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Lernfeld 3B (Subject) / Mundpflege,Ehtik,Ernährung,Expertenstandard,Hygiene,Kultur,Wissenschaft,Qualität (Lesson)

Hädrich,Zilles,Vogt,Böcher,Hofmann,Dimler,Wendler

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  • Was ist die Peristaltik? -Was passiert bei Störungen? PeristaltikDie Peristaltik ist, allgemein ausgedrückt, die Muskeltätigkeit unterschiedlicher Hohlorgane. Unter Darmperistaltik zum Beispiel versteht man spezifisch die Bewegungen des Darms. Allgemein wird der Großteil des Nahrungsaufnahme- und Verdauungsprozesses durch die Peristaltik gesteuert – nacheinander durch die Peristaltik von Speiseröhre, Magen und zuletzt Darm. Im Darmtrakt kommen alle drei Formen der Peristaltik zum Einsatz. Die propulsive Peristaltik dient der Fortbewegung des Darminhalts in Richtung Ausgang. Die nicht-propulsive Peristaltik sorgt für die Durchmischung des Darminhalts und soll die Aufnahme von Nährstoffen sowie die Stuhlkonsistenz fördern. Zuletzt kommt die retrograde, also rückläufige, Peristaltik – sie dient im Rahmen der Darmperistaltik der Stuhlspeicherung. Der menschliche Dünndarm zeichnet sich durch eine relativ gleichmäßige propulsive Peristaltik aus, während der Darminhalt im Dickdarm durch periodisch ausgelöste Bewegungen vorangetrieben wird. Diese finden etwa ein- bis dreimal pro Tag statt. Den Rest der Zeit findet lediglich eine nicht-propulsive Peristaltik statt. Die Darmperistaltik sorgt so dafür, dass die Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeiten aus der Nahrung möglichst effektiv ist. Insgesamt kann die Darmpassage 24 bis 36 Stunden in Anspruch nehmen. Darmperistaltik: StörungenBei Störungen der Darmperistaltik kann es vorkommen, dass die Nahrungsreste zu schnell oder zu langsam weitergegeben werden. So führt eine Störung der nichtpropulsiven Peristaltik im Dickdarm zu einer mitunter stark beschleunigten Darmpassage und zu Durchfall, da dem Darminhalt nicht genügend Wasser entzogen werden kann. Daher sollte bei Durchfall viel getrunken werden, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ein Reizdarm oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) kann ebenfalls zu einer Beeinträchtigung der Darmperistaltik beziehungsweise der Weiterbeförderung des Darminhalts beitragen. Das Ergebnis ist dann ebenfalls Durchfall oder das Gegenteil, nämlich eine Verstopfung. In ernsten Fällen kann es auch zu einem Darmverschluss kommen, etwa wenn die glatte Muskulatur des Dickdarms gelähmt ist und die Peristaltik zum Stillstand gekommen ist. Dies geschieht etwa durch eine Bauchfellentzündung oder den Verschluss zentraler Blutgefäße des Darms.
  • Was ist die Darmperistaltik? DarmperistaltikAls Peristaltik werden die Muskeltätigkeit und die daraus resultierenden Bewegungen von Hohlorganen bezeichnet. Die Darmperistaltik dient vorrangig der Durchmischung des Speisebreis und seiner Fortleitung in Richtung Enddarm bzw. After. Teilweise wird der Begriff Darmperistaltik synonym zu Begriffen wie Darmbewegungen oder Darmmotilität genutzt. Darmperistaltik umfasst allerdings eigentlich allein die propulsive und die nicht-propulsive Peristaltik. Alle anderen Darmbewegungen fallen eher unter den Begriff Darmmotilität.  Was ist die Darmperistaltik? Die Darmperistaltik dient vorrangig der Durchmischung des Speisebreis und seiner Fortleitung in Richtung Enddarm bzw. After.Ein Bewegungsmuster von Hohlorganen, das durch eine synchrone Aktivität der Zellen der glatten Muskulatur entsteht, wird Peristaltik genannt. Typische Peristaltiken verlaufen wellenförmig mit abwechselnden Phasen von Kontraktion und Entspannung der Muskulatur. Die Darmperistaltik beruht auf der Kontraktion und der Entspannung der Längs- und Ringmuskulatur des Darms. Sie findet sich im gesamten Darm, das heißt sowohl in den Abschnitten des Dünndarms als auch im Dickdarm. Für diese Funktion verfügt der Darm über einen speziellen Wandaufbau. Die innerste Schicht der Darmwand ist die Tunica mucosa, eine Schleimhautschicht. Auf dieser liegt eine Muskelschicht, bestehend aus einer Ringmuskelschicht (Stratum circulare bzw. Stratum anulare) und einer Längsmuskelschicht (Stratum longitudinale). Die äußerste Darmschicht heißt Tunica adventitia. Nur durch die Längs- und die Ringmuskulatur ist die spezielle Darmperistaltik überhaupt möglich.
  • Nenne die Funktion und Aufgabe der Darmperistaltik Funktion & Aufgabe   Im Darm kann zwischen propulsiver und nicht-propulsiver Darmperistaltik unterschieden werden. Die nicht-propulsive Peristaltik entsteht aus ringförmigen, lokal ablaufenden Kontraktionswellen und wird auch als Segmentation bezeichnet. Sie dient vor allem der Durchmischung des Speisebreis (Chymus) im Darm.  Bei der propulsiven Peristaltik kontrahiert zwar auch die ringförmige Muskulatur, die Bewegung wird aber unter Einbeziehung der Längsmuskulatur fortgeführt. Man spricht hier auch von einer tonischen Dauerkontraktion der Darmmuskulatur. Die propulsive Peristaltik dient dem Weitertransport des Chymus in Richtung Anus. Zusätzlich zu diesen beiden Formen der Darmperistaltik kann zwischen einer retrograden und einer orthograden Peristaltik differenziert werden. Bei der orthograden Peristaltik wird der Darminhalt in die richtige Richtung, sprich in Richtung Enddarm, transportiert. Bei der retrograden Peristaltik ist die Transportrichtung umgekehrt. Um eine Verlangsamung der Durchlaufzeit des Speisebreis durch den Darm zu erreichen, kann dieser Zustand beim Menschen chirurgisch hergestellt werden. Die Steuerung der Darmperistaltik unterliegt den sogenannten Schrittmacherzellen. Sie geben den Rhythmus der Peristaltik vor. Die Schrittmacherzellen in der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltrakts werden auch interstitielle Cajal-Zellen (ICC) genannt. Es handelt sich dabei um spindelförmige Zellen, die sich in der Längsmuskelschicht des Darms befinden. Sie fungieren als eine Art Vermittler zwischen den Muskelzellen und den erregenden sowie hemmenden Nervenzellen des Darms. Es existiert noch eine weitere Gruppe von Cajal-Zellen in der Darmmuskulatur. Diese bilden eine verzweigte Verbindung zwischen der Längs- und der Ringmuskulatur und bilden die eigentlichen Schrittmacher. Sie stehen in enger Verbindung mit dem sogenannten Auerbach-Plexus. Der Auerbach-Plexus ist ein Nervengeflecht in der Darmwand und ist für die Darmperistaltik und insbesondere für die Steuerung der Kontraktionen der glatten Muskelzellen zuständig. Die Schrittmacherzellen unterliegen wiederum der Steuerung des vegetativen Nervensystems. Die Muskulatur verfügt zwar auch über eine gewisse Eigenrhythmik, je nach Nahrungsaufnahme kann aber eine verstärkte Peristaltik erforderlich sein. Der peristaltische Reflex ist verantwortlich für eine verstärkte Darmperistaltik nach der Nahrungsaufnahme. Innerhalb der Magenwand und der Darmwand befinden sich Mechanorezeptoren, die auf Dehnung reagieren. Werden Magen oder Darm durch die aufgenommene Nahrung gedehnt, so schütten die Zellen des enterischen Nervensystems Serotonin aus. Dadurch werden andere Nervenzellen in der Darmwand, unter anderem die Schrittmacherzellen, angeregt. Diese wiederum bewirken die Muskelkontraktionen der Darmmuskelzellen.
  • Was sind Krankheiten und Beschwerden einer gestörten Darmperistaltik? Krankheiten & Beschwerden   Störungen der Darmperistaltik können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Beim paralytischen Ileus, einer Form des Darmverschlusses, kommt die Peristaltik aufgrund einer funktionellen Störung komplett zum Erliegen, sodass schlussendlich eine Darmlähmung vorliegt. Die Darmpassage ist unterbrochen und es kommt zum Stau von Speisebrei und Kot im Darm.  Häufigster Auslöser eines paralytischen Ileus ist eine Entzündung im Bauchraum wie beispielsweise eine Blinddarmentzündung, Gallenblasenentzündung oder Bauchspeicheldrüsenentzündung. Auch Gefäßverschlüsse, Schwangerschaft oder verschiedene Medikamente wie Opiate, Antidepressiva und Medikamente gegen die parkinsonsche Erkrankung können einen paralytischen Ileus zur Folge haben. Während beim paralytischen Ileus die Darmperistaltik komplett zum Erliegen kommt, ist sie beim mechanischen Ileus zum Teil sogar verstärkt. Beim mechanischen Ileus wird die Darmpassage durch ein mechanisches Hindernis im Darminneren verhindert. Einem mechanischen Ileus können Kotballen, Fremdkörper, Gallensteine, Darmeinklemmungen oder Darmverschlingungen zugrunde liegen. Ein mechanischer Ileus kann auch als Komplikation eines Nabel- oder Leistenbruchs auftreten. Der Darm versucht bei einem mechanischen Ileus verstärkt den Speisebrei an dem Verschluss vorbei zu transportieren. Deshalb ist die Peristaltik in dem Darmabschnitt vor dem Hindernis verstärkt. Typische Symptome eines Darmverschlusses sind Erbrechen, eventuell sogar Koterbrechen, Blähungen innerhalb des Darms sowie kompletter Stuhl- und Windverhalt. Durch einen Ileus kann die Darmwand schwer geschädigt werden, sodass Bakterien aus dem Darm in den Bauchraum übertreten und dort eine lebensbedrohliche Entzündung des Bauchfells (Peritoneum) zur Folge haben können. Beim Reizdarmsyndrom ist fast immer auch die Darmperistaltik gestört. Das Reizdarmsyndrom ist die häufigste Erkrankung des Darms. Es handelt sich dabei um eine chronische Funktionsstörung mit unbekannter Ursache. Die Symptome des Reizdarms sind sehr vielfältig. Durch die gestörte Peristaltik kommt es zu Durchfällen im Wechsel mit Verstopfung, Magenschmerzen, Völlegefühl und Blähbauch. Die Stuhlentleerung ist oft schmerzhaft. Der Zustand der Patienten verschlechtert sich insbesondere in Stresssituationen. Einige Mediziner zählen das Reizdarmsyndrom deswegen zu den psychosomatischen Erkrankungen.
