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Inkl und Mehrspr Jürgens (Subject) / Lektion - 5 (Lesson)

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  • Forschungsthemen der Individuellen Mehrsprachigkeit: •              Speicherung bzw. Repräsentation von Sprachen im Gehirn               (Unterschiede bei Einsprachigen und Mehrsprachigen?) •              bilinguale Sprachproduktion •              Formen des Spracherwerbs •              Formen mehrsprachiger Kompetenz •              Mehrsprachigkeit und kognitive Fähigkeiten •              Individuelle Mehrsprachigkeit und Identität •              Individueller Sprachverlust •              Sprachmischungen und Sprachkontakt
  • Formen und Thesen des mehrsprachigen Spracherwerbs Spracherwerb:= Aneignung einer Sprache durch Zusammenspiel angeborener Fähigkeiten und Input durch     sprechende Umgebung- Erstspracherwerb: Aneignung einer Sprache in den ersten Lebensjahren- Fremdspracherwerb (gesteuert), Zweitspracherwerb (ungesteuert): Erwerb weiterer    Sprachen--> ungesteuert = Lernen von Sprache außerhalb von Unterricht etc.--> gesteuert = Spracherwerb m.H.v. Unterricht - früh oder spät erworbene Mehrsprachigkeit; Erwerb von L1 und L2 gleichzeitig oder folgend Lebensweltliche Mehrsprachigkeit- Person lebt und kommuniziert im Alltag in mehr als einer Sprache Fremdsprachliche Mehrsprachigkeit- nur eine Sprache im Alltag, Sprechen einer Fremdsprache im Unterricht Bilingualer Spracherwerb= von Beginn an 2 verschiedene Sprachen lernen Konstellationen:              -  eine Familiensprache (L1), eine Umweltsprache (L2)- mehrere Familiensprachen (z.B. Vater L1, Mutter L2),    in der Umwelt wird L1 oder L2 verwendet- mehrere Familiensprachen (z.B. Vater L1, Mutter L2),   in der Umwelt wird eine weitere Sprache L3 verwendet Bilinguale Erziehung:     - „Eine-Person-eine-Sprache-Prinzip“, jedes Elternteil spricht seine                                                    eigene Erstsprache mit dem Kind Doppelte Halbsprachigkeit= These, dass sich Mehrsprachigkeit negativ auf die beteiligten Sprachen auswirken kann und    damit negative Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten zustande kommen a) Schwellenhypothese- 2 Schwellen, durch die sich unterschiedliche Effekte auf den Spracherwerb ergeben:Schwelle 1:                - unterhalb der Schwelle zeigen sich negative Effekte auf beide Sprachen                - L1 und L2 auf niedrigem Niveau                = „doppelter Semilingualismus“ Zwischen Schwelle 1 und 2:                 - L1 gut entwickelt, L2 weniger gut                - Effekte der Sprachen relativ ausgeglichen Schelle 2:                - oberhalb der Schwelle sind L1 und L2 sehr gut ausgebildet                - L1 und L2 beeinflussen sich positiv                = „additive Zweisprachigkeit“ b) Interdependenzhypothese- Erfolg des Zweitsprachenniveaus von Niveau Erstsprahe abhängig--> gut entwickelte Kenntnisse in L1 positiv bei Erwerb von L2- hoher Grad der Sprachbeherrschung wirke sich auf die Kenntnisse, die in einer anderen    Sprache erworben wurden aus--> Resultat: positive Effekte auf kognitive Fähigkeiten
  • Forschungsdisziplin „Sprachbiographieforschung“ und ihre theoretischen Grundlagen - Sachverhalt, dass Menschen sich in ihrem Verhältnis zur Sprache/Sprachen/Varietäten   im Entwicklungsprozess befinden--> von sprachrelevanten lebensgeschichtlichen Ereignissen beeinflusst- das Erleben von Sprachlichem im Vordergrund - Datengrundlage = Lebensgeschichten der Untersuchungsgruppen + Berücksichtigung ihres    Spracherwerbs, Sprachgebrauchs --> bestimmte Perspektive- Sprachbiografien haben thematischen Bezug Ebenen der Sprachbiografie: - erlebte Geschichte                                          --> individuelle Erfahrungen der Person im sozialen Raum,                                                  nur erschließbar                                             - erinnerte Geschichte                                          --> kognitives Konstrukt à Basis für sprachl. Rekonstruktion                                            - erzählte Geschichte                                          --> Schilderung sprachbiografisch relevanter Ereignisse als                                                 Datengrundlage für die Analyse Themenbereiche: z.B. Entstehung von Jugendsprache, Spracherwerbsforschung, … Ziele:     - Sprachbewusstseinsinhalte erfassen- Spracherleben entdecken- Erkenntnisse über Umgang mit mehreren Sprachen im Verlauf eines Lebens - Konstruktion von Identität einsehen- objektive Sprachdaten erklären- Erkenntnisse ü. spezifischen Aufbau von biografischen Erzählungen + sprachl. Mittel
