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Wettbewerbspolitik (Subject) / 5. Von der Harvard-Schule bis zur Post-Chicago-Schule: Wettbewerb, Marktmacht un (Lesson)
5.1 Zum Nirwana "vollkommende Konkurrenz"
5.2 "Workable Competition"
5.3 "Chicago-Schule"
5.3 "contestable markets" und Transaktionskostenansatz
5.4 Neue Industrieökonomik ("post-Chicago")
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- Warum entstand die Idee des "workable competition"? (funktionsfähiger Wettbewerb) Unzufriedenheit mit dem unrealistischen Modell des vollkommenden Wettbewerbs. deswegen: Suche nach Bedingungen für einen Wettbewerb, der funktionsfähig ist, trotz vieler Marktunvollkommenheiten
- Was besagt die Harvard-School? Wettbewerbsverständnis: Unvollkommenheit SVE-Paradigma Konzentration ist Ausdruckübermäßiger Gewinne private MZS sind wichtig, staatliche weniger Betrachtungshorizont: kurz- bis mittelfristig Wettbewerbspolitische Ziele: Beseitigung wirtschaftlicher Macht wirtschaftliche und gesellschaftliche Ziele (multiple goal approach) Aufrechterhaltung des Wettbewerbs als Kontroll- und Steuerungsmechanismus Konkrete Wettbewerbspolitik: Interventionismus Fusionskontrolle Bekämpfung von MZS Kriterien: SVE-Zusammenhänge Kritik: Geringe Aussagefähigkeit und Erklärungsfähigkeit, Effizienzproblematik im Hintergrund
- Erste Folie zur Chicago-School. Was ist das? -->> neoklassisches Konzept, freier Markt, liberal: jeder Markt ist effizient. Es gibt langfristig keine ineffizienten Märkte, es sei denn durch Politikversagen. normative Ebene: Wettbewerbspolitk sollte sich nur an ökonomischer Effizienz orientieren (Gesamtwohlfahrtsstandard (Produzenten- und Konsumentenrente), Umverteilungen sind deswegen kein Problem; Monopole schon wegen der allokativen Ineffizienzen) theoretische Ebene: starke Orientierung an der Mikroökonomik und dem Modell des vollkommenen Wettbewerbs starke Kritik am SVP und workable competition Surviver-These: letztlich können im Wettbewerb nur effiziente Unternehmen überleben (->Effizienzdoktrin) "Efficiency causes concentration"; Bei Zusammenschlüssen: Skalenvorteile und produktive Effizienz es gibt nur staatliche MZS
- Wodurch entsteht in der Chicago Schule eine Spannung und wo liegt der Ausweg? Spannungsverhältnis: Einerseits wird der Wettbewerb als ein dynamisches Phänomen aufgefasst, andererseits wird von der statischen Preistheorie ausgegangen Ausweg: "good approximation assumption": Alle in der Realität beobachteten Preise und Mengen sind gute Annägerungen an die langfristigen wettbewerblichen Preise und Mengen. Überbrückung zwischen Dynamik und Statik durch ad-hoc-Hilfshypothesen: Survival of the Fittest; sehr langfristiger Betrachtungshorizont
- Welche 4 Forderungen/Ableitungen entstehen aus der Chicago Schule? 1) Unternehmenskonzentrationen/Fusionen sind primär Folge des Strebens nach Effizienz (ecnomies of scale) 2) MZS sind kein Problem sondern eher ein Ausdruck unternehmerischen Talents. Nur staatliche MZS sind nicht durch Leistung angreifbar. 3) oligopolistische Preisabsprachen sind nur temporär stabil und Marktmacht ist nur temporär ein Problem ( Kartelle halten sich nicht). 4)Es gibt zwei Effizienzkriterien für Antitrustbehörden: allokative Effizienz=Übereinstimmung von langfristigen Grenzkosten und Preisen und Konsumentensouveränität. Produktive Effizienz=Kostensenkung durch Skaleneffekte, Organisationsvorteile etc.
- Was besagt die Theorie des Staats- und Regulierungsversagens der Chicago school? Regulierung findet nicht im öffentlichen Interesse statt. Sie wird aktiv von einer Branche nachgefragt and is designed and operated primarily for its benefit. Regulierungspraxis als Resultat des Interessengruppeneinflusses im politschen "Markt für Regulierung" "Capture Therorie": Every industry or occupation that has enough political power to utilise the state will seek to control entry and thereby creates rents (leistungsunabhängige Gewinne) for itself. -->> raising rivals' costs (Kosten für die Konkurrenten erhöhen). Regulierungen können auch zu neuen MZS und so zum Vorteil für etablierte Unternehmen werden. (Umwelt- und Sozialstandards). Reiche Länder drücken armen ihre Standards auf und vermindern so deren Kostenvorteile.
- Was ist mit contestable markets gemeint? Theorie der angreifbaren Märkte Modellierung der Vorraussetzungen für einen vollkommenen potenziellen Wettbewerb Modell des vollkommenen Wettbewerbs. ABER WICHTIG: Keine Kosten bei Marktzutritt und Marktaustritt unter der Gefahr des Hit and Run Entry müssen sich auch enge Oligopole verhalten wie unter vollkommenem Wettbewerb "the condition for competition is many potential rivals, not necessarily many existing rivals" Kritik: Bedinungen für einen vollkommenen angreifbaren Markt sind selten gegeben
- Was besagt die TAK-Theorie von Oliver Williamson? Bei der Koordination von Akitvitäten (make or buy) (über Hierarchie (Firma) oder Markt) sind die TAK entscheidend. spezifisches TAK-Problem: *Hold up Problematik bei transaktionsspezifischen Investitionen vertikale Integration oder vertikale Beschränkungen können effizienzerhöhend sein, weil sie TAK senken; ebenso zB langfristige Lieferverträge und Franchise-Systeme -->> Effizienzerklärung für vertikale Beschränkungen / Integration -->> *Möglichkeit der Ausbeutung bei hoher Spezialisierung Alternative zur Marktmachtinterpretation des Konzepts des funktionierenden Wettbewerbs.
