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Sprachkontakt (Subject) / Wissen (Lesson)

Wissens und Verständnisfragen

This lesson was created by Szilagyi.

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  • Die 2 Richtungen des Sprachkontakts + 2 Beispiele zu jeder Richtung ---> = "beeinflusst" 1. Lernsituationen: Ersprache ---> Zweitsprache/ X-Sprache Bsp. a.) we see us tomorrow b.) I break together 2. Mehrsprachige Gesellschaften: Zweisprache/ X- Sprache --> Erstsprache Bsp a.) Wer benutzt ein Headset? b.) Wenn ich ein ganz Junges Kind war... (deutsche Auswanderer in Australien)
  • Enstehung von Di-tri-und Polyglossie 2 Möglichkeiten + Beispiele 1. Ausdifferenzierung einer Sprache durch territoriale Ausdehnung --> z.B. das Lateinische aus historischer Sicht 2. Zwei Sprachen überlagern sich in Folge von Eroberung, Kolonialisierung, etc.  --> z.B. das Elsässische und Das Französische 
  • Die Wichtigkeit des Wissens um Diglossie/Triglossie/ Polyglossie - Es kann vorausgesagt werden, welche Varietät/ Sprache eher Elemente aus einer anderen übernimmt --> Richtung normalerweise: H < L (L nimmt mehr von H) Begründung: Auch wenn die Sprachen in Sprechsituationen voneinander getrennt sind, sind sie im Gehirn der mehrsprachigen SrecherInnen vernetzt  Anmerkung von mir --> Riel Begründung ist psycholinguistisch 
  • Abschluss/ Zusammenfassungswissen zu: Code-Switching Codeswitching als Identitätsmerkmal --> Sprachwechsel um Identität zu markieren  - sozilinguistisches/ psycholinguistisches Code-Switching nich immer klar zu unterscheiden  (Kontext wird benötigt; Pausen, Setting, involvierte Sprachen...) Weitere theoretische Aspekte: Morphemabfolge und bestimmte Morpheme müssen bleiben
  • Bestimmungsfaktoren: Lehnwort vs. Fremdwort Schwierigkeit 3 Faktoren - häufig schwer zu unterscheiden (Übergänge fließend) Faktoren: 1. Gebrauchsfrequenz -> höher bei Lehnwörtern -> Jeans vs. obsolet 2. Kommentierung des Begriffs --> er wird benannt --> Fremdwort ("T-shirt kommt aus dem Englischen) 3. Flexion (Capuccini vs Capuccinos)
  • Entlehnungsskala lernen! 1. Gelegentlicher Kontakt 2. Etwas intensiver Kontakt 3. Intensiver Kontakt 4. Starker kult. Druck 5. Sehr starker kult. Druck Sitzung 4
  • Motivation für Transferenzen (jeglicher Art) - Lücken in der Nehmersprache (Computer) - Prestigegründe (Leibniz school of education)
  • Tendenzen und interessantes zu: Transferenz S1 > S2/SX mehr Übertragung von Phonologie, Syntax und Semantix S2/SX > S1 mehr Übertragung von Lexemen jeh näher sich Sprachen typologisch sind, desto häufiger finden sich Transferenzen
  • Korpora: Ziele und Hindernisse + eigene Daten tran... Ziel: Authentische Sprachdaten  - möglichst natürlich, möglichst bilingualer Modus, vor allem gesprochene Daten ==> möglichst viele Sprachkontaktphänomene ergattern Hindernisse - Beobachterparadox - Menschen wissen, dass sie aufgenommen werden - Lösung: in-group person für Aufnahmen eigene Daten: Transkribieren
  • Korpora zum Sprachkontakt: Möglichkeiten 5 - Interviewpassagen  - teilnehmende Beobachtung (Ethnologie) - spntane Gespräche: Tischgespräche, Gespräche auf der Arbeit... - emotionale Themen wählen (unbewussteres Sprechen) - elizitierte Daten (Experimente) --> Lückentexte, Bilder bennen, Spiele... ==> gibt sinnvolen Rahmen vor, höhere Wahrscheinlichkeit von Sprachkontaktphänomenen --> Möglichkeiten kombinieren!
