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Verwaltungswissenschaft (Subject) / Sitzung 1 (Lesson)

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  • Was sind zentrale Fragestellungen in der Verwaltungswissenschaft? - Klärung des Verhältnisses zwischen Politik und Verwaltung (Steuerung vs Autonomie) - Thema Modernisierung (bezogen auf Leistungsfähigkeit) - Wandel der Verwaltung Außerdem von Bedeutung: - Enges und Weites Konzept (Ellwein 1982): Verwaltung als Gegenstand / Steuerungstheorie des PAS - Beziehung Staatstätigkeit und Verwaltungshandeln (Vollzugsprobleme, Bürgerbeteiligung, Aufgabenzuwachs durch EU) - Verwaltungswissenschaft gilt als kleines Teilgebiet der Politikwissenschaft und ist eng verbunden mit der Policy-Analyse (Implementationsforschung, Politikfelder, politische Steuerung)
  • Was sind zentrale Forschungsgegenstände des Teilgebietes der Verwaltungswissenschaft? - Aufbau und Arbeitsweise der Verwaltung von Bund, Ländern und Gemeinden -Verhältnis zwischen Verwaltung und Politik -Verwaltung im Gesetzesvollzug -Wandel und Modernisierung der Verwaltung -Internationale Organisationen als Bürokratien (UNO, EU, WTO, NATO, WHO)
  • Inwiefern unterscheiden sich Ministerial- und Vollzugsverwaltung? Ministerial: Übernimmt die Aufgaben der Gesetzgebung und Aufsicht, wird legitimiert durch die Ministerialverantwortlichkeit, wird gesteuert durch die politische Leitung und agiert aus Eigeniniative, große Handlungsspielräume, mittlere Stabilität Vollzugswerwaltung: Übernimmt die Aufgabe des Gesetzesvollzuges, wird legitimiert durch die Bindung ans Gesetz, wird gesteuert durch Gesetze und das vorgesetzte Ressort, die Handlungsspielräume sind meist mittel bis gering teilw. aber auch groß, hohe Stabilität
  • Welche drei Probleme bestehen beim Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung? 1) Problem der Machtausübung -Demokratisch legitimierte Herrschaft trifft auf bürokratische Expertise -Willensbildung vs Willensausübung (politische Steuerung der Verwaltung) -Ideal der neutralen Verwaltung vs empirischer Beobachtung von Politisierung -Herrschaft des Gesetzes verliert an Bedeutung 2) Keine Eindeutigen Kriterien für die Abgrenzung zwischen beiden Sphären - Abgrenzung daher schwierig, eher Grauzonen -Hierarchische Beziehung passend für alle Fälle? -NPM-Empfehlung (klare Arbeitsteilung) realistisch? -Autonome Verwaltung zur Unterstützung von Glaubwürdigkeit -Beurteilungsspielräume der Verwaltung = Selbststeuerung? 3) Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung ist kontinuierlich im Wandel - Neue Probleme, neue Anforderungen (Spezialisierung, Verwissenschaftlichung, Transnationalisierung) -Regelungsdichte nimmt zu -Externe Anforderungen steigen (EU, WTO, OECD usw.)
  • Was bildet das Prinzipal Agent-Konzept ab? Prinzipal Agent-Konzept bildet eine Vertragsbeziehung ab. 1) Auftraggeber (P) delegiert Tätigkeit an kompetenten Auftragnehmer (A) 2) Unsicherheit, da Agent andere Präferenzen besitzt als der Prinzipal (Arbeitgeber - Arbeitnehmer) 3) Prinzipal hat folgende Probleme: Hidden information (informationsassymetrie), Hidden action, Adverse selection (kommt aufgrund von Informationsassymetrie zu nicht optimalen Ergebnis) Folgerung: Politik (P) muss sich vor bureaucratic drift des Agenten schützen (policies die vom Auftrag abweichen)
  • Wie können die Prinzipal-Agent Probleme überwunden werden? - Vorherige (ex ante-) Kontrolle durch den Auftraggeber (P), durch zb. Regeln, vertragliche Vereinbarungen, Anreize, Strafen -Anschließende (ex post-) Kontrolle (fire alarm - Bürger und Interessengruppen können Gesetzgeber auf Abweichungen aufmerksam machen, police patrol - Gesetzgeber leiten Untersuchungen in die Bürokratie ein, die aktiv nach bureaucratic drift suchen, Zustimmungsvorbehalte) -Neuerdings: Vertrauen, Erfahrung
  • Was sind typische PA-Dilemmata? -Multiple Prinzipale (auf welchen Prinzipal soll der Agent reagieren?) -Unklarer Auftrag für den Agenten (Regeln vs. Ermessen) -Monitoring-Kosten (Prinzipal scheut Kontrollaufwand, Demotivation des Agenten bei Überkontrolle) -Prinzipal zieht falsche Schlussfolgerungen (aufgrund komplexer Aufgaben, wechselnde Anforderungen) -Spezifikationskosten (Prinzipale, z.B. Koalitionsparteien, können sich schwer einigen oder scheuen den Aufwand klarer Aufträge, vage Aufträge als politische Entlastung)
  • Was sind die Möglichkeiten und Grenzen des Prinzipal Agent Konzeptes? - Passt auf Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung - Schafft klare Problemperspektiven -PA Konzept ist dynamisch und nicht statisch - Zu starke Betonung von Kontrolle - Zu sehr auf US-Verhältnisse bezogen? -Kontextualisierung fehlt, kann aber berücksichtigt werden
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