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Wirtschaftsinformatik1 (Subject) / 2.Geschäftsprozess, Prozessgedanke, Prozessorientierung (Lesson)
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- 4. Wie sind Geschäftsprozesse definiert? -Geschäftsprozesse sind die zusammenhängenden Folgen von Tätigkeiten, die in Unternehmen zur Erreichung der Unternehmens- bzw. Organisationsziele erledigt werden.- Die Tätigkeiten werden von Aufgabenträgern in organisatorischen Einheiten unter Nutzung der benötigten Produktionsfaktoren geleistet. Unterstützt wird die Abwicklung der Geschäftsprozesse durch das IKS.- Geschäftsprozesse haben ein Ziel (oder auch mehrere), das sich aus den Unternehmenszielen ableitet.- Die Aufgaben werden entweder manuell, teil-automatisiert oder automatisiert erfüllt.- Ein Geschäftsprozess liegt oft quer zur klassischen Aufbauorganisation, d.h. er tangier u.U. mehrere Abteilungen- Geschäftsprozesse benötigen zu ihrer Realisierung Informationsträger aller Art.- In ihrem Zusammenhang beschreiben die Geschäftsprozesse die Wertschöpfungskette des Unternehmens
- 4.1 Eigene frage: Erläutere die Grundbegriffe der Geschäftsprozesse - Geschäftsprozesse sind in der Regel als Aufgaben definiert, die auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet werden können. Die 1.Ebene sind die Elementaraufgaben.- Definition Elementaraufgaben: entweder nicht weiter zerlegbare oder auf der betreffenden Beschreibungsebene nicht weiter zerlegte Aufgaben. Mehrere werden dann in einer Aufgabe zusammengefasst.- Definition: Aufgabe: Eine Aufgabe ist eine betriebliche Funktion mit einem bestimmbaren Ergebnis.- Funktion: eine Tätigkeit, die auf die Zustands- oder Lageveränderung eines Objektes ohne Raum- und Zeitbezug abzielt.
- 5. Welche Eigenschaften/Merkmale von Geschäftsprozessen werden betrachtet? - Automatisierungsgrad: Der Anteil der Aufgabenerfüllung ohne menschliches zutun. Ziel ist meist ein hoher automatisierungsgrad. Dies wird bei standarisierten Abläufen auch schon erreicht wie z.B. automatische Bestätigungsmail bei Bestellungen.- Datenintegration: Integration der Datenbestände, die für die einzelnen Funktionen des Geschäftsprozesses benötigt werden. Auch diese ist von großer Bedeutung, da nicht-integrierte Datenbestände Reibungsverluste bedeuten. Aus dem Blickwinkel der Optimierungsbemühungen werden diesbezügliche Defizite als Medienbrüche bezeichnet.- Prozessintegration: beschreibt die Durchgängigkeit des Geschäftsprozesses über verschiedene traditionelle Organisationsbereiche wie Beschaffung, Einkauf, Produktion, Verkauf, Rechnungs- und Personalwesen hinweg. Diese Durchgängigkeit ist i.d.R. nicht voll gegeben und kann es auch nicht sein, die Bruchstellen werden als Organisationsbrüche bezeichnet und müssen bei der Optimierung dann auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. Konkret bedeutet dies oft, dass Funktionen unterschiedlicher Organisationsbereiche aufeinander abgestimmt werden müssen.
- 6. Welche Komponenten von Geschäftsprozessen werden typischerweise berücksichtigt? Zusammengefasst für „Ereignisgesteuerte Prozessketten“ (ERP) Ereignisse Funktionen Organisationseinheiten Informationsobjekte
- 7. Wie sind Kern(geschäfts)prozesse definiert? - Wirken unmittelbar auf Produktion und DL ein und erhöhen den Wert der Produktionsfaktoren.- Es sind zentrale Prozesse, mit denen die Hauptleistung (Wertschöpfung des Unternehmens) erbracht wird.- Kundennahe und/oder wertschöpfungsintensive Geschäftsprozesse.
