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Wirtschaftsinformatik1 (Subject) / 4.Betriebliche Anwendungssysteme (Lesson)

Wirtschaftsinformatik1

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  • 31. Welche Programme gehören zur Anwendungssoftware eines Unternehmens? Anwendungssoftware umfasst alle Programme, mit denen die eigentliche Geschäftstätigkeit unterstützt wird.
  • 32. Wie sind Anwendungssysteme im engeren Sinn definiert? Anwendersoftware + verwendete Hardware = AnwendungssystemeAnwendungssysteme im engeren Sinne sind die Programme, mit denen die Geschäftstätigkeit unterstützt wird, d.h. die Anwendungsprogramme und die zugehörigen Daten für einen Anwendungsbereich.
  • 33. Was gehört zu Anwendungssystemen im weiteren Sinn? Zu einem Anwendungssystem im weiteren Sinn gehört zusätzlich auch die für die Nutzung der Anwendungssoftware benötigte Hardware und die Systemsoftware einschließlich der erforderlichen Kommunikationseinrichtungen.
  • 34. Warum werden bei der Betrachtung der Anforderungen an betriebliche Anwendungssysteme Funktionsbereiche unterschieden? Die Frage, welches Betriebliche Anwendungssystem ein Unternehmen für alle seine Aufgaben braucht, ist so nicht zu beantworten, zu vielfältig sind die Aufgaben in Unternehmen. Deshalb werden für die Beantwortung dieser Frage Teilbereiche eines Unternehmens und andere Gliederungskriterien betrachtet. (Betriebliche) Funktionsbereiche Art der zu unterstützten betriebswirtschaftlichen Aufgabe Art der zu unterstützenden Geschäftsprozesse Art der zu unterstützenden Entscheidungen / Problemstruktur
  • 35. Scheer und Mertens berücksichtigen die Art der (betriebswirtschaftlichen) Aufgabe bei der Analyse der Anforderungen an ein Betriebliches Anwendungssystem. Zu welchen Systemtypen fanden sie und wie sind diese definiert? Folgende Teilsysteme haben Scheer und Mertens schon früh in ihren Arbeiten unterschieden: Operative Systeme mit den Teilsystemen:- Administrationssysteme- Dispositionssysteme- Wertorientierte Abrechnungssysteme (nur Scheer)- Bericht- und Kontrollsysteme- Analyse- und Informationssysteme- Langfristige Planungs- und Entscheidungssysteme- Führungssysteme
  • 36. Was verstehen Scheer/Mertens unter Operativen Systemen? Unter dem Begriff der Operativen Systeme werden von Scheer und Mertens die Administrations- und Dispositionssysteme zusammengefasst. Gemeint sind dabei Systeme, die mengenorientierte Prozesse (Verarbeitung von Massendaten, die sich ständig wiederholen), die eng mit der Leistungserstellung verbunden sind, unterstützen.Z.B. in Produktion, Technik, Beschaffung, Vertrieb und Personaleinsatz.Operative oder Operationale Systeme unterstützen die alltäglichen betrieblichen Leistungsprozesse.Administrationssysteme leisten die Verwaltung und Verarbeitung von Massendaten. Z.B. die Buchführung. Hauptziel bei ihrem Einsatz ist die Rationalisierung der Massendatenverarbeitung und damit die Erzielung eines Rationalisierungsnutzens.Dispositionssysteme dienen der Steuerung kurzfristiger, gut strukturierter Abläufe innerhalb des Betriebs und damit der Vorbereitung kurzfristiger dispositiver (planend) Entscheidungen, vor allem auf der unteren und mittleren Führungsebene.Dispositionssysteme unterstützen Routineaufgaben der unteren und mittleren Führungsebene.Außerdem und darüber hinaus sollen sie menschliche Entscheidungen vorbereiten oder selbsterledigen. Z.B. Kalkulation in der Kostenrechnung, Außendienststeuerung im VertriebAdministrations- und Dispositionssysteme können außerdem noch in branchenneutral und branchenspezifisch unterschieden werden.
