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§11 (Subject) / Ziemer&Falke (Lesson)
Prüfungsvorbereitung
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- Ein Hundebesitzer möchte als Neukunde in ihrer Hundeschule zum ersten Mal am heutigen Training teilnehmen. Wie reagieren Sie? Ich freue mich und bitte ihn, mir den EU-Heimtierausweis mit den Impfstempeln vorzulegen, damit ich den Impfstatus prüfen kann. Außerdem ist der Nachweis einer abgeschlossenen Haftpflichtversicherung vorzuzeigen.
- Erklären Sie die (zeitliche) Entwicklung des Ausscheideverhaltens bei Hunden! Zunächst leckt die Mutter den Bauch, um die Peristaltik anzukurbeln. Später lernt der Welpe nach und nach, Kontrolle über seine Ausscheidung zu erlangen. Die Kontrolle ist circa ab dem Alter von 10 Wochen vollständig zu erwarten und kann bis zu 4 Monate Zeit benötigen.
- Welche Verhaltensweisen gehören zum Imponieren? Imponiergehabe/Drohimponieren: Der Hund mach sich möglichst groß, stellt den Schwanz auf , richtet die Ohren nach vorne, wendet aber den Blick meist ab. Auch läuft der Hund in dieser Haltung eng um sein Gegenüber herum. Imponierharnen und Imponierscharren: Der Hund scharrt nach dem Harn- oder Kotabsatz mit den Hinterläufen oder auch allen vier Pfoten, während die Imponierhaltung eingenommen wird. Imponiertragen: Etwas wird in klarer Imponierhaltung zur „Show“ getragen Auch zum Imponieren kann zählen: T-Stellung, Kopfauflegen, Pfote-auflegen, Halsdarbieten/Kopfwegdrehen
- Die Verwendung von welchem aversiven (→hemmenden) Trainingshilfsmittel ist in der Hundeerziehung durch das Tierschutzgesetz verboten? Eine genaue Bezeichnung eines Trainingshilfsmittels gibt es laut Tierschutzgesetz nicht. Jedoch verweisen §2 + 3 des Tierschutzgesetzes darauf, dass dem Hund kein Leid zugeführt werden darf. Die Anwendung eines Teletakthalsbandes, das mit Hilfe einer Fernbedienung Elektroschocks an den Hund abgibt, würde dem Hund jedoch in der Anwendung Leid zufügen. Tierschutzgesetz § 2 Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, 2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden Tierschutzgesetz § 3 Es ist verboten, 1b. an einem Tier im Training oder bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind und die die Leistungsfähigkeit von Tieren beeinflussen können, sowie an einem Tier bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Dopingmittel anzuwenden, 11. ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.
- Ist es nach der TierSchHuV zulässig einen Hund in einem Zwinger zu halten, der auf allen vier Seiten von einer Mauer begrenzt wird? Nein. Mindestens eine Seite des Zwingers muss dem Hund freie Sicht nach außen ermöglichen. Befindet sich der Zwinger in einem Gebäude, muss für den Hund der freie Blick aus dem Gebäude heraus gewährleistet sein.
- Ihr Hund reagiert bereits perfekt auf ein verbales Abrufsignal. Wie bringen Sie Ihrem Hund bei, auf den Pfiff durch eine Hundepfeife mit dem gleichen Verhalten zu reagieren? Das verbale Abrufsignal wird als Brückensignal verwendet, indem ich zuerst pfeife und unmittelbar darauf (zeitlicher Abstand 0,5 Sekunden) das bisherige Abrufsignal gebe. Die Pfeife bekommt so eine Ankündigungsfunktion für das bisherige Signal, sodass nach mehreren Wiederholungen das Wortsignal schließlich weggelassen werden kann, weil der Hund bereits auf den Pfiff reagiert.
- Ist es in Deutschland erlaubt eine trächtige Hündin im letzten Drittel der Trächtigkeit angebunden zu halten? Nein (§ 7 Abs. 7 Satz 2 TierSchHuV).
