Interkulturelle Kommunikation (Subject) / Zusammenfassung (Lesson)

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Zusammenfassung

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  • was ist interkulturelle Kommunikation Interkulturelle Kommunikation meint alle Formen der Interaktion zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen.
  • Probleme bei der interkulturellen Kommunikation ·        Verbale Kommunikation: Ausdrucksweise, Tonfall, Lautstärke, ritualisierte Begrüßungsformeln, … ·        Nonverbale Kommunikation: Gestik, Mimik, Körpersprache  
  • Definitionen: Verschiedene Definitionen, allen gemeinsamen: Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlicher kultureller Prägung   Bruck (1994, zitiert nach Maletzke, 1996) definiert Beziehungen als interkulturell, wenn andere Verhaltensweisen, Codes, Konventionen und Einstellungen des Kommunikationspartners erfahren werden, die als fremd erlebt und/oder definiert werden, und man sich so nicht mehr ausschließlich auf die eigenen Verhaltensweisen, Codes, Konventionen und Einstellungen berufen kann.   Philipps-Manager und Kommunikationsexperte Cornelius J.M. Beniers definiert den Begriff der interkulturellen Kommunikation wie folgt: „Interkulturelle Kommunikation ist ein symbolischer, transaktioneller und informationsenthaltender Prozess, in dem das Ausmaß an Unterschieden zwischen den Beteiligten manches Mal so groß ist, dass dadurch Missverständnisse und unterschiedliche Erwartungen entstehen über das, was die Beteiligten als angemessenes Verhalten betrachten“   Nach Annelie Knapp-Potthoff und Karlfried Knapp (1990) ist interkulturelle Kommunikation eine Form der Interaktion zwischen Angehörigen verschiedener Gruppen, wobei sich die Mitglieder der Gruppen gemeinsame Wissensbestände hinsichtlich sprachlicher Formen und symbolischen Handelns zuschreiben und sich in diesen unterscheiden.
  • Interkulturelle Forschung gestern und heute Die interkulturelle Kommunikation als Forschungsfeld geht in Deutschland bis ins Jahr 1900 zurück. In diesem Jahr erschien das Buch „Chinesische Charakterzüge“ von Arthur H. Smith, der darin beschreibt, wie schwierig der Umgang mit Chinesen für Angehörige des westlichen Kulturkreises ist. ·        Interkulturelle Kommunikation wird heute aufgrund der fortschreitenden Globalisierung immer wichtiger ·        Auch innerhalb des eigenen Kulturkreises trifft man regelmäßig Menschen aus anderen Ländern und muss mit ihnen interagieren ·        In sozial höhergestellten Schichten und in höheren Hierarchieebenen des Berufslebens wird interkulturelle Kompetenz, Interesse für globale Zusammenhänge und Verständnis an internationalen Entwicklungen vorausgesetzt
  • Probleme bei der interkulturellen Kommunikation Problemquelle sind Vorurteile à beeinflussen die Gesprächspartner bei der Kommunikation zwischen Angehörigen zweier Kulturkreise, können Probleme und Missverständnisse entstehen. Prädisposition = Insbesondere, wenn einem der Gesprächspartner nicht klar ist, was sein Gegenüber mit einer bestimmten Aussage meinen könnte, wird er dazu neigen, das Gesagte in eine Richtung zu interpretieren, die den erlernten Vorurteilen entspricht.
  • Interkulturelle Kompetenz Definition von Volkskundler Klaus Roth (1996): „Die Fähigkeit, mit kultureller Fremdheit umzugehen und mit Menschen fremder Kultur erfolgreich zu kommunizieren und zu interagieren, wird interkulturelle Kompetenz genannt“   Interkulturelle Kompetenz laut Gesetz In einigen deutschen Bundesländern ist der Begriff Interkulturelle Kompetenz auch Bestandteil von Gesetzestexten, zB in Nordrhein-Westfalen im „Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen“ oder in Berlin im „Partizipations- und Integrationsgesetz“   Individuelle interkulturelle Kompetenz Interkulturelles kompetentes Individuum = kann bei der Interaktion mit Menschen aus anderen Kulturkreisen die Konzepte, die dem Denken, Wahrnehmen, Fühlen und Handeln dieser Personen zugrunde liegen, erkennen und begreifen. è kann bereits bei Kindern vorhanden sein, kann aber auch im Erwachsenenalter entwickelt werden (Enkulturation!)
  • Interkulturelles Lernen ·      Interkulturelles Lernen = Prozess der Sensibilisierung für interkulturelle Zusammenhänge und Entwicklung der notwendigen emotionalen Kompetenz ·      Interkulturelles Training = Methode, die gezielt, interkulturelle Kompetenz, insbesondere an Erwachsene, vermitteln soll. Die Teilnehmer lernen, ihre eigenen Erfahrungen möglichst frei von Vorurteilen für die Kommunikation mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu nutzen. Verschiedene Formen dieses Trainings gehen auf Konzept von William B. Gudykunst und Mitchel R. Hammer (1996) zurück.   Kinder können interkulturelle Kompetenz auf natürlichem Wege, zB über Interaktion mit Menschen aus anderen Kulturkreisen, als auch über interkulturelles Lernen als Teil der Schulausbildung lernen.
