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Strategisches Finanzmanagement 2 (Subject) / Lektion 5 - Finanzcontrolling (Lesson)
Lektion 5 - Finanzcontrolling
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- Kennzahlen Messgrößen, die Unternehmensvorgänge erfassen und quantifizieren
- absolute und relative Kennzahlen absolut = Summen, einzelne Zahlen zu einem Stichtag oder Durchschnittswerte z.B. Umsatz, Gewinn, Verlust, Forderungen relativ = Verhältniszahlen, bei welchen die absoluten Zahlen in ein Verhältnis zueinander gesetzt werden z.B. Umsatzrendite als Verhältnis von Jahresüberschuss und Umsatzerlösen
- Finanzanalyse dient der Beurteilung der Finanzlage eines UN zentrale Elemente: - Zahlungsfähigkeit - Liquiditätspotenzial der VG - Kapitalbindung - Überschuldungsrisiko Unterteilung in Finanzierungsanalyse und Liquiditätsanalyse
- Finanzierungsanalyse analysiert die Kapitalseite (Passivseite) einer Bilanz die Höhe und die zeitliche Entwicklung der Kennzahlen lassen Schlüssel auf die Zusammensetzung des Kapitals nach Art, Sicherheit und Fristigkeit zu umfasst die Analyse der Finanzierungsstruktur und die Analyse der Finanzierungsdauer wichtigste Kennzahlen: EK-Quote, FK-Quote, Verschuldungsgrad
- EK- und FK-Quote EK-Quote = prozentualer Anteil des EK am Gesamtkapital eine hohe EK-Quote senkt das Insolvenzrisiko und sollte über 30% liegen FK-Quote = prozentualer Anteil des FK am Gesamtkapital eine hohe FK-Quote weist auf eine hohe Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern hin und erschwert die Aufnahme weiteren FK's sollte unter 70% liegen
- Verschuldungsgrad Relation von EK zu FK gibt Auskunft über die Finanzierungsstruktur der Verschuldungsgrad sollte i.d.R. nicht über 200% liegen
- Liquiditätsanalyse ermittelt inwieweit ein UN seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann statische oder dynamische Analyse statisch = bestandsorientiert; setzen bestimmte Positionen der Aktivseite ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten dynamisch = erfasst die vergangenheitsorientierten Zahlungsströme und schließt anhand dieser auf die Zahlungsströme in der Zukunft z.B. Liquiditäts 1./2./3. Grades --> statische Analyse
- Liquidität 1. Grades Zu welchem Prozentteil kann das UN kurzfristige Verbindlichkeiten mit den Mitteln begleichen die zur Verfügung stehen? Sollte min 50% betragen; Werte unter 20% gelten als problematisch (Zahlungsmittel / kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100
- Liquidität 2. Grades Zu welchem Prozentteil kann das UN kurzfristige Verbindlichkeiten durch flüssige Mittel und Kundenforderungen decken sollte grundsätzlich über 100% sein ((Zahlungsmittel + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100
- Liquidität 3. Grades Zu welchem Prozentteil kann das UN kurzfristige Verbindlichkeiten durch flüssige Mittel, Kundenforderungen und Vorräte decken? sollte höher als 200% sein ((Zahlungsmittel + kurzfristige Forderungen + Vorräte) / kurzfrisitige Verbindlichkeiten) * 100
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- wertorientierte Unternehmensführung versucht für das gebundene Eigenkapital eine höhere Verzinsung zu erwirtschaften als mit einer vergleichbaren Alternativanlage möglich wäre auch: Shareholder-Value-Ansatz kann zur Zahlungen einer (höheren) Dividende oder zur Wertsteigerung der Unternehmensanteile führen zwei Aufgaben für das Finanzcontrolling im Rahmen der wertorientierten Unternehmensführung: - Bestimmung des Unternehmenswerts - Wertbeitrag ermitteln, der in einer bestimmten Periode geschaffen wurde
