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ReWi (Subject) / Vorlesung 3 (Lesson)
- Friedrich Max Müller (1823-1900): Schüler von Franz Bopp 1868 Professor für vergleichende Philologie 1874 Einleitung in die vergleichende Religionswissenschaft Übersetzte verschiedene Schriften (“Alte Sprachen immer die reineren Sprachen”) Dialektischer Wuchs und Niedergang der Ur-Religion - immer wieder Degenerationserscheinungen, aber auch Fortschritte Klassifizierung von Religion nach Sprache
- Müllers zentrale Aspekte Idee einer “arischen Zivilisation” die aus Indien hervorging Ein hierarchisches “Familienverhältnis” bestimmter Religionen und Sprachen - auf gemeinsame Wurzeln zurückzuführen Entwicklung hin zu einer liberaltheologischen (??) Suche nach der reinen, universalen Ur-Religion / deren Kern hinduistische Schriften: Veden, Upanischaden Seine Inhalte durchliefen Wandel: von sprachlich- rassisch- definierten Verständnis = hin zu einem universalistischen- liberalem- theologischen Konzept Zuerst ein vergleichend-systematischer Ansatz, dann ein phänomenologischer
- “Chips from a German workshop” 1867 modernes Englisch = mit Sanskrit verwandt“Wir” sind von Natur aus arisch/ indoeuropäisch, nicht semitisch Spirituelle Verwandtschaft in Indien zu finden
- “Introduction to the Science of Religion” 1873 Separation der arischen Rasse - dadurch bei Nationalisten beliebt gemeinsame Wurzel der indoeuropäischen Sprache = 7 Sprachen der Hindus, Perser, Griechen, Römer, Kelten und Slaven differenziert
- Müller über Indien Veden (hinduistische Schrift) = ursprünglichstes literarisches Relikt (“Kindheit unserer Rasse”) Hindus = Defizite in männlichen Tugenden, dafür besser in “weiblichen” Tugenden (Transzendentes/Meditatives)Inder = kindlich, unmännlich, irrational “My Indian friends” Kolonialzeit nur vorläufig/ Indien müsse sich regenerieren - dadurch bei Indern beliebt Müller reiste nie nach Indien - Gegenwart für ihn uninteressant Ambivalenz zeigen Komplexität des historischen Kontextes
- Müllers Verständnis von Wissenschaftlichkeit: 1. Ansichten und Fokus Müllers änderten sich: von der Entwicklung der philologischen Kuriosität/Motivation der Klassifikation von Religion, hin zum Wunsch die wahre/reine Religion der Menschheit wiederherzustellen 2. Dazu wichtig - Wiederherstellung eines reinen Urtextes, Fokus auf Sanskrit- Quellen Spannung zwischen “wissenschaftlicher Objektivität” und Müllers Bevorzugung dem Christentum gegenüber, sowie “wahrer” und “falscher” Religion 3. Müller will objektiv sein, aber er hat einen wertenden Blick auf das Studium der Religionen. ReWi soll ein wissenschaftlicher Fortschritt sein 4. Aufgabe der Forschenden laut Müller = wissenschaftliche Studium auch der Irrtümer, mit Ziel zur Wahrheit (führt auch zu Verlusten in der Gegenwart, was aber nicht schlimm ist für die Ur-Religion)
- Klassifikationen Müllers: Religion ist eine (Erb)anlage, welche jeder Mensch in sich trägt/ein Phänomen, das allen Menschen eigen ist und sich lediglich in unterschiedlichen Zeiten und Kontexten manifestiert. Klassifikation der Religionen nach Sprache - geeigneter als eine biologische Klassifikation (Neandertaler) Klassifikation auch nach polytheistisch, dualistisch, monotheistisch, henotheistisch und atheistisch Die Behauptung, dass sich Religion unabhängig ihrer “verschiedensten historischen Formen” in den “verschiedensten Namen und wechselnden Formen äußert” = phänomenologisch
- Resümee: 1. Vergleichend-systematisch: nach Sprachen und nach „Classifikationen“ von Religionstypen 2. Phänomenologisch: Religion im Kern gleich, manifestiert sich in verschiedenen Formen in unterschiedlichen Kontexten und zu unterschiedlichen Zeiten; die Menschen haben eine „allgemein geistige Anlage“ 3. Wissenschaftlichkeit: objektiv und streng historisch aber Widerspruch: wahr und falsch, niedrig und hoch, alt und neu, Reinheit und Verunreinigungen
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