  • Theoretische Grundlagen Um interkulturell kompetent agieren zu können, ist es wichtig, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der eigenen und anderen Kultur erkennen zu können. Verschiedene Ansätze, die sich damit befassen, nennen sich Kulturerfassungsansätze (gibt 2 Ansätze = etische und emische Ansatz).   Etische Ansatz à versucht, allgemeingültige Kriterien für alle Kulturen zu identifizieren und diese in Beziehung zu einander zu setzen à Kulturen werden so vergleichbar à kann zu Verallgemeinerungen führen, die den kulturellen Besonderheiten im Detail nicht gerecht werden Dazu gehören unter andere die Kulturdimensionen nach Hofstede (2001)   Emische Ansatz à versucht, jede Kultur individuell zu beschreiben à Indikatoren werden verwendet, die für die jeweilige Kultur definiert wurden und die es in anderen Kulturen so nicht gibt à Vergleichbarkeit zu anderen Kulturen leidet Dazu gehören beispielsweise die holistisch-ganzheitlichen Ansätze von Hall (1959, 1969, 1976)
  • 5 Ansätze der Kulturdimsionen von Hofstede 1. Kollektivismus - Individualismus 2. Femininität - Maskulinität 3. Bedürfnis nach Formalisierung - Widerstand gegen Formalisierung 4. geringe Machrdistanz - hohe Machtdistanz 5. Kurzzeitorientierung - Langzeitorientierung Hofstede ergänzte Dimensionen später um weitere Dimension (übernahm er von Minkov (2007)) à Nachgiebigkeit im Gegensatz zu Beherrschung à Merkmale dieser Dimension sind die Wichtigkeit von Freizeit und Muße sowie die Kontrolle über das eigene Leben zum subjektiven Glücksempfinden.   Hofstedes Ansatz ist für interkulturelle Zusammenarbeit wichtig à er konnte nachweisen, dass kulturelle Einflüsse (nationale und regionale) starken Einfluss auf die Unternehmenskultur und -struktur sowie die Führungsmentalität haben. Hofstede wurde aber auch kritisiert für die Wahl seiner Stichproben à sind laut Kritikern nicht repräsentativ
  • Ethnozentrismus Ich vergleiche andere Kulturen mit meiner eigenen und empfinde die Abweichung als schlecht Wichtiges Konzept für die interkulturelle Kompetenz im Speziellen und die interkulturelle Kommunikation im Allgemeinen Ursprüngliche Definition des Begriffes stammt vom amerikanischen Soziologen William Graham Sumner (1906): Ethnozentrismus ist der Fachausdruck für jene Sicht der Dinge, in welcher die eigene Gruppe der Mittelpunkt von Allem ist und alle anderen mit Bezug darauf bemessen und bewertet werden.   ·        Ethnozentrimus (EZ) bezieht sich nicht nur auf Nationen oder Völker, sondern allgemein auf Gruppen. ·        Grundmechanismus dabei ist, dass jedes Individuum seine Beurteilung andere Gruppen auf Basis der eigenen Gruppe trifft, die grundsätzlich als den anderen überlegen angesehen wird. ·        In seiner extremen Form kann EZ Grundlage für Rassismus oder Nationalismus bilden ·        EZ ist laut Konzept der sozialen Kognition und Theorie des sozialen Vergleichs ein evolutionär bedingter, natürlicher Mechanismus der menschlichen Wahrnehmung ·        Auf die interkulturelle Kommunikation wirkt der EZ ähnlich wie Vorurteile ·        Für erfolgreiche Kommunikation ist es wichtig, sich des eigenen EZ bewusst zu sein ·        Interkulturelles Training ziel u.a. darauf ab, ethnozentrische Ansichten zu verdeutlichen  
  • Toleranz und Interkulturalität Gegenkonzept zum Ethnozentrismus  Thesen zur interkulturellen Toleranz von Franz Boas (1911) ·        sind allerdings eher mit politischen Zielen als mit wissenschaftlichen Erkenntnissen gleichzusetzen ·        Boas leugnet EZ nicht, sondern fordert, diesen aufgrund der von ihm dargelegten Relativität der verschiedenen Kulturen zu überwinden   Interkulturalität à Methode zur Überwindung des EZ ·        wichtiges Konzept für soziales Lernen ·        zeigt Möglichkeiten des Austausches zwischen Kulturen auf ·        Eine These des Konzepts meint, dass der Austausch zwischen verschiedenen Kulturen schon immer ein wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung war und zur Formung von Kulturen beigetragen hat
  • Interkulturelle Interaktion Low-Context - sehr direkt kommuniziert - es wird nicht um den heißen Brei herum geredet.  High - Context - Es wird eher alles durch die Blume geagt.  Differenzierung von Kulturen nach dem Kontextbezug der Kommunikation Edward T. Hall veröffentlicht 1976 im Werk Beyond Culture eine Kulturdimension, um unterschiedliche Kulturen differenzieren zu können. Besonderheit: Differenzierung erfolgt nach dem Bezug auf den Umgebungskontext bei der Kommunikation à High context und Low context High context Kulturen beziehen den Kommunikationskontext stark ein, Low context Kulturen weniger High context Kulturen à Spanien, Frankreich, China, Afrika, Südamerika Kommunikationsgegenstand wird weniger direkt angesprochen, weil davon ausgegangen wird, dass dieser bekannt ist, ein detailliertes Beschreiben würde als negativ wahrgenommen werden. Statt direkter verbaler Kommunikation werden indirekte Hinweise oder nonverbale Faktoren zum Gewinnen der eigentlichen Information einbezogen. Kommunikation ist indirekt mit impliziten Bedeutungen. Es wird sich eher an Gesamtzusammenhängen, als an Informationsdetails orientiert. Es gibt mehr Raum für die Deutung der Information, muss auf Kontext zurückgegriffen werden, um Informationen zu gewinnen Low context Kulturen à USA, Deutschland, Großbritannien, skandinavischen Länder Hier wird nicht davon ausgegangen, dass Information bekannt ist oder ohne konkrete verbale Hinweise erkannt wird. Kommunikation verläuft direkter, Information wird so präzise wie möglich benannt (Informierende sieht sich dafür verantwortlich). Informierende orientiert sich eher an Menge einzelner Details, als am Gesamtzusammenhang.
