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Entwicklulng und Lernen (Subject) / Frühe Beziehungen und Leistungsmotivation (Lesson)

Frühe Beziehungen und Leistungsmotivation

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  • Was ist Bildung? Was ist Bildung? Bildung basiert auf Selbststeuerung (Eigenaktivität) (Hurrelmann 2006)•    Bildung ist die Förderung der Eigenständigkeit und Selbstbestimmung durch Aneignung von und durch Auseinandersetzung mit der Umwelt (Lebenswelt)•    Selbstbestimmung setzt den Aufbau von Fähigkeiten der Selbststeuerung (Eigenaktivität) voraus. Dazu gehört der Erwerb von Fähigkeiten, die eigenständiges Handeln erlauben•    Bildung schützt vor Instrumentalisierung und sichert die IndividualitätBildung kann nur in Beziehungen geschehen, sie ist ein Geschehen sozialer Interaktion
  • Was ist frühe Bildung?    Was ist frühe Bildung?   …nicht: ·         Lernen im schulischen Sinn ·         auf vorbestimmte Inhalte bezogen ·         Vermittlung bestimmter Kompetenzen ·         institutionalisiert   sondern: (nach Schäfer, 2011, letzter Punkt ergänzt) ·         mit Selbsttätigkeit verbunden und nur durch Eigenaktivität zu verwirklichen ·         geschieht in Auseinandersetzung mit der kulturellen Welt (Nicht losgelöst von der Umwelt) ·         umfassend und integrierend ·         ist Selbstgestaltung ·         in Beziehungen eingebettet: Soziale Umwelt kann Bildung fördern oder behindern
  • Frühe Bildung als emotionaler Prozess Frühe Bildung als emotionaler Prozess   Ø  Frühe Bildung ist zu einem wesentlichen Teil in Interaktion mit engen Bezugspersonen (Eltern) eingebettet Ø  Reaktion der Umwelt ist von Anfang an ein wesentliches ko-konstruktives Element im Selbstbildungsprozess Ø  Positive Reaktionen der Bezugsperson auf Aktivität der Kindes verstärkt diese Aktivität (-> siehe Skinner) Ø  Aktivität nicht steuern oder manipulieren, sondern zur Kenntnis nehme und positiv darauf reagieren (reagieren auf das, was das Kind macht) Ø  Ausbleiben von Reaktion irritiert das Kind Ø  Zwei Experimente zur Rolle der Bezugsperson: o   Still face experiment (Tronick, 1978) o   Visual Cliff: Überqueren der Glasplatte (Urspr als Experiment zur Tiefenwahrnehmung, Gibson, 1960): Jetzt als Einfluss der positiven / negativen Signale der Mütter auf Verhalten (Mut / Angst) der Kinder: (Campos, 1985): Unmittelbare Reaktion der Umgebung beeinflusst das Verhalten entscheidend)
  • Definition Leistungsmotivation (Heinz Heckhausen) a)      Definition (Heinz Heckhausen: prägte den Begriff der Leistungsmotivation) Leistungsmotivation ist Ø  Das Bestreben eine Arbeit gut zu machen (aus eigenem Antrieb heraus), den gestellten Anforderungen gerecht werden, eigene Tüchtigkeit zu steigern Ø  Eigenes Können an einem Gütemassstab zu messen (Gütemassstab anlegen, an dem eigenes Können bewertet werden kann, zB: so gut Velofahren können wie Max) Ø  Selbstbewertungsemotionen (Stolz, Scham) zeigen, dass nicht nur das Ergebnis sondern die eigene Tüchtigkeit bemessen wird (Dh wenn nach einer Tätigkeit Selbstbewertungsemotionen vorliegen, dann war das Verhalten leistungsmotiviert, anders gesagt: Selbstbewertungsemotionen dienen als Indikatoren für Leistungsmotiviertes Handeln)
  • Motivationsförderndes Verhalten von Eltern (7 Punkte) Motivationsförderndes Verhalten von Eltern Ø  Von Wertschätzung geprägtes Klima Ø  Selbständigkeit: Freier Spielraum um eigene Lösungsversuche zu erproben   Ø  Angemessene Erwartungen als Massstab der Leistungsgüte(realisierbare, weder zu hohe noch zu tiefe Erwartungen) Ø  Kompetenzüberzeugung: dem Kind etwas zutrauen (Kind traut sich selber etwas zu und erlebt sich als kompetent)   Ø  Indirekte Hilfestellung (direkte Intervention führt zu weniger Motivation) Ø  Betonung auf Anstrengung nicht auf Fähigkeiten Ø  Positive Verstärkung des Erfolgsverhaltens