- Nennen Sie die psychischen und physischen Auswirkungen von kurz- oder langfristigem Stress auf den Hund. Die Reaktion auf Stress wird in der wissenschaftlichen Literatur in drei aufeinander folgende Phasen unterteilt: 1. Die Alarmreaktionsphase: In dieser Phase führt das Zusammenspiel von Nervenimpulsen und Hormonausschüttungen (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin) zur optimalen Reaktionsbereitschaft. Der Kreislauf wird angeregt. Die Hautbarriere (Haut und Schleimhaut) ist gestört und öffnet die Pforten für Krankheitserreger. Die Magenschleimhaut wird nicht mehr ordentlich durchblutet und Nährstoffe können nicht optimal verdaut werden, daher schlägt Stress auf den Magen. 2. Widerstandsphase: Chronischer Stress sorgt für einen dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel. Dies wiederum kann zu organischen Schäden, verminderter Immunität und negativen Auswirkungen auf den Serotoninhaushalt führen. Cortisol wird im Fettgewebe gespeichert und macht hungrig. Jemand der „unter Druck steht“ braucht Energie. Wenn das Cortisol dauerhaft erhöht ist, setzt das Fettgewebe ein Hormon frei, welches das Hormon Insulin stört. In Folge steigt der Blutzuckerspiegel. Zusätzlich wird durch Cortisol körpereigenes Eiweiß (Muskulatur) umgebaut, um Energiereserven zu mobilisieren. 3. Exhaustion: Die Allostase (langfristige Anpassungsmechanismen) bricht zusammen. Dies zeigt sich auch in einer Leistungsinsuffizienz.
- Welche häufigen Stressoren im Hundetraining gibt es und welche Gegenmaßnahmen können jeweils ergriffen werden? Beispiele für Stressoren: -zu hohe Anforderungen-zu schnelle Trainingsabfolge-zu lange Trainingseinheiten-unkontrolliertes Spielen-zu viele Umweltreize und Ablenkungen-zu wenig Pausen-ein akut kranker Hund Beispiele für Gegenmaßnahmen: -jeweils für eine gute Lernumgebung sorgen und Pausen einhalten-klare Abfolge zwischen Anspannung und Entspannung berücksichtigen-Trainingsschritte sorgfältig planen und Schritt für Schritt aufbauen-Zunächst unter weniger Ablenkung trainieren
- Aus welchen Handlungssequenzen setzt sich das Jagdverhalten zusammen? Finden der Beute – Verfolgen der Beute – Fangen der Beute (Fassen) – Töten der Beute – Fressen der Beute
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- An welchem Verhalten der Hündin gegenüber Rüden kann man erkennen, dass sich eine läufige Hündin in der „Standhitze“ befindet, also empfängnisbereit ist? Die Hündin „präsentiert“ sich dem Rüden, dass heißt sie dreht ihm das Hinterteil zu und legt den Schwanz zur Seite. Dabei kann sie regelrecht aufdringlich wirken. Sie duldet eher das Beriechen und Belecken der Genitalien sowie anschließende Kopulationsversuche.
- Wie sollte die Erziehung zur „Stubenreinheit“ bei einem Welpen erfolgen? Indem man zunächst alle zwei Stunden mit ihm rausgeht, zusätzlich nach jedem Spiel und nach jeder Mahlzeit sowie immer nach dem Schlafen. Loben, wenn er sich an einer guten Stelle, z.B. auf einem Rasenstück, löst. Hunde merken sich geeignete Untergründe und werden diese zukünftig präferieren.
- Beschreiben Sie, wie sich Stress im Hundetraining auf die Lernbereitschaft des Hundes auswirkt. Während leichter Stress das Lernen erleichtern kann, wirkt sich starker Stress sehr negativ auf die Lernleistung aus. Es werden Substanzen abgegeben, die eine Denkblockade errichten, sodass weder Neues erlernt noch bereits Erlerntes abgerufen werden kann. Das Training wird als negative Erfahrung abgespeichert und lässt die Motivation des Hundes zusätzlich sinken. Dies kann z.B. bei sehr straforientiertem Training entstehen. Die Folge kann sein, dass der Trainer die Unfähigkeit des Hundes als renitentes Verhalten deutet und somit noch mehr Strafe anwendet. So kann eine Spirale der Gewalt entstehen.