- Woraus ergeben sich TAK? Suchkosten (Anbahnungskosten): Wer bietet was wo zu welchem Preis und zu welcher Qualität an? Kosten des Vertragsabschlusses Kosten der Durchsetzung (monitoring), da nicht jedes Detail im Vertrag festgelegt werden kann
- Welchen neuen Konsens gibt es in der neuen Industrieökonomik /post-chicago? -neuer Konsens? Einführung der Spieltheorie um Konsequenzen unterschiedlicher Verhaltensweisen und Marktstrukturen differenzierter untersuchen zu können. Normative Ebene: grundlegende Orientierung an Effizienz (siehe Chicago School) breit akzeptiert (Effizienzverteidigung bei Fusionen) sehr unklar: Konsumentenwohlfahrt (EU) oder Gesamwohlfahrt (USA)? Mehr Einzelfallbetrachtungen, rules of reason, da zB Ausschließlichkeitevereinbarungen sowohl positive als auch negative Effekt auf die Gesamtwohlfahrt haben können Theoretische Ebene Breiter Konsens: moderne spieltheoretische Industrieökonomik neue wichtige theoretische Einsichten: es gbt vielfältige private MZS die auch Einfluss auf die Marktstruktur haben. Preisabsprachenkönnen über einen längeren Zeitraum stabil bleiben (Kartelle können doch lange halten, Zement) vertikale Beschränkungen können antikompetitiv/wettbewerbsbeschränkend sein auch Fusion von Unternehmen mit relativ kleinen Marktanteilen kann zu Preiserhöhung führen Wettbewerber können durch Kampfpreise oder Erhöhung ihrer Kosten (raising rival's costs) behindert werden
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- Erkläre kurz das SVE Paradigma! Marktstruktur: Strukturen die kurz- und mittelfristig als konstant angesehen werden können (MZS, Skalen-und Verbundeffekte, personelle Verflechtungen, Anbieter- und Nachfragekonzentration) Marktverhalten: Das Verhalten der Unternehmen( Preis- und Mengenpolitk, Rabatte, Werbung...)wird von der Marktstruktur beeinflusst. Marktergebis: Wird wiederrum vom Marktverhalten bestimmt (Innovationen, Höhe der Preise, Leistungsgerechtigkeit der Gewinne). Auch Rückwirkungen sind zu beachten!
- Was sagen empirische Forschungen zum SVE-Paradigma? Parallel dazu: Empirische Industrieökonomik: Struktur-Verhalten-Ergenis Paradigma (SVE/Structure-Conduct-Performance Paradigm; SCP) In empirischen Forschungen ließen sich Zusammenhänge zwischen Marktstruktur und Marktergebnissen nur schwernachweisen
- Welche möglichen Ziele hat die Verfolgung des Ziels eines funktionsfähigen Wettbewerbs? Effiziente Allokation technischer Fortschritt Förderung des Mittelstandes Begrenzung wirtschaftlicher Macht individuelle Freiheit internationale Wettbewerbsfähigkeit
- Welche Politk verfolgen Anhänger des funktionsfähgien Wettbewerbs (SVE-Paradigma) normalerweise? aktive staatlich Wett-Po notwendig, sich selbst überlassene Märkte neigen zu Vermachtung und Beschränkungen. Unternehmenszusammenschlüsse wären wettbewerbsgefährdend Fusionskontrolle Folge: aktive restriktive Wett.Po in den USA und Deutschland Aber: empirisch sind die Zusammenhänge zwischen Marktstruktur und Marktergebnissen nur wenig bestätigt.
- Wie sind die wettbewerbspolitischen Folgen der Chicago School? nur zurückhaltende Eingriffe in die Marktprozesse durch Interventionen könnten Skalen-und Verbundseffekte verhindert werden -->> Marktversagen
- Welche Kritik kann an der Chicago School geübt werden? enges Festhalten am Modell des vollkommenden Wettbewerbs ausschließliche Orientierung an der ökonomischen Effizienz optimistische Einschätzung zu den Selbstheilungskräften der Märkte wettbewerbspolitische Empfehlungen zu pauschal
- was ist der hit and run entry? Wenn die Preise der etablierten Anbieter über den Durchschnittskosten lägen, könnten ( bei nichtesixtenten Kosten für Marktein-und Austritt) schnell in den Markt eintreten mit niedrigen Preisen und dann bei Preissenkug der etablierten Anbieter genauso schnell wieder austreten
- Was folgt wettbewerbspolitisch aus der Theorie der contestble markets? Inwiefern ist das kritisch zu beurteilen? Höhe der Unternehmenskonzentration wird durch die Überlegung der vollkommenden Angreifbarkeit (fehlende Kosten bei MZS MAS) irrelevant. Zentrales Beurteilungskriterium ist das Bestehen von MZS und MAS. Kritik: Vollkommende Angreifbarkeit ist in keinem Markt gegeben (bspw: Werbekosten bei Markeintritt sind sunk costs)
- Nach-Gleichgewicht: Ein Nash Gleichgewicht ist dann gegeben wenn keines der an einem Spiel beteiligten Unternehmen eine Möglichkeit hat, bei gegebenem Verhalten der anderen Unternehmen von einer einseitigen Verhaltensänderung zu profitieren.