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Corporate Governance (Subject) / Lektion 6(2) - weitere CG-Systeme (Lesson)
Lektion 6(2) - weitere CG-Systeme
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- CG-Systeme nach Kapitalstrukturunterschieden stellt auf die Beschaffenheit des Finanz- bzw. Kapitalmarkts ab gekennzeichnet durch 2 Extrempositionen: - das marktorientierte System - das beziehungsorientierte System
- CG-Systeme nach Kapitalstrukturunterschieden - Dominanter Finanzierungsmodus marktorientiert: über organisierte Märkte; langfristige Finanzierung durch Ausgabe von Aktien und Anleihen beziehungsorientiert: durch Finanzintermediäre --> diese gehen langfristige Kreditbeziehungen ein und halten gleichzeitig strategische Beteiligungen an Unternehmen, denen sie Kredit gewähren
- CG-Systeme nach Kapitalstrukturunterschieden - Information/Transparenz marktorientiert: Informationen sind öffentlich verfügbar und die Finanzmärkte sind liquide Offenlegungspflichten und Rechnungslegungsstandards dienen der Bereitstellung von Informationen zur Unternehmensbewertung beziehungsorientiert: geringe Transparenz Finanzintermediäre haben privilegierten Zugang zu Informationen Rechnungslegungsstandards dienen in erster Linie dem Gläubigerschutz
- CG-Systeme nach Kapitalstrukturunterschieden - Dominierende Kontrolllogik marktorientiert: externe Kontrolle durch die Bewertung der Aktien und durch Übernahmen bei Fehlbewertungen beziehungsorientiert: Kontrolle durch die Kreditbeziehung und durch die Beteiligung der Finanzintermediäre über ihren eigenen Aktienbesitz hinaus kontrollieren Banken häufig auch die Aktien ihrer Kunden (in Bezug auf Stimmrechtsausübung)
- CG-Systeme nach Kapitalstrukturunterschieden - Allokation marktorientiert: Transparenz und Liquidität fördern den Wettbewerb und die alloktive Effizienz Probleme der asymmetrischen Informationen können zu Kreditrationierung führen temporäre Fehlbewertungen durch Herdenverhalten und Blasenbildung sind möglich beziehungsorientiert: Probleme der asymmetrischen Informationen können durch langfristige Beziehung überwunden werden Fehlallokation kann durch Verflechtungen, Intransparenz, Illiquidität, niedrigen Wettbewerb und zu langem Festhalten an der Finanzierungsbeziehung entstehen
- CG-Systeme nach Kapitalstrukturunterschieden - Stabilität marktorientiert: bessere Reaktion auf systemische Schocks beziehungsorientiert: Versicherungsfunktion bei firmenspezifischen Schocks
- CG-Systeme nach Kapitalstrukturunterschieden - Anpassungsfähigkeit marktorientiert: Vorteile in der Finanzierung neuer Firmen und in Zeiten schnellen technologischen Wandels Wettbewerb wirkt als Entdeckungsmechanismus und erhöht die Anpassungsfähigkeit beziehungsorientiert: Vorteile in der Finanzierung bestehender Firmen und Technologien Enge Verflechtung zwischen Banken und Unternehmen und häufig auch Politik vermindern Anpassungsfähigkeit
- CG-Systeme nach unterschiedlichen Kontrollkonzepten es stellt sich die Frage, ob interne oder externe Governancemechanismen dominieren --> Unterscheidung nach Insider-Systemen und Outsider-Systemen
- Outsider-Systeme stehen in enger Verbindung mit der Dispersed-Ownership-Struktur, daher geprägt durch Vertrauen auf die Funktionsfähigkeit von Marktmechanismen, Interessenmonoismus und Shareholder-Orientierung Dominierendes Disziplinierungsinstrument ist die Exit-Option
