28

Wettbewerbspolitik (Subject) / 7. Marktmacht und (De-)Regulierung (Lesson)

7.1 Marktmacht und Konzentrationsgrad 7.2 Vertikale Zusammenschlüsse und Vereinbarungen 7.3 Marktbeherrschung und Missbrauch

This lesson was created by esel.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • Definiere Markmacht In der ökonomischen Theorie: Marktmacht = Preissetzungsspielraum Lerner Index: L = p - K'/p (Index: Abstand zwischen den Preisen und den Grenzkosten)
  • Welche Bedeutung haben Elastizitäten bei der Feststellung bon Marktmacht? Je weniger elastisch Nachfrage und Angebot auf Preisänderungen reagieren, desto höher ist die Preissetzungs- und Marktmacht.
  • Was ist das Problem bei der vorher genannten Definition von Marktmacht? Grenzkosten und Preiselastizitäten sind nicht bekannt! Fast jedes Unternehmen hat Marktmacht, Gewinne sind ja notwendig. Aber ab wann wird Marktmacht zum Problem? Hohe Gewinne (P>K') sind ein wichtiger Innovationsanreiz. Es gibt keinen klaren Zusammenhang zwischen Lerner Index und Auswirkungen auf Konsumentenwohlfahrt (wg. Fixkosten)
  • Was wird bei Fusionen/Missbrauchsverboten überprüft und warum gibt es da Probleme? 1. Stufe: Sachliche und räumliche Abgrenzung des relevanten Marktes was ist der relevante Markt? Konkurriert nicht alles mit allem? Bestimmung der Produkte und Firmen auf dem relevantem Markt. Was sind alles Substitute? lokaler, nationaler, europäischer, internationaler Markt? 2.Stufe: Feststellung der Markmacht ( Marktbeherrschung) Besteht wirksamer Wettbewerb zwischen diesen Firmen auf dem revanten Markt? nur im Moment oder langfristig (Marktzutritt, Substitute)? Vielzahl von Marktstrukturkriterien wie Marktanteile, MZS, nahe Substitute, Nachfragemacht, Elastizität usw.
  • Wann gehören Produkte zum gleichen Markt (EU-Recht)? Produkte gehören zum gleichen Markt, wenn sie bzgl. ihrer Funkion, ihrer Eigenschaften, ihrer Preislage und ihrem wirtschaftlichen Verwendungszweck als austauschbar angesehen werden.
  • Was testet der hypothetische Monopoltest? SSNIP-Test Könnte ein Monopolist (für eine bestimmte Menge von Produkten) die Preise dauerhaft (ca 1 Jahr) und gewinnbringend um 5-10% erhöhen?                                                                                              (small but significant non-transitory increase in price) Wenn nein, gibt es ausreichende Substitutionsmöglichkeiten? Wenn ja, hier ist der relevante Markt, hier sind Marktanteile Indikatoren für Marktmacht, wegen geringer Nachfrage Elastitzität
  • Grundsatzkritik zur Marktabgrenzung Marktabgrenzung ist nur ein statischer Ansatz, weil von gegebenen Produkten ausgegangen wird. Die Dimension des Wettbewerbs mit neuen Produkten bleibt ausgeklammert. Das betrifft den traditionellen Ansatz und auch das gesamte ökonomische Marktmachtkonzept (lerner-index). Trotzdem braucht die Wettbewerbspolitik Kriterien. Konzentrationen (die Verringerung von Vielfalt also) bleiben auf jeden Fall aus sozialer und dynamischer Sicht problematisch.
  • Was könnten Vorteile von Fusionen sein? Mögliche Effizienzgewinne (in der Theorie): Rationalisierungsgewinne Skalen- und Verbundeffekte Einkaufsvorteile auf den Beschaffungsmärkten verbesserte Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung Verringerung  von X-Ineffizienzen (Markt für Unternehmenskontrolle) verbesserter Weitergabe von Know-How
  • Was besagen empirische Studien zu Effizienzgewinnen aus Fusionen? Viele vor der Fusion behaupteten Synergie und Effizienzeffekte treten hinterher nicht ein (Daimler/Chrysler). Bis zu 70% aller Fusionen scheitern. Aber es kann auch zu erheblichen Effizienzgewinnen kommen -->>> sehr breite Varianz.  