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  • Soziolinguistische Herangehensweise - Teilnehmende Beobachtung (Ethnologie) --> - Fragebögen --> 4 Fragen Ziel: Metadaten generieren, um Sprachdaten zu interpretieren --> who speaks what language to whom and when - Teilnehmende Beobachtung (Ethnologie) --> Teil der Gruppe werden - Fragebögen (Soziologie) = Die Menschen einfach fragen  erfragen: --> Sprachbiographie: Wann welche Sprache gelernt? --> Sprachgebrauch: Wann welche Sprache mit wem?  --> Sprachdominanz: Wie gut/ schlecht werden Sprachen beherrscht? --> Spracheinstellungen: Wie werden Sprachen bewertet?
  • Soziolinguistische Herangehensweise II Weitere Informationen zu Soziolinguistische Interviews: gesteuertes/ freies und leitfadengesteuertes Soziologische Interviews - gesteuertes Interview: Abfragen des Fragekatalogs  - Freies Interview: Spontane Fragen - Leitfadengesteuertes: mit offenen Fragen (ist sehr bewährt)
  • Psycholinguistische Methoden: Von außen in den Kopf schauen Was sie untersuchen und Grundfrage Untersuchen:  - Strategien des Sprachverhaltens (z.B. Code-Switching) - Strategien des Sprachlernens - Die mentale Repräsentation von Mehrsprachigkeit Grundfrage: - Wie sind Sprachen im Gehirn miteinander verknüpft? --> Was passiert beim Sprachkontakt im Gehirn?
  • Psycholinguistische Methoden 4 Methoden 1. Untersuchung von Sprech - und Schreibfehlern (Versprecheranalysen) 2. Messung von / Fokus auf Pausenlängen --> gibt Rückschlüsse auf Planungsprozesse  --> darauf wie präsen /aktiv die Sprachen sind 3. Protokolle lauten Denkens  --> z.B. Übersetzen von Sprache A in Sprache B --> dabei alle Gedanken laut äußern 4. Reaktionszeiten messen
  • Neurophysiologische Methoden: Von außen in den Kopf schauen Ziele + 3 Fragestellungen Ziel: aktivierte Areale im Gehirn sichtbar machen 1. Vergleich: Einsprachige vs. Mehrsprachige Gehirne 2. Zeitpunkte des Erberbs der Mehrsprachigkeit relevant? 3. Wo und wie sind verschiedene Sprachen gespeichert, aktiv...? 
  • Fazit zu: Methoden der Sprachkontaktforschung Vorgehensweise in 2 Schritten + Zusatz (psycho-neuro Experimente) 1. Sprachdatenkorpora generieren 2. Durch Metadaten interpretieren und verstehen (soziolinguistische Methoden) Zusatz: Psycholinguistische Experimente und neurophysiologische Methoden --> Untersuchung der Vernetzung der Sprache im Gehirn eines individuums Optimal: Kombination von Methoden 
  • 3 Typen von Mehrsprachigkeit 1. Individuelle Mehrsprachigkeit 2. Gesellschaftliche Mehrsprachigkeit 3. Institutionelle Mehrsprachigkeit --> Staaten mit territorialer Mehrsprachigkeit (Staat = mehrsprachig, einzelne Region = einsprachig --> Internationale Organisationen (UNO, EU-Parlament, WHO)
  • Informationen zu: Mehrsprachigkeit 1. Verhältnis zwischen gesellsch./ instit. und individueller Mehrsprachigkeit 2. Einteilung in primär und sekundär zwei-bzw. mehrsprachig 1.Gesell./instit. Mehrspr. und individuelle bedingen einander (aber nicht immer) 2. a.) primäre zwei/ mehrsprachigkeit: gemischtsprachige Familien, mehrere Erstsprachen b.) sekundär: Zweite Sprache kommt später
  • Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt: Warum ist das wichtig? "je nachdem wir hoch der Grad der Abschottung nach außen und der Druck der umgebenden Mehrheitssprache ist, ist dann die Intensität des Sprachkontakts zwischen der Minderheits- und Mehrheitssprache mehr oder weniger stark" (Fazit: Know your community) Je nach Konstellation: - Unterschiedliche Intensität der Kontakts - Anpassungs-/ Abgrenzungsdruck - Überdachungsverhältnisse (inklusive Schriftsprache!) ==> mehr oder weniger Transfererscheinungen/ Sprachkontaktphänomene
  • Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt: Fazit Fazit bei der Erforschung: "Know your community" Sprachkontakt benötigt Mehrsprachigkeit Mehrsprachigkeit bedingt Sprachkontakt Es gibt unterschiedliche Mehrsprachigkeitsverhältnisse: - Diese sind dynamisch und können sich ändern, - Je nach Verhältnissen finden unterschiedliche Transferprozesse statt
  • Bilingualer Erstspracherwerb (Ein Satz) + aus bilingualem Erstspracherwerb resultierende Sprachkontakterscheinungen Definition Erwerb: Zwei oder mehr Sprachen is zum Alter von 3 Jahren Sprachkontakterscheinungen: -Abhängig von Sprachdominanz - Strukturen, die in beiden Sprachen gleich sind, werden zuerst erworben - Strukturen, die in einer Sprache einfacher (klarer) sind werden in die andere Sprache übertragen 
  • Zweitspracherwerb - Erwerb nach dem 3. Lebensjahr ---> Frühkindlicher Erwerb (4. - 6. Lebensjahr) vs Erwerb in späterem Stadium produziert teilweise: Interlanguage/ Lernervarietät als 'Zwischenstufe' mit 'Lernergrammatik' --> bring häufig Sprachkontakterscheinungen hervor (vor allem L1 Einfluss auf LX)
  • Fazit zu Sprachkontakt im Kopf von mehrsprachigen --> Blick in den mehrsprachigen Kopf ist wichtig Definition von Mehrsrpachigkeit ist schwierig  Srpacherwerb kann sehr unterschiedlich verlaufen Erwerb kann auch rückgängig gemacht werden (Attrition) Bei Erorschung daher Wichtig: Know your individual
  • Was ist das wichtigste Phänomen des Sprachkontakts? Welche Art wurde im Seminar untersucht? Transfer  --> hat Einfluss auch das Sprachsystem untersucht v.a. : Einfluss von L2 auf L1 --> v.a im Zusammenhang mit deutschen Sprachminderheiten --> v.a. im Zusammenhang mit germanischen/slawischen/ romanischen Sprachen  ==> deren Einfluss aufs Deutsche
  • Verschiedene Transferbereiche Transfer im Bereich des Lexikons - Befindet sich ganz oben in der Entlehnungshierarchie - gibt es in (fast) allen Sprachen - meistens Ausdrucksseite (Schreibweise) und Inhaltsseite (Bedeutung) betroffen --> z.B. Computer (Wenn ein Wort im Bereich des Lexikons entlehnt wird, wird sowohl dessen Bedeutung, als auch dessen Schreibweise entlehnt) - Häufigster Grund für Entlehnungen: Lücken (Gaps in einer Sprache, die ein Wort aus einer anderen Füllen kann/ soll) --> z.B. Computer - am häufigsten entlehnte Wortart: Inhaltswörter; v.a. Substantive         -> dabei sind auch Komposita möglich. Z.B. Gumbaum (Eukalyputsbaum im Australien-deutschen)         -> oft auch Verben entlehnt (haben weite semantische Bedeutung in ihrer Entlehnung): z.B. etwas bei der Versicherung claimen (Australien-deutsch)         -> häufig auch Schimpfwörter entlehnt 
  • Transfer im Bereich des Lexikons II Was wird außer Bedeutungswörtern (v.a. Substantiven und Verben) auf lexikalischer Ebene entlehnt? +2 Beispiele für mitentlehnten Pragmatischen Kontext - häufig auch Diskursmarker (bon, donc, well) --> zählen zur Wortart der Partikel - haben interaktionsstrategische und strukturierende Funktion - stehen dem Kommunikationssystem der Gestik nahe  - werden häufig mit dem pragmatischen Kontext entlehnt  Well, meine Mutter war schon dort (Australien) Mais, das ist nicht wer Weg nach Malmédy (Ostbelgien)
