8

Medizin (Subject) / Dermatologie (Lesson)

Dermatologie

This lesson was created by anmajan.

Learn lesson

  • Rosazea Mit der beschriebenen Symptomatik am ehesten vereinbar ist die Rosazea. Sie tritt v.a. in der zweiten Lebenshälfte auf. Frauen sind etwas häufiger betroffen. Die Ätiologie ist ungeklärt, gehäuft wird u.a. eine Besiedelung mit der Milbe Demodex folliculorum beobachtet. Klinik: Es bestehen fleckige livide Erytheme, die anfangs auch flushartige Sensationen zeigen können. Auf diesen finden sich Papeln, später auch Pusteln. Komedonen sind bei der Rosazea keine vorhanden (DD zur Akne). Bei der Rosazea unterscheidet man u.a. die erythematös-teleangiektatische, die papulopustulöse und die glandulär-hyperplastische Form (Rhinophym, aber auch Knollenbildung der Stirn = Metophym, der Ohren = Otophym, des Kinns = Gnatophym und der Wangen). Eine Augenbeteiligung (Konjunktivitis, Blepharitis, Iritis, Iridozyklitis, Keratitis, Hyperpyoniritis) findet sich in 2–5% der Fälle, deshalb wichtig das augenärztliche Konsil! Therapie: Metronidazol und Erythromycin lokal, Tetrazyklin intern, Isotretinoin, kurzfristig orale Steroide. Weitere Maßnahmen können eine operative Abtragung bei Phymbildung oder Lichtschutz sein.
  • Lichen ruber planus und mucosae   Auf der Abbildung erkennt man an der Armbeugeseite die für den Lichen ruber typischen polygonalen Papeln. Die häufigste Variante des Lichen ruber ist der Lichen ruber planus. Hierbei handelt es sich um eine chronisch-rezidivierend verlaufende Erkrankung mit einem Altersgipfel um das 3.–6. Lebensjahrzehnt. Die Ätiologie ist unbekannt, für eine genetische Disposition zur Entstehung des Lichen ruber gibt es keinen sicheren Anhalt. Möglicherweise liegt eine virusbedingte Autoimmunreaktion zugrunde. Eine Assoziation mit HLA-B27 gibt es allenfalls beim Lichen ruber mucosae (unsicher). Eine Assoziation zwischen Lichen ruber und Hepatitis C wird zunehmend deutlicher. Klinik: Stecknadel- bis linsengroße, scharf und polygonal begrenzte rote Papeln auf, die zu größeren Herden konfluieren können. Betupft man die Papeln mit Wasser oder Öl, erkennt man die charakteristische "Wickhamstreifung" (weißliche Netzzeichnung nach Aufquellen der Hornschicht; durchscheinende Verdickung des Stratum granulosum = Hypergranulose). Bei Befall der Mundschleimhaut (Lichen ruber mucosae) sieht man meist eine deutliche Wickhamstreifung. Die Läsionen jucken stark. Prädilektionsstellen sind: Beugeseiten der Handgelenke und Unterarme, Kniebeugen, Handflächen, Fußsohlen, Nagelfalz, Unterschenkel, Lendenwirbelgegend und auch der Stamm kann betroffen sein. Ein Befall im Bereich des behaarten Kopfes ist ebenfalls möglich (Lichen ruber follikularis capilicii). Hierbei kann es zur Ausbildung einer narbigen Alopezie kommen. Weitere seltene Varianten sind der Lichen ruber pemphigoides bzw. bullosus, die mit Blasenbildung einhergehen. Beim Lichen ruber findet man außerdem wie bei der Psoriasis das Köbner-Phänomen (= nach Reizung der Haut durch z.B. Druck, Kratzen entstehen entlang der Reizstrecke neue Hauterscheinungen). Histologisch findet sich ein subepidermales, zellreiches bandförmiges lymphohistiozytäres Infiltrat (→ Konsistenzvermehrung → Papelbildung). Im Bereich des Stratum basale zeigt sich eine ballonierende Degeneration. Ebenso finden sich Orthohyperkeratose, Akanthose und Epidermotropie. Therapie: Lokal u.a. mit hochpotenten Steroiden, systemisch mit Kortikoiden, Retinoiden etc.
