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Techniksoziologie (Subject) / VL13 (Lesson)
13. Vorlesung
"Grenzen des Internets"
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- Ausgangsbeobachtung Das Internet kannte bisher nur eine Entwicklungsrichtung: "Grenzenloses Wachstum"-> Prozess = derart prägnant, dass die Gegenperspektive bisher gänzlich ausgeblendet blieb Gegenperspektive: -diejenigen gesellschaftlichen Kommunikationen, die online nicht realisierbar sind oder nich mehr online realisiert werden Ausgangsfragen:Welche Nachteile und Defizite gehen mit der INternetkommunikation einher? Resultieren darausu Grenzen der Internetkommunikation?
- aktuelle Entwicklung Nutzungstrends: -tägliche Internetnutzung für bestimmte Gruppen rückläufig-tägliche Verweildauer der deutschen USer (166 min) erstmals leicht gesunken -Nutzung von sozialen Netzwerken, Online-Shopping und anderen Anwendungen ist rückläufig-> kanpp 1/4 der Offliner entscheiden sich bewusst für die Nichtnutzung Grund zur Annahme, dass: -das Internet sich nicht "naturgesetzlich" immer weiter ausbreitet -User Vor-und Nachteile der Nutzung gegeneinader abwiegen -nach der Web 2.0 Euphorie eine Phase der bewussten Nutzung einsetzt-in Abgrenzung zur bisherigen dominaten Mediatisierung soll das Feld der "De- oder Entmedialisieurng" erkundet werden
- Stand der Forschung -weitestgehend Forschungsdesiderat bei gleichzeitig großer gesellschaftliher Bedeutung -Forschung zu: Digital Divide, Digital Detox, singuläre Praktiken der Nichtnutzung -unklar bleibt: -Welche Nachteile nehmen die User selbst wahr?-Manifestieren sich derartige Defizite in Form einer Nichtnutzung oder sind die Nutzungszwänge stärker? -Finden User jenseits einer Nutzugnsverzcihtes LÖsungen um die Defiziete der INternetkommunikation zu kompensieren?
- userumfrage Methodik: -14-25 jähige aus einer Großstadt (digital Natives) -Theoretical sampling (maximal kontrastriert) : Geschlecht, Alter, Nutzungsintensität-30 leitfadengestütze Interviews -Inhaltsanalyse mit induktiver Kategoriebildung -Beantwortung 4 aufeinander aufbauender Fragen: 1) Welche Nachteile und Defizite gehen mit der Internetnutzung einher? 2) Welche Praktiken lassen sich seitens der User identifizieren? 3) Welchen Zusammenhang besteht zwischen den Nachteilen und den praktiken?4) Folgen aus diesem Zusammenhang Grenzen des Internets?
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation STÖRUNG IM ALLTAG -untersch. Konstellationen von Ablenkunge, Trivialität und Zeitverschwendung, die in ihrem Zusammenspiel als Störung wahrgenommen werden -Nutzung von Smartphones während Face-to-Face Kommunikation: Absent Presence, also körperliche Anwesenheit bei gleichzeitiger geisitiger Abwesenheit
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation MISSVERHÄLTNIS VON INFORMATIONSQUANTITÄT UND _QUALITÄT -einerseits schier unendliche Fülle an online verfügbaren INformationen, andererseits Defizite hinsichtlich des Informationsgehaltes -Webangebote , die unablässig neue Informationen präsentieren und das Gefühl erzeugen, etwas zu verpassen
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation PERMANENTER ERREICHBARKEITSDRUCK -Internetkommnikation mit ambivalenten Folgen: -Freiheit, weitgehend raum- und zeitunabhänig kommunizieren zu können -aber auch Kommunikationdruck
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation ÜBERWACHUNG UND VERLUST DER PRIVATSPHÄRE -dateb- und schutzrechtliche Bedneken bei diverse Social Media Anbietern, personalisierte Werbung oder Verlust de Privatsphäse durch di eÜberwachung -trotz dieser Kritiken sind die Jugendlichen über konkrete Formen der Überwachung weitgehend uninformiert -die Einschätzung als Problem reultiert sehr stark aus dem medialen DIskurs, wohingegen kaum eigegen Erfshrungen mt konkreten NAchteilen bestehen
