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Controlling für Einsteiger - IHK (Subject) / 4. Kostenrechnung (Lesson)
4.2. Differenzierung von Kosten nach unterschiedlichen Kriterien
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- 01. Wie lassen sich Kosten differenzieren? 1. Nach Art ihrer Beschäftigungsabhängigkeit 2. Nach Art ihrer Zeitabhängigkeit 3. Nach Art der Verrechnung 4. nach Art der Zurechenbarkeit 5. nach Art der Herkunft der Kostengüter
- 02. Welche Kosten sind beschäftigungs- und/oder zeitabhängig? 1. variable Kosten: Sie ändern sich innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, wenn sich innerhalb dieses Zeitraumes die Ausbringungsmenge ändert. 2. fixe Kosten: sie bleiben innerhalb eines bestimmten zeitraumes unverändert, auch wenn sich innerhalb dieses Zeitraumes die Ausbringungsmenge ändert (Kosten für die Aufrechterhaltung der Betriebs- und Leistungsbereitschaft). Jegrößer der betrachtete Zeitraum, desto mehr werden fixe Kosten zu variablen Kosten. Langfristig gesehen, sind alle Kosten variable Kosten. 3. Intervalfixe (sprungfixe) Kosten: sie bleiben innerhalb bestimmter Beschäftigungsintervalle unverändert und steigen/fallen nur an den Grenzen auf das nächsthöhere/-niedrigere Niveau. Ab einer bestimmten Ausbringungsmenge steigen die Kosten sprunghaft an, z.B. durch Erweiterung der Kapazität. Danacah bleiben die Kosten bei einer weiteren Erhöhung der Ausbringungsmenge vorerst konstant bis zu der Menge, ab der wieder eine kapazitätserweiterung notwendig wird. Sprungfixe Kosten sind darauf zurückzuführen,, dass Anlagen, Betriebsmittel und personelle Kapazitäten nicht teilbar sind, sondern nur in ganzen Einheiten verändert werden können.
- 03. Welche Kosten sind nach Art der Verrechnung bzw. der Zurechenbarkeit differenzierbar? 1. Einzelkosten oder auch direkte Kosten (immer variable Kosten): Dies sind unmittelbar einzelnen betrieblichen Leistungen (Kostenträgern) oder Arbeitsstellen (Kostenstellen) nach dem Verursachungsprinzip zurechenbare Kosten. (Beispiel: Materialkosten = Kostenträgereinzelkosten, Abschreibungen auf Einrichtung eines Arbeitsplatzes = Kostenstelleneinzelkosten) 2. Gemeinkosten oder auch indirekte Kosten: Dies sind nicht unmittelbar sondern nur indirekt einzelnen Kostenträgern bzw. Kostenstellen zurechenbare Kosten (Beispiel: Gehälter der Verwaltung = Kostenträgergemeinkosten, Gebäudekosten = Kostenstellengemeinkosten). Nach dem verursachungsprinzip sind diese Kosten oftmals nicht eindeutig einer einzelnen Produkteinheit oder Kostenstelle zurechenbar. Diese Kosten werden mit Hilfe von Bezugsgrößen/Verrechnungsschlüsseln auf Kostenträger und Kostenstellen verteilt. 3. Unechte Gemeinkosten: Dies sind Einzelkosten, die wie Gemeinkosten behandelt werden. Die Verrechnung auf einzelne Kostenträger ist zwar möglich aber ökonomisch nicht sinnvoll (z.B. Schrauben, Lack oder Leim ind der Möbelindustrie) 4. Grenzkosten: grenzkosten entstehen (entfallen) zusätzlich, wenn die Ausbringungsmenge um eine Einheit erhöht (verringert) wird. Grenzkosten sind daher auch immer variable Kosten. (Fixkosten plus variable Stückkosten = Kosten)
- 04. Welche Kosten unterscheiden sich nach der Herkunft der Kostengüter, z.B. Dienstleistungen? 1. Primäre Kosten: Dies sind Kosten für Produktionsfaktoren, die das Unternehmen von Beschaffungsmärkten bezieht (Löhne, gehälter, Materialkosten, Zinsen, Abschreibungen, etc.) 2. Sekundäre Kosten: Kosten für innerbetriebliche Leistungen, die jene Kostenstellen tragen müssen, die entsprechende Leistungen empfangen (z.B. Kosten für Hausmeister, Reparaturwerkstatt, IT, etc.) Merke: Endkosten fallen nur bei Hauptkostenstellen an.