  • Histologie Verucca (Warze) akanthotisch verbreiterte Epidermis mit erheblicher Hyperkeratose, abschnittsweise als Parakeratose; apikal kolbig aufgetriebene Papillarkörper mit dilatierten Kapillaren und gemischtzelligen perivaskulären, v.a. an den Papillenspitzen epidermotropem Infiltrat
  • Histologie Ekzem akanthotisch verbreiterte Epidermis mit mächtiger Ortho-Hyperkeratose, fokaler Hypergranulose und hydropisch degenerierten Basalzellen; im oberen Korium dichtes bandförmiges epidermotropes lymphohistiozytäres Infiltrat
  • Histologie Granuloma anulare großflächiger Untergang von kollagenem Bindegewebe im gesamten Korium, umgeben von lymphohistiozytären Infiltraten mit Plasmazellen, Schaumzellen und Riesenzellen sowie wandverdickten und okkludierten kleinen Blutgefäßen (sog. nekrobiotische Palisadengranulome)
  • Histologie Gefäßtumor Proliferation von spindeligen bzw. endothelartigen Zellen im Korium mit Ausbildung schlitzförmiger vaskulärer Strukturen, zwischen denen sich Erythrozytenextravasate und Hämosiderinablagerungen finden
  • Erythema nodosum (Pannikulitis) unterhalb des vitalen Koriums entzündliche Infiltration der Fettgewebssepten mit neutrophilen Granulozyten und Makrophagen, die z.T. Knötchen um spaltförmige Lymphgefäße bilden (septale, nicht nekrotisierende Pannikulitis
  • Aktinomykose Definition: Infektion mit Actinomyces israelii, einem grampositiven, anaeroben Bakterium. Dieses Bakterium ist ubiquitär, auch im menschlichen Darmtrakt und der Mundhöhle vorkommend, und wird erst pathogen, wenn es in geschädigtem Gewebe auf ein feuchtes, sauerstoffarmes Milieu trifft. Es handelt sich somit um eine endogene Infektionskrankheit, der meist ein pyogener Begleitinfekt vorausgeht. Formen der Erkrankung: zervikofaziale Form (60% der Erkrankungen): Infektion ausgehend von kariösen Zähnen setzt sich in die Wangen- und Halshaut fort. pulmonal-thoraklae Form (20% der Erkrankungen): Infektion geht von Entzündungen der Bronchialschleimhaut aus und setzt sich auf die Thoraxwand fort. abdominelle Form (20% der Erkrankungen): Bevorzugt nach Appendektomien im Bereich des terminalen Ileus, Coecums und der Appendixregion; setzt sich auf die Haut des Unterbauches fort. Klinik: livide, harte, bläuliche Hautverfärbung die Hautveränderungen schmelzen ein und es kommt zur eitrigen Entzündung mit Abszess- und Fistelbildung bei thorakalem Befall: Husten, Pleuritis, Hamoptysen bei abdominellen Befall: Coecumfisteln Diagnostik: Die Diagnose wird klinisch gestellt. Zur Diagnosesicherung sollten Abstriche entnommen werden. Therapie: Frühzeitig sollte mit einer intravenösen hochdosierten Antibiotikatherapie (Penicillin-G) begonnen werden. Diese sollte nach etwa 3-4 Wochen durch eine orale Antibiose (Penicillin V) für einige Monate ersetzt werden. Unter Umständen kommen auch chirurgische Verfahren, wie die Ausschneidung von Fistelgängen oder die Ausräumung von Abszessen hinzu.     Merke: Trotz des Namens Strahlenpilzkrankheit und der Endung -mykose handelt es sich um keinen Pilzinfekt, sondern um eine bakterielle Infektion!  
Advertisement