  • Interaktionsrituale ·        wichtiger Bestandteil der Kommunikation ·        können zum Probleme werden, wenn die Interaktionsrituale der jeweils anderen Kultur nicht bekannt sind oder falsch ausgelegt werden ·        Teil der direkten Kommunikation (face-to-face) ·        wird als Faktor angesehen, der den Zusammenhang von Gesellschaften fördert ·        Begriff wurde durch Erving Goffman (1994) geprägt, der damit direkte Interaktionen in Form von Gesten, Blicken, Körperhaltungen innerhalb von begrenzten Räumlichkeiten und einer beschränkten Zeitspanne bezeichnete. ·        Laut Goffman sind Interaktionsrituale die „soziale Organisation“ situativer Interaktionen à können sowohl positiv, als auch negativ sein
  • Goffmann definiert sechs Ebenen der Interaktionsrituale: ·        Image (Selbstbild, das durch das Individuum gepflegt wird, indem des im Gespräch rituelle Rollen einnimmt, die sich aus den Komponenten Stolz, Ehre, Würde, Besonnenheit, Takt und Gelassenheit zusammensetzen) ·        Ehrerbietung und Benehmen (Ehrerbietung steht für Würdigungen, die das Individuum einem anderen gegenüber entweder durch Vermeidungsrituale oder durch Zuvorkommensrituale erweist; Benehmen à Ebene insgesamt beschreibt die Akzeptanz des Interaktionspartners durch Anwendung von „Benimmregeln“) ·        Verlegenheit und soziale Organisation (Verlegenheit drückt sich durch körperliche Reaktionen wie Schwitzen, Erröten aus und kann eine Folge der Missachtung von ritualisierten Regeln zur sozialen Organisation sein) ·        Entfremdung (Interaktionspartner reagieren in Goffmans Konzept auf ihr Gegenüber mit Engagement. Bleibt dies aus oder tritt nur schwach auf, kann dies daran liegen, dass der Partner die Interaktion nicht richtig auffasst oder nichts mit ihr anfangen kann. Folge kann ein falsches Engagement oder Interessenlosigkeit sein) ·        persönliche Kontakte (Formen des sozialen Verhaltens, welches in Bezug zur Situation betrachtet wird - auffällige Verhaltensweisen, die oftmals vorschnell auch als abweichendes Verhalten oder Stigma bezeichnet werden) ·        Spaß am Spiel (definierte Goffman anhand seiner Studien in Spielkasinos, beschreibt ungewisse, folgenreiche und nur um ihrer selbst willen unternommene Handlungen)
  • Weiterentwicklung der Interaktionsrituale Weiterentwicklung des Konzepts Konzept von Goffman zu den Interaktionsritualen wurde durch amerikanischen Soziologen Randall Collins (1988) weiterentwickelt Sein Interaktionskettenmodell bezieht Emotionen und Stimmungen der Interaktionspartner mit ein und definiert die Intensivität einer ritualisierten Interaktion abhängig von ihrer Länge und der Homogenität der Teilnehmer
  • Globalisierung und Interkulturelle Kommunikation   Globalisierung = fortschreitende, weltweite Verflechtung von Gesellschaften und Individuen in Einzelbereichen, Ursachen einer Globalisierung sind Bevölkerungswachstum, technischer Fortschritt, …   Kulturelle Globalisierung Globalisierung bringt kulturellen Austausch mit sich, der durch moderne Medien wie das Internet oder Fernsehen zusätzlich gefördert wird (Bsp Fernsehserien, die für das US-Fernsehen produziert wurden und in vielen Ländern der Erde gesehen werden kann, bringt kulturelle Wert aus den USA in das Bewusstsein anderer Nationen)   Es kommt auch zur Globalisierung der Bildung Globales Lernen ·        Unterrichtskonzept, das Schüler zu Weltoffenheit erziehen soll ·        vermittelt Eine-Welt-Themen (Eine-Welt-Themen = soll verdeutlichen, dass die Welt nicht in eine erste, zweite und dritte Welt unterteilbar ist, sondern als Ganzes miteinander vernetzt ist) ·        nutzt partizipative Lernmethoden ·        vermittelt Schülern interkulturelle Kompetenzen ·        in Deutschland ist das globale Lernen gesetzlich geregelt   Globalisierung fördert interkulturelle Kommunikation ·        Erfolgreiche interkulturelle Kommunikation ist wegen der Globalisierung heute so wichtig ·        Die zunehmenden internationalen Verflechtungen erfordern eine intensive, kulturübergreifende Arbeit in Unternehmen, Regierungsinstitutionen, Hilfsorganisationen und anderen Bereichen. ·        Digitale Zusammenarbeit ist dabei oft eine Herausforderung. Aussagen können falsch interpretiert werden ·        Aufgrund der Globalisierung gehört ein Individuum heute oft mehreren kulturellen Gruppen an, die nicht immer mit Nationalstaaten identisch sind. ·        Das Verhältnis zwischen Europa und Afrika ist ein prägnantes Beispiel für die Veränderung der interkulturellen Kommunikation durch die Globalisierung.