- Was bedeutet es, wenn ein Rüde seinen Penis „ausgefahren“ hat? Dies ist nicht unbedingt ein Zeichen sexueller Erregung, sondern eher ein Hinweis auf eine hohe allgemeine Erregungslage. Viele Rüden zeigen im Zusammenhang mit einem „ausgefahrenen“ Penis noch weitere Signale, welche eine hohe Erregungslage oder Stress signalisieren (z.B. hecheln, gähnen).
- Ist es sinnvoll einen Welpen, der ins Haus gemacht hat, mit der Nase in seinen Urin zu drücken? Können daraus Gefahren resultieren? Nein. Der Hund versteht nicht, was damit gemeint ist, denn er lebt in der Gegenwart und kann die Strafe nicht mit dem Urinabsatz in Verbindung bringen. Die Beziehung zum Halter kann gefährdet werden, da dieser sich unverhältnismäßig und unverständlich verhält.
- Der Hund macht ins Haus und begrüßt sein Herrchen später in geduckter und demütiger Haltung - zeigt er ein schlechtes Gewissen? Nein, für Hunde sind Ausscheidungen nichts „Unmoralisches“. Oft kommen Halter herein, bemerken das Malheur und der Hund lernt durch ihr Verhalten: „Immer wenn der Halter rein kommt und eine Ausscheidung im Raum liegt, gibt es Ärger!“ Also sendet der Hund in solchen Situationen zukünftig Beschwichtigungssignale aus, die aus Sicht des Menschen als „schlechtes Gewissen“ für dieses Malheur fehlinterpretiert werden können.
- Nennen Sie die Voraussetzungen, unter denen ein Tier getötet werden darf. Gem. §4 TierSchG (1) Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. (…) Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.
- Bewerten Sie den Einsatz sogenannter „Antibellhalsbänder“. Positiv: Einwirkung auch bei Abwesenheit des Halters möglich Negativ: Im Alltag besteht eine große Gefahr von Fehlverknüpfungen, kann aufgrund der starken Schreckwirkung hohen Stress auslösen, vor allem wenn der Hund die Strafe als unberechenbar empfindet. Bei unsachgemäßer Anwendung als tierschutzrelevant einzustufen.
- Was ist die sogenannte „T-Stellung“? Zwei Hunde stehen so zueinander, dass sie ein „T“ bilden. Der Hund, der den Querbalken des Ts bildet, verstellt dem anderen Hund den Weg. Die T-Stellung wird im Rahmen des Imponierverhaltens gezeigt.
- Nennen Sie sechs Verhaltensweisen beim Hund die Stress anzeigen. Hecheln, Nervosität, Ruhelosigkeit, Überreaktionen, Schuppung des Haarkleides, sich kratzen, Vokalisation, Schütteln, Magenprobleme, vermehrte Ausscheidung, Durchfall, Erbrechen
- Inwiefern kann eine Box als Hilfsmittel in der Hundeerziehung genutzt werden? Als Hilfsmittel bei der Stubenreinheitserziehung von Welpen, zur Sicherung während des Autofahrens, als höhlenartiger Schlafplatz (vermittelt Sicherheit durch den abgegrenzten Raum), zum Trainieren fester Schlaf- und Ruhezeiten und zum Training des Alleinebleibens geeignet. Der Hund muss vor der Nutzung der Box im Training unbedingt positiv an das Verbleiben in der Box gewöhnt worden sein, da bei fehlender Eingewöhnung Ängste und Frustration entstehen können.
- Was versteht man unter einer „Qualzucht“? Wie ist die rechtliche Regelung hierzu? Als Qualzucht bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind. Die Qualzucht ist für Wirbeltiere in Deutschland nach § 11b TierSchG – außer für wissenschaftliche Zwecke – verboten.