  • Definiere Obstipation Obstipation ist der medizinische Fachbegriff für Verstopfung und bedeutet, dass die Darmentleerung erschwert ist. Der Stuhl ist meist hart, weshalb der Stuhlgang für Betroffene teilweise sehr schmerzhaft und mit starkem Pressen verbunden ist.Verstopfung ist keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom – sie deutet also auf eine mögliche Funktionsstörung im Körper und/oder Erkrankung hin. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie Ihren Stuhl oder den Ihres pflegebedürftigen Angehörigen regelmäßig im Blick behalten. Gehen Sie bei anhaltenden Beschwerden und/oder Auffälligkeiten zeitnah zum Arzt.
  • Verstopfung und gesunde Darmentleerung im Vergleich Verstopfung und gesunde Darmentleerung im VergleichVerdauung meint den Vorgang, bei dem unser Körper Nahrungsbestandteile zersetzt. Dies beginnt bereits im Mund. Von dort aus durchläuft die Kost verschiedene Stationen in einem komplexen Verdauungssystem (siehe Infografik). Die eigentliche Verdauung wird bereits im Dünndarm abgeschlossen. Die verdaute Masse durchläuft anschließend den Dickdarm. Aufgabe unseres Dickdarms ist es, der zersetzten Nahrung noch möglichst viel Wasser zu entziehen. Hierdurch entsteht Kot. Der Enddarm ist der letzte Dickdarm-Abschnitt und umfasst den Mastdarm sowie den Analkanal. Die unverdaulichen Reste sammeln sich in Form von Stuhl im Mastdarm und sorgen normalerweise dafür, dass sich der innere Schließmuskel öffnet und wir einen Stuhldrang verspüren. In der Folge suchen wir eine Toilette auf und entleeren unseren Darm.
  • Das passiert bei einer Verstopfung im Darm Das passiert bei einer Verstopfung im DarmBei einer Verstopfung ist die Darmentleerung erschwert. Wird der Darm über mehrere Tage kaum bis gar nicht entleert, staut sich im Enddarm Kot an. Je länger er darin verbleibt, desto mehr Wasser wird ihm entzogen. Dann wird der Stuhl immer härter. Es kommt zu einem Kot-Stau, der die Wege nach außen blockiert, wodurch Gase nur noch erschwert entweichen können. In der Folge fühlen wir uns aufgebläht und voll. Um harten Kot auszuscheiden, müssen wir meist stärker pressen. Das ist häufig unangenehm, in vielen Fällen auch schmerzhaft.
  • Symptome und Anzeichen bei Verstopfung Symptome und Anzeichen bei VerstopfungWenn Sie jemanden pflegen oder selbst pflegebedürftig sind, ist die Ernährung und Verdauung ein wichtiger Baustein in Ihrem Pflegealltag. So auch das Wissen über die folgenden Anzeichen und Symptome einer Obstipation:(1) Die Darmentleerung findet seltener statt als sonst.Die ausgeschiedene Stuhlmenge fällt geringer aus als sonst.Der Stuhlgang ist sehr mühsam (häufig nur durch starkes Pressen und/oder händische Unterstützung möglich).Der Stuhl ist hart und trocken.Der Darm fühlt sich noch voll und/oder blockiert an.Ein verhärteter Bauch, Bauchschmerzen, Blähungen und Übelkeit können Begleiterscheinungen sein.
  • Pflege bei Obstipation Praxistipps bei Problemen mit der Darmentleerung im Pflegealltag Besonders im Pflegealltag kann die Darmentleerung durch verschiedene Erkrankungen und allgemeine Lebensumstände erschwert sein. Doch seien Sie beruhigt – für jede Herausforderung gibt es eine Lösung. Hierzu einige Beispiele: Bei Stuhlinkontinenz: Bei einer Stuhlinkontinenz verlieren betroffene Menschen die Kontrolle über ihren Schließmuskel. In der Folge findet bei ihnen die Darmentleerung willkürlich statt und Gase, fester sowie flüssiger Stuhl treten unkontrolliert aus. Geeignetes Inkontinenzmaterial kann den Alltag mit Stuhlinkontinenz erleichtern.Bei körperlichen Einschränkungen: Viele Menschen mit schweren körperlichen Einschränkungen können mit ihrer Darmentleerung nicht vollständig selbstbestimmt umgehen. Oft benötigen sie hierbei Unterstützung – durch weitere Hilfsmittel  wie etwa einem Analtampon oder durch die Pflegeperson.Bei Demenz: Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz können sich häufig nicht mehr verständlich äußern. Ruft Ihr pflegebedürftiger Angehöriger mit Demenz wiederholt „Aua, aua“ oder stöhnt sehr laut, so kann dahinter stets auch eine ernsthafte Ursache – wie etwa eine Verstopfung – liegen. Hier ist wichtig, dass Sie genau hinsehen und frühzeitig handeln.Bei Bettlägerigkeit: Aufgrund mangelnder Bewegung sind besonders bettlägerige Menschen anfällig für Verstopfung. Im Falle einer Bettlägerigkeit, sollten Sie also mit gezielten Maßnahmen gegenarbeiten: Regen Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen im Liegen oder Sitzen zur eigenständigen Bewegung an. Das sogenannte Konzept der Bewegungsförderung durch kinästhetische Mobilisation hält dafür geeignete Techniken bereit. Achten Sie außerdem auf eine möglichst eiweißreiche Kost, denn diese wirkt dem Muskelabbau entgegen.
  • Formen von Verstopfung Formen von VerstopfungMediziner unterscheiden zwei grundlegende Formen von Verstopfung: Akute Obstipation: Die Verstopfungsbeschwerden treten meist innerhalb weniger Stunden bis Tage auf und können sich in kürzester Zeit verstärken.(2) Oft steckt hinter einer akuten Obstipation mit heftigen Symptomen eine ernstere Ursache, die schnell behandelt werden muss.Chronische Obstipation: Liegen die Verstopfungssymptome seit mindestens drei Monaten vor, ist die Verstopfung chronisch. Eine chronische Verstopfung entwickelt sich also über einen längeren Zeitraum.
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  • Stuhlkonsistenz und Stuhlfarbe StuhlkonsistenzGesunder Stuhl ist möglichst weich. Gelegentlich kann er auch etwas fester oder flüssiger sein. Dauerhaft harter Stuhl beziehungsweise fester Stuhlgang kann ein Anzeichen für eine Verstopfung sein. In besonders schweren Fällen kann eine Verstopfung dazu führen, dass betroffene Personen bis zu zwei Wochen keinen Stuhlgang haben. Stellen Sie bei sich oder Ihrem Angehörigen also dauerhaft harten beziehungsweise flüssigen Stuhl fest, sollten Sie dies zeitnah von einem Arzt abklären lassen. Stuhlfarbe Gesunder Stuhl ist braun. Dauerhaft heller oder dunkler Stuhl können auf eine gestörte Verdauung hindeuten. Ist der Kot sehr dunkel bis schwarz, kann möglicherweise Blut im Stuhl sein. Ist der Stuhl grün und riecht sehr streng, kann eine bakterielle Infektion dahinterstecken. Bitte bedenken Sie aber auch, dass die Farbe und Konsistenz Ihres Stuhls je nach Mahlzeit variieren kann. Nimmt Ihr Stuhl beispielsweise nach einem Curry-Gericht eine gelbliche Farbe an, ist dies kein Grund zur Sorge.
  • Bristol-Stuhlformen-Skala Bristol-Stuhlformen-Skala: Verschiedene Stuhltypen nach Konsistenz und ihre BedeutungDie Bristol-Stuhlformen-Skala (auch sogenannte Bristol-Stuhl-Skala) gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Stuhltypen je nach ihrer Konsistenz in einer Tabelle.(6) Suchen Sie Ihre Hausarztpraxis auf, wenn Sie oder Ihr Angehöriger regelmäßig oder aber langandauernd auffälligen Stuhl ausscheiden: Typ 1 und 2 sind auffällig (Verstopfung).Typ 3 und 4 sind unauffällig (gesunder Stuhl).Typ 5 ist eher unauffällig, sollte aber genauer beobachtet werden.Typ 6 und 7 sind auffällig (Durchfall).
  • Ursachen für Verstopfung Ursachen für Verstopfung Unser Verdauungssystem ist sehr komplex und kann auf verschiedene Einflüsse äußerst empfindlich reagieren. Ob ein veränderter Tagesablauf, eine Ernährungsumstellung, ein Krankenhausaufenthalt, eine Hormonumstellung oder eine Erkrankung – es gibt viele Gründe, die den gewohnten Rhythmus irritieren und so zu Verdauungsproblemen führen können. Die Ursachen für eine Obstipation liegen meist im Lebensstil oder lassen sich auf Erkrankungen zurückführen. InfoAuslöser kennen und Verstopfung vermeidenEine Verstopfung, die durch eine Erkrankung oder einen speziellen Auslöser hervorgerufen wird, wird auch als sekundäre Obstipation bezeichnet. Gelingt es, die Grunderkrankung beziehungsweise den Auslöser zu behandeln, so kann die Verstopfung unter Umständen erfolgreich mitbehandelt werden. Ursachen im LebensstilDie nachfolgende Liste gibt Ihnen einen Überblick zu den Ursachen für Obstipation, die den Lebensstil betreffen: Ernährungsweise (zum Beispiel ballaststoffarme und fettreiche Ernährung)Flüssigkeitsmangel (zum Beispiel im höheren Alter oder bei Schluckstörungen)Bewegungsmangel (zum Beispiel bei Bewegungseinschränkungen und/oder Bettlägerigkeit)Darmträgheit (zum Beispiel im höheren Alter)Hormone (zum Beispiel in der Schwangerschaft, nach einer Geburt, während der Periode, bei Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion)Stress Ursachen durch ErkrankungenDie nachfolgende Liste gibt Ihnen einen Überblick zu den Ursachen für Obstipation mit Krankheitsbezug: Medikamente (zum Beispiel Opioide zur Schmerzbehandlung, Antidepressiva, Parkinson-Medikamente)Krankenhausaufenthalt (zum Beispiel nach einer Operation)Darmerkrankungen (zum Beispiel bei Reizdarmsyndrom, Darmkrebs)Nervenerkrankungen (zum Beispiel Querschnittslähmung, Multiple Sklerose (MS), Parkinson, Diabetes mellitus – kann zu Schäden an den Nerven führen)Organische Erkrankungen (zum Beispiel instabiler Beckenboden, Funktionsstörungen der Beckenboden-Muskulatur, Funktionsstörungen des Schließmuskels)Nahrungsmittelunverträglichkeiten (zum Beispiel Laktoseintoleranz) Darmträgheit im AlterMenschen mit einem trägen Darm sind häufig anfällig für eine Verstopfung. Besonders ältere Menschen haben hierfür ein erhöhtes Risiko, was oftmals mit ihren Lebensbedingungen zusammenhängt. Mehrere Krankheiten im Alter und/oder die gleichzeitige Einnahme verschiedener Medikamente begünstigen Verstopfungen. Darüber hinaus gibt es die sogenannten geriatrischen „I“s, die eine Verstopfung ebenfalls herbeiführen können.