  • 37. Was versteht Scheer unter Wertorientierten Abrechnungssystemen? Wertorientierte Abrechnungssysteme begleiten die oben dargestellten Mengenorientierten Prozesse. Sie machen ihre betriebswirtschaftlichen Konsequenzen sichtbar. Am Beispiel der Anwendungsprogramme im Personalwesen kann dies gut erläutert werden: Die operative Ebene liefert die Daten zum täglichen Einsatz eines jeden Beschäftigten: Arbeitsbeginn, -ende, Überstunden, usw. Die wertorientierten Abrechnungssysteme errechnendaraus z.B. das Monatsgehalt.
  • 38. Was verstehen Scheer/Mertens unter Berichts-, Planungs-, Kontrollsystemen? Diese Anwendungssysteme erhalten ihre Informationen aus den mengen- und wertorientierten Systemen und verarbeiten sie für unterschiedliche Fragestellungen. Berichtssysteme decken den Informationsbedarf für operative Entscheidungen. Sie liefern z.B. periodische Berichte oder Signalberichte, die durch Soll-Ist-Abweichungen automatisch ausgelöst werden. Diese Funktionalität ist in modernen integrierten Softwarepaketen enthalten. Berichts- und Abfragesysteme erlauben die einfache Auswertung von Dateien und Datenbanken und die Präsentation der Ergebnisse. Initiativ wird entweder der Nutzer oder das System (bei regelmäßig erzeugten Berichten).Planungssysteme unterstützen die Leitungsebene bei Planungsaufgaben. Sie stellen die Fortsetzung der Dispositionsmodelle dar. Ihre Aufgabe ist es, schlecht strukturierte Probleme zu lösen. Ein Beispiel ist das Berechnen von Planalternativen und -varianten mit Hilfe von Modellrechnungen.Kontrollsysteme dienen zur Überwachung der Einhaltung der Pläne durch “Soll- Ist- Vergleiche und Hinweise auf notwendige Korrekturmaßnahmen“. Sie sind das Gegenstück zu den Planungssystemen
  • 39. Was verstehen Scheer/Mertens unter Langfristigen Planungs- und Entscheidungssystemen? Hier erreichen die Daten, die von „unten“ (indieser Hierarchie) geliefert werden diehöchste Verdichtungsstufe. DieseAnwendungssysteme sollen die langfristigePlanung und diesbezügliche Entscheidungenunterstützen. Sie dienen also derEntscheidungsvorbereitung für die oberenFührungsebenen. Schwerpunkte sind abereine umfassende kompakte Darstellung derBedingungslage (betriebliche Situation undUmfeld) sowie das Controlling(Schlüsselkennzahlen und kritischeErfolgsfaktoren)• Exekutive Information Systems• Führungssysteme• Führungsinformationssysteme (FIS)Ergänzend: Übersicht: Funktionsbereiche +Betriebswirtschaftliche Problemstellung Administrationssysteme und Dispositionssysteme gehören zu den mengenorientierten Operativen Systemen.Die Form der Pyramide wurde gewählt, weil von unten nach oben eine ständige Datenverdichtung stattfindet.Diese Datenflüsse sind in der Abbildung angedeutet.  
  • 40. Wie sind branchenneutrale Funktionsbereiche definiert? Geben Sie auch Beispiele an. Ein Funktionsbereich wird als branchenneutral bezeichnet, wenn seine Geschäftstätigkeit sich nicht nurinnerhalb einer Branche gleicht, sondern auch zwischen verschiedenen Branchen sehr ähnlich ist. Hierzugehören z.B. das Finanz- und Rechnungswesen und das Personalwesen. → Viele Standardsoftware.Ergänzend:Dabei wird ein Funktionsbereich als branchenspezifisch bezeichnet, wenn seine Geschäftstätigkeit innerhalbeiner bestimmten Branche zwar ähnlich ist, sich aber stark oder sehr stark von der in anderen Branchenunterscheidet. Beispiele dafür sind die Produktion, die Materialwirtschaft, usw. → i.d.R. keine umfassendeStandardsoftware, höchstens Branchensoftware, oftmals wird eine Individualsoftware benutzt.
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