- Wie funktioniert das Training mit der Fisher-Disc/Klapperbüchse. Überlegen Sie welche Probleme durch den Einsatz möglicherweise entstehen können! Es handelt sich um Hilfsmittel, die Geräusche erzeugen und mittels klassischer Konditionierung mit dem Gefühl von Angst/Schreck verknüpft werden. Meistens werden sie als Abbruch-Signal eingesetzt. Diese lauten Schreckmomente können manche Hunde sehr in Stress versetzen und verängstigen. Die Beziehung zum Halter kann gestört werden, weil der Hund unter Umständen nicht versteht, warum diese Disc geworfen wird. Es kann zu einer Umweltunsicherheit kommen, z.B. wenn zu oft und ohne für den Hund erkennbaren Grund geworfen wird. Weiterhin wird allein durch das Hilfsmittel kein Alternativverhalten aufgezeigt. Eine erlernte Hilflosigkeit kann entstehen.
- Welche Möglichkeiten hat ein Hund auf eine Konfliktsituation zu reagieren (vier F’s)? Erklären Sie, was mit dem jeweiligen Begriff gemeint ist. Fight: Der Hund geht auf einen bedrohlich wirkenden Menschen oder Hund zu und greift diesen eventuell an. Flight: Der Hund weicht dem Konflikt aus, indem er einem bedrohlich wirkenden Hund oder Menschen aus dem Weg geht. Flirt: Der Hund versucht den Konflikt zu vermeiden, indem er entweder dem bedrohlich wirkenden Menschen oder Hund gegenüber eine Spielaufforderung zeigt, oder beschwichtigendes Verhalten einsetzt, wie z.B. Kopf abwenden. Oft tut der Hund auch so, als hätte er den anderen gar nicht gesehen und schnüffelt z.B. sehr interessiert an einem Grasbüschel. Der Blick wandert dabei jedoch ab und zu zurück seinem Gegenüber, um den Stand der Dinge zu überprüfen. Das vermeintlich „desinteressierte Schnüffeln“ hat also in diesem Fall eine ganz klar bewusste kommunikative Funktion. Freeze: Der Hund erstarrt in seiner Bewegung und wartete ab, wie sich der Konflikt weiter entwickelt.
- Kann man bereits Welpen an das Alleinsein gewöhnen? Wenn ja, wie? Ja. 1. Indem man sie an eine Box gewöhnt und sie immer wieder kurz verschließt. Dann steigert man die Dauer und die Entfernung zur Box bis man sich in einen anderen Raum und später aus dem Haus begibt. Die Zeiten werden schrittweise verlängert. 2. Oder man verlässt einfach immer wieder für kurze, aber unregelmäßige Zeiten den Wohnraum oder das Zimmer, ohne sich zu verabschieden und ohne ein Begrüßungsritual.
- Was versteht man unter dem so genannten „Premack-Prinzip“? Das Premack-Prinzip besagt, dass man den Hund mit allem belohnen kann, was er lieber macht als das, was er gerade tut. Man kann also einen Hund für das Korrekte Bringen eines Dummys mit dem Werfen seines Lieblingsspielzeuges belohnen oder einen Hund der im Agility gerne durch den Tunnel läuft für das korrekte Laufen des Slaloms mit einem anschließenden Tunnel bestätigen.
- In §1 des Tierschutzgesetzes steht, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Auf welche Tiere bezieht sich dieses Verbot? Alle Tiere. Tiere sind nach biologischem Verständnis eukaryotische (Lebewesen, dessen Zellen einen Zellkern besitzen) Lebewesen, die ihre Energie nicht durch Photosynthese gewinnen und Sauerstoff zur Atmung benötigen, aber keine Pilze sind. In der Viehzucht, Wissenschaft und Forschung gelten andere Regelungen, die veterinäramtlich kontrolliert werden.
- Was kann es bedeuten, wenn ein Hund sich schüttelt? Schütteln kann neben der reinen „Reinigungsfunktion“ auch noch eine andere Bedeutung haben: Oft kommt es vor, dass ein Hund sich nach einer akut stressigen Situation schüttelt. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass im Hundekörper gerade ein Spannungswechsel (angespannt zu entspannt) stattgefunden hat. Die akut stressige Situation wurde verarbeitet und der Hund schüttelt die empfundene Anspannung regelrecht ab.