  • Maßnahmen und Therapie bei Obstipation Maßnahmen und Therapie bei Obstipation Da die Ursachen für Verstopfungen sehr vielfältig sind, gibt es auch unterschiedliche Therapie-Ansätze. Je nachdem, welche Informationen vorliegen, leitet Ihr Arzt weitere Maßnahmen ein. Sofern erforderlich, bekommen Sie zunächst spezielle Empfehlungen zu Ihrem Lebensstil:(3) Trinken Sie täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser.Bewegen Sie sich täglich – so weit wie möglich und altersentsprechend.Entleeren Sie Ihren Darm möglichst zeitnah, sobald Sie einen Stuhldrang verspüren. Unterdrücken Sie den Stuhldrang nicht.Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung.Lassen Sie sich Zeit bei Ihren Mahlzeiten und kauen Sie gründlich.Schaffen Sie eine Routine für Ihre Toilettengänge.Nehmen Sie oder Ihr Angehöriger verstopfungsfördernde Medikamente ein, sucht Ihr Arzt außerdem im ersten Schritt nach medikamentösen Alternativen.
  • Was ist Durchfall? Was ist Durchfall überhaupt? Durchfall (Diarrhö) wird durch die Stuhlfrequenz und -beschaffenheit bestimmt. Schon im Normalfall ist beides von Mensch zu Mensch verschieden. Während der eine ständig mit Verstopfung kämpft oder froh ist, wenn er alle zwei Tage Stuhlgang hat, geht ein anderer täglich zu diesem Zweck zur Toilette. Besonders groß ist die Variationsbereite bei Babys: Fünfmal am Tag Stuhlgang bis einmal alle fünf Tage ein großes Geschäft ist ganz normal. Obwohl viele Betroffene überzeugt sind, Durchfall zu haben, erfüllt etwa ein dünner oder breiiger Stuhl allein noch nicht die Kriterien dafür. Voraussetzung ist, dass mehrfach am Tag – mindestens dreimal – Stühle verminderter Konsistenz entleert werden. Meistens ist das Stuhlvolumen und -gewicht dabei erhöht. Verdauungstrakt in Aufruhr? Meist geht es ja schnell vorbei Dünnflüssigen Stuhl kennt eigentlich jeder. Kommt Erbrechen dazu und geht es einem dabei allgemein nicht so gut, steckt häufig eine Magen-Darm-"Grippe" oder ein Magen-Darm-Infekt dahinter. So elend man sich dabei fühlt, so schnell ist man meistens auch wieder auf den Beinen: Ein, zwei Tage Schonkost, dazu viel trinken, und das Ganze ist ausgestanden. Doch es kann auch anders kommen. Bei starkem Durchfall verliert der Körper große Mengen Wasser, Salze und Verdauungssäfte über den Darm, wenn nicht gegengesteuert wird. Ohne Behandlung besteht die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation). Vor allem bei Älteren und Kindern kann das rasch passieren und auch bedrohlich werden.
  • Wie kommt es zu Durchfall? Über den Daumen gepeilt: Wo im Darm könnte die Ursache liegen? Je nachdem, wie der Stuhl beschaffen ist, lässt sich grob abschätzen, wo sich die Quelle des Übels befinden könnte. Sehr wässrige und voluminöse, möglicherweise schaumige Stühle, eventuell noch unverdaute Nahrungsreste enthaltend, lassen auf den Dünndarm schließen. Zeigt sich Stuhl wiederholt in kleinen Mengen, eventuell mit Blut- oder Schleimauflagerungen und vermehrtem Stuhldrang, kann das Problem im Dickdarm beziehungsweise Enddarm liegen. Wie kommt es zu Durchfall? Im Wesentlichen sind zwei Mechanismen verantwortlich: - Entweder gibt der Darm infolge einer Entzündung vermehrt Wasser und Salze, eventuell auch Schleim und Blut ab. Die damit verbundene, sekretorisch genannte Diarrhö hört durch Fasten nicht auf. Dazu kommt es zum Beispiel, wenn Viren oder Bakterien im Spiel sind.  - Oder es verbleiben Stoffe im Darm, etwa Stärke und Fett aus der Nahrung, die Flüssigkeit binden und zu einer osmotischen Diarrhö führen. Osmose bedeutet, dass es zu einem Verdünnungseffekt im Darm kommt. Diese Art Durchfall hört nach Fasten auf. Auslöser kann hier zum Beispiel eine Aufnahmestörung von Kohlenhydraten wie Fruchtzucker oder Milchzucker sein.
  • Durchfall: Akut oder chronisch? Durchfall: Akut oder chronisch? Mediziner unterscheiden bei Durchfall zwischen einer akuten (bis zu zwei Wochen Dauer), einer anhaltenden (zwei bis vier Wochen Dauer) und einer chronischen Diarrhö (Dauer von mehr als vier Wochen).  Hinter dem plötzlich einsetzenden und meist nur wenige Tage dauernden akuten Durchfall steckt fast immer eine Infektion mit Krankheitserregern, am häufigsten Viren oder Bakterien. Typisches Beispiel ist der Reisedurchfall. In unkomplizierten Fällen erübrigen sich ärztliche Untersuchungen hier in aller Regel.Lebensmittelunverträglichkeiten: Ein Überblick Hinter Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen können Intoleranzen auf bestimmte Nahrungsmittel stecken. Einige Menschen vertragen zum Beispiel Fruchtzucker schlecht, andere Laktose oder GlutenWas tun bei einer Lebensmittel-Vergiftung? Befinden sich Krankheitserreger auf dem Essen, kann es schnell zu den ersten Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung kommen: Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall. Was hilft, wie Sie sich schützen können Bei anhaltendem oder chronischem Durchfall kommen verschiedene, mitunter auch ernsthafte Krankheiten als Ursache infrage. Natürlich beginnt auch eine chronische Durchfallerkrankung irgendwann einmal mehr oder weniger akut. Die Symptome sind hier jedoch meist über mehr als zwei bis vier Wochen, wiederholt oder in Schüben vorhanden. Zwischendurch können sie wieder abklingen. Eine chronisch entzündliche Darmerkrankung wie die Colitis ulcerosa beispielsweise kann anfangs eine akute Darminfektion nachahmen. In anderen Fällen sind die Darmbeschwerden eine Frage der Ernährung und bessern sich, wenn etwa Brot und Brötchen, Kekse und Müsli, Nudeln, Pizza und das Bier vom Speisezettel verschwinden. Zu vermuten steht, dass hier zum Beispiel eine Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder eine Weizenunverträglichkeit (genauer: Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizen­unverträglichkeit, auch ATI-Sensitivität) dahintersteckt. Aber diese Vermutungen bedürfen natürlich der Klärung.
  • Wie funktioniert die Verdauung? -Mund,Magen,Darm Wie funktioniert die Verdauung? Die FettverdauungDie KohlenhydratverdauungDie EiweißverdauungWie lange dauert die Verdauung?Welche Probleme kann die Verdauung verursachen?Wie funktioniert die Verdauung?Die Verdauung beginnt, sobald man feste oder flüssige Nahrung in den Mund aufnimmt, und endet mit der Ausscheidung unverdaulicher Reste des Speisebreis (Kot, Stuhl). Die Verdauungsdauer beträgt durchschnittlich 33 bis 43 Stunden, abhängig von der Art der Nahrung. Verdauung im MundDie erste Stufe der Verdauung beginnt im Mund. Hier wird die Nahrung mit den Zähnen mechanisch zerkleinert und mit dem Speichel aus den drei Speicheldrüsen (Ohr-, Unterzungen- und Unterkieferspeicheldrüse) vermischt. Der Speichel, von dem zwischen 0,5 und 1,5 Liter am Tag produziert werden, enthält bereits erste Verdauungsenzyme (zum Beispiel Ptyalin), die den Speisebrei anverdauen. Zunge und Wangen formen aus dem zerkleinerten, anverdauten Speisebrei kleine Portionen, die sich gut schlucken lassen. In der Speiseröhre wird dieser Brei durch rhythmische Kontraktionen der Wandmuskulatur in den Magen befördert. Verdauung im MagenDer obere Bereich des Magens nimmt zunächst die ankommende Nahrung wie ein Reservoir auf und befördert sie in den unteren Bereich, wo sie weiter zerkleinert und durchmischt wird. Der Magensaft, der von Drüsen der Magenschleimhaut produziert wird, enthält neben Salzsäure Enzyme zur Eiweißverdauung. Bestimmte Zellen in der Magenschleimhaut (Hauptzellen) sezernieren Pepsinogen - die inaktive Vorstufe des Verdauungsenzyms Pepsin. Aktiviert wird es durch das saure Milieu im Magen, das durch Salzsäure zustande kommt. Diese wird von den Belegzellen (Parietalzellen) der Magenschleimhaut ins Mageninnere abgegeben. Außerdem produzieren diese Zellen den "intrinsic factor" - ein Glykoprotein, das im Dünndarm für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) ins Blut benötigt wird. Damit die aggressive Magensäure nicht die Magenwand verdaut, ist diese von einer schützenden Schleimschicht überzogen. Der Schleim wird von den sogenannte Nebenzellen, einem weiteren Zelltyp der Magenschleimhaut, produziert. Verdauung im DarmIm Dünndarm wird vereinfacht gesprochen der Nahrungsbrei weiter vermischt und durch Enzyme aufgespalten. Diese Spaltprodukte (Einfachzucker, Fettsäuren, Glycerin, Aminosäuren) sowie Vitamine werden dann dort aufgenommen. Wasser und Mineralstoffe gehen sowohl im Dünn- als auch im Dickdarm ins Blut über.                            
  • Die Verdauung von Fett,Kohlenhydraten,Eiweißen -Nenne die Verweildauer zusätzlich -Welche probleme können auftreteten? Die Fettverdauung Die Fettverdauung beginnt im Mund mit dem fettspaltenden Enzym Lipase, das im Speichel enthalten ist. Sie setzt sich im Magen fort, wo die Fette durch die Motorik der Magenwand emulgiert und von der Lipase aus dem Magensaft weiter zerlegt werden. Der Hauptteil der Fettverdauung findet aber im Dünndarm statt: Die Dünndarmwand setzt das Hormon Cholecystokinin frei. Es regt die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und die Gallenblase an, ihre Sekrete in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abzusondern. Der Pankreassaft enthält fettspaltende Lipasen. Die Galle besteht unter anderem aus Gallensäuren, die für die Fettverdauung notwendig sind.  Die Kohlenhydratverdauung Die Kohlenhydratverdauung beginnt ebenfalls im Mund, und zwar mit dem Enzym Amylase. Im großen Umfang findet sie aber erst im Dünndarm statt (im Magen werden gar keine Kohlenhydrate verdaut): Im Duodenum werden die Kohlenhydrate von den Pankreasenzymen Amylase, Glucosidase und Galaktosidase zerlegt. Die EiweißverdauungDie Eiweißverdauung fängt im Magen an mithilfe des Enzyms Pepsin. Wie oben geschildert, wird dieses als inaktive Vorstufe (Pepsinogen) von der Magenwand freigesetzt und durch die Magensäure aktiviert. Im Dünndarm setzt sich die Eiweißverdauung fort. Die verantwortlichen Enzyme stammen aus der Bauchspeicheldrüse: Trypsin, Chymotrypsin, Elastase und die Carboxypeptidasen A und B. Auch sie werden zuerst als Vorstufen ausgeschüttet und erst im Darm aktiviert.  Wie lange dauert die Verdauung?Aufgenommene Nahrung bleibt etwa ein bis drei Stunden im Magen. Im Dünndarm beträgt die durchschnittliche Verweildauer sieben bis neun Stunden, im Dickdarm 25 bis 30 Stunden. Bis die unverdaulichen Reste als Stuhl ausgeschieden werden, kann es manchmal aber auch viel länger dauern: Die Verweildauer im Mastdarm liegt bei 30 bis 120 Stunden.  Welche Probleme kann die Verdauung verursachen?Die Verdauung kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen gestört sein. So löst etwa eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) Durchfall und Erbrechen aus. Das Reizdarm-Syndrom (Colon irritabile) geht mit Bauchkrämpfen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung einher. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit (Intoleranz) ist die Verdauung eines bestimmten Nährstoffes beeinträchtigt. Beispielsweise kann der Körper bei Laktoseintoleranz den Milchzucker aufgrund eines Enzymmangels im Dünndarm nicht richtig verwerten. Bei der Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) ist die Verdauung von Getreide gestört: Der Körper verträgt das enthaltene Eiweiß Gluten nicht. Die Dünndarmschleimhaut wird geschädigt, was auch die Aufnahme anderer Nährstoffe beeinträchtigt
  • Was ist der deutsche Sozialstaat? SozialstaatDas Sozialstaatsprinzip ist im Grundgesetz als Staatsziel verankert: Nach Artikel 20 und 28 des Grundgesetzes ist der deutsche Staat ein demokratischer und sozialer Bundes- und Rechtsstaat. Das bedeutet, dass sich der Gesetzgeber in der Bundesrepublik auch um soziale Gerechtigkeit und die soziale Sicherheit der Bürger kümmern muss. Wichtige Bereiche der sozialen Gesetzgebung in Deutschland sind neben der Arbeitsgesetzgebung und der Steuergesetzgebung die Sozialversicherung, also die gesetzliche Krankenversicherung, gesetzliche Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Darüber hinaus finanziert der Staat soziale Leistungen wie Kindergeld, Elterngeld, Wohngeld oder Sozialhilfe.