  • Welche Gründe für Fusionen könnte es noch geben? Kann man bei Fusionsentscheidungen überhaupt Gewinnmaximierung (shareholder value) unterstellen? Managerialismus These Interesse von Beratern, Bankern... psychologische Erklärungen
  • Advertisement
  • Welche Wirkungen können Fusionen auf die dynamsiche Effizienz (Innovationen) haben? positive: Ability to invest economies of scale, keine Kostenduplizierung Kombination komplementären Wissens negative: Beschränkung des Wettbewerbsdrucks (need to invest) reduziert Varietät und parallele Suche nach neuen Problemlösungen Neo-Schumpeter: positiver Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Innovationen, ist aber empirisch fragwürdig
  • Beschreibe vertikale Zusammenschlüsse Fusion mit Unternehmen auf vor- oder nachgelagerter Wirtschaftsstufe Ausmaß auch abhängig von make or buy Entscheidungen und outsourcing
  • Was könnten Vorteile von vertikalen Zusammenschlüssen sein? Effizienzvorteile! bessere Abstimmung komplementärer Leistungen (Verbundvorteile) Senkung von TAK Lösung des Hold-up Problems bei transaktionsspezifischen Investitionen könntes so zu niedrigeren Gewinnen und niedrigeren Preisen führen
  • Welche wettbewerbsbeschränkenden Effekte können sich aus Fusionen ergeben? Übertragung von Markmacht: Ein vertikal integrierter Hersteller kann seine Marktmacht auf die Handelsebene übertragen Marktausschließung (foreclosure effect): Ein vertikal intefriertes Unernehmen kann nichtintegrierten Unternehmen den Zugang zu Absatz- und Beschaffungsmärkten behindern MZS: Marktzugang für nichtintegrierte Unternehmen kann erschwert werden
  • Kartelle durch vertikale Vereinbarungen. Mit Bsp.! Vereinbarungen zwischen Unternehmen auf aufeinanderfolgenden Wirtschaftsstufen durch die die Freiheit des Einsatzes von Aktionsparametern eingeschränkt wird. Bsp: vertikale Preisbindung Alleinvertriebsvereinbarungen Alleinbezugsvereinbarungen Franchise Vereinbarungen??
  • Mögliche Effizienzvorteile von vertikalen Kartellen: - Senkung von TAK, Verringerung der hold up Problematik (Williamson) - Vermeidung der doppelten Marginalisierung. Folgen zwei mächtige Unternehmen aufeinander kommt es zu einer besonders ineffizienten Preis-Mengen-Kombination - Optimierung der Gesamtleistung durch bessere Abstimmung und effizienteren Ressourceneinsatz - umfassende Bindungen in Franchise-Verträgen kann notwendig für die Funktionsfähigkeit des gesamten Franchise Systems sein - Alleinvertrieb kann Anreize für Händler erhöhen, in Werbung für neue Produkte zu investieren
  • Mögliche wettbewerbsbeschränkende Effekte von vertikalen Kartellen: Übertragung von Marktmacht (leverage Effekt) Marktausschließung (foreclosure effects): Zugang zu Märkten verhindern, Sortiment nicht aufnehmen... raising rivals' costs Erhöhung der MZS Aber: Wettbewerbsbeschränkungen nur wahrscheinlich, wenn gleichzeitig Marktmacht besteht!
  • Welche wettbewerbspolitischen Folgen ergeben sich aus vertikalen Vereinbarungen? Analyse und Folgerungen ähnlich wie bei vertikalen Fusionen Es ist breiter Konsens, dass vertikale Vereinbarungen oft positive Effizienzeffekte haben und deshalb positiv zu bewerten sind ABER: Unter bestimmten Bedingungen (Marktmacht) könne auch die wettbewerbsbeschränkenden Effekte überwiegen. In der EU: Eine genauere Analyse ist ab einem Marktanteil von über 30% notwendig Per se verboten sind aber: vertikale Preisbindung und -differenzierung (Autohändler) und der Alleinvertrieb mit absolutem Gebietsschutz (Verstoß gegen Binnenmarktziel)
  • Was ist Preismissbrauch? -->> unangemessen hohe Preise EuGH: "Es ist zu prüfen, ob der Inhaber einer beherrschenden Stellung die sich daraus ergebenden Möglichkeiten benutzt hat, um geschäftliche Vorteile zu erhalten, die er bei einem normalen und hinreichend wirksamen Wettbewerb nicht erhalten hätte." Notwendig wäre also theoretisch ein Vergleich zwischen dme tatsäclichen Preis und dem hypothetischen Preis bei wirksamem Wettbewerb "als ob": leider schwer bestimmbar Bsp. bestimmte Arzneimittel
  • Behinderungsmissbrauch: -->> Kampfpreisstrategie: zu niedrige Preise (predatory pricing) Verdrängung anderer Wettbewerber durch unter den Kosten liegende Preise Aber: ist eine solche Strategie rational? Sind spätere Preiserhöhungen möglich? Sind dann später neue Marktzutritte unwahrscheinlich? Ergeben sich genügend zukünfitge Marktmachtgewinne um damit die Verluste ausgleichen zu können? post Chicago: unter bestimmten Umständen können solche Strategien erfolgreich sein. Areeda-Turner Regel: Preissetzung ist missbräuchlich wenn P<K'
  • Erläutere 3 andere Behinderungsmissbräuche: 1) Ausschließlichkeitsvereinbarungen: durch Alleinbetriebs- oder Alleinbezugsvereinbarungen kann Konkurrenten des marktbeherrschenden Unternehmens der Zugang zu Beschaffungs- oder Absatzmärkten erschwert werden 2) Kopplungsbindungen (bundling, tying): Marktbeherrschende Unternehmen können Nachfrager zwingen, neben dem gewünschten Proudkt auch noch andere Produkte abzunehmen ( Tetra Pak:Verpackungsmaschine + Karton) 3) Zugang zu wesentlichen Einrichtungen (essential facilities): notwendige und nicht duplizierbare Ressource, um auf einem Markt aktiv zu sein, wird verweigert oder verteuert: Netze, bottle necks... Bsp. Microsoft, inkompatibler Explorer
  • Nenne Formen der Staatliche Wettbewerbsbeschränkungen und kritisiere diese. nicht tarifäre Handelshemmnisse (Importquoten, technische Standards) und Zölle oder Importkontingente -->> eine liberale Außenwirtschaftspolitik ist also wichtig um freien Wettbewerb zu ermöglichen Staatliche Monopolrechte wie früher die Post. Kompletter Schutz vor Wettbewerb Subventionen verzerren den Wettbewerb oder schalten ihn aus (ineffiziente Unternehmen werden nicht verdrängt) Staatliche MZS in Form von Regulierungen, technischen Standards, Sicherheitsvorschriften, Verbraucherschutzt) häufig das Resultat von rent seeking Interessensgruppen, die sich dem Wettbewerb entziehen wollen.