- Beschreiben Sie Eigenschaften, die ein familiengeeigneter Hund haben sollte! Was muss beachtete werden bezüglich des „kinderfreundlichen Hundes“? Hier einige der wichtigsten Punkte: Dass er in der sozial sensiblen Phase, aber auch danach viele positive Erfahrungen mit Kindern in verschiedenen Altersklassen gemacht hat und gut erzogen wird/wurde. Es sollte für die Kinder klar sein, dass der Hund kein Spielzeug ist und mit Respekt behandelt werden muss. Wichtig: Per Definition gibt es keinen „kinderlieben Hund“!
- Was versteht man unter „erlernter Hilflosigkeit“? „Erlernte Hilflosigkeit“ bedeutet, dass der Hund gelernt hat, dass er einer unangenehmen Situation oder einer Strafe nicht entgehen kann, egal wie er sich verhält. Der Hund verfällt dann in einen passiven Zustand, in dem er keine weiteren Versuche unternimmt das für ihn Negative zu umgehen. Er hat gelernt, dass er der Situation „hilflos“ ausgeliefert ist. Im Hundetraining kommt es z.B. zu „erlernter Hilflosigkeit“, wenn der Hundehalter den Hund willkürlich straft, sodass der Hund mit keinem Alternativverhalten die Strafe vermeiden kann.
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- Welche Strafen können verhängt werden, wenn jemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt? Gemäß §17 TierSchG wird der Täter mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft.
- Woran erkenne ich, dass ein Hund entspannt ist? Der Hund hat eine neutrale Körperhaltung, der Körper ist nicht angespannt, die Rute hängt locker herab (je nach Hundetyp) und der Blick ist nicht fixierend, sondern eher gelassen. Auch die Gesichtszüge sind glatt und entspannt und das Gewicht des Hundes ist über den ganzen Körper gleichmäßig verteilt.
- Wie alt muss ein Hund mindestens sein, damit er angebunden gehalten werden darf? Gem. §7 Abs. 7 Satz 1 TierSchHuV ab dem 13. Lebensmonat.
- Zeigen alle Hunde einer Rasse die gleichen Verhaltensweisen? Welche Merkmale haben sogenannte „Leistungs- und Showlinien“? Viele Verhaltenseigenschaften können sich aufgrund der Selektion ähneln, jedoch wird ein Jagdhund wahrscheinlich ein höheres Beutefangverhalten zeigen als ein Wachhund etc. Dies ist jedoch nie eine Garantie. Hunde entwickeln durch ihre individuelle Sozialisation und Habituation individuelle Charaktere und Verhaltensweisen. Zu Leistungs- bzw. Arbeitslinien gehören in der Regel Hunde, die zur gezielten Aufgabenbewältigung gezüchtet werden und entsprechend viel artgerechte Beschäftigung benötigen. Showlinien werden eher nach optischen, aber auch charakterlichen Kriterien gezüchtet. Dies lässt keinerlei Rückschlüsse auf die körperliche Gesundheit zu.
- Was sollten Sie im Rahmen eines s.g. „Stadttrainings“ beachten? Es ist wichtig, dass das „Stadttraining“ zu Beginn nur in kurzen Sequenzen stattfinden sollte, um den Hund durch die vielen Reize nicht zu überfordern. Zeigt ein Hund starke Anzeichen von Stress, sollte das Training abgebrochen werden. Bei dem Training mit mehreren Mensch-Hund-Teams in der Stadt ist zudem darauf zu achten, dass keine anderen Menschen belästigt oder behindert werden. Auch sollten vor allem Kinder nicht bedrängt oder verängstigt werden. Es sollte vor dem Training mit den Haltern abgeklärt werden, inwieweit die Hunde bereits Erfahrung mit bestimmten Situationen haben, um Überforderung oder Angst bei den Hunden zu vermeiden.
- Woran kann ich erkennen, dass mein Hund Wild wittert? Der ganze Hund spannt sich an, der Blick schweift meist suchend in einer bestimmten Richtung umher, die Ohren sind aufgestellt (sofern möglich) und oft wird der Kopf angehoben und die Nase hochgestreckt, um besonders gut Gerüche aufzunehmen. Überhaupt ist die Hundenase plötzlich sehr in Bewegung. Manche Hunde erstarren auch kurz und manche heben dabei zusätzlich noch eine Vorderpfote an (in der Jägersprache wird dieses Verhalten „Vorstehen“ genannt).
- Welche Eigenschaften haben Herdenschutzhunde und für welche Aufgaben werden/wurden Sie gezüchtet? Bringen Sie auch Rassebeispiele an. Sie werden bzw. wurden zum Schutz der ihnen anvertrauten Herden vor anderen Tieren (z.B. Wölfe und/oder Bären), sowie zum Schutz vor Menschen (Dieben) gezüchtet. Sie leben z.T. alleine mit den Herden, sodass für diese Arbeit ein selbstbewusster Hund vorausgesetzt wird, der zu eigenständiger Arbeit fähig ist. Die Neigung zu sehr starker territorialer Verteidigung ist die herausragende Eigenschaft des Herdenschutzhundes wie z.B. des Kangals, des Pyrenäenberghundes oder des Kuvasz.
- Was bedeutet „unbewusste Bestätigung“? Geben Sie ein Beispiel! „Unbewusste Bestätigung“ bedeutet, dass ein Hund ein Verhalten seines Halters als Bestätigung empfindet, obwohl der Halter den Hund gar nicht bestätigen wollte. So kann ein Hund es z.B. als Bestätigung empfinden, wenn sein Besitzer ihn ausschimpft oder wegschubst, weil der Hund an ihm hoch gesprungen ist. Auch negative Aufmerksamkeit kann für den Hund in dieser Situation eine Belohnung darstellen.
- Wie muss eine im Freien stehende Schutzhütte für den Hund rechtlich beschaffen sein? Gem. § 4 Abs. 2 TierSchHuV muss die Schutzhütte aus wärmedämmendem und gesundheitsunschädlichem Material hergestellt und so beschaffen sein, dass der Hund sich daran nicht verletzen und trocken liegen kann. Sie muss so bemessen sein, dass der Hund sich darin verhaltensgerecht bewegen und hinlegen und den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten kann, sofern die Schutzhütte nicht beheizbar ist.
- Für welche Aufgaben werden/wurden Hütehunde gezüchtet und welche Eigenschaften sind typisch? Nennen Sie Rassen als Beispiele! Sie werden bzw. wurden zum Zusammenhalten und Treiben von Nutztierherden auf Anweisung des Menschen gezüchtet. Die Verhaltensweisen „hüten“ und „treiben“ sind züchterisch modifizierte Jagdverhaltensweisen und somit selbstbelohnend. Die meisten Hütehunde sind sehr lernbereit sowie -fähig, reaktiv und lebhaft, wie z.B. der Bearded Collie, der Border Collie oder der Australian Shepherd.
- Welche Punkte sollten zu Beginn einer Übungseinheit mit dem Hund bedacht werden? Der Hundehalter sollte sich in einer guten Stimmung befinden und nicht unter Zeitdruck stehen. Auch der Hund sollte sich in einer guten, entspannten Stimmung befinden und weder todmüde noch unausgelastet sein. Es sollte ein geeignetes Umfeld aufgesucht werden (z.B. eine reizarme Umgebung zu Beginn einer neuen Übung). Alle für das Training nötigen Hilfsmittel sollten vorher vorbereitet werden und vorhanden sein (z.B. Leckerchen, Clicker, Leine etc.). Bei Training im Freien sollte sich der Hundehalter dem Wetter entsprechend kleiden.
- Gibt es Einschränkungen bezüglich des Freilaufens von Hunden? Es gibt Einschränkungen, diese werden von den Ländern und Kommunen geregelt. Vielerorts besteht Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit in der freien Landschaft sowie innerhalb geschlossener Ortschaften.
- Wie bewerten Sie es, wenn ein Hund ein Baby, welches im Kinderwagen liegt, andauernd fixiert? Fixieren ist eine Sequenz aus dem Jagdverhalten. Bei Hütehunden wurde die letzte Handlung des Jagdverhaltens (töten) „weggezüchtet“. Im besten Fall wird das Baby als „Hüteobjekt“ und im schlimmsten Fall als „Jagdobjekt“ angesehen. In beiden Fällen muss der Hundehalter seinen Hund unter Signalkontrolle halten.
- Welche Eigenschaften hat ein gutes Signal (Kommando) im Hundetraining? Ein gut als Signal geeignetes Wort sollte im Alltag nicht oft in anderen Zusammenhängen gesagt werden, da der Hund das Wort sonst zu oft hört, ohne dass es für ihn eine Bedeutung hat und somit eine latente Hemmung entsteht. Außerdem sollte das Wort noch nicht anderweitig verknüpft sein (weder mit einem anderen Verhalten noch negativ), da eine Verknüpfung mit dem gewünschten Verhalten ansonsten im Gehirn „blockiert“ ist.
- Muss eine Betreuungsperson für Hunde in einer gewerbsmäßigen Hundezucht besondere Anforderungen erfüllen? Ja. Gem. §3 TierSchHuV muss, wer gewerbsmäßig mit Hunden züchtet, sicherstellen, dass für jeweils bis zu zehn Zuchthunde und ihre Welpen eine Betreuungsperson zur Verfügung steht, die die dafür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten gegenüber der zuständigen Behörde nachgewiesen hat.
- Nenne die Aufgaben, zu denen Terrier gezüchtet wurden/werden und nenne typische Eigenschaften sowie Rassebeispiele. Terra (lat.) bedeutet Erde und gibt bereits einen Hinweis auf die Fähigkeit dieses Jagdhundes, unter der Erde zu jagen und ggf. die Beute hochzutreiben, bis die Jäger bzw. andere Jagdhunderassen oberhalb der Erde übernehmen. Er ist draufgängerisch, eigenständig und lässt sich auch von einem zurückbeißenden Dachs nicht in die Flucht schlagen. Rassebeispiele: West Highland Terrier, Jack Russel Terrier, Deutscher Jagdterrier, Cairn Terrier
- Zu welchem Zeitpunkt sollte bei einer Übung das Signal für das gewünschte Verhalten eingeführt werden? Ein Signal sollte bestenfalls 0,5 Sekunden bevor der Hund das gewünschte Verhalten zeigt, eingeführt werden. In der Praxis bedeutet dies, das Signal in dem Moment einzuführen, in dem der Hund im Begriff ist das gewünschte Verhalten zu zeigen.
- Ist das Abgabealter von Hundewelpen gesetzlich geregelt? Wenn ja, ab welchem Alter darf ein Welpe von der Mutter getrennt werden? Ja, gemäß §2 Abs. 4 TierSchHuV darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden.
- Wie bewerten Sie die Aussage, dass Windhunde zwar einen großen Bewegungsdrang haben, aber wenig Jagdmotivation? Das stimmt nicht. Windhunde haben einen hohen Lauf- und Arbeitswillen sowie eine ausgeprägte Jagdmotivation.
- Warum kommt es häufig vor, dass ein Hund eine Übung auf dem Hundeplatz zwar einwandfrei beherrscht, jedoch sobald er den Platz verlässt alles vergessen zu haben scheint? Hunde lernen kontextabhängig, dass heißt, dass sie eine gelernte Übung immer mit dem entsprechenden Umfeld verknüpfen. Damit ein Hund eine Übung auch in anderen Umgebungen gut beherrscht, muss diese auch dort intensiv geübt werden (Generalisierung). Viele Hundehalter üben mit ihrem Hund außerhalb der Hundeschule nicht oft oder konsequent genug, damit eine Generalisierung der Übung stattfinden kann. Zudem hat das Phänomen auch etwas mit der geistigen Haltung des Hundehalters zu tun. Viele Hundehalter sind in Anwesenheit des Trainers sehr viel konzentrierter und konsequenter als im Alltag, sodass viele Übungen im Training in der Hundeschule besser klappen als zu hause.