  • Anfänge der Leistungsmotivation   Anfänge der Leistungsmotivation Zwei Stränge: Handlungsstruktur / Entwicklung des Selbst: parallele Entwicklung Phase 1: Kontingenzorientierung (bis ca 1.5 jahre) (M)einer Tat folgt ein Effekt, Freude am Effekt 1.      Kreisreaktionen (Kind tut etwas immer wieder) 2.      Sekundäre Kreisreaktionen: Kind will zufällige Effekte wiederholen (weil sie interessant sind) 3.      Tertiäre Kreisreaktionen: Es will bestimmte Effekte erzielen   Ø  Das Selbst erst als dumpfe Ahnung Ø  Erste Kontingenzerfahrungen (Erfahren des Zusammenhangs) zwischen Tun und Effekt als Grundlage für den Aufbau einer Handlungsstruktur Ø  Verbindung zwischen Tun und Effekt (Effekt wirkt verstärkend -> behavioristische Theorie) Ø  Kontingenz erfahren zu können ist im Kind angelegt (keine Tabula Rasa->endogene Theorie) Ø  Freude am Effekt, doch noch keine selbstbezogenen Emotionen (keine Freude am Werk, Effektfreude stellet sich auch ein, wenn jemand anders den Effekt erzielt, selbermachenwollen kommt erst später) Ø  ?Selbsterleben: existenziell? (heisst das …ergo sum?)   Phase 2: Produktorientierung (ca 1.5 bis 2.5 Jahre) Ich kann mein Werk herstellen, Freude am Tun 1.      Produkte herstellen und als sein Werk erkennen 2.      Selbsterkennen (mit dem Produkt lassen sich – voresrst noch rudimentäre – selbstbezogene Beobachtungen Emotionen verbinden)   Ø  Elterliche Reaktionen auf Produkt erhalten zunehmendes Gewicht: sie gehen den selbstbewertenden Reaktionen des Kindes voraus Ø  Voraussetzung: Selbsterkennen muss entwickelt sein, Das Werk muss als eigenes erkannt werden Ø  Freude am Tun (Eigenwert noch nicht so wichtig, Zerstörter Turm noch keine Katastrophe) Ø  Selbsterleben: zunehmend kategorial (geschlechtszugehörig)       Phase 3: Tüchtigkeit und Erfolgserleben (ca 2.5 bis 3.5 Jahre) Stolz /Scham über eigenes Werk, selbst gemacht 1.      Eigene Tüchtigkeit auf Hintergrund von Handlungserlebnisse ·         Selbst / Andere Unterscheidung („Ich“ als handelndes Subjekt) ·         Selber-Machen-Wollen (Konkrete Produkte, Effekte) 2.      Anfänge der Selbstbewertung: emotionale Reaktionen (Scham / Stolz) ·         Reaktion auf  Miss-Erfolg (Stolz / Scham) als Indikator, ob leistungsmotiviertes Handeln vorliegt (Holodyski, 2006) ·         Zwei Positionen zur Kontextabhängibkeit von selbstbewertenden Emotionen (nur in Gegenwart von anderen (Holodynsky)  oder immer Deborah Stipek) ?)   Phase 4: Aufgabenschwierigkeit und Tüchtigkeit (3-5 Jahre) Ich kann etwas, also bin ich (je schwieriger die Aufgabe, umso tüchtiger) 1.      Erste Ausdifferenzierung: Beziehung zwischen Ausmass an Tüchtigkeit und Aufgabenschwierigkeit 2.      Erleben des Selbst ist darauf aufgebaut, ob man etwas kann 3.      Punktuelle (seltene) Anfänge. Soziale Vergleiche und Leistungsmassstäbe   Ø  Mit zunehmenden Alter vermehrte Wahl der schwierigeren Aufgaben Ø  Bis Ende Grundstufe „gelernt“, Aufgabe aufgrund Kompetenz zu wählen (kann auch kontraproduktiv sein)   Phase 5: Ausdifferenzierung der Konzepte Anstrengung und Begabung (4.5-erste Schuljahre) Modell nach Nicholls) Von „gut ist, wer was tut“ zu „gut ist, wer nichts tun muss“ 1.      Kopplungsschema: Anstrengung = Begabung (Keine Differenzierung: Wer sich anstrengt, ist begabt) 2.      Kausalität: je mehr ich mich anstrenge umso besseres Ergebnis 3.      Begabung als zusätzlicher Faktor 4.      Kompensationsschema: Je begabter umso weniger Anstrengung Ø  Einfluss der Schule: Andere sind besser obwohl sie weniger arbeiten Ø  Gefahr: Gefühl, nichts mehr ändern zu können, wenn man sich als nicht begabt einstuft
