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Wildtierökologie (Subject) / Wald und Wild I und II (Lesson)

2020 BioÖko Klausur

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  • In einem Waldbestand tritt lokal sehr hoher Verbiss an der Waldvegetation auf. Auf welche Einflussfaktoren könnte dies zurückzuführen sein? Erklären sie die Wirkungsweise von zwei Einflussfaktoren genauer. - hohe Wilddichte, räumliche + zeitliche Verteilung, Artenzusammensetzung, Jahreszeitliche Einflüsse, Menschliche Einflüsse / Fütterungen, Jagd, Nahrungsangebot, - Anthropogener Faktor → Waldbewirtschaftungstyp: Waldzyklus verkürzt durch forstliche Nutzung (Totholz etc entfällt) → geringe Nahrungsressource → hohe Wildschadensanfälligkeit an bestehender Vegetation - Jagdliche Nutzung / Freizeitnutzung: das Wild hält sich besonders in einem kleinen “sicheren”   Bereich auf, da der sonstige Lebensraum durch den Menschen gestört ist → dazu kommt es lokal zu sehr hohem Verbiss
  • In einem Fichtenreinbestand werden Fichten durch Rotwild geschält. Welche ökologischen Auswirkungen kann das Schälen nach sich ziehen? Welche Tierarten könnten hiervon profitieren? Ökologische Auswirkungen Schälen: bei geringer Intensität kurzzeitige Vitalitäts-und Zuwachsverluste, Pilzbefall, bei höherer Intensität Absterben von Bäumen durch Ringschäle oder Pilzbefall, Vitalitäts-und Stabilitätsverluste des gesamten Fichtenbestandes, profitierende Tierarten: generell alle Tierarten, die Licht oder Totholz brauchen, z.B: Auerhuhn, Schädlinge wie Borkenkäfer und Holzwürmer können bei teilweise fehlender Rinde leichter in Baum eindringen (dies aber eher Vorteil für Fressfeinde wie Spechten)
  • Was ist notwendig, wenn sie einen möglichen „Schaden“ durch einen Wildtiereinfluss erfassen und bewerten wollen? Welche Schäden können durch den Einfluss von Wildtieren entstehen? Es muss definiert werden, wann Schaden vorliegt (z.b. Verbiss erst Schaden, wenn Ziele Waldnutzung gefährdet) Wildtierpopulation (Dichte, Artenvielfalt, räumliche + zeitliche Verteilung, Qualität + Quantität der Nahrung) notwendig Standorteigenschaften zu kennen (produktiver oder ressourcenlimitierter Standort → abhängig davon kann Verbiss auch die Artenvielfalt erhöhen) Schäden durch Einfluss von Wildtieren: Verbiss → Zuwachsverluste, Verschwinden einzelner Pflanzen bis hin zu Unterdrückung der Baumverjüngung oder des Höhenwachstums, sowie Verbuschung Schälen → bei geringer Intensität kurzzeitige Vitalitäts-und Zuwachsverluste, Pilzbefall, bei höherer Intensität Absterben von Bäumen durch Ringschäle oder Pilzbefall, Vitalitäts-und Stabilitätsverluste des gesamten Fichtenbestandes Fegen und Schlagen: Verletzung der Rinde, Abschlagen von Ästen bis hin Absterben einzelner PflanzenTritt: kleinflächige Störungen bis hin zu dauerhaft offenen BereichenWühlen, Scharren, Suhlen: Verletzung Bodenvegetation, Freilegung Mineralboden
  • Wie unterscheidet sich die Nahrungswahl bei Reh und Rothirsch? Reh: Konzentratselektierer/ Browser: bevorzugen leicht verdauliche, energiereiche Nahrung: Bäume, Sträucher, Kräuter, Kulturpflanzen, Knospen, Früchte → Generalist, aber sehr selektiv, rasche Präferenzwechsel nach saisonaler Verfügbarkeit Rothirsch: Intermediärtyp / Mischäser: bevorzugen im Vergleich zu Rehen Zellulose, eiweißreiche Nahrung: Gräser, Sträucher, Kräuter, Bäume, Flechten, Moose, Pilze → Generalist, kaum selektiv → Opportunist
  • Reh und Rothirsch besiedeln den selben Lebensraum. Welche Art würden Sie als dominanter/erfolgreicher einstufen und warum (beachten Sie hierzu auch die Vorlesung Populationsökologie?) Reh dominanter → Kulturfolger, sehr tolerant gegenüber Mensch → hohe Populationsdichten in intensiv genutzten Kulturlandschaften (Rothirsch dagegen oft Meidung des Menschen, menschenscheu, braucht größere Gebiete) Reh geringere Streifgebietsgröße
  • Würden Sie durch das Wirken von Rehen oder von Rothirschen einen größeren Einfluss auf den Lebensraum erwarten (beachten Sie hierzu auch die „Funktionen von Herbivoren im Ökosystem“? - lichtere Waldstrukturen - veränderte Artezsmsetzung - Schaffung struktureller Diversität - Förderung Pflanzen + Tiere offener Habitate - erhöhte Biomasseproduktion
  • Sie arbeiten an einer Konzeption zur „Reintegration des Rothirsches in den Schwarzwald“. Durch welche Maßnahmen könnten Sie den potentiell entstehenden Wildschaden minimieren (Ökologie der Art beachten)? •Einzelbaumschutz junger Bäume (teuer aber effektiv) •Möglichkeit zum Zurückziehen in Täler zulassen•Füttern (Verhältnismäßigkeit beachten) •Wegegebote, Anlegen weitmaschiges Wegenetz → Rückzugsmöglichkeiten für das Wild, größeres Steifgebiet zur Verfügung → lokal geringerer Äsungsdruck •breites Nahrungsangebot bereitstellen → strukturreicher Wald mit unterschiedlichen Pflanzen → Alternativäsung verhindert “Notlösung” wie Schälen
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