  • Integration von lexikalischen Transfers + Beispiele - morphologische Einpassung, z.B.      - bekommen Entlehnungen deutsche Artikel (und Genus): der Rock'n Roll      - bekommen Entlehnungen deutsche Flexive (v.a. Affixe): ein cooler Typ, ein nices - phonetische Einpassung, z.B. - Computer zu Computa(schwa) - baby zu bebi  
  • Semantischer Transfer - Bedeutungen der Kontaktsprache werden auf heimische Wörter übertragen  --> oder/und bereits vorhandene Wörter bekommen eine zusätzliche Bedeutung (Bedeutungserweiterung) --> tritt v.a. bei etymologisch verwandten Wörtern auf  - falsche Freunde - geschieht auch bei Funktionswörtern, wie Präpositionen --> Das war bei Gesetz verboten (Australien --> eigentlich von 'by law') - geschieht teils auch bei ganzen Idiomen --> du musst sicher machen, dass ... (australien --> make sure that)
  • Morphologischer Transfer 3 Kategorien + Beispiele 1. Kasussynkretismus -> Sie geben es dem Löwe  (Namibia) ---> ist selbst bei Personalpronomen mögich: wann ich sie Blume bringe deet (Pennsylvania 2. Ausbreitung und Generalisierung reflexiver Formen  -> Man kann sich die Worte nicht so schnell finden (Russland) 3. Ausbau grammatischer Kategorien, z.B. Aspekt 
  • Phonologisch-prosodischer Transfer - Übernahme von Intonationsmustern (z.B. bei Aufzählungen)  - Kopie von phonologischen Mustern und Phonemen  z.B. Reduktion von unbetontem /o/ im Russischen: telefaniert, Kampanist z.B. Auslautverhärtung 
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  • Ursachen für Sprachkontaktphänomene I - es gibt universelle Tendenzen und isolierte Phänomene 1. typologische Bedingte Vereinfachung  --> wird durch Kontakt beschleunigt Deutsch ist synthetisch --> kann so analytischer werden z.B. durch Formensynkretismus 2. kognitive Prinzipien z.B. Prinzip der Nähe: Einheiten, die zusammen gehören, sollen auch zusammen stehen.  --> wird z.B. von der deutschen Klammerstruktur häufig nich realisiert  ==> Durch Kontakt wird das Prinzip der Nähe verstärkt (die Klammer wird abgebaut)
  • Ursachen für Sprachkontaktphänomene II 3. Abbau latenter Kategorien 4. Ökonomieprinzip -Geschwindigkeit bei Sprachverarbeitung und Produktion -möglichst häufige Deckung von Ausdruck und Inhalt  - Reduktion und Vereibnfachung  5. Nur durch Kontakt bedingte Phänomene um...zu, Generalisierung von Reflexivpronomina
  • Akkommodation im Varietätenkontakt Person A: Dialekt A Person B: Dialekt B --> passen sich jeweils an (fürs Verständnis) ---> Vermeidung auffälliger/ salienter Elemente (v.a. primärer Dialektmerkmale) ---> Vereinfachung komplexer Elemente und Strukturen 
  • Akkommodation: 3 Stufen (Im Varietätenkontakt zwischen Varietät A und B) --> Unterste bis oberste Stufe Unterste Stufe: Person verwendet bestimmtes Element/ bestimme Struktur nur in individueller Situation (short-term accommodation)  Mittlere Stufe: Person verwendet bestimmte Struktur/ betimmtes Element immer (long-term accommodation) Oberste Stufe: Element/ Struktur breitet sich in Sprachgemeinschaft aus und führt zu Sprachwandel (Konvergenz)  - Häufig zu beobachten in Sprachinseln/ Planstädten --> verschiedene Dialekte kommen zusammen - Welche Elemente/ Strukturen werden in welche Varietät transferiert? 
  • Divergenz am Beispiel Luxemburgs - Varietäten werden unterschiedlicher  - Luxemburgische Dialekte = Teil des moselfränkischen Dialektkontinuums  --> Luxemburgisch emanzipiert sich ==> andere Dialekte gleichen sich dieser Zentralen Varietät an  ====> Die zentrale Varietät wird/ ist Motor und Fixpunkt der entstehenden luxemburgischen Standardvarietät