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Entwicklulng und Lernen (Subject) / Soziale Gehemmtheit (Lesson)
Soziale Geemmtheit als spezifische Voraussetzung ds Lernens in der SChule
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- Hemmungen im kulturellen Kontext Hemmungen im kulturellen Kontext · Ohne Hemmung keine Kultur · Soziale Gehemmtheit als Nachteilfaktor in unserer Kultur · Wissenschaftliches Interesse an Gehemmtheit viel kleiner als an Aggression (-> shyness fällt nicht auf, Aggression fällt negativ auf)
- Die Welt als Bühne / Die Schule als Bühne Die Welt als Bühne / Die Schule als Bühne · All the world is a stage (Shakespeare): „Auftritt vor anderen ist Alltag für Schüchterne · Angst der Schüchternen: im Alltag nicht wissen, was zu sagen (Ihren „Text“ nicht kennen) · Schauspielerei mit vorgegebenen Texten oft „einfacher“ für Schüchterne, da sie einen vorgegebenen Text haben · Schüchterne Schauspieler nahmen Schauspielerei als Gelegenheit, Schüchternheit zu überwinden · Schule als Bühne: Schule funktioniert mit der Vorstellung vom „Auftritt“ des einzelnen: Nichtbeteiligung wird oft als Indikator für mangelndes Wissen („abrunden“), dh schlechte Leistung gewertet (Vermischung von Sozialer und sachlicher Kompetenz!)
- Was ist Schüchternheit? Begriff / Allgemeine Umschreibung / Abgrenzung Begriff / Allgemeine Umschreibung / Abgrenzung Begriff · Begriff aus der Alltagssprache, der in die Wissenschaft übernommen wurde · Kein pathologischer Begriff (nicht im Handbuch der Psychischen Störungen zu finden) · „Gezeigtes Verhalten“ Allgemeine Umschreibung · In sozialen Situationen auftretende Gehemmtheit, verbunden mit negativen Gefühlen und Gedanken (Nervosität, Angespanntheit, Unbeholfenheit, Verlegenheit) · Stark erhöhte Selbstaufmerksamkeit (das Selbst als Objekt, ausgeprägte Selbstbeobachtung, Spontanität ist daher schwierig, da man sich ständig selbst beobachtet und oft mit seinem Verhalten unzufrieden ist) · Konflikt: Wunsch / Anspruch mit Menschen zusammen zu sein ist vorhanden und stehen im Konflikt mit den Befürchtungen im Umgang mit Menschen Ø Wunsch nach Geselligkeit <-> Zustand der Schüchternheit in Geselligkeit Ø Bsp: Spielgruppe: Abseits stehen und zuschauen Ø Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt Abgrenzung gg Ungeselligkeit: · Ungeselligkeit ist konfliktfrei, da keine Bedürfnis nach Geselligkeit besteht (Prototypischer Wissenschaftler) · Neg. Korrelation von Selbstwert und Schüchternheit / keine Korr zw Selbstwert und Geselligkeit
- Ursache der Schüchternheit Ursache der Schüchternheit: Soziale Ängstlichkeit · Sozial evalutativer Aspekt: Was denken die Anderen? · Angst nicht zu genügen, etwas Dummes zu sagen · Soziale Ängstlichkeit , Bewertungsängstlichkeit, (Angst neg. beurteilt zu werden): Personenmerkmal · Angst ausgelacht zu werden (Gelotophobie: krankhafte Eigenschaft) · Schüchternheit = Soziale Ängstlichkeit (Personenmerkmal) + Verhaltenshemmung (gezeigtes Verhalten) · Personenmerkmal (im Unterschied zum Zustand der Sozialen Angst (Bsp. Vor einem Vortrag, den auch nicht Sozial Ängstliche Personen erleben könne)
- Soziale Ängstlichkeit: Merkmale / Folgen / mögliche Ursachen Merkmale: Sozial ängstliche Personen stehen unter dem Eindruck… · Den Ansprüchen anderer nicht zu genügen · Negativ bewertet zu werden · Durch andere eine Entwertung oder Bedrohung des Selbst zu erfahren (Sartre: Huis Clos: Der Blick der anderen, l enfer c‘ est les auters): der Blick der anderen macht einem zum Objekt Folgen: · Unwohlsein und Befangenheit in Sozialen Situationen · Verhaltenshemmung, Vermeidungsreaktionen, Rückzug, Flucht · Negative Zuschreibungen, soziales Misstrauen · Eingeschränkte Beziehungen, Isolation, Randständigkeit · Im Unterricht: Vermeiden der Unterrichtsbeteiligung durch Korrelation von: geringem schulischem Selbstkonzept, geringem Selbstwert, Sozialer Ängstlichkeit) Mögliche Ursache: Zusammenspiel von Veranlagung und Erziehung Veranlagung: · Temperamentfaktor „Behavioral Inhibition“ · Tiefe Erregungsschwelle gegen äussere Reize · Beobachtungen bei 4 Mte alten Babys: zappeln und weinen bei Mobile (im Gegensatz zu Freude, Interesse, ruhige Beinchen) Erziehung: · Verhalten der Eltern gegenüber einem schüchternen Kind beeinflusst Entwicklung · Beobachtete Reaktion von Keagen: Winken der Mutter / gg. Freundliches Plaudern