  • Wie kann man den Kulturbegriff systematisieren und eingrenzen? Kultur = ·       Gesamtheit menschlichen Verhaltens (inkl. Normen, Werte, Lebensweisen) ·       beeinflusst jeden Lebensbereich Kulturen = ·       umfassen Gruppen von Menschen an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten mit bestimmten Lebensformen, Wissensständen und Sprachen ·       es gibt keine Kultur ohne andere Kulturen Interkulturelle Kompetenzen = ·       Kompetenzen, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen wahrscheinlich machen, z. B. o   Empathiefähigkeit o   Ambiguitätstoleranz  
  • Was sind Kulturstandards? ·       Arten des Wahrnehmens, Denkens und Handelns ·       Sie werden von der Mehrheit der Mitglieder einer Kultur als normal und verbindlich angesehen ·       Eigenes und fremdes Verhalten wird auf Basis von Kulturstandards bewertet ·       Deutsche Kulturstandards sind z. B. o   Sach- und Regelorientierung o   Zeitplanung o   Trennung von verschiedenen Lebensbereichen o   Low-Context als Kommunikationsstil (viel erklären) o   Individualismus  
  • . Welche Funktionen erfüllt Kultur? ·       Sie schafft Identität (Identitätsstiftung) ·       Dienen der Reduktion von Komplexität durch o   Standardisierung der Kommunikation nonverbal und verbal (kulturelle Codes, z. B. besonderes Vokabuluar) o   Standardisierung des Denkens: Ansichten über alltägliche Dinge sind kulturell vorgeprägt, z. B. „typisch deutsch“ sei Bier, Hitler, Autos, Fußball, Pünktlichkeit o   Standardisierung des Empfindens: wie man mit Gefühlen umgeht, wird meist erst in der Sozialisierung gelernt, z. B. Lächeln oder Wut und Schmerz zeigen o   Standardisierung des Verhaltens und Handelns: Rituale wie Begrüßungen
  • Welche Verhaltenselemente führen zu einem sensiblen Umgang mit Menschen anderer Kulturen? ·       Respekt und positive Beachtung ausdrücken ·       Anderen auf eine verständnisvolle, nicht wertende Art und Weise begegnen, Fürsorge => führt zu gegenseitiger Unterstützung ·       Erkennen, dass Wissen individuell ist und andere Menschen eigene Wahrnehmungen und Überzeugungen haben – keine Projektion! ·       Empathiefähigkeit ·       Sich in Gruppen integrieren können, neue Ideen anstoßen und Lösungen/Kompromisse für Probleme finden und nicht sie selbst erhöhen wollen angesichts eigener Vorstellungen ·       Alle Personen innerhalb einer Gruppe involvieren/integrieren können und zu Interaktionen anregen ·       Ambiguitätstoleranz: Fähigkeit, widersprüchliche Auffassungen und Wirklichkeitsbilder zu akzeptieren und produktiv zu nutzen, sich gut auf neue oder zwiespältige Situationen einstellen können => sich gut an eine neue Umwelt anpassen können
  • Was ist ein Kulturschock und wie lauten seine vier Phasen? Kulturschock = massives Schockerlebnis einige Wochen oder Monate nach dem Erstkontakt mit einer anderen Kultur, das zur Distanzierung der neuen Kultur führen kann 4 Phasen der kulturellen Anpassung: 1.     Euphorische Einstiegsphase (Honeymoon Stage), Hochgefühle, man freut sich auf neue Erfahrungen und nimmt nur das Positive wahr 2.     Kulturschock durch Missverständnisse und Irritation: Alltagsprobleme, die durch Unterschiede in der Sprache, den Werten und den Verhaltens- und Denkweisen ausgelöst werden, summieren sich auf und führen zu übermäßig wahrgenommenen Missverständnissen und Einschränkungen. Die Kreise wird durch das Herausstellen der Unterschiede sowie Rückzug auf den Umgang mit Landesleuten verschärft und kann zu unüberwindbaren Konflikten führen. Frustrationen und Stress sind die Folge 3.     Graduelle Angleichung/Akkulturation: schleichender Prozess, Anpassung an die fremde Kultur, Verständnis und wahrgenommene Beherrschbarkeit der Situation nehmen zu, bestenfalls wird die fremde Kultur nicht lediglich geduldet, sondern in das Selbstbild integriert und somit als nicht ersetzbarer Teil des Lebens angesehen 4.     Stabilität: Der Kulturschock kann sein Ende finden durch eine vollständige oder zumindest teilweise vollzogene Anpassung, man hat positive oder neutrale Gefühle gegenüber der neuen Umgebung. Falls sich in dieser letzten Phase eine negative Gefühlslage einpendelt, wird die neue Umgebung als negativ wahrgenommen und es kann zu einem Abbruch der Auslandsentsendung kommen
