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Wirtschaftsethik (Subject) / Lektion 1 - Ethische Terminologie (Lesson)
Lektion 1 - Ethische Terminologie
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- Freiheit und Verantwortung Freiheit = Treffen von Entscheidung zwischen mindestens zwei Handlungsalternativen --> Unsicherheit Verantwortung = - freiheitsbeschränkende Verpflichtung - Zuständigkeit einer Person für bestimmte Aufgaben, Rechte und Pflichten - Kontrollinstanz, die Rechenschaft fordert
- Ethisches Sollen Kernfrage: Unter welchen Bedingungen und nach welchen Maßstäben führen Handlungen zu "guten", "wohltätigen" oder "vernünftigen" Ergebnissen? Drei Formen des Sollen: - Was soll sein? (Werte und Güter) - Wie soll ich handeln? (Normen und Pflichten) - Wie soll ich sein? (Gesinnung und Tugend)
- Moral auch: sittliches Bewusstsein = Sitten und Gebräuche, die in einer Gesellschaft gelten --> traditionelle Werte und Vorstellungen von gutem und schlechtem Handeln, die in einer Gesellschaft als verbindlich angesehen werden Moral ist immer eine Gruppenmoral Moral ist nicht statisch, sondern vom politischen und gesellschaftlichen Wandel geprägt
- Gruppenmoral je nach Gruppe gibt es unterschiedliche moralische Maßstäbe zwei Formen: Kleingruppenmoral (Ehe, Familie, Freundeskreis) --> im Mittelpunkt: Vertrauen, Solidarität, Liebe Fernbereichsmoral (Staat, Markt) --> Anonymität, Sachlichkeit, Eigeninteresse
- Moralentwicklung Dreistufiger Prozess nach Kohlberg: 1) Präkonventionelle Phase --> fremdbestimmter Lernprozess Kindern werden Regeln beigebracht, die das Kind akzeptiert um belohnt zu werden oder Strafe zu vermeiden "Moral nach Vorschrift" 2) Konventionelle Phase --> Orientierung des Handelns an vorgelebten Normen der Gesellschaft Einsicht des Heranwachsenden, dass Normen und Regelungen ein funktionierendes Zusammenleben erst ermöglichen "Moral auf Gegenseitigkeit" 3) Postkonventionelle Phase --> Hinterfragen erlernter Verhaltensweisen und Normen Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Erwartungen ermöglicht kritische Beurteilung der Gesellschaft "Eigenverantwortliche Moral"
- Mechanismen der Moralentwicklung Präkonventionelle Phase --> Bestrafung und Belohnung Konventionelle Phase --> Soziale Normen und Rechtsnormen Goldene Regel: "Was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu" Postkonventionelle Phase --> Eigenes Gewissen und allgemeingültige Prinzipien
- Werte = Ideen oder Verhaltensweisen, die einzelne Personen, Gruppen oder Institutionen als "gut" erachten - subjektive Werte - objektive Werte (je verallgemeinerter die Ideen/Verhaltensweisen desto objektiver wird ein Wert) z.B. Gesundheit, Wohlstand
- Normen = generalisierte Handlungsanweisungen oder allgemeine Verhaltensvorschriften --> Steuerungsmechanismen des sozialen Zusammenlebens - zielsetzend - richtungsweisend - Leit- und Orientierungsfunktion - erleichtern Entscheidungssituationen
- Maxime = Norm, die für ein Individuum unbedingt gilt und aus der sich weitere Normen ableiten lassen
- Quellen von Normen - Transzendenz --> göttlicher Willen! - Politische Macht --> beruht auf Pragmatik und politischer Notwendigkeit - Praktische Vernunft (nach Kant) --> beruht auf freiheitlicher Selbstbindung des Menschen - Diskurs/Konsens --> Dialog und Zustimmung der von der Norm betroffenen Individuen - Tradition --> kulturelle Evolution (Selektionsvorgang: Normen die sich bewähren werden weitergegeben)
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- Ethos auch: Moralität = innere Verpflichtung eines Menschen zur Befolgung von Normen - basiert auf individuellen Wertvorstellungen eines Menschen - findet Ausdruck in der gewählten Lebens- und Arbeitsform, die der Mensch als richtig empfindet - einzeln- und/oder gruppenspezifisch
- Ethik = Theorie der Moral --> wissenschaftliche Reflexion über Werte und Normen Ethik ist nach Kant eine zentrale Frage der Menschheit
- Vier kantische Fragen - Was kann ich wissen? (Metaphysik) - Was soll ich tun? (Ethik) - Was darf ich hoffen? (Religion) - Was ist der Mensch? (Anthropologie)
- Aufgaben der Ethik - Formulierung von Normen und Regeln - Unterscheidung zwischen allgemeinverbindlichen und nicht-allgemeinverbindlichen Regeln - Begründung und Rechtfertigung allgemeinverbindlicher Regeln - Auseinandersetzung mit Normkonflikten
- Dynamischer Zusammenhang zwischen Moral, Ethos und Ethik steigende Reflexionsstufe: Moral (Überzeugungen) --> Ethos (Werte, Tugenden, Regeln für Gruppen) --> Ethik (Ethikkodex & begründete, reflektierte Normen und Werte)
- Ethik als Sequenz von Reflexionsstufen Dadurch das Menschen sich immer wieder Entscheidungs- und Problemsituationen stellen müssen, entwickeln sie moralische Kompetenz aber: kein Automatismus
- Voraussetzungen für die Bildung moralischer Kompetenz - Entwicklung von moralischem Sinn, d.h. Sensibilisierung für das Wirkungsspektrum (die Folgen) von Entscheidungen - Empathie, d.h. Bereitschaft und Fähigkeit sich in Dritte hineinzuversetzen - Bewusstsein für moralische Konfliktsituation - Selbstkritisches Urteilsvermögen