- 8. Wie sind „unterstützende Geschäftsprozesse“ (Supportprozesse) definiert? - Sie sind nicht wertschöpfend, aber notwendig, um die Kernprozesse ausführen zu können.- Nichtkerngeschäftsprozesse z.B. Buchführung, Kostenrechnung, Lohn- und Gehaltsrechnung
- 9. Warum ist die Unterscheidung von Kernprozessen und unterstützenden Prozessen wichtig für die WI? - Angesichts der Bedeutung der Kernprozesse wird das IKS für diese mit mehr Aufwand betrieben.- Dagegen wird bei Supportprozessen der Aufwand eher geringer gehalten.- Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass es bei Kernprozessen darum geht, die Wertschöpfung zu realisieren und zu steigern, bei Supportprozessen darum, die Kosten zu senken.
- 10. Was bedeutet „Wertschöpfungskette eines Unternehmens“? - Mit Wertschöpfungskette (auch logistische Kette, Supply Chain, Lieferkette) wird in der Systematik des Betriebsprozesses der Weg eines Produktes oder einer Dienstleistung bis zum Verbraucher mitsamt der in jeder Stufe erfolgten Wertsteigerung (Mehrwert) bezeichnet.- Defintion: Der Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung besteht nicht nur aus dem eigentlichen Produkt oder der Dienstleistung, sondern im Einzelfall aus sehr vielen verschiedenen Komponenten, die in den „Wertschöpfungsstufen“ entstehen; mehrere Wertschöpfungsstufen stellen somit die Wertschöpfungskette dar
- 11. Was wird unter Prozessorientierung verstanden? - Die Wahrnehmung von Geschäftsprozessen, genauer: die Perzeption (→Wahrnehmung als erste Stufe der Erkenntnis) der Unternehmensrealität als Sammlung miteinander kooperierender Geschäftsprozesse gemeint.- Dies betrifft zum einen die im Unternehmen tätigen, die eigene Tätigkeit im Gesamtzusammenhang des Geschäftsprozesses zu sehen. Aber auch alle Optimierungsbemühungen von Unternehmensberatern die die Geschäftsprozesse als selbstverständlich ansehen.- Ausrichtung der Unternehmensstruktur an wichtige Prozesse
- 12. Welchem Zweck dient die Geschäftsprozessmodellierung? - Bestandsaufnahme/Dokumentation und Ist-AnalysenErstes Ziel jeder Geschäftsprozessmodellierung ist die Bestandsaufnahme, die Feststellung, welche Geschäftsprozesse in welcher Form ablaufen. Dies kann dann auch direkt zu einer Dokumentation, z.B. im Rahmen einer ISO 9000-Zertifizierung stattfinden.- OptimierungDas zweite große Ziel ist das der Geschäftsprozessoptimierung, der Beseitigung von Schwachstellen, die bei der Bestandsaufnahme erkannt wurden.
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- 13. Welche Schwachstellen kann man durch die Geschäftsprozessanalyse entdecken? - fehlende Datenintegration, d.h. Dateninseln- fehlende Prozessintegration, d.h. Organisationsbrüche- zu lange Transportzeiten von Prozessobjekten (Dokumente, Rechnungen, Briefe etc)- zu lange Warte- und Liegezeiten von Prozessobjekten- zu lange Bearbeitungszeit- zu lange Rüst- und Durchlaufzeiten- ganz allgemein zu lange Prozessdurchlaufzeiten- redundante (überflüssige) Tätigkeiten- hohe Fehlerraten- zu hohe Komplexität- unzureichendes Prozessdenken (konkret: unzureichendes Verständnis für vor- und nachgelagerte Prozessabschnitte bei den Beteiligten)- zu lange Kommunikations- und Entscheidungswege- zu hohe Gesamtkosten der Prozesse- zu wenig Transparenz- unzulängliche Prozessverantwortlichkeit- fragmentierte Verantwortlichkeiten
- 13.1. Ziele der Prozessorientierung? (strategische Sichtweise) Ziele neben der Prozessorientierung:- Erhöhung der Kundenzufriedenheit- Erhöhung der Lieferantenzufriedenheit- Förderung des Prozessdenkens- Qualitätsverbesserung in allen Bereichen- Initiierung eines permanenten Verbesserungsprozesses- Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit