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Biologie Ökologie (Subject) / Vegetationsökologie (Lesson)
2020 SS Klausur
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- Was ist ein Biotop? ein bestimmter Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) in einem Gebiet. Biotope sind die kleinsten Einheiten der Biosphäre.
- was ist eine Biozönose? Lebensgemeinschaften von Lebewesen innerhalb eines Biotops.
- Was ist ein Ökosystem? besteht aus dem Verbund von Biotop und Biozönose. Der Lebensraum und die darin lebenden Organismen bilden zusammen ein Ökosystem.
- Was ist ein Biom? die Ökosysteme einer Klimazone bilden ein Biom
- Was ist eine Biosphäre? alle Ökosysteme der Erde
- Definieren sie Begriffe „Autoökologie“, „Populationsökologie“ und „Synökologie“. “Autoökologie” → Wissenschaft der Zusammenhängen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt “Synökologie” → Wissenschaft der Beziehungen verschiedener Lebewesen untereinander “Populationsökologie” →Wissenschaft der komplexen Wechselwirkungen von Populationen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt beschäftigt
- Was sind die Ökosystemfunktionen? - Biomasseproduktion und -abbau- Stoffumsetzung- Wasserhaushalt- Regulierung des Mikroklimas- Schaffung/Veränderung von Strukturen
- Bodenbildung: - physikalische Verwitterung - chemische Verwitterung - mechanische Verwitterung
- Photoinhibition durch zu starkes Licht? -Schäden an den Photosystemen un den Proteinen der Elektronentransportkette durch oxidativen Stress-Reversibel oder irreversibel (Photodestruktion) - Pflanzen können sich an Lichtstärke konstitutiv (artspezifisch) oder durch Akklimatisierung anpassen
- Temperaturabhängigkeit der Photosynthese (Polargebiete) - die Temperaturoptima ant-/arktischer Pflanzen sind nicht optimal an die Umweltbedingungen angepasst - funktioniert, weil in Polargebieten nur geringe Konkurrenz herrscht - Evolution bringt nicht immer zewangsläufig für jeden Faktor beste Lösung hervor, aber eine funktionsfähige Lösung --> Notwendigkeit zur Optimierung steigt mit der steigenden Konkurrenz
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- Wasser- und Stoffflüsse in Laub- und Nadelwäldern? Höhere Kronenoberfläche im Nadelwald:- höhere Evaporation der Kronenoberfläche im NW- höhere Grundwasserspende im LW- höhere Element-Konzentrationen im Bestandesniederschlag von NW
- Einfluss anthropogener Störungen auf Ökosysteme: - Stoffeinträge (Stickstoff (Eutrophierung), saure NS, Schwermetalle)- Nutzungsintensivierung- Klimaerwärmung
- Biosphärenforschung: - Wüsten düngen andere Ökosysteme über weite Entfernungen - Staubtransport von der Sahara bis zum Amazonas: --> Bedeutung für P und Fe-Vorräte im Amazonasgebiet: - P ist (neben N) limitierend in vielen tropischen Regenwäldern- Phosphordeposition im nordöstlichen Amazonasgebiet aus Saharastäuben:o ca. 1‐4 kg P ha‐1 a‐1- Deposition von Sahara-Staub am NO-Amazonas:o ca. 190 kg P ha‐1 a‐1
- Einfluss von Organismen auf die Umwelt: - Cyanobakterien, die oxidative Photosynthese betreiben, entstehen vor ca. 3,5 Mrd. Jahren- vielzellige (produktivere) Cyanobakterien entstehen vor ca. 2,5 Mrd. Jahren- erstmals O2-Produktion auf der Erde in großen Mengen
- Folgen der Evolution der oxygenen Photosynthese: - O2-Anstieg in der Atmosphäre wird für 200-300 Mio. Jahre abgepuffert durch Oxidation von freiem Fe2+ im Meer zu Fe3+- dann sprunghafter Anstieg der atmosphärischen O2-Konzentration- Oxidation des Methans (CH4) in der Atmosphäre zu CO2- CO2 hat ein niedrigeres Treibhauspotential als CH4- es kommt zur ersten Eiszeit- nach 300 Mio. Jahren kommt es allmählich zum Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration durch Vulkanismus Anstieg des nat. Treibhauseffektes- Reduktion der atmosphärischen CO2-Konzentration durch Landpflanzen