  • Sozialstaat – Definition und Ziele Sozialstaat – Definition und Ziele Der deutsche Staat ist nach Artikel 20 und 28 des Grundgesetzes ein sozialer Bundes­- und Rechtsstaat. Der Gesetzgeber eines Sozialstaats muss in seinem Land für soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit der Bürger*innen sorgen.Ein zentraler Bereich des deutschen Sozialstaats ist, neben dem Arbeits- und dem Steuerrecht die Sozialversicherung. Dazu gehören die gesetzliche Krankenversicherung, die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosen- und die Pflegeversicherung. Darüber hinaus finanziert der Sozialstaat ebenfalls Sozialleistungen wie Kindergeld, Elterngeld, Wohngeld oder Sozialhilfe. Das Ziel eines Sozialstaats ist es, eine absolute soziale Gerechtigkeit innerhalb eines Staates zu schaffen. Diese Gerechtigkeit soll unveränderlich sein und somit für so lange wie möglich gesichert werden. Um den höchstmöglichen Grad an Gerechtigkeit zu erlangen, betreibt der Gesetzgeber Sozialpolitik und implementiert Gesetze und Vorschriften. Für die Bürger*innen bedeutet das, dass jede Person nicht nur das Recht auf soziale Absicherung hat, sondern auch die Pflicht, bestimmte Versicherungen abzuschließen. In Deutschland ist die allgemeine Krankenversicherung Pflicht. Demnach ist jede*r Bürger*in verpflichtet, irgendeine Art von Krankenversicherung vorweisen zu können.Zudem stehen Bürger*innen eines Sozialstaats unterschiedliche Ausführungen von Bildung wie Schule, Sprachkurse und Universitäten zu. Wahlen, politische Aktivitäten, Demonstrationen oder Petitionen stehen den Bürger*innen ebenfalls zu. Um das zu gewährleisten, stattet der Sozialstaat jede Person des Landes mit dem Recht aus, sich zu versichern, sich zu bilden und sich jederzeit aktiv einzubringen. Dadurch, dass sich Bürger*innen aktiv politisch, sozial und wirtschaftlich einbringen können, soll eine Demokratie, wie wir sie in Deutschland haben, gestützt werden.
  • Merkmale des Sozialstaats Merkmale des Sozialstaats Ein Sozialstaat zeichnet sich dadurch aus, dass er versucht, der Armut in der Bevölkerung soweit wie möglich vorzubeugen und dieser eine soziale Sicherung durch eine dementsprechend soziale Politik zu gewährleisten. Hier findest Du eine Übersicht über die Merkmale des Sozialstaats: SozialstaatsprinzipSolidaritätsprinzipWandelbarkeit Beim Sozialstaatsprinzip versucht der Staat, sozial starke und schwache Gruppen auszubalancieren und eine soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Eine zu große soziale Ungleichheit soll mit Sicherungen wie der Existenz-Sozialhilfe ausgeglichen werden. Damit diese soziale Absicherung funktionieren kann, braucht es das Solidaritätsprinzip. Dieses Merkmal des Sozialstaats bedeutet, dass jede*r Erwerbstätige einen Beitrag zur Sozialversicherung leisten muss. Von diesem Geld kann dann die Unterstützung für arbeitslose oder arbeitsunfähige Menschen finanziert werden. Dasselbe Prinzip gilt auch bei der Rentenversicherung: Arbeitnehmer*innen ermöglichen mit ihren Beiträgen Rentner*innen die soziale Sicherung im Alter.Wichtig bei einem Sozialstaat ist ist auch die Wandelbarkeit. Das bedeutet, dass er niemals vollständig ausgeprägt ist. Das liegt daran, dass er sich Anforderungen der Bevölkerung, der Globalisierung, der Wirtschaft und sozialen Veränderungen anpasst und somit ständig im Wandel ist — genauso, wie unsere Gesellschaft. Beispielsweise wird die Höhe und Leistung der Arbeitslosenunterstützung, auch bekannt als Hartz IV, an den Arbeitslosenquoten und den benötigten Kosten gemessen. Wenn die Mietpreise oder Energiekosten aufgrund von Inflation oder anderen Krisen steigen, benötigen Bezieher*innen von Hartz IV mehr Geld, um sich ihr Leben weiterhin finanzieren zu können.
  • Unterschied zwischen Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat Unterschied zwischen Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat Den Staat, der sich im Gegenzug um das Wohlergehen seiner Bevölkerung kümmert nennt man Wohlfahrtsstaat. Er entstand als Grundmodell der Sozialpolitik moderner Wettbewerbsgesellschaften.In einem Wohlfahrtsstaat trägt der Staat die Verantwortung, grundlegende soziale Menschenrechte zu gewährleisten und stellt die Sorge für das Wohlergehen jeder Einzelperson und der Allgemeinheit als Pflicht des Staates in den Vordergrund.Die Ziele des Wohlfahrtsstaats können sich auf weniger Bedürftige oder auf die große Mehrheit der Bevölkerung richten und sind wesentlich abhängig von der finanziellen Lage des Staates. Obwohl Wohlfahrtsstaat und Sozialstaat eng beieinander stehen, unterscheiden sie sich in insofern, dass sich ein Wohlfahrtsstaat in sämtliche gesellschaftliche Situationen einmischt und versucht, diese zu steuern. Ein Sozialstaat hingegen hat kein derartig
  • Sozialstaat – 5 Säulen Sozialstaat – 5 SäulenDie fünf Säulen des Sozialstaats gelten als Träger eines erfolgreich umgesetzten Sozialstaats und wurden über die letzten Jahrhunderte nach und nach implementiert. Diese Sozialleistungen sind dazu da, Menschen mit Krankheiten, Pflegebedarf oder nach einem Unfall zu unterstützen und den Anspruch auf diese Hilfe zu gewähren.
  • Die Krankenversicherung Die Krankenversicherung Am 15. Juni 1883 hat der damalige Reichskanzler Otto von Bismark eine Verpflichtung zur Krankenversicherung für Arbeitende im Land eingeführt, um es Menschen zu ermöglichen, bei Krankheit zur Vorsorge einen Arzt aufzusuchen, ohne Angst vor einem finanziellen Ruin haben zu müssen. Zur damaligen Zeit wurde in ganz Europa die Frage nach mehr sozialen Aspekten innerhalb der Staaten gestellt. Bismarcks Hauptgrund für seine Sozialgesetze war schlicht, dass er die Bevölkerung wieder auf die Seite des Staates ziehen wollte und Aufstände gegen ihn verhindern wollte. Deutschland war somit das erste Land, das ein solches Sozialgesetz nationsweit eingeführt hat. Als das Gesetz in Kraft getreten war, galt, dass der/die Arbeitnehmer*in zwei Drittel der Krankenversicherung und der/die Arbeitgeber*in ein Drittel der Kosten übernehmen soll. Heute ist die Krankenversicherung für jeden Bürger und jede Bürgerin selbstverständlich. Damit der Sozialstaat weiterhin stabil funktionieren kann, zahlen über drei Viertel der Deutschen monatlich einen finanziellen Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse, sodass jede*r Bürger*in zu im Notfall freien Zugang zu medizinischer Versorgung wie Arztbesuche, Operationen oder Medikamenten hat.
  • Die Unfallversicherung Die UnfallversicherungDas im Juli 1884 eingetretene Unfallversicherungsgesetz gilt auch noch heute und verpflichtet Arbeitgeber*innen zur Versicherungsabschluss, damit sowohl der/die Arbeitnehmer*in, als auch das Unternehmen im Falle eines Unfalls am Arbeitsplatz geschützt sind. Somit sollte und soll immer noch sichergestellt werden, dass der/die Arbeitgeber*in sich um einen sicheren Arbeitsplatz für seine/ihre Arbeiter*innen kümmert. Außerdem schließt der Arbeitgeber eine Unfallversicherung ab, um sich selbst zu schützen. Im Falle eines Unfalls beugt das Unternehmen damit vor, die dem Arbeitnehmer zustehende Auszahlung nicht selbst zu tragen, sondern die Versicherung die finanzielle Entschädigung übernehmen zu lassen.
  • Die Altersvorsorge Die AltersvorsorgeDie Altersvorsorge, oder auch bekannt als Rentenversicherung, dient dem/der Versicherten dazu, nach der Beendigung des Berufs (Ruhestand) finanziell für den Rest des Lebens abgesichert zu sein. Dafür zahlt der/die Versicherte im Laufe seines/ihres beruflichen Lebens in eine Rentenversicherung ein. Meistens gilt, dass der/die Arbeitgeber*in dazu verpflichtet ist, die Hälfte dieses Beitrags, der meist monatlich gezahlt wird, zu übernehmen. Im Laufe der Jahre sammelt sich somit ein gewisses finanzielles Depot an. Damit erhält die Person auch im Ruhestand weiterhin ein monatliches Einkommen. Außerdem können im Falle des Todesfalls die Hinterbliebenen des Arbeitnehmers bzw. der Arbeitnehmerin ebenfalls versorgt werden.
