Differentielle und Persönlichkeitspsychologie (Subject) / M7 03417 - Einführung in die Persönlichkeitspsychologie - Kapitel 5 (Lesson)
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Persönliche Umwelt und Beziehungen
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- 01. Was sind Situationen? die Beschreibungen aktueller Umweltbedingungen von Personen: externe Bedingungen, die ihr aktuelles Erleben und Verhalten beeinflussen
- 02. Was ist die Situationsexposition einer Person? die Häufigkeit oder Dauer, mit der eine Person Situationen eines bestimmten Typs ausgesetzt ist - sie beschreibt eine Eigenschaft der Umwelt der Person
- 03. Warum können Settings, in denen sich Personen regelmäßig aufhalten Aufschluss über über die Persönlichkeit dieser Person geben? weil sie Einfluss auf die Auswahl oder Herstellung solcher Settings haben (z.B. Einrichtung der Wohnung)
- 04. Wozu führen personabhängige Umweltdefinitionen? zu Korrelationen zwischen Persönlichkeits- und Umwelteigenschaften --> das muss bei der Interpretation dieser Korrelationen beachtet werden
- 05. Wann sind retrospektive Situationsschilderungen unzuverlässig? wenn der zeitliche Abstand mehr als einen Tag beträgt
- 06. Womit können Situationsexpositionen zuverlässiger erfasst werden? mit Tagebüchern
- 07. Bei wem weist die Situationsexposition viele stabile Merkmale auf? bei jungen Erwachsenen
- 08. Was wird in Logbüchern beurteilt? Situationen möglichst unmittelbar nach Abschluss
- 09. Was ist die Piepsertechnik? Person wird hin und wieder durch ein Signal aufgefordert, ihre aktuelle Situation zu beschreiben
- 10. Was kann durch die Piepsertechnik untersucht werden? repräsentative Stichproben von Alltagssituationen --> eine ausreichende Reliabilität wird erst ab ca. zwei Wochen Untersuchungszeit erreicht
- 11. Was geschieht bei der direkten Beobachtung? hier werden Situationen durch anwesende Beobachter protokolliert oder aus Verhaltensmessungen erschlossen
- 12. Wann lassen sich Situationen durch Beobachtung zuverlässig protokollieren? wenn sie ausreichend Gelegenheit zur Beobachtung oder Rekonstruktion der Situation haben
- 13. Wie lässt sich die persönliche Umwelt reliabel erfassen? durch retrospektive Einschätzung, Tagebuch, Logbuch, Piepsertechnik, direkte Verhaltensbeobachtung oder -messung oder Protokollierung, wenn die Daten ausreichend aggregiert werden
- 14. Was ist eine soziale Beziehung (Dyade)? eine Beziehung zwischen zwei Bezugspersonen. Beziehungen charakterisieren Dyaden (Personen-Paare)
- 15. Wie sind persönliche Beziehungen charakterisiert? auf Verhaltensebene durch stabile Interaktionsmuster auf kognitiver Ebene durch Beziehungsschemata der beiden Bezugspersonen
- 16. Aus welchen beziehungsspezifischen Bildern bestehen Beziehungsschemata? Selbstbild Bild der Bezugsperson Interaktionsskript
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- 17. Persönliche Beziehungen sind eine Funktion.... ... der dynamischen Wechselwirkung der Persönlichkeit der beiden Bezugspersonen und ihrer gemeinsamen Beziehungsgeschichte
- 18. Wodurch wird das egozentrierte Netzwerk einer Person beschrieben? durch eine Beziehungsmatrix --> diese bildet ab, wie eine Person ihre Beziehungen zu anderen Personen einschätzt
- 19. Was ist der Beziehungsstatus? ein Merkmal einer Person, das ihre Beziehungsqualität in einer oder mehreren Beziehungen beschreibt
- 20. Was umfasst der Beziehungsstatus? u.a. Netzwerkgröße, Konflikthäufigkeit mit Eltern und Zahl der unterstützend empfundenen Beziehungen
- 21. Was kann man über die Merkmale des Beziehungsstatus sagen? sie sind mittelfristig weniger stabil als Persönlichkeitseigenschaften, weil die Beziehungsqualität weniger stabil ist und die Bezugspersonen z.T. wechseln
- 22. Lassen sich Persönlichkeitseffekte auf den Beziehungsstatus im jungen Erwachsenenalter nachweisen? ja --> umgekehrte Effekte des Beziehungsstatus auf die Persönlichkeit sind selten
- 23. Wie lässt sich der Beziehungsstatus einer Person umfassend beschreiben? indem ihr egozentriertes Netzwerk erhoben wird und daraus diverse Indizies der Beziehungsqualität in einer bestimmten oder ähnlichen Beziehungen gebildet werden
- 24. Was bilden Soziogramme ab? Beziehungen zwischen Gruppenmitgliedern in einer grafischen Veranschaulichung
- 25. Wie kann die soziometrische Struktur einer sozialen Gruppe reduziert werden? für einzelne Gruppenmitglieder auf deren soziometrischen Status (wieviel Pfeile weisen auf ein Gruppenmitglied? --> Abb. S. 125) --> er ist ein Merkmal ihrer Umwelt
