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E5 (Subject) / Keil Seminar (Lesson)
Seminar Keil
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- Frage 3: Was sind die Grundaussagen des Belastungs-Beanspruchungs-Konzepts? Belastung Einflüsse, die im Arbeitssystem auf den Menschen einwirken Mensch mit individuellen Eigenschaften, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedürfnissen Beanspruchung individuelle Auswirkung der Bealstung im Menschen Fehlbeanspruchungen z.B. psychosomatische Beschwerden
- Frage 4: Was sind die Grundaussagen des Auftrags-Auseinandersetzungs-Konzept? Fokus: auf aktiver Auseinandersetzung mit Tätigkeit (Wechselwirkungen zwischen Individuum und Auftrag) Bewältigung der redefinierten Aufgabe über regulative Veränderungen in der Arbeitsweise Ausgangspunkt man erhält Auftrag wird bei der Arbeit Belastungen ausgesetzt Belastungsfolgen: negativ und positiv setzt sich mit Auftrag selbstregulativ auseinander Entstehung der Beanspruchung durch psychische Regulation von Tätigkeiten Voraussetzung: vorhandener Tätigkeitsspielraum wichtig: Wechselwirkung zwischen Regulation und Beanspruchung Analyse komplexer Veränderungen in der Regulationsstrategie
- Frage 5: Was unterscheidet das AAK vom BBK? keine passive Belastung, sondern aktive Auseinandersetzung durch veränderte Tätigkeitsregulation beim AAK Beanspruchung entsteht durch: Wahrnehmung der Situation Bewertung Leistungsvoraussetzungen Redefinition der Aufgabe führt zu Beanspruchungsfolgen AAK: Wechselwirkung positive und negative Beanspruchungsfolgen geflecht von Einwirkungen (s.o.) komplex BBK: Wechselwirkung unterschätzt negative Beanspruchungsfolgen gut trennbare Einzelbelastungen Komplexität nicht erfasst Vernachlässigung von Folgen, die erst durch Wechselwirkung entstehen
- Frage 6: was konstituiert eine vollständige Tätigkeit? Tätigkeitsspielraum Zielsetzung Vorbereitung Organisation und Entscheidung Kooperation mit anderen Qualitätskontrolle und Selbstkorrektur Vollständigkeit: sequentiell (planen, durchführen, kontrollieren, organisieren) hierarchisch (verschiedene intellektuelle Ebenen) vollständige Tätigkeit beinhaltet: aktivierende Anforderungen Zielstellung- und Entscheidungsmöglichkeiten Verantwortung Denkanforderungen Kooperations- und Lernmöglichkeiten
- Frage 7: wie geht man bei der Arbeitsanalyse mit dem Tätigkeitsbewertungssystem vor? Vor der Anwendung: Prüfung der Voraussetzungen der persönlichkeitsförderlichen Arbeitsgestaltung (Bewertungskriterien vorhanden?) Durchführung: Mehr-Stufen-Methodik TBS-L: 5 Module Grundlagen und Gütekriterien des Verfahrens Handanweisungen für Untersucher, Anleitungen zum Gesamtvorgehen und detaillierte Erhebungsweise (TBS-O) Merkmalsteil: objektive Anforderungen, die der AN während der Arbeit zu bewältigen hat (TBS-O) Variante für Arbeitsplatzinhaber durch Selbstanalyse (TBS-S) Leitfaden zur Bewertung und Gestaltung der analysierten Tät. Versionen: -L: lang -K: kurz -O: objektiv -S: subjektiv -GA: geistige Arbeit (Soll- und Istzustand: Sollzustand zu weit weg -> Gestaltungsbedarf; Mindestprofil -> muss darüber liegen) Ziele: obj. Gegebenheiten der Tätigkeit analysieren und bewerten Beurteilung der Persönlichkeitsförderlichkeit Ermittlung von Ursachen der arbeitsbedingten Beeinträchtigung (Fehlbeanspruchungen)