  • Die Arbeitslosenversicherung Die ArbeitslosenversicherungDamit eine Person, die momentan arbeitslos, arbeitsunfähig oder auf der Suche nach einer Arbeit ist, nicht in Existenzangst verfällt, gibt es die Arbeitslosenversicherung. Der Staat unterstützt Arbeitslose mit einem einkommensersetzenden Betrag, damit sich diese trotz Arbeitslosigkeit eine Lebensbasis wie beispielsweise Miete, Einkauf oder Strom leisten können. Das Geld aus der Arbeitslosenversicherung wird in der Regel 12 Monate bezahlt und beträgt 60% des letzten Lohns. Danach erhält der/die Arbeitslose Sozialhilfe (Hartz IV).
  • Die Pflegeversicherung Die PflegeversicherungDa viele Bürger*innen in Deutschland im Alter auf Pflege angewiesen sind, wurde 1995 die Pflegeversicherung als letzte der fünf Säulen des deutschen Sozialstaats eingeführt. Sie dient dazu, dass eine Person selbstständig entscheiden darf, wer sie später einmal pflegen soll, ohne dass alleine die finanziellen Mittel dafür ausschlaggebend sind. Im Laufe des Lebens zahlt eine Person also freiwillig in eine Pflegeversicherung ein. Später, wenn sie auf diese Pflege angewiesen ist, übernimmt der Staat die Kosten in der Höhe, in der die Person im Laufe der Jahre eingezahlt hat. Von diesem Beitrag wird demnach die Pflege vom Staat übernommen, sodass sich der/die Pflegebedürftige um keine finanziellen Bürden mehr kümmern muss. Um das Konzept der Pflege erfolgreich umsetzen zu können, sind Pflegekräfte und Pflegeheime hierfür ausschlaggebend. Diese sind schließlich dafür zuständig, dass eine solche Pflege und dieser Kreislauf der Einzahlung und Pflege überhaupt stattfinden kann. Wichtigstes Ziel bei der Umsetzung ist es, den/die Pflegebedürftige*n ein selbstbestimmteres und einfacheres Leben zu ermöglichen, indem sie selbst entscheiden dürfen, wie beziehungsweise ob sie überhaupt einmal gepflegt werden wollen.
  • Sozialstaat Probleme Sozialstaat Probleme Obwohl das Konzept des Sozialstaats jede*n Bürger*in begünstigt, fehlt es teilweise an der reibungslosen Umsetzung dieser Idee. Kritiker*innen bemängeln häufig die Spaltung von Arbeits- und Finanzklassen innerhalb eines Sozialstaats, den wir in Deutschland haben. Zwar ist die Verpflichtung zur Krankenversicherung ein durchaus wichtiges und notwendiges Gesetz. Jedoch wird mit der Unterscheidung zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen eine Spaltung innerhalb der Bevölkerung erzeugt, die auf dem Wohlstand der Bürger*innen basiert. Eine wohlhabende Person, die sich eine private Krankenversicherung leisten kann, hat meist schnelleren und einfacheren Zugang zu Facharztbehandlungen als jemand, der gesetzlich versichert ist.Ebenfalls wird oft moniert, dass im Sozialstaat die Beiträge verschiedener Schichten zu unfair aufgeteilt sind. Reiche sollen demnach stärker besteuert werden, als die Mittel- oder Unterschicht. Wie in der unten gezeigten Grafik angedeutet wird,zeigen Studien, dass die Mittelschicht am meisten unter Steuerabgaben leiden würde. Ein Lösungsansatz hierfür wäre die Abgaben wohlhabenderer Bürger*innen anzuheben. Dadurch würde sich das finanzielle Depot erhöhen und könnte verwendet werdet, die soziale Imbalance auszugleichen.Auch der gesellschaftliche Wandel stellt den Sozialstaat vor immer neue Probleme. Dazu zählt allen voran der demografische Wandel aufgrund niedriger Geburtenraten und gleichzeitiger immer höherer Lebenserwartung. Vor allem das bestehende Rentensystem kann langfristig nicht finanziert werden, wenn auf immer weniger junge Berufstätige immer mehr Menschen im Rentenalter kommen. Zudem ist der Sozialstaat nach wie vor stark an das traditionelle Familienbild angepasst, bei dem ein Elternteil arbeiten geht und der andere die Betreuung der Kinder übernimmt. In der Realität reicht ein Einkommen aber häufig nicht mehr aus, um eine Familie zu ernähren. Außerdem möchte sich die Menschen in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft nicht zwischen Beruf und Familie entscheiden müssen. Der Sozialstaat muss folglich auch ausreichende Plätze in der vorschulischen Kinderbetreuung schaffen. Schließlich muss sich der Sozialstaat ebenfalls an die neuen Gegebenheiten im Zuge der Globalisierung anpassen. Einerseits müssten Sozialabgaben erhöht werden, um die steigende Migration ins Sozialsystem zu stemmen. Andererseits wächst der Druck auf die Staaten, im internationalen Vergleich als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig zu bleiben. Sozialabgaben und Steuern müssten dafür gesenkt werden, wodurch Geld für die sozialen Staatsaufgaben fehlt.
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  • Deutschland als Beispiel für einen Sozialstaat Deutschland als Beispiel für einen Sozialstaat Der Sozialstaat stellt in der Praxis einer einzelnen Person im Laufe des Lebens eine Reihe an Leistungen zur Verfügung. Um die Prinzipien eines Sozialstaat besser zu veranschaulichen, findest Du im Folgenden den Ablauf des Lebens einer in Deutschland lebenden Person und die Leistungen, die er/sie durch den Sozialstaat erhält. Nach der GeburtNachdem eine Person geboren worden ist, stellt der Staat mehrere Dienstleistungen zur Verfügung, um Mutter und Kind gesund und glücklich in ihr gemeinsames Leben einzuführen. Mutterschutz: Mutter erhält sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt weiterhin das volle Gehalt und kann sich auf das Kind und eigene Erholung konzentrieren. Elterngeld: Elternteile, die nach der Geburt des Kindes weniger als 30 Stunden in der Woche arbeiten haben Anspruch auf Elterngeld (in der Regel 60% des letzten Gehalts). Krankenhausleistungen: Anspruch auf eine Hebamme für die Geburt und der Aufenthalt im Krankenhaus nach der Geburt, bis sich die Mutter und das Neugeborene erholen Kindheit und JugendDer Staat stellt Kindern und Jugendlichen schon ab einem jungen Alter Einrichtungen für Bildung zur Verfügung. Nicht nur für die Weiterbildung beziehungsweise die Einführung in das deutsche Bildungssystem, sondern auch zur Entlastung der Eltern können Kinder Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, Grundschulen, Schulen und Hochschulen besuchen. Neben diesen Leistungen bietet der Staat auch finanzielle Entlastungen für Familien. Kindergarten: ermöglicht Eltern, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringenfinanzielle Unterstützung: steuerliche Begünstigung, Kindergeld und Familienbeihilfe Bildung: für jedes Kind ist Bildung frei zugänglich und sogar verpflichtend, Schulbücher, Ausflüge und mehr Berufsleben Damit der Arbeitsplatz in Unternehmen für Arbeitnehmer*innen ansprechend ist, hat der Staat für diesen langen Lebensabschnitt mehrere Angebote und Pflichten, um sowohl Arbeitnehmer*innen, als auch Arbeitgeber*innen zu schützen. Arbeitsbedingungen: Mitbestimmung, Arbeitsrecht, Verträge, Mindestlöhne und UrlaubstageKrankheiten und Unfälle: Versicherungen, medizinische Versorgung, Krankengeld Arbeitslosigkeit: Arbeitslosengeld, Unterstützung und Vermittlung durch die Agentur für Arbeit, Kurse und Vorbereitungen Rentenabsicherung: Vorsorge für die Pension RenteNach dem Berufsleben begeben sich Menschen in Rente, für welche sie schon früh vorsorgen können. Um finanziell unabhängiger zu sein, bietet der Sozialstaat Möglichkeiten, sich in der Pension finanziell zu entlasten und Pflege wahrzunehmen. Pflege: freie Wahl an wer, wann wie die pflegebedürftige Person pflegen soll, z.B. Pflegeheime oder im eigenen Zuhause Rente: finanzielle Rücklagen nutzen, um Pension in Ruhe ohne Geldsorgen zu verbringenNach dem Tod: sogenannter "Hinterbliebenenschutz" unterstützt Witwen, Wittwer und Waisen des/der Verstorbenen finanziell und regelt den weiteren Vorgang des verbleibenden Pensionsgeldes Sozialstaat – Das Wichtigste Ein Sozialstaat bietet seiner Bevölkerung finanzielle und soziale Unterstützung, um Ungerechtigkeiten und Arbeit vorzubeugen.Die fünf Säulen des deutschen Sozialstaats sind Basis für einen finanziellen Kreislauf der die Bevölkerung mit Sicherheit zu jedem Zeitpunkt schützt. Sie lauten: KrankenversicherungUnfallversicherungAltersvorsorge/RentenversicherungArbeitslosenversicherungPflegeversicherung Häufig wird kritisiert, dass ein Sozialstaat die Schere zwischen Arm und Reich durch Unterscheidungen wie gesetzlicher und privater Krankenversicherung erweitert.Wie unsere Gesellschaft, ist ein Sozialstaat ständig im Wandel und passt sich an Faktoren wie Wirtschaft, Globalisierung, soziale (Un-)Gleichheiten und Anforderungen der Bürger*innen an.Zusammen mit der Demokratie bildet der Sozialstaat die sogenannte soziale Demokratie.
  • Prinzipien der sozialen Sicherung – Definition Prinzipien der sozialen Sicherung – DefinitionIn Deutschland ist die soziale Sicherung garantiert. Für den Fall, dass man im Laufe seines Lebens sozialen Risiken ausgesetzt ist, werden diese bestmöglich beseitigt. Dabei werden diese durch die Gemeinschaft abgedeckt, da ein einzelner dazu nicht fähig wäre. Das System der sozialen Sicherung lässt sich in drei Kernprinzipien unterteilen. Diese sind: das Versicherungsprinzipdas Versorgungsprinzipund das Fürsorgeprinzip Weiter gibt es noch die drei Gestaltungsprinzipien der Sozialversicherung. Diese sind das Leistungsprinzip, das Solidaritätsprinzip und das Subsidiaritätsprinzip.