- Aktuelle Effekte der Biosphäre auf die Geosphäre: - Bodenbildung, Humusanreicherung (Effekte auf Nährstoffhaushalt und Wasserhaushalt)- Wasserhaushalt auf Landschaftsebene (bis globale Ebene)
- Transpirationsleistung von Bäumen in kontinentalen Trockengebieten: - aufgrund der Meeresferne höherer Anteil regional durch Evapotranspiration erzeugter Luftfeuchte am Gesamtniederschlag (advektiver NS)- Wälder können Niederschlagregime lokal beeinflussen (Voraussetzung: Grundwasseranschluss)
- Interaktion zwischen Organismen --> Für alle Partner positiv oder für eine Partner positiv und ohne Einfluss auf den anderen Partner: - Symbiose/Mutualismus - Kommensalismus
- Interaktion zwischen Organismen: Für mindestens einen Partner negativ: - Konkurrenz - Parasitismus -Prädation - Herbivorie
- Grundprinzip des Mutualismus: - beteiligte Organismen oft nicht näher miteinander verwandt- Organismen mit unterschiedlichen Fähigkeiten ergänzen einander- Mutualismus ist im Laufe der Evolution vielfach entstanden- Symbiosepartner können aber auch aus derselben Organismengruppe stammen
- Ektosymbiose: -die beteiligten Organismen leben in dauerhafter oder zeitlich begrenzter räumlicher Nähe, werden aber nicht von einem Organismus in den anderen aufgenommen.
- Endosymbiose: - ein Organismus nimmt den anderen (extrazellulär oder intrazellulär) in sich auf.- Endosymbiosen Theorie: Chloroplasten und Mitochondrien sind im Laufe der Evolution aus Endosymbiosen entstanden
- Vorteile des Mutualismus: - umfassen Vielzahl a-/biotischer Faktoren- Verbesserung des Klimas- Bezug von Nährstoffen und Assimilaten- Schutz vor Fressfeinden- Unterstützung bei Bestäubung und Ausbreitung- in vielen Symbiosen bieten sich mehrere Vorteile für zumindest einen der beteiligten Partner
- Kosten des Mutualismus: - Symbionten müssen oft einen Teil ihrer Ressourcen für den Partner aufwenden- Produktion von Assimilaten oder Nährgewebe für Symbionten- Bewegungs- und Transportaufwand
- Coevolution von Symbiosepartnern: - Evolution von Symbiosepartnern verläuft in gegenseitiger Abhängigkeit (Coevolution)- Symbiosepartner können im Laufe der Evolution ausgetauscht werden- Symbiontisch lebende Partner können im Laufe der Evolution zu selbständig lebenden Arten werden
- Klimaerwärmung beeinflusst Symbiosen: - unterschiedliche Reaktion von Symbiosepartnert auf Temperaturzunahme kann zu unterschiedlichen phänologischen Reaktionen führen. --> Symbiosepartner begegnen sich nicht mehr
- Mykorrhiza-Pilze: -Mykorrhizen fördern o die pflanzliche Diversitäto die Produktivitäto die Geschwindigkeit der Sukzession Pilz --> bekommt Zucker und Pflanze--> bekommt STickstoff und Phosphor und wird vor toxischen Substanzen geschützt
- Konkurrenzformen: - um Licht (oberirdisch)- um Nährstoffe und Wasser unterirdisch- Intraspezifische Konkurrenz (zw. Individuen derselben Art)- Interspezifische Konkurrenz (zw. Individuen verschiedener Arten)- Asymmetrische Konkurrenz (ein Konkurrent hat negativeren Einfluss auf den anderen- Herbivorie (reduziert Biomasse, kostet Ressourcen, verschiebt Konkurrenz- und Dominanzverhältnisse) Abwehrmechanismen gegen Herbivorie:--> mechanische Abwehr (Dornen, Stacheln)--> chemische Abwehr (Synthese giftiger; intensiv schmeckender Substanzen)
- Was ist ein Standort? Gesamtheit für das Vorkommen von Pflanzen relevanten Umweltfaktoren an einem Ort
- Fundort: Wuchsort, an dem eine Art von einem Beobachter gefunden wurde
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- Biogeographie: Fundorte (= bekannte Wuchsorte) werden zu Verbreitungskarten zusammengestellt.