  • Wie kann man Landeskulturen charakterisieren und unterscheiden? Natur des Menschen ·       Theorie X: arbeitsscheu, feindselig (China, Ägypten, Irak, Libanon) ·       Theorie Y: leistungsbereit, eigeninitiativ, freundlich (Neuseeland, Dänemark) Verhältnis des Menschen zur Natur ·       Dominanz der Menschen über die Natur (USA) ·       Harmonische Beziehung, Mensch sieht sich abhängig von Umweltbedingungen, auch z. B. Gott (Muslime) Verhältnis zu anderen Menschen ·       Kollektive Ausrichtung (Venezuela, Ecuador, Indonesien) o   Linear = Kollektive sind stabil, strikte innere Ordnung o   Kollateral = Kollektive verändern sich mit der Zeit, Einzelner kann sich wandeln (Japan) ·       Individualistisch (USA, Australien, Kanada) Modalität der menschlichen Aktivität ·       Handlungsorientierte Kulturen wollen möglichst viel erreichen, extrinsische Motivation (USA) ·       Daseinsorientierte Kulturen wollen möglichst viel erleben ·       Werdenorientierte Kulturen befinden sich im Lernprozess, Entwicklung von Weisheit (Japan) Zeitlicher Fokus ·       Vergangenheitsorientiert: Tradition, Erreichtes ·       Gegenwartsorientiert: im Hier und Jetzt, kurze Fristen ·       Zukunftsorientiert: zukünftiger Nutzen entscheidend
  • Edward T. Hall: 4 Dimensionen der interkulturellen Kommunikation 1.     Kontextorientierung a.     Low-Context (explizit, spezifisch, Worte + Informationen zählen) b.     High-Context (auch nonverbale Signale wichtig, viel Affektivität, Emotionalität) 2.     Raumorientierung a.     Distanzzonen / Proxemiken kennen und einhalten 3.     Zeit a.     Monochron: nur eine Aufgabe zur Zeit, Plan machen, Termine einhalten, Beziehungen weniger wichtig, aber auf Privatheit achten b.     Polychron: mehrer Aufgaben gleichzeitig, Pläne und Termine nicht so wichtig, legen Wert auf langfristige Beziehungen, Pläne ändern sich schnell 4.     Informationsgeschwindigkeit a.     Hoch (schneller Überblick, USA) b.     Niedrig (mehr Details, Dtld.)
  • Geert Hofstede - 5 Kulturdimensionen 1.     Machtdistanz a.     Niedrig: demokratischer Führungsstil, Augenhöhe, Gleichheit, Unabhängigkeit hoher Wert, Understatement, wenn man Macht hat (skandinav. Und deutschsprachige Länder, GB, USA) b.     Hoch: autoritärer Führungsstil, Gehorsamkeit, Vorgesetzter unerreichbar, Privilegien für Machthaber, zeigen ihre Macht (asiatische, osteuropäische, lateinamerikanische und arabische Länder, Russland, Mexiko) 2.     Unsicherheitsvermeidung a.     Schwach ausgeprägt: eher risikofreudig, tolerant, offen für Neues, aus Fehlern lernen, situatives Vorgehen, hartes Arbeiten ist kein wichtiger Wert, Emotionen werden selten gezeigt, konstruktiv bei Konflikten (GB, Schweden) b.     Stark ausgeprägt: man will Zukunft planen, mag Überraschungen nicht, Wunsch nach Sicherheit, innerer Antrieb, hart zu arbeiten, zeigen von Emotionen ist normal, Konflikte machen aggressiv (Spanien, Griechenland, Dtld.) 3.     Individualismus-Kollektivismus a.     Individualistische Gesellschaften: eigenverantwortlich, selbstständig, Leistung zählt, Privatleben wichtig, eigene Meinung vertreten, auf Abschlüsse hin zielen (USA, Europa) b.     Kollektivistische Gesellschaften: Gruppenzugehörigkeit für Schutz, loyal, Verhaltensregeln, Verpflichtungen und Sicherzti im Clan, Harmoniestreben (viele südamerikanische und asiatische Länder) 4.     Maskulinität-Feminität a.     Maskuline Kulturen: Männer dominieren, leben, um zu arbeiten, Leistung zählt, Ehrgeiz b.     Feminine Kulturen: Gleichberechtigung ist ein Ziel, arbeiten, um zu leben, Netzwerke, laisser-faire, soziale Aspekte 5.     Zeitorientierung a.     Langzeitorientierung: alles darauf ausgerichtet, Erfolg in der Zukunft sicherzustellen, Beharrlichkeit, Sparsamkeit, Ehrlichkeit, Anpassungsfähigkeit, Selbstdisziplin, Respekt (China, Japan) b.     Kurzzeitorientierung: Freiheit, Leistung, selbstständiges Denken (Afrika, Pakistan, tendenziell auch Europa, USA)