- Pathologische Formen Soziale Phobie (Soziale Angststörung) Furcht vor prüfender Betrachtung anderer Vermeidung sozialer Situationen Kriterien: länger als 6mte, Angstreaktion (Panikattacken), starkes Vermeidungsverhalten Folge: Absonderung, Vereinsamung, Handlungskontrollverlus Manifestation: meist im Jugendalter Lebensprävalenz: bis 10% der Bevölkerung (geschlechtsunabhängig), viele finden Umgang damit, um nicht aufzufallen Störungen mit Sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter · Misstrauen gegenüber Fremden · Angst in neuen, fremden oder sozial bedrohlichen Situationen · Kriterien: Auftreten in früher Kindheit, ungewöhnlich ausgeprägtes Auftreten, soziale Beeinträchtigung, Vermeidung · Bis 10% (geschlechtsunabhängig) Selektiver Mutismus Emotional bedingte Selektivität des Sprechens Kind spricht in einigen Situationen, in anderen jedoch nicht Oft verbunden mit Sozialangst, Rückzug, Empfindsamkeit, Widerstand 0.5-0.7% (mehr Mädchen) Kriterien: alterskonforme Sprachkompetenz Beständige Unfähigkeit in bestimmten sozialen Situationen zu sprechen Dauer: länger als vier Wochen Ursache? Mögliche Deutung der Situation als komplett fremdartig, zT bei Anderssprachigkeit
- Wie verbreitet ist Schüchternheit? Wie verbreitet ist Schüchternheit? Fremdeinschätzung: gleich verbreitet bei M /F Selbsteinschätzung: mehr Mädchen (entspricht nicht dem männlichen Rollenbild, schüchterne Mädchen dagegen sind „gefragt“) Gruppe der Schüchternen ist massiv grösser als Gruppe der Aggressiven Abnahme im Laufe der Grundstufe (36% zu 16%) Rund 8% aller Kinder sind stabil schüchtern
- Schulische Situation schüchterner Kinder: Grundstufe JJJe schüchterner ein Kind, umso kleiner wird seine schulische Kompetenz eingeschätzt. · Gründe? o Weniger Praxis, da weniger mitmachen o Performanz-Problem: schlechter, weil schüchtern (Fähigkeit werden in Sozialen Situationen geprüft) · Erster Eindruck der LP (schüchtern oder nicht) hat starken Einfluss über die Wahrnehmung der Kompetenzen über die Jahre · Schüchterne gelten als wenig erfolgszuversichtlich: Lernbeeinträchtigung durch geringe Erfolgszuversicht (Aggressive: Lernbeeinträchtigung duch mangelnde Emotionskontrolle) · Positive Spiegelreaktion ->Erfolgszuversicht -> Abwesenheit von sozialer Gehemmtheit · Keine grosse Entwicklung der Schüchternen in der Grundstufe (stehen immer noch am Rande) · Aggressive sind Ende Grundstufe besser integriert
- Schulische Situation schüchterner Kinder: PrimarstufE Stabil schüchterne entwickeln im Laufe der Zeit: · Tieferes schulisches Selbstkonzept · Tiefere Leistungen (ausgeprägter in D als in M) · Tiefere sportliche Leistungen · Beste Noten bei tiefer Schüchternheit (gemäss Wahrnehmung LP) und geringer Sozialer Angst · Sicht der LP hat grossen Einfluss auf Notengebung und schulische Kompetenzen
- Soziale Situation der Schüchternen · Abgelehnt werden ehr die ungeselligen · Schüchterne, die dabei sein wollen, sich aber nicht trauen sind nicht unbeliebt · Wenn ein Kind es schafft, trotz Schüchternheit den Eindruck zu erwecken, dass es dabei sein möchte, steht es sozial besser da, als ein Kind, das den Eindruck vermittel, lieber allein zu sein -> duchr Verhaltensänderung Besserung der sozialen Situation · Schüchterne Mädchen werden von Jungen weniger abgelehnt · Sich in der Klasse fremd fühlen ist eine negative Lernbedingung
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- Zusammenfassung: Schüchterne Kinder… · …sind durch verbale Abstinenz und fehlende Initiative schulisch und sozial benachteiligt · … können ihre fachlichen Kompetenzen nicht voll ausschöpfen · …verfügen über eine schlechte Einbindung in die Peer-Welt · Machen weniger Erfahrungen in Beziehungen unter Gleichen (Erleben von Gleichwertigkeit statt Minderheit) · Erleben nicht die Akzeptanz durch Peers die ihrem altersgemässen, sozialen Bedürfnis entspricht