etablierten Wissenschaften aufgegeben haben. Psychologie besonders betroffen Ziel: Aufklärung übernatürlicher Erscheinungen Charles Bonnet - verschiedene Reiche neben dem Menschenreich - menschiche Seele unsterblich, lebt als Geist fort, aus ganz feinem Stoff, für Auge unsichtbar.  - Erfahrungsberichte von Geistererscheinungen Christian Hennings - strenge Kriterien für Anerkennung von Geistererscheinungen      
  • Praktische Psychologie Im aufstrebenden Bürgertum Lehren für das Privatleben gesucht. Moralphilosophie (Gestaltung und Bewertung der Lebensführung) Psychagogik (Anleitung zur richtigen Behandlung von Menschen) Philanthropismus (Menschenfreundlichkeit= Psychognostik (Menschenkenntnis) Tradition der Zeichendeutung in der Vorhersage Wahrsagen Astrologie Chiromantie (Handlesen) Psychognostik Physiognomik (Seelenzeichenkunde, vor allem an Kopf und Gesicht) Pathognomik (Bewegungsanalyse) Graphologie (Handschriftendeutung)
  • Phrenologie Pseudowissenschaft, die menschliche Charaktere aufgrund der Eigenschaften des Schädels erklären wollte. (Franz Josef Gall)
  • Magazin zur Erfahrungsseelenkunde "Gnothi Saution" (erkenne dich selbst) Magazin, psychologische Zeitschirft, Karl Philipp Moritz Seelennaturkunde (Berichte über seelische Erscheinungen wie Sehen bei Taubstummen, Verwendung von Pronomen, Träume und Vorahnungen Seelenzeichenkunde (Typeneinteilungen, Charaktermerkmale) Seelenkrankheitskunde (Fallschilderungen normabweichenden Verhaltens) Seelenheilkunde (mögliche Heilverfahren (z.B. Kaltwassergüsse) Psychologischer Roman (Anton Reiser) -> Einfluss auf die Popularpsychologie