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Strategisches Finanzmanagement 1 (Subject) / Lektion 2(3) - Börsenplätze, Venture Capital und Buy Outs (Lesson)
Lektion 2(3) - Börsenplätze, Venture Capital und Buy Outs
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- Börse organisierter Markt, auf dem WP, Devisen oder bestimmte Waren gehandelt werden Angebote und Nachfrage werden zeitlich und örtlich zusammengeführt stellt Liquidität, Fungibilität und Transparenz sicher Handels- und Informationsplattform emittiert ein UN zum ersten Mal Aktien --> Börse = Primärmarkt Kauf und Verkauf von Aktien durch Händler --> Börse = Sekundärmarkt
- Regulierter Markt strikte Regeln und Bedingungen für UN mit Aktien auf diesem Markt Zulassungsverfahren und viele Bedingungen für Eintritt: - UN muss bereits 3 Jahre bestehen - mindestens 10000 Aktien emittiert haben - mindestens 25% der Aktien im Streubesitz - vorhandenes Prospekt mit Bilanzen, GuV's und Kapitalflussrechnungen der letzten 3 Jahre
- Freiverkehr keine Informationspflicht für UN, daher weniger Informationen als im Regulierten Markt keine Pflicht der UN ad-hoc Mitteilungen zu veröffentlichen jede Börse gibt ihrem Freiverkehr einen gesonderten Namen und kann zusätzliche Regeln aufstellen, die über das Börsengesetz hinausgehen
- General Standard Die Zulassung der Emission auf dem regulierten Markt beinhaltet eine automatischeAufnahme in den General Standard Mindestanforderungen: - Ad-hoc-Publizitätspflicht für kursbeeinflussende Nachrichten - Anwendung IFRS - Veröffentlichung von Zwischenberichten Nutzung vor allem von UN, welche nationale Investoren ansprechen wollen, sowie von kleineren bis mittelgroßen Unternehmen mit geringem Mindestkapital
- Prime Standard Um im Prime Standard gelistet zu werden, muss erst eine Zulassung zum General Standarderfolgen zusätzliche Transparenzvoraussetzungen (alles in Deutsch und Englisch): - Abschluss nach IFRS - Veröffentlichung von Quartalsberichten - Veröffentlichung eines UN-Kalenders - min. 1 Analystenveranstaltung im Jahr ermöglicht Listung in den deutschen Leitindizes Nutzung vor allem von UN die internationale Investoren ansprechen wollen
- Scale Teilbereich des Freiverkehrs v.a. für kleine und mittlere Unternehmen und für Wachstumsunternehmen schnell und kostengünstig durch geringere Teilnahmeanforderungen: - Konzern-JA - Zwischenbericht für das erste Halbjahr - Unternehmenskalender - Firmenporträt - Veröffentlichung von ad-hoc-Nachrichten
- Basis-Segment und Quotation Board Basis-Segment = Aktien von UN, die im Entry Standard gelistet sind aber die Scale-Vorschriften nicht erfüllen Quotation Board = Listung von WP auf Antrag eines Handelsteilnehmers
- OTC-Handel Handel von WP außerhalb der Börse 2 Formen: a) der Emittent eines WP stellt als Markt Maker die Geld- und Briefkurse, zu denen er bereit ist, das entsprechende WP zu kaufen oder zu verkaufen b) Kauf- und Verkaufsinteressenten wenden sich an einen Makler, der das Geschäft vermittelt aber selbst nicht als Käufer/Verkäufer auftritt Volumina bei OTC meist größer
- Regionale Börsensegmente Börsenplätze: Frankfurt, Berlin, Hamburg-Hannover, Düsseldorf, Stuttgart, München meist hohe Spezialisierung (Hamburg --> OIF, Stuttgart --> Derivate) bieten jungen, kleinen oder mittelständischen UN die Möglichkeit am organisierten Kapitalmarkt teilzunehmen
- Venture Capital (VC) Risiko-, Chancen- oder Wagniskapital = Einbringen von EK oder EK-ähnlichen Finanzierungsinstrumenten in das UN EK wird von Dritten (Investoren) zur Verfügung gestellt --> Form der Beteiligungsfinanzierung Nutzung häufig von jungen, innovativen und technologieorientierten UN mit Wachstumspotenzial und hohem Kapitalbedarf in den ersten Jahren nach der Gründung keine Zinszahlung, da EK --> verbesserte Unternehmensliquidität, bessere Kreditwürdigkeit, erleichtert Aufnahme von FK
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- Ziel von VC-Gesellschaften erhalten für ihre Investition Anteile am Unternehmen und versuchen diese nach erfolgreicher Expansion des Beteiligungsunternehmens gewinnbringend zu verkaufen, um einen möglichst hohen ROI zu erhalten VC-Gesellschaften verbleiben i.d.R. 3-8 Jahre im UN (auch unbegrenzt möglich) häufig auch Unterstützung durch die VC-Gesellschaft durch Beratungsleistungen
- VC - Finanzierungsphasen Unterscheidung nach Early Stage Financing und Expansion Stage Financing