- Frage 8: Nennen sie gängige Modelle, die sich mit Stress bei der Arbeit beschäftigen Person-Environment Fit Modell Anforderungs-Kontroll Modell Modell beruflicher Gratifikationskrisen Handlungsregulationstheorie Modell des Rollenstress
- Frage 9.1: Ist es sinnvoll, nach obj. bestimmbaren Stressoren zu suchen? individuelle Interpretation entscheidet darüber, ob er in Stress gerät und wie er damit umgeht aber: individuelle Einschätzung des Stress unterliegt auch überindividuellen Einflüssen es gibt auch kulturelle Unterschiede Wichtig: ab gewissem Level ist ein Stressor nicht mehr subjektiv, sondern als objektiv zu betrachten Bsp.: Lärm, Temperatur
- Frage 9.2: Sind die Zusammenhänge zwischen objektiven Stressoren am Arbeitsplatz und Stresserleben der Beschäftigten real? JA! Ab einem gewissen Punkt ist ein Stressor für alle stressig Z.B. Lautstärke, Temperatur
- Frage 9.3: Welche methodischen Probleme gibt es bei der Beantwortung dieser Frage? Messprobleme Untersuchugn von Situationen, die nach allg. Verständnis Stress hervorrufen Konfundierung mit Drittvariablen unzureichende Trennung bei der Beschreibung von Stressoren und Stressempfindungen Objektive Messungen sind oft beeinflusst von subjektiven Theorien z.B. Angaben von Vorgesetzten und Beobachtern Physiologische Messungen enthalten vielfältige Fehlerquellen Beeinflussung von Testperson durch Anwesenheit seines Vorgesetzten zur Beurteilung der Belastung
- Frage 9.4: Sind 10% aufgeklärte Varianz der Rede wert? Entstehung und Aufrechterhaltung von Beschwerden ist multifaktoriell und hoch komplex Stress am Arbeitsplatz kann daher nur einen Teil der Varianz aufklären Messungen = Momentaufnahmen -> keine perfekten Ergebnisse möglich Anteil an Personen mit hoch psychosomatischen Beschwerden ist bei hoher Ausprägung von Stressoren 4 Mal größer als bei niedriger Ausprägung 10% aufgeklärte Varianz daher keineswegs vernachlässigbar
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- Frage 9.5: Sind personenbezogene oder bedingungsbezogene (strukturelle) Interventionen erfolgsversprechender? Strukturelle/Bedindungsbezogene Maßnahmen weniger Einfluss auf individuelle Interpretations- und Bewältigungsprozesse schwer umsetzbar empirisch nicht begründet!!! Personenbezogene Maßnahmen (besser) empirisch gut begründet: kurzzeitige Effekte einfach durchführbar auch auf private Stresssituationen übertragbar Integration von beiden am besten Chance für ganzheitliche Prävention kurzzeitige Effekte (personenbez. M.) durch strukturelle Veränderungen stabilisieren auf Gruppenebene (personenbez. M.) können strukturelle Veränderungen vorbereiten und begleiten
- Frage 10: ISTA 1. Was ist ISTA? Instrument zur stressbezogenen Tätigkeitsanalyse Mittel zur Analyse gewerblicher Arbeitsplätze Verfahren zur Abschätzung unterschiedlicher Tätigkeitsbereiche stressrelevante Aspekte bei der Arbeit: Qualität der Aufgaben Hindernisse bei der Aufgabenerfüllung
- Frage 10: ISTA 2. Welche Skalen beinhaltet es? Handlungsspielraum Unsicherheit: Rollenkonflikte Arbeitskomplexität Arbeitsorganisatorische Probleme soziodemographische Daten Qualifikationserfordernisse Partizipation Variabilität Zeitspielraum Unfallgefährdung Umgebungsbelastungen Arbeitsunterbrechungen Konzentrationsanforderungen Zeitdruck Kommunikationsmöglichkeiten Kooperationsspielraum, -enge, -erfordernisse