  • Das Versicherungsprinzip Versicherungsprinzip Das Versicherungsprinzip beinhaltet die Gewährleistung der Versicherung der Sozialversicherten und Beitragszahlenden.Jeder, der in Deutschland lebt, ist grundsätzlich sozialversichert und muss, wenn er arbeitet, einen Teil seines Einkommens abgeben, also Beiträge zahlen. Dabei zahlen ärmere Menschen weniger ein als Wohlhabende. Diese Beiträge nennt man auch Sozialbeiträge. Sie dienen dazu, die Sozialkassen zu füllen. Diese Sozialversicherung zahlt sich dann aus, wenn ein bestimmter Fall eintritt, wie beispielsweise Arbeitslosigkeit. In diesem Beispiel tritt dann die Arbeitslosenversicherung ein und zahlt einem einen Teil aus den geleisteten Beiträgen und teilweise auch staatliche Zuschüsse. Leistungen erhält derjenige, der als Versicherter Beiträge einbezahlt hat. Das heißt also, man zahlt Beiträge ein und Beiträge werden auch ausgezahlt. Das bedeutet aber nicht, dass einem derselbe Beitrag, welchen man eingezahlt hat, auch wieder ausgezahlt wird. Es kann weniger oder auch mehr sein. Wer aber insgesamt mehr einzahlt, bekommt auch mehr. Wer weniger einzahlt, bekommt im Vergleich weniger. Hier gilt das Leistungsprinzip. Über diese regelmäßigen Beiträge werden Versicherungsleistungen, wie Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung finanziert. Dadurch erhalten wir den persönlichen Leistungsanspruch für den Bedarfsfall beziehungsweise Schadensfall. Das kann ein Arbeitsunfall oder plötzliche Arbeitslosigkeit sein. Man erwirbt also einen Rechtsanspruch auf die Leistungen. Im Versicherungsfall gelten die Leistungen aus der Versicherung. Träger von Versicherungen können staatliche oder private Organisationen sein. Die Sozialversicherung ist im Gesetz geregelt. Gesetzliche Versicherungen sind zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung, gesetzliche Unfall- und Arbeitslosenversicherung. Hier besteht eine Versicherungspflicht für jeden Arbeitnehmer und jeder wird aufgenommen, zum Beispiel bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Für jeden Arbeitnehmer besteht Versicherungspflicht, das heißt eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Sozialversicherung. Das sind die oben genannten Beispiele. Darüber hinaus hat jeder noch die Möglichkeit, über private Versicherer zusätzliche Beiträge zu leisten und so im Versicherungsfall weitere Zusatzleistungen zu erhalten. Zusammengefasst erfolgt die Absicherung zum einen also durch die gesetzliche Sozialversicherung, mit teilweise staatlichen Zuschüssen und den privaten Versicherungen.Private Versicherungen sind private Verträge zwischen Versicherungsgeber und dem Versicherten. Diese sind beispielsweise private Rentenversicherungen, wie etwa die Riesterrente oder auch eine private Krankenversicherung.
  • Das Versorgungsprinzip Versorgungsprinzip Einfach gesagt, geht es bei diesem Prinzip darum, die Versicherung der öffentlichen Versorgung darzustellen. Das bedeutet, man versucht Teile der Gesellschaft dadurch zu versichern, dass es eine öffentliche Versorgung gibt. Wer einen wichtigen Dienst oder eine besondere Leistung für den Staat beziehungsweise die Gesellschaft erbringt, wird vom Staat versorgt.Hier zahlt man an alle, welche eine Leistung oder ein Opfer beziehungsweise einen Dienst für die Gesellschaft erbracht haben. Dies muss also eine besondere Leistung sein oder ein besonderes Opfer, welches als besonders gesellschaftsrelevant angesehen wird. Das heißt, Leistungen erhalten nur bestimmte Bevölkerungsgruppen. Dazu zählen auch diejenigen, die ohne eigene Schuld einen Schaden oder Nachteil erleiden. Das kann zum Beispiel der Wehrdienst sein, aber auch Zivildienstleistende, Kriegsopfer und Staatsbeamte fallen unter diese Kategorie.Diese Leistungen werden nicht aus Beiträgen, sondern durch Steuermittel finanziert. Im Sinne der öffentlichen Versorgung werden diese Steuermittel verwendet. Um dir das noch einmal zu verdeutlichen, nehmen wir das Beispiel der Kriegsopfer. Kriegsopfer erhalten vom Staat Versorgungsleistungen. Da sozusagen der Staat daran schuld ist, dass es Krieg gibt, werden die Kriegsopfer entschädigt.
  • Das Fürsorgeprinzip FürsorgeprinzipBei diesem Prinzip geht es darum, dass jedem Menschen garantiert wird, in Deutschland durch die Grundsicherung und Sozialhilfe in Notsituationen abgesichert zu sein. Hier sorgt also der Staat für die Menschen. Das bedeutet, Leistungen werden an alle gezahlt, welche einen eintretenden Sachverhalt nachweisen können. Darunter versteht man eine Lage, aus der ein Betroffener nicht einfach rauskommen kann, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit. Da greift die Grundsicherung ein, die dazu führt, dass eine Unterstützungszahlung geleistet wird. Leistungen erhalten nach dem Fürsorgeprinzip diejenigen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden und nicht auf die Hilfe anderer zurückgreifen können.Der Staat verpflichtet sich also dazu, Hilfe zu leisten, wenn es einem Bürger schlecht geht. Es werden Gelder zur Verfügung gestellt, um die Mitbürger zu unterstützen. Diese sind beispielsweise Sozialhilfe, Jugendhilfe usw.Leistungen nach dem Fürsorgeprinzip erhalten alle Bürger und Bürgerinnern. Diese Leistungen werden durch Steuermittel gezahlt. Hier gilt das Solidaritätsprinzip, auf das wir noch gesondert eingehen werden. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der Grad der Bedürftigkeit. Im Fall einer Notlage wird sowohl das Vermögen des Betroffenen berücksichtigt, als auch das Vermögen der Familienangehörigen. Über den Umfang der Leistung entscheidet je nach Fall die entsprechende Behörde. Eine entsprechende Leistung erfolgt nur nach nachgewiesener Bedürftigkeit. Wenn man nicht arbeiten kann und nicht genug Rente bekommt, erhält man Grundsicherung vom Staat, also Kleidung, Nahrung, Zuschüsse zu den Energiekosten oder ähnliche Dinge.
  • Prinzipien der sozialen Sicherung – Gestaltungsprinzipien Prinzipien der sozialen Sicherung – Gestaltungsprinzipien Diese sind das Leistungsprinzip,das Solidaritätsprinzip unddas Subsidiaritätsprinzip. Das Leistungsprinzip besagt: Wer mehr leistet, erhält auch mehr. Das heißt, es wird nach der individuellen Leistung verteilt. Wer mehr leistet, erhält ein höheres Einkommen. Beim Solidaritätsprinzip stehen die "Stärkeren" für die "Schwächeren" ein. Wer ein hohes Einkommen hat, muss auch höhere Beiträge zahlen, um dadurch später die Schwächeren zu unterstützen. Ein weiteres Prinzip ist das Subsidiaritätsprinzip. Hier denkt man zuallererst an sich und dann an die anderen. Das bedeutet, die Gemeinschaft unterstützt jemanden erst, wenn das Vermögen des Betroffenen und das Vermögen innerhalb der Familienangehörigen nicht ausreicht. Ebenso, wenn die Unterstützung durch die Krankenkasse nicht gegeben ist. Prinzipien der sozialen Sicherung - Das WichtigsteGrundprinzipien sind Versicherungsprinzip, Fürsorgeprinzip, VersorgungsprinzipLeistungen nach dem Versicherungsprinzip erhalten alle Beitragszahlerbeim Versorgungsprinzip werden nur bestimmte Bevölkerungsgruppen unterstütztbeim Fürsorgeprinzip können alle Bürger*innen Leistungen erhalten.Finanziert werden diese beim Versicherungsprinzip durch die Versicherungsbeiträge, beim Versorgungs- und Fürsorgeprinzip durch Steuermittel. Beim Versorgungsprinzip muss ein besonderer Dienst geleistet werden.Beim Fürsorgeprinzip muss die Bedürftigkeit nachgewiesen werden. Die Gestaltungsprinzipien der sozialen Sicherung sind: LeistungsprinzipSolidaritätsprinzipSubsidiaritätsprinzip
  • Die 5 Säulen der Sozialversicherung Die 5 Säulen der Sozialversicherung (auch 5 Säulen des Sozialstaates genannt) bilden die Basis für die gesetzliche Sozialversicherung in Deutschland. Die Zweige der Sozialversicherung in Deutschland umfassen: KrankenversicherungUnfallversicherungRentenversicherungPflegeversicherungArbeitslosenversicherung
  • Wie funktionieren die 5 Säulen des Sozialstaats? Die gesetzliche Sozialversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung. Die fünf Säulen des Sozialstaates funktionieren dabei über ein Beitragsverfahren. Um dich vor existenzbedrohenden Risiken (z.B. Pflegefall, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit) zu schützen, musst du Beiträge an die Träger der fünf Säulen der sozialen Sicherung leisten. Das sind öffentlich-rechtliche Organisationen, die beim Eintreten des Versicherungsfalles die Kosten dafür tragen. Bei den meisten Versicherungen (Ausnahme: Unfallversicherung) bezahlst du nur 50 Prozent des Versicherungsbeitrages. Für die Finanzierung der anderen 50 Prozent ist der Arbeitgeber verantwortlich. Bei Rentnern ersetzt die Rentenversicherung den Arbeitgeber.
  • Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Die Krankenversicherung bzw. die Krankenkasse übernimmt Kosten in Krankheitsfällen, nach Unfällen oder bei der Mutterschaft voll oder teilweise. Die Krankenversicherung ist in Deutschland verpflichtend. Der allgemeine Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung ist abhängig vom Bruttoeinkommen  des Versicherten. Familienmitglieder, die selbst nicht versicherungspflichtig sind, werden unentgeltlich mitversichert. Der allgemeine Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung liegt aktuell bei 14,6 Prozent. Falls dem Versicherten kein Anspruch auf Krankengeld zusteht, gilt ein ermäßigter Beitragssatz von 14,0 Prozent. Die GKV ist eine gesetzliche Sozialversicherung. Einen weiteren Teil des Krankenversicherungsbeitrags stellt der Zusatzbeitrag dar. Dieser wird allerdings gesondert berechnet und im Beitragsnachweis auch gesondert ausgewiesen. Beim Zusatzbeitrag wird zwischen dem durchschnittlichen und kassenindividuellen Zusatzbeitrag unterschieden. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt 2023 1,6 Prozent.
  • Die Pflegeversicherung: Sicherheit bei Pflegebedürftigkeit Die Pflegeversicherung: Sicherheit bei Pflegebedürftigkeit Die Pflegeversicherung greift besonders im Alter.Diese gesetzliche Sozialversicherung existiert seit dem 1. Januar 1995 und stellt somit die jüngste der 5 Säulen der Sozialversicherung dar. Mit der Einführung der Pflegeversicherung reagierte der Gesetzgeber auf den sogenannten Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland sowie darauf, dass die Familienstrukturen sich ändern und das Zusammenleben mehrerer Generationen in einem Haushalt immer weiter zurückgeht. Die Pflegeversicherung wird von Menschen in Anspruch genommen, die in Pflegeheimen leben. Daneben gewährt sie auch Personen, die der häuslichen Pflege bedürfen, notwendige Sachleistungen sowie Pflegegeld. Die Pflegekosten werden allerdings nicht abgedeckt. Diese Kosten müssen von den Pflegebedürftigen oder deren Familien getragen werden. Aus diesem Grund wird die Pflegeversicherung auch als Teilkostenversicherung bezeichnet. Der Beitrag für diesen Zweig der Sozialversicherung beträgt aktuell 3,05 Prozent. Für Versicherte, die keine Kinder haben,ab dem 1. Januar 1940 geboren sind und das 23. Lebensjahr vollendet haben,fällt ein Zusatzbeitrag von 0,35 Prozent an.
  • Die Rentenversicherung: Vorsorge für das Alter Die Rentenversicherung: Vorsorge für das Alter Auch die Rentenversicherung gehört zur Sozialversicherung.Die Rentenversicherung dient der Altersvorsorge und soll diese gewährleisten. Der Beitragssatz dieser Sozialversicherung beträgt 18,6 Prozent. Die Rentenversicherung umfasst die Altersrente,die Rente bei verminderter Erwerbstätigkeit,die Rente an Hinterbliebene undLeistungen zur Rehabilitation.