  • Was sind die drei Formen privater Wettbewerbsbeschränkung und wie lassen sich diese charakterisieren? 1) Verhaltensabstimmung: Preis-, Gebiets, F&E..Absprachen = horizontale Beschränkung des Wettbewerbs -> Kartelle. Aber auch vertikale Absprachen: Preisbindung beim Buchpreis. 2) Konzentration: Bei Kauf eines Unternehmes auf der selben Stufe verringert sich die Wahlfreiheit der Nachfrager und wahrscheinlich auch der Wettbewerbsdruck. So kann Marktmacht und auch Preisspielraum entstehen. Vertiakale Zusammenschlüsse können ebenso wettbewerbsbeschränkend wirken. Eine Fusion zweier Unabhängiger Unternehmen = Konglomerat 3) Behinderung: unfaire Verhaltensweisen um die Leistungsfähigkeit der Konkurrenten zu mindern. Durchsetzung im Wettbewerb nicht durch bessere Leistung sondern durch Behinderung: Sabotage, Spionage, Boykotte, Ausschließlichkeitsvereinbarungen usw.
  • Welche Ansatzpunkte gibt es für die Wettbewerbspolitik und welche zwei Formen lassen sich unterscheiden? Marktstruktur: vor allem Beeinflussung von Marktstrukturen diekenien funktionsfähigen Wettbewwerb erwarten lassen Marktverhalten: Bekämpfung von wettbewerbsbeschränkenden Verhaltensweisen Marktergebnisse: direkte Korrektion unerwünschter Marktergebnisse (Preiskontrolle) 1) Regelorientierte Wettbewerbspolitik: allgemeine Regeln zur Bekämpfung von Wettbewerbsbeschränkungen um interventionistisches Verhalten zu verhindern. (Per Se Regeln die bestimmtes Verhalten unabhängig vom Einzelfall einfach verbieten; bspw. vertikale Preisbindung) 2) Diskretionäre Wettbewerbspolitik: spezifische Einzelfallentscheidungen. (rule of reason), da je nach Fall die Konsequenzen auch wettbewerbsfördernd sein könnten  
  • Welche Formen vertikaler Vereinbarungen gibt es und welche Wirkung haben sie? vertikale Preisbindung schaltet den Preiswettbewerb auf der Händlerstufe aus (Beschränkung des inter-brand Wettbewerbs)(siehe Buchpreisbindung) Alleinvertriebsvereinbarungen mit Gebietsschutz führt zu einem regionalen Monopol dieser Händler (lokale Zeitungen) Alleinvertriebsvereinbarungen und verikalte Preisbindung kann den Wettbewerb zwischen Herstellern behindern (Gaststätten) Franchisesysteme, Alleinbezugsvereinbarungen,
  • Beschreibe Ausbetungsmissbrauch! Ausbeutungsmissbrauch liegt vor wenn ein Unternehmen seine durch fehlenden Wettbewerb entstanden Spielräume nutzt um Preise zu hoch zu halten oder ungerechtfertigt unterschiedlich hoch festlegt und so den Nachfrager schädigt.
  • Was ist ein natürliches Monopol? Ein natürliches Monopol liegt vor, wenn aufgrund der spezifieschen produktionstechnologischen Bedingungen die Marktnachfrage kostengünstiger bekiefert werden kann als von mehreren Unternehmen.
  • Welche negativen Folgen hat ein (natürliches) Monopol? zu hoher Preis zu niedrige Menge Verlust an Konsumentenrente gesamtwirtschaftlicher Verlust ein nichtleistungsbedingter Monopolgewinn mögliche X-Ineffizienzen