- Frage 10: ISTA 3. Wofür wird es eingesetzt? Ziel Merkmale der Arbeit erheben, die stressrelevant sind (Ressourcen und Stressoren) Messung von aufgaben-, organisations und arbeitsumgebungsbezogenen Belastungen Identifizierung von förderlichen und hinderlichen Faktoren für Wohlbefinden und Gesundheit Forschung Welche Aufgabenmerkmale sind relevant für Gesundheit, Befinden, betriebliche Kennzahlen? Praxis: Hinweise auf notwendige Arbeitsgestaltungsmaßnahmen (im Sinne von Prävention und Intervention)
- Frage 10: ISTA 4. Versionen/Erhebungsarten mit Vor- und Nachteilen Fragebogenversion (Befragung) für die Arbeitenden selbst Vorteil: MA kennen ihre Tät. am besten und psychische Regulationsprobleme nur durch Introspektion erfassbar Nachteil: durch Routine sind Aspekte der Arbeit schwer zu erfassen und es gibt Verzerrungen Ratingversion (mit Beobachtungsinterview) von geschulten Untersuchern Vorteil: Arbeitsanalytiker beobachten unmittelbar das Geschehen und wirken subjektiven Verzerrungen entgegen Nachteil: Beobachtungsdauer und Konstanz beeinflusst die Repräsentativität, Beobachter müssen geschult sein, gibt auch Verzerrungen bei genauen Kenntnissen der Produktionsverfahren Daher simultane Nutzung beider Verfahren, da Messungen immer fehlerbehaftet sind
- Frage 11: Was ist direkte, was indirekte Gefährdungsanalyse? Direkte Gefährdungsanalyse: unabhängig davon, ob Unfall geschehen ist sachlogische Analyse von Maschinen, Prozessen, Arbeitsabläufen z.B. Probabilistische Risikoanalyse Indirekte Gefährdungsanalyse: historische Methode analysiert Unfallgeschehen der Vergangenheit versucht Aussagen über zukünftige Gefährdungen abzuleiten z.B. Unfallschwerpunktanalyse nach Burkardt Beinahe-Unfallerhebung: Mittelstellung zwischen beiden, da nix passiert aber fast
- Frage 12: Wie geht man bei der Unfallschwerpunktanalyse nach Burkardt vor? Vorgehensweise Auffinden von Unfallschwerpunkten die Wk.theoretische Absicherung der Untersuchungsergebnise Gefährdungsermittlung subjektive Gefährdungseinschätzung Unfallschwerpunkte: Häufung von Unfallereignissen in bestimmten Merkmalen Identifizierung in der 5-Stufen-Methode über Unfallhäufigkeitsverteilung Auswahl und Merkmale von entscheidender Bedeutung, um Unfallschwerpunkte zu lokalisieren und Einteilung der Tätigkeiten
- Frage 13: Warum analysiert man in Unternehmen Beinahe-Unfälle? Vergrößerung der Datenbasis für die indirekte Gefährdungsanalyse Anreicherung der Unfallszenarien für die direkte Gefährdungsanalyse Förderung der Motivation und Aufmerksamkeit für gefährliche Handlungen der Belegschaft Misstrauen ggü. der Qualität der Unfallmeldung Beinahe-Unfälle können im Rahmen von Labor- und Felduntersuchungen als AV dienen
- Frage 14: Welche Voraussetzungen hat die Gefährdungsanalyse auf der Basis von Beinahe-Unfällen? braucht Unfallhäufigkeit und Unfallschwere
- Frage 15: Wie geht man bei der Gefährdungsanalyse auf der Basis von Beinahe-Unfällen vor? Kontrolle der subjektiven Risikoeinschätzung (da nur 50% Varianzanteil) dramatische Risiken (z.B. giftige Chemikalien) werden häufiger zu Meldungen führen als Alltagsrisiken (z.B. Umknicken) Über- und Unterschätzung von Risiken sollen ausgeglichen sein steigert die Korrelation zwischen Unfällen und Beinahe-Unfällen Hauptgedanke der Korrektur: Repräsentanz: Vgl. des subjektiven Risikos mit objektiven Unfallrisiko Akzeptanz: machen die Leute mit?
