Entamoeba histolytica
Amöbiasis
Mensch ist der einzige Wirt, Tropen, Subtropenfäkal orale Übertragungmeist nur eine Infestation (Besiedlung des Darmes ohne Infektion) ohne BeschwerdenBei Darminvasion (Amöbenruhr) z.T. blutig-schleimige Tenesmen mit 6-8 Entleerungen/d; Wandernder Druckschmerz (rechts dann links). Symptome dauern wenige Tage bis Wochen an. Kompl.: Darmblutungen, selten Darmwandamöbom (tumorartiger Befall der gesamten Darmwand mit Stenosen; extraintestinale Amöbiasis mit Leberabszessbildung, Erschütterungsschmerz.Nachweis im Stuhl, bei systemischer Amöbiasis serologie und BildgebungTh.: Paromycin, ev MetronidazolBei Amöbenruhr: Metronidazol oder Tinidazol
Gardia lamblia
Lambliasis
Protozoon. Subtropen, Tropen. verunreinigtes Trinkwasser. 3-42 Tagen Inkubationszeit. Durchfallerkrankung Entleerungen breiig, glänzend, fauligsäuerlich. Keine Schmerzen, kein Fieber Nachweis Mikroskopisch, keine Serologie Th.: Metronidazol Meldepflichtig
Leishmanien
Leishmaniosen
durch Stich von Schmetterling und Sandmücken. Asien; Amerika, Afrika, Mittelmeerraum. Drei klinische Formen: 1. viszerale Form: Kala-Azar Fieber; Hepatosplenomegalie; Lymphknotenschwellungen; Husten, Durchfall. Panzytopenie, Hyperbilirubinämie Direkter Erregernachweis im KM- oder Leberpunktat und serologisch. Th. durch liposomalen Amphotericin B, unbehandelt häufig letaler Ausgang 2. kutane Form: Orientbeule. an der Stichstelle zunächst Papel, dann Knotenbildung bis 5cm. Nachweis durch Stabzbiopsie. Keine Serologie. Th: Heilt spontan unter Narbenbildung ab. Bei Gefahr von Entstellung Umspritzung mit Pentostam 3. Mukokutane Form: amerikanischer Typhus Metastatische Erscheinungen im Mund und Nasenraum Nachweis durch Stanzbiopsie Th. durch liposomalen Amphotericin B
Malaria tropicans
Plasmodium falciparum Anophelesmücke (weiblich) unregelmäßige Fieberschübe; foudroyanter Verlauf, Grippeähnliche Symptome Komplikationen durch Multiorganversagen. v.a. akute Niereninsffizienz und zerebrale Koma im Vordergrund Rekrudeszenzen nach Wochen möglich (erneute Symptome durch intraerythrozytär persistierende Erreger nach Therapie) Nachweis durch Blutaustrich und "Dicken Tropfen" Th. Chloroquin oral, bei Resistenverdacht Mefloquin oder Atovaquon+LumefantrinBei komplizierten Verläufen Chinin. Expositionsprophylaxe und Chemoprophylaxe
Malaria tertiana
Plasmodium vivax/ovale Anophelesmücke (weiblich) Fieberschübe jeden 2. Tag; Grippeähnliche Symptome Komplikationen durch Multiorganversagen. v.a. akute Niereninsffizienz und zerebrale Koma im Vordergrund Spätrezidive möglich (persistierende Erreger in den Leberzellen) Nachweis durch Blutaustrich und "Dicken Tropfen" Th. Chloroquin oral; zur Rezidivprophylaxe Primaquin Expositionsprophylaxe und Chemoprophylaxe
Malaria quartana
Plasmodium malariae Anophelesmücke (weiblich) Fieberschübe jeden 3.Tag; Grippeähnliche Symptome Rekrudeszenzen nach Wochen möglich (erneute Symptome durch intraerythrozytär persistierende Erreger nach Therapie) Nachweis durch Blutaustrich und "Dicken Tropfen" Th. Chloroquin oral Expositionsprophylaxe und Chemoprophylaxe
Toxoplasmose
Toxoplasma gondii
Infektion durch orale Aufnahme von Zysten in Schweine und Schafsfleisch oder bei Kontakt mit infizierten Katzen Bei Gesunden selbstlimitierend. Bei Immunsupprimierten und Schwangeren Th.Indikation. pränatale Toxoplasmose: Hydrozephalus internus/Mikrozephalus, intrakranielle Verkalkungen und Choreretinitis. Serologie positiv Bei Erkrankten mit Lymphadenopathie (v.a. nuchal), Myokarditis und Enzephalitis Indikation für: Sulfadiazin und Pyrimethamin Sabin-Feldman-Test positiv Th in der Schwangerschaft: <16SSW: Spiramycin >16SSW: Pyrimethamin + Folinsäure + Sulfdiazin (BB Kontrolle wöchentlich!)
Welche erkrankungen werden durch Trypanosomen hervorgerufen?
Schlafkrankheit (Afrika): Trypanosoma brucei durch Stich der Tsetse-Fliege Chagas-Krankheit (Mittel/Südamerika): Trypanosoma cruzi durch Inokulation von Wanzenkot
Schlafkrankheit
Trypanosoma brucei
Protozoen - Erkrankung. Übertragung durch Tsetse Fliege Westafrikanische Schlafkrankheit: Knötchen an der Einstichstelle, bis zu Jahren später: Fieber, Exanthem, Lymphadenopathie. ZNS-Befall mit Apathie und Somnolenz. Nachweis durch LK-Punktat. Th.: Suramin in Spätstadien Melarsoprol Ostafrikanische Schlafkrankheit: seltener aber rascher Verlauf. Nachweis im Ausstrich. Gleiche Th.
Chagas-Krankheit
Trypanosoma cruzi
durch Inokulation von Wanzenkot. Protozoen. Mittel- und Südamerika 10-20 Jahre nach Infektion: dilatative Kardiomyopathie; Megaösophagus, Megakolon, neurologische Störungen Nachweis serologisch. Th.: Nirfutimox
Sabin-Feldman-Test
Serologische Diagnose einer Toxoplasmose-Erkrankung