  • Erll & Gymnich Interkulturelle Kompetenz 1.     Affektive Kompetenz (Interesse, Aufgeschlossenheit, Empathie, Fremdverstehen, Ambiguitätstoleranz, Frustrationstoleranz, Vorurteilsfreiheit9 2.     Kognitive Kompetenz (Wissen über andere Kulturen, Selbstreflexivität) 3.     Pragmatisch-kommunikative Kompetenz (geeignete Kommunikationstechniken kennen, wirkungsvolle Konfliktlösungsstrategien kennen)  
  • Was bedeutet Cultural Diversity Management? kulturelle Vielfalt im Unternehmen nutzen ·       Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen ·       Kunden mit verschiedenen kulturellen Hintergründen besser ansprechen ·       Durch Trainings, Mentoring, Coachings, Infoveranstaltungen ·       Deutschland ist in dieser Hinsicht fast noch Entwicklungsland!
  • Wie kann man interkulturelle Trainings klassifizieren? ·       Kulturorientierte Trainings: Analyse der eigenen Wertesysteme, Wahrnehmungsmuster, Kulturformen ·       Kulturspezifisch-informatorische Trainings: landeskundliche Informationen durch Filme und Vorträge, schwierig dabei allerdings die Klischee- und Vorurteilsförderung ·       Interaktionsorientierte Trainings und Sensibilisierungstrainings: auf Erfahrungen hin ausgerichtet, direkter Kontakt mit Personen des Landes, Rollenspiele, Reflexion ·       Sensitivitätstrainings und Culture-Assimilator-Trainings: fragen nach Gründen und Motiven für Verhalten, Beschreiben kritischer Situationen, Teilnehmer finden die richtige Begründung für das Verhalten heraus  
  • Welches sind nach der GLOBE-Studie die sechs globalen Führungsdimensionen, die in verschiedenen Kulturen ähnlich positiv bzw. negativ bewertet wurden? 1.     Charismatische/wertebasierte Führung 2.     Teamorientierte Führung 3.     Partizipative Führung 4.     Humanorientierte Führung 5.     Autonomieorientierte Führung 6.     Am Selbstschutz orientierte Führung
  • Etischer / emischer Ansatz: Emischer Ansatz: Man forscht über eine Kultur aus der Innenperspektive heraus Etischer Ansatz: Man untersucht eine Kultur außerhalb des Systems
  • Dimensionen zur Beschreibung von Länderkulturen 1.     Machtdistanz: Bereitschaft zur Akzeptanz ungleicher Machtverteilung 2.     Unsicherheitsvermeidung: inwieweit es Normen und Regeln für Kontrolle gibt 3.     Humanorientierung: inwieweit Altruismus, Fairness, Fürsorge belohnt werden 4.     Individualismus-Kollektivismus: bezugnehmend auf Institutionen und Gruppen 5.     Bestimmtheit: Erlaubnis für bestimmtes, konfrontatives, aggressives Verhalten 6.     Gleichheit der Geschlechter: inwieweit Ungleichbehandlung verringert wird 7.     Zukunftsorientierung: inwieweit für die Zukunft geplant und vorgesorgt wird 8.     Leistungsorientierung: Förderung individueller Leistung und Entwicklung
  • Interkulturelle Kommunikation: Methoden, Modell, Beispiele Dagmar Kumbier, Friedemann Schulz von Thun -        Problematisch: Überlegenheitskultur -        Kulturelle Muster sind nicht naturgegeben, sondern beruhen auf Übereinkunft und Tradition -        Kommunialitäts-Skala = Maß für kulturelle Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit -        Es gibt sogenannte interkulturelle Stereotypenkreisläufe, negativer Regelkreis von wechselseitigen Frustrationen. Obelixe: Die spinnen, die… -        Kulturstandards = kulturspezifische Regeln, sind größtenteils implizit, also nicht ausgesprochen, „Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns, die von der Mehrzahl der Mitglieder einer bestimmten Kultur für sich und andere als normal, typisch und verbindlich angesehen werden“ (Thomas, 2003, zit. nach Martinez Hernandez, S. 140) -        Monochrone Zeitauffassung = Planen, Zeit ist knapp, linear -        Polychrone Zeitauffassung = Flexibel sein, mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen -        Die eigene Kultur ist per se nicht überlegen, diese Einsicht fällt häufig schwerer als man denkt, da die eigene Kultur ein natürlicher Bezugsrahmen ist. Wichtig ist, eine Balance zu finden (S.144) -        In einer anderen Kultur bist du quasi ein anderer Mensch, nicht, weil du dich verändert hast, sondern, weil sich dein inneres Team neu aufgestellt hat. Selbstbild und Fremdbild ändern sich im Ausland („So bin ich nicht“), Auf den Achsen Nähe/Distanz und Dauer/Wechsel nimmt man eine andere Position ein