  • Erfolgs- Misserfolgserleben im Vorschulalter Erfolgs- Misserfolgserleben im Vorschulalter  Coping Strategien (Konfliktbewältigung nach Misserfolg) Ø  Leugnen (meistens bis ca 4J) Ø  Kompromiss Ø  Ablenken Ø  Abhauen / Ausweichen Ø  Abbrechen: Mehrer Misserfolge werden schlecht ertragen   Misserfolge belastend in diesem Alter (Die Kinder sind dabei, ihre eigene Tüchtigkeit zu entdecken, Etwas können als Kategorie des Selbsterlebens) ·         Filmsequenz: Freude am Tun -> Misserfolg -> Verlegenheitslächeln -> Blick zur Siegerin -> Lächeln erlöscht -> kurze Reaktanz -> endgültige Enttäuschung ·         Misserfolge als einschneidende Erlebnisse ·         Gefahr, dass sich Muster verfestigen (Misserfolgsorientierung)
  • Erfolgsorientierung / Misserfolgsorientierung     Misserfolgsorientierung Erfolgsorientierung Merkmale Ø  Pessimistische / unrealistische Selbsteinschätzung: Wahl von zu leicht oder zu schwierigen Aufgaben Ø  Als Erfolgsursache wird eigene Aufgabenschwierigkeit (es war einfach), Glück oder Zufall angeben Ø  Als Misserfolgsursache wird Begabungsmangel Ø  Negative Selbstbewertung Ø  Selbstwertschädigend Ø  Optimistische / Realistische Selbsteinschätzung: Wahl von mittelschweren Aufgaben Ø  Als Erfolgsursache wird eigene Tüchtigkeit angeben Ø  Als Misserfolgsursache wird Anstrengungsmangel, Pech, Zufall angegeben Ø  Positive Selbstbewertung Stolz Kompetenz Selbstwertschützend, - erhöhend Mindsets (Theorie nach Carole Dweck) (Selbsttheorien/ Subjektive Einstellung Subj. Begabubgstheorie) Fixed Mindset Ø  Situationen geben Hinweis auf eigene Fähigkeiten (wenn ich eine Situation erfolgreich gemeistert habe, bin ich begabt, wenn nicht, bin ich nicht begabt) Ø  Begabung als stabiler Faktor Ø  Begabung wird immer wieder in Frage gestellt und muss sich in versch. Situationen wieder beweisen Ø  Führt zu Vermeidung von Situationen, die Begabung in frage stellen könnten Groth Mindset: Ø  Ich selber habe die Möglichkeit, nach Scheitern meine eignen Fähigkeiten in einer neue Situation zu steigern Ø  Steigerung der Fähigkeit durch Lernen Ø  Herausforderungen sind nicht bedrohend sondern bereichernd Muster Hilflosigkeitsmuster Erfolgsmuster / Lernorientierung Experiment mit 9-10 Jährige 1.      Gruppe: gelobt für Fähigkeit Nach Misserfolg wird lieber nochmals das einfache Puzzle gelöst (Angst, dass Fähigkeit wieder in Frage gestellt wird) 2.      Gruppe. gelobt für Anstrengung Nach Misserfolg möchten sie das schwierige Puzzle nochmals versuche (Möglichkeit wahrnehmen, sich zu verbessern) Entstehungs-bedingungen Ø  Aufgaben, die primär Fähigkeiten prüfen Ø  Produkt / Ergebnisorientiert Ø  Lob und Rückmeldungen betreffen Fähigkeiten und Defizite Ø  Fähigkeit steht im Zentrum Ø  Stereotype Begabungsvorstellungen werden vertreten Ø  Aufgaben stellen Lernen ins Zentrum (Lernzuwachs betonen) Ø  Mittel / Prozessorientiert Ø  Rückmeldungen betreffen das Lernen Ø  Anstrengung steht im Zentrum Ø  Stereotype Begabungsvorstellungen werden in Frage gestellt Resultat Misserfolgsorientierung mit Ø  Externer Kontrollorientierung Ø  Einzelkämpfer/Wettbewerbsorient. Ø  Selbstwert ist an Begabungsvorstellungen gebunden Erfolgspsychologie mit Ø  Interner Kontrollorientierung Ø  Zugehörigkeit und Akzeptanz Ø  Individuelle Bezugsnorm für Beurteilungen von Erfolgen
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