- Frage 16: Welche Kernaussagen hat das Normale-Katastrophen-Modell von Perrow? Kernaussagen: katastrophenartige Unfälle sind insb. in eng gekoppelten und komplexen Systemen unvermeidbar einzig die Interaktion multipler Fehler kann den Unfall erklären Fehler können auf verschiedenartige und unvorhergesehene Weisen auftreten (fast unmöglich vorhersagbar) Gibt verschiedene Arten von Unfällen: Störfälle (Teile, Einheiten) Unfälle: (Sub-System, System) Komponentenunfälle Systemunfälle
- Frage 17: Was versteht Perrow unter Kopplung? Pufferzone zwischen 2 Elementen Kopplung: eng (direkte Reaktion) lose (zeitliche Abstände, Sicherheit, Unabhängigkeit) Enge Kopplung keine Verzögerung des Betriebsablauf möglich Unveränderbarkeit des Ablaufs Produtkionsziel nur mit einer Methode realisierbar geringer Spielraum mit Betriebsstoffen, Ausrüstung, Personal Puffer und Redundanzen konstruktiv vorgeplant Substitution von Betriebsstoffen, Ausrüstung und Personal begrenzt und vorgeplant bei linearen Systemen optimal hohe Betriebseffizienz) Lose Kopplung Verzögerungen des Betriebsablaufs möglich Ablauf veränderbar Alternative Methoden möglich mehr oder weniger großer Spielraum verfügbar Puffer und Redundanzen durch zufällige Umstände verfügbar Substitution je nach Bedarf möglich
- Frage 18: Was versteht Perrow unter "komplexen Interaktionen"? Komplexes System unvorhersehbare Interaktion Eintrittswk. kann nicht eingeschätzt werden jedes Element kann auf jedes Andere Wirkung ausüben Vorteile effizienter weniger Leerlauf höhere Qualitätsanforderungen mehr Komponenten mit Mehrfachfunktion Enge und komplexe Systeme: am ehesten von Systemunfällen betroffen!
- Frage 19: Was ist die Metapher des residenten Pathogens nach Reason? Katastrophen selten durch einzelnen Faktor verursacht Verkettung mehrerer einzelner Ereignisse, die jedes für sich notwendig, aber für sich alleine nicht hinreichend sind Ähnlichkeit zwischen latenten Fehlern in komplexen techn. Systemen un residenten Viren im menschlichen Körper (multiple Ursache, z.B. Krebs) von Zeit zu Zeit ergibt sich eine Konstellation externer Umstände (lokale Auslöser) die sich mit den residenten Viren in subtiler Weise verbinden, die Systemabwehr überlisten und eine Katastrophe herbeiführen (z.B. Herpes) Wk. eines Unglücks: Funktion der Anzahl von Viren (latente Fehler), die im System bereits vorhanden sind Anzahl residenter Viren steigt mit der Komplexität, Vernetztheit und Undurchsichtigkeit des Systems je mehr Viren, desto wahrscheinlicher genau die Kombination von Auslösebedingungen die ausreicht, um Unglückssequenz zu vervollständigen Fazit: Suche nach Anzeichen für Krankheitsanfälligkeit Unfallrisiko verringert sich, wenn Viren von vornherein entdeckt und neutralisiert werden
- Frage 20: Welche Beiträge des Menschen gibt es nach Reason zum Zusammenbruch komplexer Systeme? Aktive und latente Fehler bei Systemkatastrophen: aktive: unmittelbare Auswirkungen, gehen mit Leistungen des Bedienungspersonals einher latente: Auswirkungen können lange Zeit verborgen sein, erst dann sichtbar, wenn zusammen mit anderen Faktoren die Systemabwehr durchdringen stärkste Bedrohung für die Sicherheit komplexer Systeme: Latente Fehler Unfallverursachung: menschliche Elemente Fehlerhafte Entscheidungen (latent) Mängel im Linienmanagement (latent) psychologische Vorläufer unsicherer Handlungen (latent) Unsichere Handlungen (aktiv) Unangemessene Schutzmaßnahmen (aktiv & latent)
- Frage 21: Wie kann man Gefährdungsanalysen auf der Basis des Reason-Modells durchführen? Ziel Untersuchung menschlicher Beiträge zu Katastrophen Um aus Ergebnissen die richtigen Lehren zu ziehen, müssen Ursachenzusammenhänge (Ursachenkette) aufgeklärt werden Ursachenkette: 5 Ebenen (davor: Ereignis, von dort aus rückwärts) unzureichende Schutzmaßnahmen unsichere Handlungen Vorbedingungen latente Versäumnisse aktive Versäumnisse (Fehlerhafte Entscheidungen) sequentieller Ablauf auf der Grundlage des Berichts: Unfalluntersuchungsbaum herleiten, der graphisch die Zusammenhänge der Faktoren zeigt, die für das Zustandekommen des Unfalls verantwortlich waren