  • Die Arbeitslosenversicherung: Absicherung bei Arbeitslosigkeit Die Arbeitslosenversicherung: Absicherung bei Arbeitslosigkeit Die Arbeitslosenversicherung soll Arbeitssuchenden durch die Auszahlung von Arbeitslosengeld (ALG I) ein Einkommen zur Verfügung stellen und diesen auch während der Arbeitslosigkeit eine Existenzgrundlage ermöglichen. Der Beitrag dieser Sozialversicherung beträgt 2,6 Prozent. Durch die Sozialversicherungsabgaben zahlen Sie auch in die Arbeitslosenversicherung ein.Um jedoch Anspruch auf ALG I zu haben, müssen mögliche Empfänger folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie stehen in keinem Beschäftigungsverhältnis, können aber mindestens 15 Stunden pro Woche einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen.Sie haben sich online über den digitalen Service der für sie zuständigen Agentur für Arbeit oder persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.Sie suchen eine Stelle, die versicherungspflichtig ist.Sie erfüllen die Anwartschaftszeit. Die Anwartschaftszeit gilt dann als erfüllt, wenn jemand in den 30 Monaten vor der Arbeitslosmeldung und Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate gesetzlich oder freiwillig in der Arbeitslosenversicherung verpflichtet war. Um festzustellen, ob die Anwartschaftszeit erfüllt ist, wird die Agentur für Arbeit die Zeiten aller versicherungspflichtigen Beschäftigungen innerhalb der 30 Monate zusammenrechnen. Ausführliche Informationen zu Anspruch, Dauer und Höhe des ALG I finden Sie in diesem Artikel zum Arbeitslosengeld.
  • Die Arbeitslosenversicherung bei Selbstständigkeit Die Arbeitslosenversicherung bei SelbstständigkeitWer aus einem Arbeitnehmerverhältnis in die Selbstständigkeit wechselt, hat die Möglichkeit, freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung versichert zu bleiben. Hierzu muss er innerhalb von drei Monaten nach Eintritt in die Selbstständigkeit einen entsprechenden Antrag auf Weiterversicherung bei der Agentur für Arbeit stellen. Es gelten folgende Bedingungen: Der Antragssteller muss … sich innerhalb der letzten 30 Monate vor Beginn der Selbstständigkeit für mindestens 12 Monate in einem Beschäftigungsverhältnis befunden habenoder unmittelbar vor Beginn der Selbstständigkeit eine Entgeltersatzleistung des SGB III erhalten haben.
  • Die Unfallversicherung: Versicherung gegen Unfallfolgen Die Unfallversicherung: Versicherung gegen Unfallfolgen Für die gesetzliche Unfallversicherung ist kein vergleichbarer Beitragssatz wie für die anderen Sozialversicherungen vorgesehen. Der Beitrag dieser Sozialversicherung richtet sich nach dem Entgelt des Versicherten,dem Grad der Unfallgefahr, die im jeweiligen Unternehmen besteht.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialversicherung 2023 Die Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialversicherung 2023 Die Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherung wird an die Einkommensentwicklung angepasst. Die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge richtet sich nach dem Arbeitsentgelt eines Versicherten. Wenn dieses jedoch einen gewissen Wert übersteigt, wird es nur bis zu einer bestimmten Höhe berücksichtigt. Das heißt, es gilt eine Beitragsbemessungsgrenze (BBG) bzw. bestimmte Sozialversicherungsrechengrößen Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich an die aktuelle Einkommensentwicklung angepasst. Das Kabinett hat die Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2023 am 12. Oktober 2022 beschlossen. Hierzu hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales folgende Erklärung abgegeben: Mit der Verordnung werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr (2021) turnusgemäß angepasst. Die Werte werden – wie jedes Jahr – auf Grundlage klarer gesetzlicher Bestimmungen mittels Verordnung festgelegt. Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 12.Oktober 2022In diesem Sinne soll durch die Beitragsbemessungsgrenzen 2023 gewährleistet werden, dass die Absicherung durch das Sozialversicherungssystem weiterhin ausreicht und stabil bleibt. Bei der Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherung wird in den meisten Fällen zwischen Ost und West unterschieden. In der gesetzlichen Renten- und der Arbeitslosenversicherung beträgt die Beitragsbemessungsgrenze jährlich 87.600 Euro (West) undjährlich 85 200 Euro (Ost).In der knappschaftlichen Rentenversicherung beträgt sie für das Jahr 2023 jährlich 107.400 Euro (West) undjährlich 104.400 Euro (Ost).In der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt sie jährlich 59.850 Euro (bundeseinheitlich).
  • Definiere "Krankenhaus" Ein Krankenhaus (als organisatorischer Teilbereich auch Klinik oder Klinikum[1]) ist eine medizinische Einrichtung. Dort werden durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder körperliche Schäden festgestellt und durch eine Behandlung geheilt oder gelindert. Auch die Geburtshilfe und die Sterbebegleitung gehören zu den Aufgaben eines Krankenhauses. Rechtlich wird in Deutschland unter einem Krankenhaus ein Betrieb im Sinne des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) verstanden, in dem die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können. Synonym verwendete Bezeichnungen sind auch Hospital, in Österreich, der Schweiz und Luxemburg auch Spital. Ein militärisches Krankenhaus wird Lazarett genannt.
  • Ziele/Aufgaben der Krankenhausversorgung Vergleichsweise schwere Erkrankungen erfordern unter Umständen eine dauerhafte ärztliche Beobachtung, pflegerische Betreuung oder eine aufwändige Behandlung. Diese Leistungen können möglicherweise nur in Einrichtungen erbracht werden, die über entsprechende Spezialisten und die erforderlichen medizintechnischen Geräte verfügen, sodass ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus notwendig ist. In unserem Gesundheitssystem haben Krankenhäuser die Aufgabe, die stationäre Versorgung flächendeckend und in hoher Qualität sicherzustellen. Neben den Krankenhäusern kann eine stationäre Unterbringung mit Unterkunft und Verpflegung auch in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen erfolgen. Damit nach einem Krankenhausaufenthalt eine zielgerichtete Anschlussversorgung erfolgen kann, sind Krankenhäuser verpflichtet, Patientinnen und Patienten ein sogenanntes Entlassmanagement anzubieten. Hierfür wird der patientenindividuelle Bedarf für die Anschlussversorgung möglichst frühzeitig erfasst und ein Entlassplan aufgestellt. Hierdurch soll ein nahtloser Übergang von der Krankenhausbehandlung in die ambulante Versorgung, zur Rehabilitation oder Pflege gewährleistet werden. Wenn Pflegebedürftige aus dem Krankenhaus entlassen werden, müssen die Pflegeeinrichtungen einbezogen werden. Daher soll es eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus und den mit der Pflegereform eingeführten Pflegeberaterinnen und –beratern geben. Organisation der KrankenhäuserDie stationäre Versorgungslandschaft hat verschiedene Träger. Neben den Einrichtungen in öffentlicher bzw. kommunaler Trägerschaft werden stationäre Einrichtungen auch von freigemeinnützigen Trägern – zum Beispiel von Wohlfahrtsverbänden – oder privaten Trägern betrieben. Diese Vielfalt bildet sich auch in der Mitgliederstruktur der im Jahr 1949 gegründeten Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ab. Die DKG ist der bundesweite Zusammenschluss der zwölf Spitzen- und 16 Landesverbände von Krankenhausträger (Landeskrankenhausgesellschaften). Die DKG ist Teil der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.
  • Trägerschaft/Rechtsformen eines Krankenhauses Was ist ein Krankenhausträger? Unter einem Krankenhausträger versteht man jede natürliche oder juristische Person, die ein Krankenhaus betreibt (§ 2 Nr. 1 Krankenhausgesetz - KHG). Eine natürliche Person ist jeder Mensch, d.h. jedermann kann ein Krankenhaus betreiben, selbstverständlich auch mehrere natürliche Personen, z.B. eine Ärztegemeinschaft. Meistens wird ein Krankenhaus aber eher von einer juristischen Person, also z.B. einer GmbH, OHG oder KG betrieben. Welche Arten von Krankenhausträgern gibt es? Es gibt drei Gruppen von Krankenhausträgern: die öffentlichen Krankhausträger, die freigemeinnützigen Krankenhausträger und die privaten Krankenhausträger. Bei der öffentlichen Trägerschaft ist der Krankenhausträger eine Körperschaft, Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts, also der Bund, das Land, die Stadt, der Landkreis oder ein Bezirk. In welcher Form dieser die Trägerschaft im Einzelnen organisiert, ist für die Zuordnung zum Typ der Trägerschaft unerheblich. So kann zum Beispiel auch der Träger eines kommunalen Krankenhauses in Form der GmbH organisiert sein, ohne dass das etwas an der Einordnung des Krankenhausträgers als öffentlich ändert. Bei der freigemeinnnützigen Trägerschaft sind die Träger soziale Vereinigungen, karitative Organisationen oder kirchliche Orden. Es gibt Krankenhäuser, die von der evangelischen oder katholischen Kirche, der Arbeiterwohlfahrt oder dem Deutschen Roten Kreuz betrieben werden. Die freigemeinnützigen Träger sind oft in Verbänden organisiert, um ihre Interessen mit mehr Nachdruck vertreten zu können. Ist ein Krankenhausträger freigemeinnützig, so kommen ihm, wenn die Voraussetzungen der §§ 51-68 der Abgabenordnung (AO) vorliegen, steuerliche Erleichterungen zu. Im Einzelnen bedeutet das, dass er weder Körperschafts-, noch Gewerbe-, Umsatz- oder Grundsteuer zahlen muss. Private Krankenhausträger sind solche, deren Träger eine sonstige natürliche oder juristische Person ist (wobei - wie oben gesagt - der Regelfall die juristische Person ist). Das Ziel eines privaten Krankenhausträgers ist es, einen Gewinn zu erwirtschaften. Diese Gewinnerzielungsabsicht liegt vor, wenn er mehr erwirtschaften will, als nötig ist, um seinen finanziellen Bedarf zu decken. Um die Patienten aber nicht in die Gefahr zu bringen, in Krankenhäusern privater Träger nicht ordnungsgemäß versorgt zu werden, bedürfen deren Träger einer besonderen Betriebserlaubnis (einer sogenannten Konzession nach § 30 Gewerbeordnung, GewO). Laut einer Statistik der Deutschen Krankenhausgesellschaft, gab es im Jahr 2008 eine Zahl von 571 öffentlichen Krankenhäusern, 673 freigemeinnützige und 537 private Krankenhäuser in Deutschland. Tendenziell nimmt die Zahl der privaten Krankenhausträger zu, die der anderen ab, weil sie nach und nach