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Medizin (Subject) / Traumatologie (Lesson)
Frakturen, Fraktur-Versorgung, Anatomie etc.
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- AO-Klassifikation der Beckenfraktur und deren Therapie A: Stabile Beckenringfraktur. Keine rotatorische oder vertikale Instabilität. Häufigster Verletzungstyp Therapie: Konservativ, ggf. 1-2 Tage Bettruhe, Analgetika,, Antiphlogistika und Kühlung, dann schmerzorientierte Vollbelastung B: Beckenfraktur mit rotatorischer Instabilität B1: "open-book-injury" --> Therapie Plattenosteosynthese B2: Vordere Beckenringfraktur mit Kompressionsfraktur des Kreuzbeines --> Therapie konservativ B3: Beidseitige Frakturen des vorderen Beckenringes --> Therapie Fixateur externe, nach 6 Wochen Mobilisation C: Schwere Beckenfraktur mit kompletter dorsaler und translatorischer Instabilität, woraus eine Dislokation in vertikaler (rotatorischer) und horizontaler Richtung resultiert. --> Therapie: Offene Reposition und Retention mittels Platten- und Zugschrauben sind die Regel, nach 6 Wochen Teilbelastung.
- Steinmann-Zeichen Die Steinmann-Zeichen sind sog. Meniskuszeichen, also klinische Zeichen, die bei einer Verletzung der Menisken positiv sind/sein können. Steinmann I: Schmerzen im Gelenkspalt bei forcierter Rotation (nur Ergänzung) in 90° gebeugtem Knie. Bei einer Außenrotation tritt bei einem IM-Schaden meist ein Schmerz medial auf und bei Innenrotation ein Schmerz im Außenbereich spricht dies für einen AM-Schaden. Steinmann II: Druckdolenz im Gelenkspalt an der Stelle des verletzten Meniskus. Der Schmerzpunkt wandert bei beugung des Knies nach dorsal.
- Madelung Deformität Es handelt sich um eine Dysostose, die durch einen gestörten Ablauf der enchondralen Ossifikation bedingt ist. Im Laufe des Wachstums kommt es zu einem Zurückbleiben der distalen Radius-Metaphyse. Dadurch wird die Ulna länger als der Radius. Frauen:Männern = 4:1 (gehäuft Frauen mit Ulrich-Turner) Es kommt zur Bajonettfehlstellung der Hand (DD immer Fraktur) Dorsalextensionsdefizit Abduktionsdefizit nach Ulnar durch köcherne Hemmung In der Regel schmerzlose Fehlbildung
- Morbus Osgood Schlatter Ist eine schmerzhafte Reizung der Tuberositas tibiae ,dem Patellasehnenansatz. Dabei können sich Knochenstücke aus dem Schienbein lösen und nekrotisch werden. Die Erkrankung wird deshalb zu den aseptischen Osteonekrosen gerechnet. Ursache ist meist Überlastung Betroffen sind vor allem Jungen im alter zwischen 13-14 Jahren Mädchen zwischen 11-12 Jahren eher selten betroffen Therapie erfolgt symptomatisch
- Distale Radiusfraktur 10% Smith-Fraktur. Bei Sturz auf flektierte Hand, das distale Radiusfragment disloziert nach volar. Immer operative Versorgung mit volarer Abstützplatte. 90% Colles Fraktur. Bei Sturz auf dorsal extendierte Hand. das Radiusfragment disloziert nach dorsal (Fourchette-Stellung) und radial (Bajonett-Stellung). Konservative Therapie: Reposition unter Bruchspaltenanästhesie über Mädchenfänger (am Daumen, 2, 4 Finger). Anschließend Ruhigstellung mit einer dorso-volaren Gipsschiene. Röntgenkontrollen nach 48h, 1, 2, 4 Wochen! OP: Fixation mit K-Drähten und Winkelstabilen Platten, meist von volar. ggf. Fixateur externe. Kompl: Ruptur der langen Daumenstrecksehne möglich.