- 26. Welche vier Typen des soziometrischen Status lassen sich durch soziometrische Untersuchungen unterscheiden? beliebt abgelehnt ignoriert kontrovers
- 27. Wie werden sehr enge soziale Beziehungen bezeichnet? als Bindungen
- 28. Was nimmt die moderne Bindungsforschung an? ein dynamische Wechselwirkung zwischen inneren Arbeitsmodellen für Beziehungen und neuen Beziehungserfahrungen --> d.h. Bindungsstile hängen von den Erfahrungen in früheren Beziehungen ähnlichen Typs ab. Diese Erfahrungen können von Beziehung zu Beziehung variieren
- 29. Wozu dient der Fremde-Situation-Test? zur Feststellung des Bindungsstils von 12-18 Monate alten Kindern es werden drei Bindungsstile unterschieden: - sicher - vermeidend - ängstlich-ambivalent
- 30. Was fügte Main der Ainsworthschen Typologie hinzu? den Bindungsstil desorganisiert-desorientiert
- 31. Was ist bei Kindern mit einem desorganisiert-desorientiertem Bindungsstil? sie haben Angst vpr ihrer Bezugsperson und müssen somit Schutz bei Personen suchen, vor denen sie eigentlich Angst haben
- 32. Wie variiert die Stabilität des Bindungsstils an die Eltern? stark und ist bei instabiler sozialer Umwelt niedrig
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- 33. Wie ist die Konsistenz des Bindungsstils? der Bindungsstil an die Eltern zeigt eine geringe Konsistenz (Bindungssicherheit) der Bindungsstil zwischen den Eltern zeigt eine starke Konsistenz zwischen den Eltern (Art der Unsicherheit)
- 34. Was sagt der frühe Bindungsstil vorher? einige Merkmale der späteren sozialen Kompetenz im Umgang mit Peers
- 35. Wer übernimmt im Erwachsenenalter die Funktion der primären Bezugsperson? meist der Partner
- 36. Wie kann die kognitive Repräsentation der Bindung an die eigenen Eltern im Erwachsenenalter erfasst werden? durch das Adult Attechment Interview (AAI)
- 37. Was kann die AAI-Diagnose schon vor der Geburt eines Kindes vorhersagen? die Bindungsqualität des Kindes --> dieser Zusammenhang beruht nur zum Teil auf der Einfühlsamkeit der Eltern (Transmissionslücke)
- 38. Wie ist der Bindungsstil zwischen früher Kindheit und jungem Erwachsenenalter? bestenfalls mäßig stabil und bei instabiler sozialer Umwelt oft gänzlich instabil
- 39. Was ist eine andere Methode zur Erfassung des Bindungsstils? Selbstbeurteilung
- 40. Wie korrelieren selbstbeurteilte Bindungsstile und Bindungsstile im AAI? nur geringfügig
- 41. Was zeigt der selbstbeurteilte Bindungsstil in Liebesbeziehungen? plausible Beziehungen zum Erleben und Verhalten in Belastungssituationen
- 42. Was differenzierte Bartholomew? den vermeidenden Stil von Hazan und Shaver in einen abweisenden und einen ängstlichen Stil und formulierte eub 2-dimensionales Bindungsmodell mit der Positivität des Selbst- und Fremdbildes als Dimensionen
- 43. Wofür gilt Bartholomews 2-dimensionales Modell nicht? für selbstbeurteilte Bindungsstile --> bei diesen korrelieren vielmehr alle unsicheren Stile negativ mit dem sicheren Stil
- 44. Was ist eine verbreitete Bindungsskala zur Erfassung der Bindung nicht nur an Partner, sondern auch an die Eltern und Freunde des gleichen oder anderen Geschlechts? die Experiences in Close Relationships Scale (ECR) von Brennan mit den beiden Skalen Ängstlichkeit und Vermeidung
- 45. Was erfassen die beiden Skalen im ECR? Ängstlichkeit erfasst eher besitzergreifende Bindung Vermeidung eher ängstliche Bindung im Sinne von Bartholomew
- 46. Warum weisen Bindungsstile eine niedrige Konsistenz zwischen verschiedenen Typen von Beziehungen und verschiedenen Partnerschaften auf? weil sie auf Erfahrungen in früheren Bindungen basieren und diese Erfahrungen nur teilweise konsistent sind
- 47. Was beschreibt das Informationsverarbeitungsmodell von Mikulincer und Shaver? den Prozess der Bewältigung von Gefahrsituationen je nach Bindungsstil
- 48. Ab wann gibt es Bindungsbeziehungen? ab dem frühen Kindesalter zur primären Bezugsperson, später auch zu engen Freund(inn)en und Partnern. Im Kindesalter wird der Bindungsstil mit dem Fremde-Situation-Test, im Erwachsenenalter mit dem AAI oder Selbstbeurteilungen erfasst
- 49. Was ist eine weitere Qualität sozialer Beziehungen? die soziale Unterstützung durch Beziehungen
- 50. Was fördert soziale Unterstützung nach der Stresspuffer-Hypothese? die Bewältigung von Belastungen
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