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation TECH: PROBLEME UND DYSFUNKTIONALITÄT -Technik verursacht dann Stress, wenn diese nicht wie vorgesehen funktioniert und die Ursache des Problems nicht erkenntlich ist
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation ABHÄNIGKEIT VOM INTERNET -unliebsame Abhänigkeit, Gewöhnungseffekts, zwanghafte Rituale
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- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation GESUNDHEITLICHE BEEINTRÄCHTIGUNG -(biomech) Monotonie der Nutzung und die defizitäre Ergonomie -Probelem am Bewegungsapparat, den Sinnesorganen, dem Nervensystem, aber auch Schlafproblemen und Erschöpfung -Konzentrationsverlust -körperl. Probleme und digitale Kommuniaktion
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation ETHISCHE BEDENKEN -Monopolisierungstendenzen von Online Angeboten -Auch Benachteiligung und Diskriminierung
- Strategien des Umgangs mit den Defiziten/ Nachteilen WECHSEL DES MEDIUMS -wird das Internet als problematisch ahrgenommen, dann ein Wechsel des Mediums (verzeicht auf Medien, Alternativen im Online- oder Offline Bereich -kann nicht auf Medien verzeichtet werden, suchen die Befragten Alternativen: Email statt Social Media- Anwendungen bei wichtigen Daten -zudem mediale Online Alternativenwie Tor Browser und anonamye Suchmaschinen
- Defizite und Nachteile der Internetkommunikation PARTIELLER NUTZUNGSVERZICHT -aufgaben- und situationsbezogener Verzicht -zudem zeitliche EInschränkungen "Fastenezti" "Zwangspause" -auch Einschränkung in räumlicher Hinsicht (Bib= kein Handy)
- Strategien des Umgangs mit den Defiziten/ Nachteilen WECHSEL DES MEDIUMS -wird das Internet als problematisch wahrgenommen, dann ein Wechwel des Mediuams (Verzicht auf Medien, Alternativen im Offline/ Online Bereich) -kann nicht auf Medien verzichtet werden, suchen die Befragten Alternativen: E-Mail statt Social Media ANwendungen -zudem mediale Online-Alternative wie Tor-Browser oder anonyme Suchmaschine
- Strategien des Umgangs mit den Defiziten/ Nachteilen PERTIELLER NUTZUNGSVERZICHT -aufgaben-situationsbezogener Verzicht -zudem teitliche Einschränkung: "Fastzeit", "Zwangspausen"
- Strategien des Umgangs mit den Defiziten/ Nachteilen ANPASSUNG DER TECHNIK -Modifikation der Harware, Konfiguration des SOftware oder Installation von Zusatzsoftware -Studium von Datenschutzregelungen und ABGs soie benutzerdefinierten EInstellungen -Deaktivieren von Benachrichtigungen, dauerhaftes Blockieren von Anfragen oder Deaktivieren von saftwareseitigen Vereinfachungen -Anpassung der Hardware, indem bspw. Kamera bageklebt wird
- Strategien des Umgangs mit den Defiziten/ Nachteilen GEZIELT PASSIVE NUTZUNGSWEISE -gezielte Zurückhaltung von Informationen und die bewusste Einschränkung des Konsums bestimmter INhalte -> v.a die bewusste Vermeidung von user-generated content
- Strategien des Umgangs mit den Defiziten/ Nachteilen REDUKTION DER MEDIALEN REICHWEITE -Beschränkung der Kontakte in sozialen Netzwerken (Fokus auf Personen und nicht auf die Inhalte) -Kontakte werden gelöscht oder "entabonniert" -regelmäßiges Ausdünnen der Kontaktlisten verschiedener Anwendungen, um Reichweite zu reduizieren
- Strategien des Umgangs mit den Defiziten/ Nachteilen SONDERFALL: ANPASSUNG INDIVIDUELLER EINSTELUNGEN -Nachteile veranlassen nicht zu einer Nutzungsänderung -der Widerspruch wird häufig aufgelöst, indem die innere Einstllung zu angepasst wird -Resignation, Gelassenheit, Ignoranz: User lassen sich von ihrem Umfeld nicht stressen und antworten gegenfalls zu einem spteren Zeitpunkt