- Schenkelhalsfrakturen Mediale, Laterale, Pauwels Klassifikation Die mediale Schenkelhalsfraktur ist die am häufigsten auftretende Fraktur des Oberschenkelknochens. Es handelt sich dabei um einen Bruch des Schenkelhalses nahe oder direkt am Hüftkopf. Sie liegt intrakapsulär. Therapie ist meist TEP Die laterale Schenkelhalsfraktur tritt mit einer Häufigkeit von ungefähr 5 Prozent auf, ist also eher selten. Betroffen sind oft junge Menschen nach Hochrasanztraumen. Ihre Frakturlinie liegt direkt am Trochanter major, deswegen wird sie auch oft posttrochantäre Fraktur genannt. Es ist eine extrakapsuläre Fraktur mit größerem Blutverlust. Therapie meist Gamma-Nagel oder Dynamische Hüftschraube Pauwelsklassifikation Pauwels I Fraktur, Winkel etwa 30° Pauwels II Fraktur, Winkel etwa 50° Pauwels III Fraktur, Winkel etwa 70°
- Payr-Zeichen Orthopädie und Angiologie Orthopädie: Liegt eine Schädigung am Meniscus mediale vor, so treten im medialen Gelenkspalt Schmerzen auf (4er Zeichen oder Schneidersitz) Angiologie: Der Untersucher drückt mit den Fingern auf die Fußsohle des betroffenen Beines. Ein fußsolenseitiger Druckschmerz, insbesondere bei Druck auf die Fuß-Innenseite, kann Ausdruck einer tiefen Beinvenenthrombose sein.
- Epiphysenverletzungen nach Aitken und Salter-Harris Aitken 0 = Salter I: Epiphysiolyse ohne Begleitfraktur Aitken I = Salter II: Partielle Epiphysiolyse mit Absprengung eines metaphysären Elements. Aitken II = Salter III: Partielle Epiphysiolyse mit Epiphysenfraktur. Aitken III = Salter IV: Fraktur durch Epi- und Metaphyse. Aitken IV = Salter V: Kompressionsfraktur mit radiologisch darstellbarer axialer Stauchung der Epiphysenfuge
- Densfraktur Einteilung Die Einteilung erfolgt nach Anderson und D'Alonzo in drei Hauptgruppen: Typ I ist eine oft schräg verlaufende Densspitzenfraktur, wahrscheinlich eine Abrissfraktur durch die Ligamenta alaria.Typ II ist der häufigste C2-Frakturtyp. Die Frakturlinie liegt im Übergangsbereich vom Dens zum Corpus des zweiten Halswirbelkörpers. Durch konservative Therapie entsteht hier eine hohe bis 64%ige Pseudarthrosrate. Typ III Die Frakturlinie zieht in den Corpus axis.
- Drei Säulen Modell nach Denis Vordere Säule: vorderes Längsband, vordere Wirbelkörperanteil mit Anulus fibrosus-Anteil. Mittlere Säule: Hinterer Wirbelkörerteil mit hinterem Anulus fibrosus Anteil, sowie hinterem Längsband. Hintere Säule: Wirbelbögen mit Gelenken, Gelenkkapseln und Bändern (Lig flavum, interspinle, supraspinale) instabile Verletzungen liegen vor wenn mind. 2 Säulen oder die Hintere Säule betroffen sind.
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- SLAP Läsion Abkürzung für Superior Labrum Anterior to Posterior. Beim Wurfakt treten deutliche Zug- und Torsionskräfte am Bizepssehnenansatz auf, die zur Ablösung des superioren Labrum-Bizeps-Komplexes führen können. Je nach Schwere der Risse des Labrums (vomBizepsanker) werden bei der SLAP-Läsion vier Typen unterschieden, wobei die Stufe 4 einen Riss bis in die lange Bizepssehne klassifiziert. Nur beim Typ 1 wird eine konservative Therapie empfohlen. Die anderen Typen sollten operativ versorgt werden.
- Bankart Läsion und Hill-Sachs-Läsion Bankart: Die Gelenklippe des vorderen Pfannenrandes (Labrum glenoidale inferius, auch: Limbus glenoidalis) der Cavitas glenoidalis wird teilweise oder subtotal abgerissen. Dies geschieht im Regelfall durch eine gewaltsame Schulterluxation nach vorn bei einem Trauma. Hill-Sachs: Impressionsfraktur des Humeruskopfes als Folge der Bankart Läsion. Der Humeruskopf schlägt auf der Labrumkante auf.