privatisiert werden. Wieso gibt es verschiedene Arten von Krankenhausträgern? Man könnte sich fragen, warum es eigentlich verschiedene Arten von Krankenhausträgern gibt, insbesondere, warum es private Krankenhausträger geben darf, die nicht primär der Bedarfsdeckung dienen, sondern einen privaten Gewinn erzielen wollen. Der Grund dafür ist, dass dieser sogenannte Grundsatz der Trägervielfalt verfassungsrechtlich geschützt ist. Er ergibt sich zwar nicht wörtlich, aber jedenfalls indirekt aus einer Zusammenschau aller Grundrechte, die Freiheiten schützen, und spiegelt somit eine freiheitliche und in der Folge auch vielfältige Gesellschaft wider. Diese Freiheitsrechte sind die allgemeine Handlungsfreiheit aus Art. 2 Grundgesetz GG, die Vereinigungsfreiheit aus Art. 9 GG, die Berufsfreiheit aus Art. 12 GG, das Recht auf Eigentum aus Art. 14 GG und die Religionsfreiheit aus Art. 4 GG in Verbindung mit den Art. 137 und 138 der Weimarer Reichsverfassung. Was besagt der Grundsatz der Trägervielfalt? Der Grundsatz der Trägervielfalt besagt nicht, dass die Arten der Träger gleich verteilt sein müssen oder es einen Anspruch auf eine bestimmte Trägerschaft gibt. Die Vorschrift § 1 Abs. 2 KHG greift den Grundsatz der Trägervielfalt auf und spezifiziert ihn dahingehend, dass vor allem freigemeinnützige und private Krankenhausträger zu fördern sind. Die besondere Stellung freigemeinnütziger Krankenhausträger ergibt sich erstens daraus, dass kirchliche Krankenhäuser laut dem Bundesverfassungsgericht einen besonderen Selbstbestimmungsraum in Fragen der Organisation und Verwaltung haben. Zweitens bekommen öffentliche Krankenhäuser Betriebs- und Investitionszuschüsse von Ihren staatlichen Trägern. Welche Aufgaben und Pflichten haben Krankenhausträger? Lässt sich ein Patient im Krankenhaus behandeln, wird der Krankenhausträger unter Umständen sein Vertragspartner im Behandlungsvertrag. (Näheres dazu erfahren Sie unter dem Stichwort Behandlungsvertrag.) Zudem ist der Krankenhausträger Ansprechpartner der Krankenkassen, wenn es um Vereinbarungen seines Budgets und den Basisfallwert geht. (Näheres erfahren Sie unter dem Stichwort Diagnosis Related Groups.) Der Krankenhausträger ist auch Arbeitgeber des Krankenhauspersonals. (Näheres können Sie unter dem Stichwort Chefarztvertrag nachlesen.) Darüber hinaus haftet der Krankenhausträger für eigenes oder fremdes Verschulden haften. Für eigenes Verschulden haftet er, wenn er seine Organisationspflichten verletzt. Für fremdes Verschulden haftet er, wenn das Krankenhauspersonal eine Pflicht verletzt. (Näheres erfahren Sie unter dem Stichwort Arzthaftung - Behandlungsfehler)
  • Fachliche Orientierung/Schwerpunkt-Setzung/Anzahl der Fachabteilungen Die verschiedenen Träger von Krankenhäusern In Deutschland unterscheidet man drei verschiedene Krankenhausträger: öffentlich, freigemeinnützig und privat. Den größten Anteil mit knapp 39% bilden Krankenhäuser mit privater Trägerschaft. Hierbei handelt es sich um einen Konzern bzw. ein Unternehmen, wie zum Bespiel Helios Kliniken GmbH, Asklepios Kliniken GmbH, Sana Kliniken AG, Schön Klinik SE und viele weitere. 33% deutscher Krankenhäuser haben einen freigemeinnützigen Träger, wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz oder die evangelische bzw. katholische Kirche. Die restlichen ca. 28% sind Krankenhäuser mit öffentlichem Träger. Das sind entweder der Bund, das jeweilige Bundesland, der Kreis, die Gemeinde oder auch Berufsgenossenschaften oder Gemeindeverbände. Obwohl die Anzahl der Krankenhäuser mit öffentlichem Träger den kleinsten Anteil darstellen, gehören ihnen fast 50% aller Betten an, während nur ca. 20% der Krankenhausbetten zu einer Klinik mit privaten Träger gehören (Quelle Statistisches Bundesamt). Grund dafür ist unter anderem, dass die bettenreichen Universitätskliniken fast alle, mit Ausnahme des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, einen öffentlichen Träger haben, meist das jeweilige Bundesland. Und welches ist jetzt das richtige Krankenhaus für mich?Es gibt in Deutschland keine offizielle Empfehlung in welchem Fall man welche Versorgungsstufe wählen sollte. Oft hängt dies auch von der jeweiligen Erkrankung ab und ob diese in dem jeweiligen Krankenhaus behandelt werden kann. Informationen und Orientierung hierzu finden Sie auf Klinikradar. Ansonsten kann man bei seiner Entscheidung einem Prinzip folgen, welches sich an EU-Ländern orientiert, die für die Versorgung ihrer Patient*innen eine fest vorgegebene Struktur haben, wie zum Beispiel unser Nachbarland Dänemark. Die erste Anlaufstelle ist hier immer das regionale Krankenhaus der Grundversorgung. Nur wenn die Versorgung dort nicht möglich ist, zum Beispiel weil ein bestimmtes Fachgebiet erforderlich ist oder es zu einem komplizierten Verlauf kommt, erfolgt die Überweisung in ein Krankenhaus der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung. So sind die Betten an den Kliniken der Maximalversorgung Patient*innen mit komplexen Krankheitsbildern vorbehalten, während ein Großteil der Patient*innen heimatnah an einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung behandelt werden kann. Dort haben die Patient*innen oft ein vertrauteres Umfeld. Außerdem werden Fahrtwege reduziert, sowohl für den Patient*innen selbst als auch für Angehörige.
  • Versorgungsstufen eines Krankenhauses Die verschiedenen VersorgungsstufenEntsprechend der Spezialisierung und des Leistungsangebots werden Krankenhäuser verschiedenen sogenannten Versorgungsstufen zugeordnet. Je nach Bundesland werden dabei drei oder vier Stufen unterschieden. In Krankenhäusern der Grundversorgung gibt es die Fachabteilungen für Innere Medizin und/oder allgemeine Chirurgie. Krankenhäuser der Regeversorgung betreiben außerdem mindestens eine weitere Fachabteilung, meist Gynäkologie und Geburtshilfe oder auch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde oder Orthopädie. In Schwerpunktkrankenhäusern gibt es zusätzlich Fachabteilungen für Kinderheilkunde und Neurologie. Krankenhäuser der Maximalversorgung zeichnen sich zum einen durch das Angebot aller Fachbereiche aus, zum anderem besteht innerhalb der Fachgebiete eine Spezialisierung auf seltene Erkrankungen und komplizierte Krankheitsverläufe. Dazu gehören unter anderen die Universitätskliniken, wo zusätzlich auch Lehre und Forschung betrieben wird. Das heißt, hier werden Studierende ausgebildet und Behandlungen in Studien für seltene Erkrankungen angeboten. Darüber hinaus gibt es Fachkrankenhäuser, die keiner Versorgungsstufe zugeordnet werden und spezialisierte Behandlungen eines einzelnen Fachgebiets anbieten. Jedoch wird meist keine zusätzliche Abteilung für Innere Medizin oder allgemeine Chirurgie betrieben. Das sind zum Beispiel Fachkliniken für Psychiatrie, Kinderheilkunde, Schmerztherapie und viele weitere (Quelle Bundesgesundheitsministerium).  Versorgungsstufen von Krankenhäusern in BayernIn Bayern werden die Stufen Grund- und Regelversorgung zusammengefasst, sodass sich ein System aus drei Versorgungsstufen ergibt: Versorgungsstufe I (Grund- und Regelversorgung), Versorgungsstufe II (Schwerpunktversorgung) und Versorgungsstufe III (Maximalversorgung).  Im Jahr 2020 erfolgte in Bayern der größte Teil der stationären Behandlungen aufgrund von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (14%), gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen (11%) . Der größte Bedarf besteht also im Bereich der Inneren Medizin und allgemeinen Chirurgie, also bei Krankenhäusern der Versorgungsstufe I. Diese machen in Bayern mit 40% entsprechend den größten Anteil aus. 10% gehören zur Versorgungsstufe II und 3% zur Stufe III. Die restlichen 47% sind Fachkrankenhäuser (Quelle Krankenhausplan Bayern).  Punkte, die eher für eine Klinik der Grund- oder Regelversorgung sprechenEs handelt sich um einen Routineeingriff der allgemeinen Chirurgie, bzw. eine Behandlung/Untersuchung im Bereich der Inneren Medizin. Teilweise haben die Kliniken mehr Erfahrung mit Standardeingriffen (z.B. operative Versorgung einer Unterarmfraktur oder Entfernung des Blinddarms), da sie an Häusern der Maximal- und Schwerpunktversorgung seltener durchgeführt werden. Kliniken sind oft in wohnortnähe, was kurze Wege und somit eventuell auch häufigerer Besuche durch Angehörige zur Folge hat. Durch geringere Bettenanzahl ist die Betreuung teilweise etwas familiärer bzw. persönlicher. Punkte, die eher für eine Klinik der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung sprechenDie Behandlung erfolgt aufgrund einer seltenen Erkrankung oder es handelt sich um einen komplizierten Verlauf. Die Behandlung erfordert ein Fachgebiet, welches nicht an einem Haus der Regelversorgung verfügbar ist (z.B. Kinderheilkunde, Neurologie).Es liegen andere schwere Begleiterkrankungen vor, die durch ein weiteres Fachgebiet betreut werden (z.B. schwere neurologische oder psychiatrische Grunderkrankung).Es besteht der Wunsch nach einer Studienteilnahme (z.B. Therapiestudien bei Blutkrebserkrankungen).  Eine Fachklinik kann in diesen Fällen sinnvoll seinEine Behandlung ist ausschließlich in einer speziellen Fachrichtung nötig (orthopädische Eingriffe, psychiatrische Erkrankungen, Behandlung von Kindern).Es besteht keine Allgemeinerkrankung, die ggf. die Behandlung durch die Abteilung für Innere Medizin oder andere Fachgebiete erforderlich macht.  Unabhängig von der Versorgungsstufe können folgende Punkte wichtig sein:Welches Krankenhaus hat die meisten Eingriffe dieser Art pro Jahr?Welche Wahlleistungen sind verfügbar? Zum Beispiel, wenn die Übernachtung einer  Begleitperson erwünscht ist.Ist die Klinik barrierefrei?Stellt die Klinik, falls nötig, Dolmetscher zur Verfügung?Ist die Konfession wichtig? Falls ja, sollte unabhängig von der Versorgungsstufe ein Krankenhaus mit kirchlichem Träger gewählt werden.  Ist mein*e ambulante*r Ärzt*in  Belegärzt*in an einer Klinik und möchte ich, dass er*sie den Eingriff durchführt? Bei einer Uniklinik sollte immer beachtet werden, dass hier auch Forschung und Lehre betrieben wird. Das heißt, Sie werden eventuell gefragt, ob Sie an Studien teilnehmen möchten oder z.B. Ihr Blut für Studien verwendet werden darf. Außerdem gibt es viele Studierende im Klinikbetrieb und eventuell auch Kurse für Studierende auf Station am Patientenbett. Dies kann natürlich auch immer durch den*die Patient*in abgelehnt werden.