- Merkmale des Outsider-Systems - der Eigenkapitalmarkt hat eine hohe Bedeutung - der Fremdkapitalmarkt hat eine geringe Bedeutung - diversifizierte Aktionärsstruktur - kurzfristige Beziehungen zu Banken - Hoher Schutz von Minderheitsaktionären - Hohe Transparenz und Offenlegungspflicht
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- Insider-System steht in enger Verbindung mit der Concentrated-Ownership-Struktur, daher ist die Überwachungsphilosophie durch Interessenpluralismus geprägt Grundlage dessen bilden langfristige implizite Verträge der Stakeholder mit dem Unternehmen dominierendes Disziplinierungsinstrument ist die Voice-Option auf Basis der verfügbaren internen Governancemechanismen
- Merkmale eines Insider-Systems - konzentrierte Aktionärsstruktur - hohe Bedeutung des Fremdkapitalmarktes - langfristige und komplexe Beziehungen zu Banken - geringer Schutz von Minderheitsaktionären - geringe Transparenz und Offenlegungspflichten - Großaktionäre und Banken als zentrale Disziplinierungsinstrumente
- Nationale CG-Systeme Gegenüberstellung nationaler Systeme anhand von 8 CG-relevanten Kriterien dadurch wird deutlich, dass spezifische Kombinationsformen von Governancemechanismen auch im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und damit nationalkulturellen CG-Systeme stehen
- Kriterien für die Unterscheidung nationaler CG-System - Vorherrschendes Firmenkonzept - Struktur der Spitzenorganisation - Wesentliche Stakeholder - Rolle des Kapitalmarkts - Zeithorizont ökonomischer Bindungen - Leistungsabhängigkeit der Anreizsysteme - Eigentümerkonzentration - Aktiver Markt für Unternehmenskontrolle
- Nationale CG-Systeme: Angloamerikanisch - Vorherrschendes Firmenkonzept: Shareholder-Value - Struktur der Spitzenorganisation: Einstufig - Wesentliche Stakeholder: Aktionäre - Rolle des Kapitalmarkts: Stark - Zeithorizont ökonomischer Bindungen: kurz - Leistungsabhängigkeit der Anreizsysteme: vorhanden - Eigentümerkonzentration: niedrig - Aktiver Markt für Unternehmenskontrolle: ja --> typische Vertreter: USA, GB, Kanada, Australien
- Nationale CG-Systeme: Germanisch - Vorherrschendes Firmenkonzept: Institutionell - Struktur der Spitzenorganisation: zweistufig - Wesentliche Stakeholder: Banken, Arbeitnehmer - Rolle des Kapitalmarkts: Moderat - Zeithorizont ökonomischer Bindungen: lang - Leistungsabhängigkeit der Anreizsysteme: kaum vorhanden - Eigentümerkonzentration: hoch - Aktiver Markt für Unternehmenskontrolle: nein --> typische Vertreter: DE, NL, CH, Schweden, Österreich
- Nationale CG-Systeme: Lateinisch/Romanisch - Vorherrschendes Firmenkonzept: Institutionell - Struktur der Spitzenorganisation: optional - Wesentliche Stakeholder: Holding, Familie - Rolle des Kapitalmarkts: Moderat - Zeithorizont ökonomischer Bindungen: lang - Leistungsabhängigkeit der Anreizsysteme: teilweise vorhanden - Eigentümerkonzentration: hoch - Aktiver Markt für Unternehmenskontrolle: nein --> typische Vertreter: Frankreich, Spanien, Belgien, Italien
- Nationale CG-Systeme: Japanisch - Vorherrschendes Firmenkonzept: Institutionell - Struktur der Spitzenorganisation: Einstufig - Wesentliche Stakeholder: Banken, Arbeitnehmer - Rolle des Kapitalmarkts: Stark - Zeithorizont ökonomischer Bindungen: lang - Leistungsabhängigkeit der Anreizsysteme: kaum vorhanden - Eigentümerkonzentration: mittel - Aktiver Markt für Unternehmenskontrolle: nein --> typische Vertreter: keine