- Arten der Schultergelenksreposition und sonstige konservative Therapie Nach Hippokrates übt der Arzt Zug auf den gestreckten Arm aus, während er den eigenen Fuß als Widerlager in der Achsel des Patienten platziert. Nach Arlt wird der Zug mit einer Stuhllehne als Widerlager durchgeführt nach Kocher wird der Arm per Adduktion (Ellenbogen an den Körper) – Außenrotation – und Elevation (Anheben) mit Hilfe der dadurch entstehenden Hebelwirkung an der Gelenkspfanne reponiert Weitere Therapie Vor Reposition: Analgesie und Muskelrelaxation Kontrolle Durchblutung, Motorik und Sensibilität Nach Reposition: Gilchrist-Verband oder Desault-Verband. Bis 45 Jahre 3 Wochen, über 45 Jahre 2 Wochen
- Operative Therapie der vorderen Schultergelenksluxation Indikationen Frakturen (Tuberculum majus) Pfannenrandfratur (Fragment > 5mm) Irreponibilität bei Interponat Techniken Arthroskopisch (oft größere Bewegungseinschränkung) Offene Stabilisierung mit geringerer Rezidivrate
- Resorbierbare Nahtmaterialien und ihre Verwendung Verwendung: Schleimhaut, Subkutis, Muskeln und parenchymatöse Organe Resorption erfolgt durch enzymatischen Abbau oder Hydrolyse. Polyglykolsäurefäden (Vicryl, Dexon): Für Nähte, die nicht entfernt werden müssen, wie Magen-Darm-, Faszien- und Muskelnähte (Resorptionszeit 40 Tage) Polydioxanonfäden (PDS): i.d.R für Bandnähte in der Unfallchirurgie. (Resorptionszeit 90Tage)
- Nicht resorbierbare Nahtmaterialien Metalldraht Für Zuggurtung bie Sehnennaht, Fasziennaht, Sternum- und Patellazerklage Seide und Zwirn Für Hautnaht, Faszie, Zwerchfell. Wurden aber von syntheteischen Fäden verdrängt da sie häufig Fremdkörpergranulome hervorgerufen haben Synthetische Kunststofffäden (Polyamid, Polyester, Polypropylen) Anwendung in der Kardiochirurgie, Transplantations- und plastischen Chirurgie, sowie zu Nerven und Fasziennähten.
- Fadenstärke Je größer die Zahl, desto dünner der Faden Hautnaht am Rumpf 3-0 (gesprochen drei null) Hautnaht an Extremitäten/ Kopf 4-0 Hautnaht im Gesicht / Finger 5-0 Gefäßnaht 4-0 bis 7-0 Nervennaht 8-0 bis 10-0
- Schweregrade der Verbrennung mit Symptomatik und Ausdehnung der Schädigung Grad 1 Schmerz, Rötung, Schwellung (Sonnenbrand) Oberste Epidermis, Heilung spontan Grad 2a starker Schmerz, Schwellung, Blasenbildung, nässender roter Wundgrund (Glasspatelprobe negativ) Oberflächliche dermale Läsion, Epidermis und Teile des Koriums mit intakter Basalmembran (Spontanheilung möglich, ohne Narbenbildung, mit Pigmentveränderungen) Grad 2b weniger Schmerz, Schellung, Blasen, blasser, weniger nässender Wundgrund, Haare noch festsitzend (Glasspartelprobe positiv) Tiefe dermale Läsion mit zerstörter Basalmembran (Defektheilung mit Narbenbildung) Grad 3 kein Schmerz, Nekrose, graue, weiße oder schwarze, ledrartige Haut Epidermis und Korium zerstört (subdermale Läsion), keine Spontanheilung, Defektheilung (Narben) Grad 4 Verkohlung Tiefe Schichten bis Muskel und Knochen betroffen
- Einweisungskriterien für Brandverletzte in ein spezialisiertes Zentrum Verbrennung im Gesicht/Hals, Händen, Füßen, Ano-Genital-Bereich, Achselhöhlen, Bereiche über großen Gelenken oder sonstige komplizierte Lokalisationen VKOF > 20% II° VKOF >10% III° mechanische Begleitverletzungen Inhalationstrauma Alter < 8 Jahren oder >60 Jahren alle Stromverletzungen
- Verbrennungskrankheit Definition Primäre Phase Sekundäre Phase Verbrennungskrankheit: bei tiefen Verbrennungen von mehr als 20% der KOF kommt es zu gefährlichen Funktionsstörungen des gesamten Körpers Primäre Phase: Verbrennungsschock Massive Sekretion von Kathecholaminen und Gewebsmediatoren in den ersten 0h-3d. Hypovolämie und Umverteilung der Körperflüssigkeiten, Thrombosierungen, Verminderung des HZV, Konstriktion der Kapillaren, Transmineralisationsvorgänge mit Störung der Zellfunktion Sekundäre Phase: Verbrennungskrankheit 3d - 4 Wochen. Kontinuierliche Verschlechterung des AZ und Sepsis in 60% der Fälle. Als Ursache kommt neben der Keimbesiedlung auch ein Verbrennungstoxin (Lipid-Protein-Komplex) in Frage.
- Kälteschäden (Gradeinteilung) Zyanose durch Gefäßspasmus und schmerzhafte Parästhesien Ischämie, Blasenbildung und schmerzhafte Parästhesien. Ab hier Überwachung auf Intensiv. Langsame Erwärmung (1°C/h) iefe Gewebenekrose und Anästhesie Komplikationen Kammerflimmern, Azidose, Elektrolythverschiebungen, Schock, Asystolie