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Wirtschaftssoziologie (Subject) / Bourdieu (Lesson)

Kapitaltheorie

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  • Bourdieus Kapitalbegriff - Kapital entspricht akkumulierter Arbeit - Akkumulation und Vererbung von Kapital führen dazu, dass eben keine Konkurrenz- und Chancengleichheit besteht, von der im Neoliberalismus ausgegangen wird --> Wechselspiele im wirtschaftlichen Leben sind keine Glücksspiele - Verteilungsstruktur der verschiedenen Kapitalsorten entspricht der immanenten Struktur der Gesellschaft
  • wirtschaftswissenschaftlicher Kapitalbegriff - reduziert gesellschaftliche Austauschprozesse auf den bloßen Warenaustausch, der auf Profitmaximierung gerichtet und somit durch Eigennutz geleitet ist --> alle anderen Formen des sozialen Austauschs werden als uneigennützig betrachtet - in Wirklichkeit verfügt alles über einen ökonomischen Charakter, auch wenn dieser häufig verneint wird --> Euphemisierung
  • die drei Kapitalsorten ökonomisches Kapital: unmittelbar in Geld konvertierbar, Institutionalsierung durch Eigentumsrechte kulturelles Kapital: unter bestimmenten Voraussetzungen in ökonomisches Kapital konvertierbar, Institutionalisierung in Form schulischer Titel soziales Kapital: unter bestimmten Voraussetzungen in ökonomisches Kapital konvertierbar, Institutionalisierung in Form von Adelstiteln
  • drei Formen des kulturellen Kapitals - verinnerlichter, inkorporierter Zustand - objektivierter Zustand --> kulturelle Güter - institutionalisiert --> schulische Titel
  • inkorporiertes kulturelles Kapital --> Bildung Bildung: Akkumulation von Kultur; kostet Zeit --> Dauer des Bildungsaufenthalts als Indikator für kulturelles Kapital Primärerziehung als positiver oder negativer Faktor wird zum festen Bestandteil der Person --> Habitus (z.B. Sprechweise)  
  • Seltenheitswert des kulturellen Kapitals kulturelles Kapital kann Basis ür weitere materielle und symbolische Profite sein Seltenheitswert, da nicht alle Individuen die ökonomischen und kulturellen Mittel zur Verfügung haben, ihren Kindern Bildung über das Minimum hinaus zu gewährleisten --> zeit als Bindeglied zwischen ökonomischen und kulturellen Kapital
  • objektiviertes kulturelles Kapital materiell übertragbar, materielle Aneignung setzt ökonomisches Kapital voraus symbolische Aneignung setzt inkorporiertes kulturelles Kapital voraus  
  • institutionalisiertes kulturelles Kapital schulische Titel bieten rechtliche Garantie unabhängig von Person und tatsächlichen Kenntnissen, ermöglicht Vergleiche
  • Soziales Kapital - Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen - Umfang des Sozialkapitals abhängig von Ausdehnung des Beziehungsnetzes als auch vom Umfang des Kapitals, das diese mobilisieren können - Profite, die sich durch soziale Kontakte ergeben, erzeugen Solidarität, Solidarität ermöglicht wiederum Profite - fortlaufende Institutionalisierungsarbeit notwendig: Pflege der Kontakte (kann ökonomisches Kapital + Zeit kosten) --> Transformation - Delegation möglich: Bevollmächtigter wird beauftragt die Gruppe zu vertreten
  • Die Kapitalumwandlungen - unter Aufwand von Transformationsarbeit können die anderen Kapitalarten mithilfe von ökonomischen Kapital erworben werden -einerseits liegt ökonomisches Kapital allen anderen Kapitalarten zugrunde - andererseits lassen sich die transformierten Erscheinungsformen niemals ganz auf dieses zurückführen
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  • Ökonomismus hält alle Kapitalformen letztlich für auf ökonomisches Kapital reduzierbar.
  • Semiologismus reduziert alle Austauschbeziehungen auf Kommunikationsphänomene --> ignoriert die universelle Reduzierbarkeit auf die Ökonomie
  • Reproduzierbarkeit von Kapital - Gewinne auf einem Gebiet werden mit Kosten auf einem anderen Gebiet bezahlt - Kapitalarten unterscheiden sich nach ihrer Reproduzierbarkeit, d.h. danach, wie leicht sie sich transformieren lassen       - Ausmaß der Schwundquote bei der Kapitaltransformation       - Maß der möglichen Verschleierung - Übertragung von kulturellem Kapital in hohem Maße unsicher (es werden schulische Titel benötigt, die Zugang zu herrschenden Positionen ermöglichen --> Reproduktion der sozialen Strukturen durch Übertragung von Kapital (insbesondere Kulturkapital)