- 05. Zeichne den Zusammenhang zwischen beschäftigungs- bzw. zeitabhängigen Kosten und ihrer Zurechenbarkeit auf. Beschäftigung- und Zeitabhängigkeit Variable Kosten + Fixkosten = Gesamtkosten | \ | Zurechenbarkeit Einzelkosten + Gemeinkosten = Gesamtkosten
- 06. Wie lassen sich Kosten nach dem Zeitbezug der verrechneten Kosten differenzieren? 1. Istkosten: Effektiv angefallene Kosten. Bei der Istkostenrechnung werden effektiv in der Vergangenheit bereits angefallene Kosten auf die Produkte verrechnet, z.B. Kosten des Vormonats werden im Folgemonat umgelegt 2. Normalkosten Normalkosen werden aus dem Durchschnitt der vergangenen Istkosten errechnet. Es wird mit Normalkosten geplant. 3. Plankosten Hier wird in die Zukunft geplant anhand von Kostenplanungen auf Basis der aktuellen Rahmenbedingungen und üprognosen
- 07. Welche Vor- und Nachteile hat die Istkostenrechnung? + Effektiv angefallenen Kosten werden verrechnet + Es ist eine guite Nachbetrachtung/Nachkalkulation möglich - zufällige Schwankungen von Preisen und Mengen wirken voll auf das geplante Ergebnis - Keine Kostenkontrolle durch sollgrößen (Richtwerte) möglich - Schwerfälligkeit der Planung durch laufend zu aktualisierende Kalkulationssätze
- 08. Welche Vor- und Nachteile hat die Normalkostenrechnung? + Glättung von Zufallsschwankungen - Keine exakte Nachbetrachtung, da nur mit Durchschnittswerten geplant wird - Kostenkontrolle nur mit Hilfe durchschnittlicher Istwerte = eher als Orientierungsrahmen geeignet
- 09. Worin liegen die Vorteile der Plankostenrechnung? + genauere Planung von Kosten auf Basis der aktuellen Rahmenbedingungen und Prognosen + Kostenvorgaben durch technische Berechnungen, Schätzungen, etc. + immer wieder Kostenkontrolle durch Vergleich von Soll- und Istkosten möglich
- 10. Wie lassen sich Kosten nach dem Umfang der auf die Kostenträger verrechneten Kosten differenzieren? 1. Vollkostenrechnung Verrechnung aller Kosten auf die Kostenträger (Vorteil: Vollständigkeit; Nachteil: Aufschlüsselung von Gemeinkosten entspricht nicht dem Verursachungsprinzip, entscheidungsrelevante Kosten werden nicht ausgewiesen) 2. Teilkostenrechnung Verrechnung nur der variablen Kosten auf die Kostenträger, fixkosten werden en bloc verrechnet. Entscheidungsrelevante Kosten werden eingerechnet, gelten aber immer nur für bestimmte Entscheidungssituationen (meist Preis- oder Produktionsentscheidungen)
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- 11. Welche Kombinationsmöglichkeiten der Merkmale einer Kostenrechnung ergeben sich (Kostenrechnungssysteme)? Zeitbezug Vergangenheit Zukunft Art d. Verrechnung Istkosten Normalkosten Plankosten Vollkostenrechnung Istkostenrechnung auf Vollkostenbasis Normalkostenrechnung auf Vollkostenbasis Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis Teilkostenrechnung (flexible Kosten) z. B. für Zusatzaufträge Istkostenrechnung Auf Teilkostenbasis Normalkostenrechnung Auf Teilkostenbasis Plankostenrechnung Auf Teilkostenbasis = Deckungsbeitragsrech.
- 12. Wie kann man Kosten noch differenzieren außer nach Zeitbezug und Umfang? 1. Nach Art der verbrauchten Produktionsfaktoren Personalkosten, Materialkosten, Dienstleistungskosten, Steuern, Gebühren, Beiträge 2. Nach betrieblicher Funktion Beschaffungskosten, Fertigungskosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten 3. Nach Kostenträgern Kosten für Produkt 1, Kosten für Produkt 2, etc. außerdem nach Vertriebswegen, Vertriebsregionen, Kundengruppen, etc.
- 13. Welche Aufgabe fällt dem Controlling in Bezug auf Kosten zu? Es ist Aufgabe des Controllings, die Kosten möglichst anhand aller genannten Kriterien aufzubereiten, um den Entscheidern im Unternehmen jeweils situationsbezogen die notwendigen Informationen liefern zu können.
- 03a. Was sind Kostenträger? Der Kostenträger beschreibt einen bestimmten Ausgabenzweck, d. h. wofür verschiedene Arten von Ausgaben (= Kosten) im Unternehmen angefallen sind. Dies sind in aller Regel die Endprodukte, denen mit Hilfe der Kostenrechnung die verschiedenen Kosten zugerechnet werden. Kostenträger sind somit alle vom Betrieb erstellten Leistungen. Sie haben als Kalkulationsobjekte der Kostenträgerrechnung alle Kosten zu "tragen".
- 03b. Was sind Kostenstellen? Eine Kostenstelle (vergleiche den englischen Begriff cost center) ist der Ort der Kostenentstehung und der Leistungserbringung. Sie wird nach Verantwortungsbereichen, räumlichen, funktionalen, aufbauorganisatorischen oder verrechnungstechnischen Aspekten gebildet. Die Kostenstelle ist ein Kostenrechnungsobjekt mit der Aufgabe, die in einem Unternehmensteil, meist einer Abteilung, angefallenen Kosten zu sammeln. Beispiele für funktionale Kostenstellen sind Materialkostenstellen, Fertigungskostenstellen, Forschungs- und Entwicklungskostenstellen, Verwaltungskostenstellen, Vertriebskostenstellen.