- Arealkunde (Chorologie): aus Verbreitungskarten werden Arealkarten der Gesamtverbreitung erstellt
- Ellenberg-Zeigerwerte: ökologische Charakterisierung von Arten nach ihren Standortansprüchen
- Nachteile Ellenberger-Zeigerwerte: - sind reine Schätzwerte - beruhen in aller Regel nicht auf Messwerten - durch die numerische Darstellung als Ordinalzahl kann zur Fehleinschätzung führen, dass den Zeigerwerten quantitative Messwerte zugrunde liegen würden
- Vorteile Ellenberger-Zeigerwerte: - ermöglichen eine Einschätzung von Standortansprüchen für eine Vielzahl von Arten, für die Messungen niemals möglich wären
- Indikatorarten/Zeigerarten: Arten mit ausgeprägten Werten für einzelnen ökologische Qualitäten (die häufig genug sind, um regelmäßig gefunden zu werden) dienen als Zeigerarten)
- Physiologisches Optimum: ohne Konkurrenz
- ökologisches Optimum: mit Konkurrenz
- Ökologische Nische: nicht räumlich, sondern standörtlich gemeint. Sie ergibt sich aus der Summe aller Standorteigenschaften, unter denen eine Art vorkommt.
- fundamentale Nische: ökol. Bereich des Vorkommens ohne den Einfluss anderer Arten, d.h. v.a. ohne Konkurrenz
- realisierte Nische: ökol. Bereich des Vorkommen unter dem EInfluss der Konkurrenz durch andere Arten
- Unterschied saure und basenreiche Böden: saure: hohe Verfügbarkeit an: Fe, Al, Spurenelementen niedrige Verfügbarkeit an: Ca, Mg, K, HCO3 basenreicheböden: hohe Vfgbk: Ca, HCO3 niedrige Vfgbk: Fe, Al, P, Spurenelemente --> hohe biologische Aktivität
- Mechanismen zur Nährstoffmobilisierung: Fe:- Protonenabgabe in die Rhizosphäre- erhöhte Konzentrationen von Fe(III)-Chelat-Reduktase in den Membranen der Wurzelspitze- Exsudat-Bildung (Fe-Chekatoren)
- calcifug kalkmeidende Arten
- calcisol kalkliebende Arten
- Anpassung calcicoler Pflanzen an niedrige Phosphat-Verfügbarkeit: - Erhöhung der Feinwurzeloberfläche- verstärkte Synthese von P-Transportern in der Wurzelmembran- Exsudation von org. Säuren (v.a. Oxalate) in die Rhizosphäre
- Halophyten: --> Pflanzen, die an erhöhte Gehalte von leicht löslichen Salzen an ihrem Standort angepasst sind und sich unter diesen Bedingungen fortpflanzen können.--> Salzpflanzen an Meeresküsten und Binnensalzstellen--> NaCl wird vorwiegend aus den Zellen gepumpt
- Biologische N2-Fixierung: 2 Enzyme:1. Stickstoffreduktion: Dinitrogenase2. Bereitstellung der Elektronen für die Reduktion: Dinitrogenase-Reduktase --> N2-fixierende Organismen: Nur Prokaryoten!
- Klimaabhängige Stickstoffmineralisation: - bei feucht-warmen Bedingungen schnell- bei Kälte und Trockenheit langsam- langsame Zersetzung in Tundren und borealen Wäldern- schnelle Zersetzung in den Tropen
- Stickstoff ist mengenmäßig der bedeutsamste Makronährstoff --> Funktion von N: - Bestandteil von Aminosäuren (und damit Proteinen)- Bestandteil von Nukleinsäuren- Abhängigkeit des Photosynthesevermögens vom Stickstoffgehalt der Blätter