- Early Stage Financing - Seed Financing = Gründung des UN ist noch nicht vollzogen; das Konzept wird entwickelt und Marktanalysen werden durchgeführt; Fokus auf F&E Risiko in dieser Phase am höchsten, da UN-Entwicklung nicht vorhersehbar --> EK v.a. durch Gründer des Unternehmens; Investiert die VC-Gesellschaft bereits hier, handelt es sich um Seed Capital - Start up Financing = das UN wird formaljuristisch gegründet; Umsetzung des Prototyps; Aufbau Fertigungs- und Vertriebsnetzes und Marketingkonzept Investition durch VC-Gesellschaft meist in dieser Phase - First Stage Financing = Herstellung und Vertrieb der ersten Produkte; je nach Höhe des Absatzes erhöht sich auch der Kapitalbedarf des UN --> hohe Investitionen und Verluste in ersten drei Phasen; nach Einführung des Produkts beginnt die Expansionsphase des UN
- Expansion Stage Financing - Second Stage Financing = starkes Produktions- und Absatzwachstum; Fokus auf Ausbau und Festigung der Marktposition weiteres Wachstum erfordert eine Reihe von Investitionen --> hohe Kapitalbeträge durch VC-Gesellschaft (Development Capital) und Aufnahme FK - Third Stage Financing = stabile EK-Quote; Erschließung neuer Märkte durch Expansion oder Produktdiversifikation neben der VC-Gesellschaft und Banken wird nun auch der Kapitalmarkt berücksichtigt - Fourth Stage Financing = Funktion des VC ist erfüllt; das UN kann weitere Wertsteigerungspotenziale nutzen Verkauf der Unternehmensteile durch VC-Gesellschaft (= Exit)
- Exit von VC-Gesellschaften - Anteile werden durch bestehende Gesellschafter des UN gekauft = Buy Back - Anteile werden an Dritte verkauft = Trade Sale - Anteile werden von einer weiteren VC-Gesellschaft gekauft = Secondary Purchase - Un wird an der Börse notiert --> IPO
- Buy Outs = Übernahme von einzelnen Unternehmensbereichen oder des gesamten UN's durch eine andere Partei
- Management Buy Out (MBO) Übernahme von mindestens 10 % der UN-Anteile (Share Deal), der wesentlichen VG (Asset Deal) oder von beidem (Step Deal) durch das bestehende Management das Management wird somit zum Miteigentümer Finanzierung meist durch Banken oder VC
- Gründe für MBO - die langjährige GF hat sehr gute Kenntnisse über das UN, sowie seine Prozesse und Strukturen - vertrauliches Insiderwissen verbleibt im UN
- Formen des Buy-Outs - Leveraged Buy Out = Übernahme mit überwiegend FK - Leveraged MBO = Übernahme durch aktive Manager mit überwiegend FK - Employee Buy Out = Übernahme durch Belegschaft des UN - Management Buy In = Übernahme durch externe und somit zukünftige Manager - Buy in Management Buy Out = Übernahme durch bestehende UND externe Manager - Spin Offs = Abspaltung einzelner UN-Teile oder Tochtergesellschaften - Partieller Eigentümer Buy Out (Owner Buy Out) = Übertragung der Anteile durch den bisherigen Eigentümer an eine Erwerbergesellschaft, an welche der Eigentümer beteiligt ist
- Kriterien für ein MBO die besten Voraussetzungen für MBO's bieten Märkte und Produkte mit hoher Stabilität und wenig Wettbewerb --> z.B. No-Tech und Low-Tech Unternehmen Bewertung sollte auf Basis der letzten 3-5 Jahre und auf Basis des geplanten neuen UN's erfolgen (Stand Alone-Basis) günstige Einstiegsmöglichkeiten bei UN die in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit der Führung hatten zudem Betrachtung des zukünftigen CF und der Vermögenslage des UN
- Finanzierung eines MBO Erwerb häufig durch Gründung einer Auffanggesellschaft in Form einer GmbH Mitglieder der Gesellschaft sind die Teilnehmer des MBO (min. zu 51%) und weitere EK-Geber (Finanzier); Rest durch FK anschließend Eingliederung des Zielunternehmens in die GmbH Finanzierung umfasst Kaufpreis, Kosten für FK, Beraterkosten und Kosten für die Beteiligungsgesellschaften
- Buy Out-Finanzierungsstruktur drei Finanzierungsquellen: - Vorrangige Verbindlichkeiten (Senior Debt - ca. 60%) = FK durch Banken; geringste Ausfallgefahr; Besicherung durch VG des UN; 5-15 Jahre - Mezzanines-Kapital (ca. 20-30%) = Mischung aus FK und EK; nachrangig ggü. FK und ohne Sicherheiten; Zahlung jährliche Zinsen und hohe Rendite - Eigenkapital (ca. 10-20%) = nachrangig; keine Mindestverzinsung; Beteiligung am Gewinn; häufig durch VC-Gesellschaften
- Kaufpreisfindung bei MBO's Aushandlung zwischen Käufer und Verkäufer hängt stark von der Einschätzung der Unternehmensentwicklung ab Unterscheidung nach Ertragswert-, Substanzwert- und Multiplikatorenmethode
- Ertragswertmethode UN-Wert hängt vom zukünftigen Gewinnpotenzial des UN ab kann nur abgeschätzt und prognostiziert werden auf Basis von Erfahrungs- und Vergangenheitswerten zukünftige Erträge werden auf den Tag der Transaktion abgezinst
- Substanzwertmethode Fokus auf Kosten, die bei einem Buy Out anfallen Substanzwert = Buchwert des Vermögens + stille Reserven
- Multiplikatorenmethode Berechnung des Gesamtunternehmenswertes als Vielfaches einer Gewinngröße v.a. EBIT-Betrachtung, da Finanzierungsstruktur unbeachtet bleibt vom Gesamtunternehmenswert werden die Bankverbindlichkeiten abgezogen Multiplikator von Branche zu Branche unterschiedlich