  • Zusammenhang von Mehrsprachigkeit und Identität Altersgrenze für Spracherwerb: - Erwachsene können kompetente L2-Sprecher werden, behalten aber einen von L1    geprägten Akzent--> kognitive Ursachen (Verlust der Plastizität des Gehirns)--> Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und eigener Stimme – damit wäre das Annehmen       eines anderen Akzents ein Stück weit Verlust von Persönlichkeitsmerkmalen-->  verminderte Wahrnehmungsfähigkeit für die Unterscheidung von Lauten
  • Welche Thesen legt Krumm der praktischen Arbeit mit Sprachbiographien und Sprachenportraits zugrunde? a) Spracherwerb und sprachliches Verhalten sind zentrale identitätsstiftende Elemente- der Raum, der einer Sprache gegeben wird ist entscheidend für die Identitätskonstruktion--> Einfluss auf die Bereitschaft von Migrant_innen sich einem neuen Sprach- und Kulturkreis      zu öffnen b) Mehrsprachigkeit von Migrant_innen entwickelt sich im Lauf ihrer Migrationsbiografie - konstitutiver und dynamischer Bestandteil der Selbstvorstellungen--> sprachbiografischer Zugang ermöglicht Einblick in Bedeutung der einzelnen Sprachen für       das Selbstkonzept c) Spracherwerb ist kein ausschließlich kognitiver Prozess, sondern ein Wechselspiel von individuellen, emotionale bestimmten Handlungsinitiativen und gesellschaftlichen Strukturen                - Lernende müssen in jeder Situation neu entscheiden, ob sie sich auf eine erneute                   Aushandlung ihrer sprachlichen Identität einlassen wollen oder nicht
  • Welche Vorteile sieht Krumm bei der Anwendung der Sprachenportraits bzw. Bewusstmachung von Sprachbiographien in der praktischen Arbeit? - ermöglichen ganzheitlichen Blick auf die Sprache von Kinder und Erwachsenen--> Emotionen, Körperlichkeit der Sprachen werden ausgedrückt - bilden ersten Zugang zu verdrängten/unterdrückten Sprachbiografien
  • Welche Erkenntnisse zur identitätsstiftenden Funktion von Erstsprachen schildert Krumm? - für das Selbst/Identitätskonzept ändert sich zentrale Position der Erstsprache nichts- identitätsstiftende Funktion der L1 bleibt auch erhalten, wenn L2 dominiert und besser    beherrscht wird- identitätsstiftende Funktion ist unabhängig vom Grad der Beherrschung von L1 oder L2 - welche Sprachoption Individuum wählt, hängt stark von Lebensumständen ab--> soziokulturelle Ähnlichkeit der Lebenswelten--> Akzeptanz in der Wohngemeinde--> Stabilität der Subkultur--> sprachliche Ausgangssituation der Eltern - Einbeziehung der L1/Familiensprache in KiGa, Schule usw. hat eine wichtige psychosoziale    Funktion  --> Bestätigung des Selbstbildes  --> Bestätigung der als wichtig empfundenen Zugehörigkeit - starke emotionale Präferierung der L1 führt nicht zur Vernachlässigung der L2
  • Welche Erkenntnisse zu Sprachkonflikten bei den untersuchten Kindern schildert Krumm? - Konflikt-Zweisprachigkeit entsteht bei zu starkem Assimiliationsdruck und als Ergebnis    intrapersonaler Rollenkonflikte- -//- als Anzeichen für sprachliche Heimatlosigkeit oder defizitäre Sozialisation - Abwehr von Mehrsprachigkeit als Resultat aus Bedrohung der L1 und anderen    lebensgeschichtlichen Erfahrungen - fast ¼ der Volksschulkinder-Sprachportraits von Krumm lassen eine Interpretation auf eine    Wiedergabe des Sprachkonfliktes oder Abwehr der Zweitsprachendominanz zu
  • Text Lesen Sie den Text zu kognitiven Fähigkeiten von mehrsprachigen Personen. Welche Vorteile nennt Riehl? Gibt es Unterschiede zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen? VorteileBesser ausgebildete Theory of Mind, kommunikative Kompetenz, strategischer Einsatz von Sprache, Aufmerksamkeitskontrolle Theory of Mind= Bewusstseinsvorgänge (Gefühle, Absichten, Erwartungen, …) in anderen Personen       wahrnehmen und in der eigenen Person erkennen- z.B. sich vorstellen können, dass jemand anderes einen anderen Wissensstand    hat als man selbst kommunikative Kompetenz, strategischer Einsatz von Sprache- hohe kommunikative Kompetenz, z.B. mehr Gestik beim Erzählen Aufmerksamkeitskontrolle- höher als bei einsprachigen Kindern- auch außersprachlich- Sprachaufmerksamkeitskontrolle erhöht (z.B. erkennen von grammatikalischer Inkorrektheit)- vermehrte Fähigkeit zur exekutiven Kontrolle Unterschiede – unklar- Überlegenheitseffekt bei Kinder n und älteren Erwachsenen am meisten ausgeprägt--> z.B. Demenz-Prävention durch vermehrte Fähigkeit zur exekutiven Kontrolle
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