  • merke I. Interkulturelle Kommunikation ist der Austausch zwischen Angehörigen verschiedener Kulturkreise.II. Vorurteile und die Erwartungshaltung beeinflussen die interkulturelle Kommunikation.III. Die interkulturelle Kommunikation ist Herausforderung und Chance zugleich
  • merke Merke:IV.Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, erfolgreich mit Menschen aus einemanderen Kulturkreis zu interagieren.V. Das interkulturelle Lernen unterstützt die Entwicklung der notwendigen interkulturellen Sensibilität.VI.Die Kulturerfassungsansätze sollen dabei helfen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen zu erkennen.VII.Für die interkulturelle Zusammenarbeit sind die Kulturdimensionen nach GeertHofstede von entscheidender Bedeutung, weil sie die Wahrnehmung und Organisation der Arbeitswelt stark beeinflussen.VIII. Der Ethnozentrismus bewirkt, dass Menschen andere immer auf Basis ihrereigenen Gruppe bewerten, die sie für überlegen halten.IX.Interkulturalität ist ein wichtiges Konzept für das soziale Lernen und zeigt Möglichkeiten des Austausches zwischen Kulturen auf, die dabei helfen sollen, denEthnozentrismus zu überwinden.
  • Interaktionsrituale Image§ Ehrerbietung und Benehmen§ Verlegenheit und soziale Organisation§ Entfremdung§ persönliche Kontakte§ „Spaß am Spiel“
  • Merke X. „High context“-Kulturen beziehen nach Halls Dimension den Kommunikationskontext stark ein, „Low context“-Kulturen weniger.XI.Der Begriff der Interaktionsrituale wurde von Erving Goffman geprägt und beschreibt Rituale während der direkten Interaktion, die die Funktion der sozialenOrganisation einer Interaktion haben.XII.Werden soziale Regeln dabei verletzt oder ritualisierte Interaktionen nicht verstanden, tritt eine Entfremdung in der Interaktion auf.XIII. Das Interaktionskettenmodell von Randall Collins bezieht Emotionen undStimmungen der Interaktionspartner mit ein und definiert die Intensivität einer ritualisierten Interaktion abhängig von ihrer Länge und der Homogenität der Teilnehmer.
  • Merke XIV. Als Globalisierung bezeichnet man die fortschreitende, weltweite Verflechtungvon Gesellschaften und Individuen in vielen Einzelbereichen.XV.Das Globale Lernen versucht, das Konzept einer zusammenhängenden Welt(„Eine- Welt“) zu vermitteln und nutzt dazu partizipative Lernmethoden.XVI. In Deutschland ist das Globale Lernen gesetzlich geregelt.XVII. Aufgrund der Globalisierung gehört ein Individuum heute oft mehreren kulturellen Gruppen an, die nicht immer mit Nationalstaaten identisch sind.XVIII.Das Verhältnis zwischen Europa und Afrika ist ein prägnantes Beispiel für dieVeränderung der interkulturellen Kommunikation durch die Globalisierung. XIX. Interkulturelle Kompetenz ist für viele Berufe und Projekte eine Schlüsselqualifikation.XX.Auch zwischen vermeintlich ähnlichen Kulturen können Unterschiede bestehen,die eine erfolgreiche Zusammenarbeit gefährden könnten, wenn sie nicht berücksichtigt werden.XXI. Die verschiedenen Einstellungen zu Hierarchien sind ein zentraler Aspekt beiinterkultureller Zusammenarbeit.XXII. Eine gründliche Einarbeitung in die kulturellen Unterschiede ist Teil einer guten geschäftlichen Vorbereitung bei internationalen Projekten und Kooperationen.XXIII.Schweden legen mehr Wert auf Distanz und weniger Wert auf Hierarchien alsDeutsche XXIV.Japan ist aufgrund seiner langen, kulturellen Isolation eine besondere Herausforderung für die interkulturelle Kommunikation.XXV. Die Bedeutung japanischer Traditionen erschließt sich westlichen Besuchernmeist nicht, Japaner erwarten das von Ausländern aber auch nicht.XXVI.Während des Essens ist es wichtig, alle Höflichkeitsriten einzuhalten.XXVII. Die Geschlechterrollen unterscheiden sich zwischen den westlichen Ländern und Japan stark, zum Beispiel wird im öffentlichen Leben von japanischenFrauen vor allem Zurückhaltung erwartet.XXVIII. Im Geschäftsleben in Japan sind Hierarchien von großer Bedeutung undmüssen unbedingt eingehalten werden.