- Economic Value Added (EVA) auch: Geschäftswertbeitrag (GWB) Kennzahl des strategischen Controllings Periodenerfolgsgröße zur Beurteilung des erwirtschafteten Erfolgs des gesamten Unternehmens, eines Geschäftsfeldes oder eines Projekts knüpft an die Berichtsgrößen des externen Rechnungswesens an, nicht an den CashFlow --> Shareholder orientierte Kennzahl eignet sich nicht zum Betriebsvergleich, da absolute Kennzahl, welche durch die Unternehmensgröße beeinflusst wird
- EVA im Zeitverlauf kann sowohl vergangenheits- als auch zukunftsorientiert sein es ist möglich Plan-EVA's zu ermitteln, was Soll-Ist-Vergleiche erlaubt die zeitliche Entwicklung gibt Aufschluss über die Geschäftsentwicklung
- Berechnung EVA EVA = NOPAT – (NOA * WACC) NOPAT = Net Operating Profit after Taxes = Betriebsergebnis nach Steuern (abgeleitet aus GuV) NOA = Net Operating Assets = betriebsnotwendiges Kapital (abgeleitet aus Bilanz) WACC = Weighted Average Cost of Capital = durchschnittlicher Gesamtkapitalkostensatz --> NOA * WACC = Kapitalkosten für EK und FK
- Aussagegehalt EVA EVA = positiv --> es wird Shareholder Value geschaffen, d.h. der Gewinn aus betrieblicher Tätigkeit ist höher als die Kapitalkosten das UN erwirtschaftet mehr als wenn das Kapital in einer vergleichbaren Alternativanlage investiert worden wäre
- Market Value Added (MVA) auch: Marktwertzuwachs (MWZ) Differenz zwischen dem Marktwert und dem NOA (betriebsnotwendiges Kapital) entspricht dem Barwert der zukünftigen EVA-Werte
- Cash Value Added (CVA) absolute Residualgröße baut auf dem Cashflow auf wichtiger Bestandteil: Cashflow Return in Investment (CFROI) Wenn CFROI > WACC (Kapitalkosten) --> es wird ein Wert durch das UN erwirtschaftet CVA = (CFROI – WACC) * NOA
- Return on Investment (ROI) misst die Gesamtkapitalrendite eines UN oder seiner Teilbereiche ROI = ((Jahresüberschuss / betriebsnotwendiges Kapital) * 100 alternativ: ROI = ((Jahresüberschuss + FK – Zinsen) / betriebsnotwendiges Kapital) * 100
- Return on Equity (ROE) misst die Eigenkapitalrendite eines UN; gibt die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals wieder ROE sollte grundsätzlich höher sein als die Rendite langfristiger Anlagen ROE sollte über 20% liegen ROE = (Jahresüberschuss / EK) * 100
- Return on Capital Employed (ROCE) misst die erzielte Kapitalrendite ROCE = (EBIT / eingesetztes Kapital) * 100
- Return on Net Assets (RONA) misst die erzielte Kapitalrendite RONA = (EBIT / Nettovermögen) * 100 Nettovermögen = investiertes Kapital = Summe aus EK und verzinslichem FK
- Cashflow Return of Investment (CFROI) gibt an, wie groß der finanzielle Überschuss pro investierter Geldeinheit ist dabei wird unterstellt, dass aus dem Cashflow mindestens die Abschreibungen auf das eingesetzte Kapital erwirtschaftet werden muss CFROI = ((Brutto-Cashflow – ökonomische Abschreibungen) / Bruttoinvestitionsbasis) * 100 Ermittlung der ökonomischen Abschreibungen auf Basis der WBW
- Bruttoinvestitionsbasis = aktueller Wert des AV + Netto-Umlaufvermögen aktueller Wert des AV = Buchwert + kumulierte Abschreibungen (zudem werden die Inflationsrate und die durchschnittliche Laufzeit des AV berücksichtigt) Netto-Umlaufvermögen = UV – nichtverzinsliche Verbindlichkeiten
- eingesetztes Kapital Gesamtkapital - kurzfristige, unverzinsliche Verbindlichkeiten
- Verwendungszweck von Kennzahlen - Analyse und Abbildung der aktuellen und künftigen Unternehmenssituation - Vergleich mit anderen UN - Beurteilung der Effizienz eingesetzter Mittel - Beurteilung der Liquiditätssituation - Beurteilung möglicher Risikopotenziale - bilden die Basis für die taktische und strategische Unternehmensplanung