- Grenzen der Internetnutzung TECH: GRENZEN DES MEDIALEN ABBILDBAREN -Internetkommunikation unterliegt nicht unwesentlich Beschränkunge -es kann online nur kommuniziert werden, was auch digitalisierbar ist:bei optischen und akustischen Reizen ist das der Fall, nicht jedoch bei haptischen, olfktorischen, oder gustarorischen Reizen -diese Kanalbegrenzung führt zu Kommunikation pur die viele nonverbale Aspekte vermissen lässt -in vielfätigen Situationen sind diese aber essentiell, etwa wenn es um Vertrauen geht -trotz rasanter tech. Fortschrtt werden tech. grenzen des medialen Abbildbaren bestehen bleiben
- Grenzen des Internets KÖRPERLICHE UND KOGNITIVE GRENZEN DER KOMMUNIKATIONSFÄHIGKEIT -die extensive und intensive Nutzung des Internets kann zu körperlichen wue kogntive Belastung führen -mit Blick auf die Kognition führt forcierte Interntenutzung zu versch. Formen von STress, dessen Kompensation augenscheinlich so schwierig ist, dass die Befragten in präventiver Absicht versuchen, diese zu vermeiden -deraretige Belastungen stehen in engem Zusammenhang mit dem mobilen Internet, Smart Devices und einem erhöhten Kommunikationsaufkommen -es existieren folglich körperliche und kognitive Grenzen der Kommunikationsfährigkeit
- Grenzen des Internets INDIVIDUELLE GRENZEN DER KOMMUNIKATIONSWILLIGKEIT -die Menge an Kommunikation sowie der Erreichbarkeitsdruck führen zu Online-Verzicht -nicht Fokus auf gesundheitlicher Ebene, sondern Aspekte des Wünschenswerten -internetfreie Zeit als eine Qualität an sich -Der Wunsch der Nichterreichbarkeit bezieht sich inzwischen auf private Kommunikation -individuelle Grenzen der Kommunikationswilligkeit spiegeln das Beürfnis der Menschen wider, das Verhältnis von INline und Offlin eselst zu bestimmen
- Grenzen des Internets MORALISCHE GRENZEN DES AKZEPTABLEN -im Rahmen von Internetkommunikation werden moralische Standarts schneller verworfen als bei KOmmuniaktion unter Anwesenden -bspw. unangebrachtes, schädigendes, beleidigende Verhalten -ökologische, arbeitsrechtliche oder soziale Standarts weden unterlaufen -ein Teil der Befragten bevorzugt deshalb Offline ALternativen , deren Standarts transparent und zufriedenstellend sin d -es bestehen moralische Grenzen des Akzeptablen, die die Internetnutzung jenseits einer Kosten-Nutzen Abwägung im engeneren Sinne prägen
- Grenzen des Internets PSYCHISCHE GRENZEN DER HETERONOMIE -die Grenze basiert auf reaktanten Verhalten, das aus der Erfahrung resultiert, in mehrfacher Hinsicht von INternetkommunikation abhänig zu sein -zudem Reduktion der individuelen Wahlfreiheit im Rahmen von digitalen Ökosystemen oder FIlter Bubbles -entgegen der Hoffnung des Internetpionire ermöglicht INternetkommunikation nicht nur individuelle Freiheit sondern engt diese ebenso ein -gehen diese Beschränkungen über ein bestimmtes Maß hinaus, manifestiert sich psychsche Grenzen der Heteronomie:Unser*innen befreien sich von der ABhänigkeit und versuchen, ihre Autonomie zurückzugewinen
- FAZIT -selbst bei den ethusiastischen Internetnutzer*innen lassen sich Tendenzen einer Abwehr von der allgegenwärtigen Internetkommunikaiton finden -diese Entwicklung werden jeoch nicht von allen Internetnutzer*innen gleichermaßen getragen -die Nutzer*innen verfügen nur über wenige Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Defizite und Nachteile internetvermittelter Kommunikation -die Internetnutzung wird insgesamt als alternativlos angeshen und auch nicht grundlegend in Frage gestellt -bei den Strategien handelt es sich primär um Umgangsweisen die auf eine Minderung negativer Folgen abzielen, sich jeodch nur eingeschränkt auf die Ursachen beziehen