  • Definition: Interkulturelle Kommunikation Verhaltensweisen, Codes, Konventionen und Einstellungen desKommunikationspartners, die als fremd erlebt und/oder definiert werden(Bruck, 1994, zitiert nach Maletzke, 1996)• „Interkulturelle Kommunikation ist ein symbolischer, transaktioneller undinformationsenthaltender Prozess, in dem das Ausmaß an Unterschiedenzwischen den Beteiligten manches Mal so groß ist, dass dadurchMissverständnisse und unterschiedliche Erwartungen entstehen über das,was die Beteiligten als angemessenes Verhalten betrachten“ (Beniers,2005, S. 58).• Form der Interaktion zwischen Angehörigen verschiedener Gruppen,wobei sich die Mitglieder der Gruppen gemeinsame Wissensbeständehinsichtlich sprachlicher Formen und symbolischen Handelns zuschreibenund sich in diesen unterscheiden (Knapp-Potthoff & Knapp, 1990)
  • Definition: Mentale Programmierung Kultur kann als ein universelles, jedoch auch für eine Gesellschaft sehrtypisches Orientierungssystem angesehen werden. DiesesOrientierungssystem besteht aus spezifisch tradierten Symbolen, die dasWahrnehmen, Denken und Handeln aller ihrer Mitglieder beeinflusst undsomit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft definiert.• Zentrale Kulturstandards steuern die Wahrnehmungs-, Beurteilungs- undHandlungsprozesse zwischen Personen.• Kulturstandards werden nach erfolgreicher Sozialisation nicht mehrbewusst erfahren, sondern erst im Kontakt mit Partnern, die in anderenKulturen sozialisiert wurden, besonders in kritischen Situationen erlebt(Thomas, 1993).
  • Enkulturation: Interkulturelle Kompetenz kann bereits bei Kindernvorhanden sein, aber auch durch unbewusste ungesteuerteSozialisation entwickelt werden.
  • Akkulturation das Hineinwachsen einer Person in ein kulturellesUmfeld durch Lernen/Erziehung
  • Modelle: Akkulturationsphasen Euphorie (Honeymoonphase): neue Umgebung wird als aufregend, positiv undstimulierend empfunden und das neue Leben und der neue Job durchweg positiv• Fremdkulturschock: wenn die Person mit fremdkulturellem Hintergrund merkt,dass doch nicht alles so ist, wie er es erwartet hatte, und bekannteOrientierungsmuster nicht mehr vorhanden sind (Symptome: allgemeinesUnwohlsein, Orientierungslosigkeit und Hass auf alles Fremde)• Erholung (recovery phase): Akzeptanz der Andersartigkeit, Individuum ist bereitKompromisse zu machen und seine übertriebenen Erwartungen an die Realitätanzupassen.• Anpassungs-Phase (adjustment phase): im fremden Umfeldes effektiv zu arbeitenlernen, mit Einschränkungen zurechtzukommen, Dinge flexibler und anders alsgewohnt zu behandeln Eigenkulturschock (reverse culture shock): Heimkehr kanneinen umgekehrten Kulturschock nach sich ziehen. Dies ist vor allem damit zuerklären, dass das Denken der betroffenen Person sich durch ihre Erfahrunggeändert hat und Erwartungen an die Heimatkultur nicht erfüllt werden
  • Welche Merkmale sind spezifisch für „High context“-Kulturen ? „High context“-Kulturen beziehen nach Halls Dimension den Kommunikationskontext stark ein• In „High context“-Kulturen wird ein Kommunikationsgegenstand weniger direktangesprochen, da davon ausgegangen wird, dass dieser bekannt ist und ein zudetailliertes Beschreiben als negativ wahrgenommen werden würde• Stattdessen werden indirekte Hinweise oder auch nonverbale Faktoren wieIntonation, Mimik, Setting der Kommunikationssituation und viele weitereKontexteinflüsse zum Gewinnen der eigentlichen Information einbezogen Low context: USA,Kanada,Deutschland,Großbritannienskandinavische Länder High context Spanien,Frankreich,China,Japanviele Länder in AfrikaSüdamerikaBrasilien
  • Bedingungen zur synergetischen interkulturellen Teamarbeit: Ethnorelative Einstellung• Längere Einarbeitungszeit zu Beginn• Aufgabenstellung gemeinsam erörtern• Förderung und Nutzung der national kulturellen Diversität alsUnternehmensziel• Möglichkeit zu persönlichem Kontakt und interpersonellerKommunikation
  • Welche Leitprinzipien sind beim Management interkultureller Prozesse (internationale Unternehmenskooperationen, internationales Teambuilding) zu empfehlen ? SynergiebewußtseinNicht an bestehenden Strukturen festhalten, sondern prozessorientierthandeln, Zufälligkeiten zulassen („kreatives Chaos“) und die Entstehung vonqualitativ Neuem, das weder für die eine noch für die andere Kultur „typisch“ist, befördern.• DivergenzbewußtseinEin voreiliger oder zwanghaft herbeigeführter Konsens wirkt langfristig in derRegel negativ, weil er (kulturelle) Unterschiede nur verdeckt, aber nichtbeseitigt. Unterschiedliche Positionen und Standpunkte bewusst zu halten, istdementsprechend wichtig, um eine Akzeptanz aller Beteiligten herbeiführenzu können.