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Strategisches Finanzmanagement 2 (Subject) / Kapitel 3(2) - Unternehmensbewertung (Lesson)

Kapitel 3(2) - Unternehmensbewertung

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  • Unterteilung Bewertungsverfahren - Gesamtbewertungsverfahren - Einzelbewertungsverfahren - Mischverfahren
  • Gesamtbewertungsverfahren bewerten das UN als Gesamteinheit in Hinsicht auf die zukünftige Leistungserbringung Unterteilung in: - Ertragswertmethode - Discounted CashFlow-Methode - Vergleichsverfahren
  • Ertragswertmethode erfolgt auf Basis der GuV zeigt auf wie hoch die zukünftigen Erträge eines UN sind, die durch das investierte Kapital (=Höhe des Kaufpreises) erwirtschaftet werden --> der Kaufpreis darf nicht höher sein als der Barwert der zu erwartenden Gewinn durch die erwarteten Einzahlungsüberschüsse in der Plan-GuV lässt sich der Wert des Eigenkapitals des UN zum Bewertungsstichtag ermitteln es werden auch alternative Anlagen mit vergleichbarem Risiko berücksichtigt, damit der durch das UN erwirtschaftete Gewinn eine adäquate Verzinsung für den betrachteten Zeitraum darstellt die Ertragswertmethode geht von einer Vollausschüttung an die Eigentümer aus 
  • Ertragswert Barwert der zukünftigen Zahlungsströme an die Eigentümer
  • Ertragswert - Formel Ertragswert = ∑(n,t=1) = (Gt / (1 + k)t) Gt = Gewinn in Periode t --> Erträge - Aufwendungen in der Periode k = Kapitalkostensatz = Eigenkapitalkostensatz = Mindestverzinsung, die von den Eigentümern gefordert wird
  • Ertragswert - Erklärung Berechnung Kapitalkostensatz = risikoloser Basiszins + Risikoaufschlag der zu erwartende Gewinn wird auf Basis der Vergangenheitswerte geschätzt 1) die Betriebserträge der letzten Jahre werden ermittelt und um betriebsfremde, außergewöhnliche und einmalige Aufwendungen und Erträge korrigiert --> der bereinigte Gewinn dient als Basis für die Prognose der zukünftigen Gewinne 2) der ermittelte Gewinn wird mit dem Kapitalkostensatz diskoniert
  • Ertragswert bei konstantem zukünftigen Gewinn Ertragswert = G / k in der Praxis besteht das Problem, dass der zukünftige Gewinn schlecht prognostiziert werden kann, weshalb häufig der Durchschnitt der bereinigten Gewinne aus der Vergangenheit genutzt wird es wird unterstellt, dass der künftig zu erwartende Gewinn diesem Durchschnittswert entspricht
  • Discounted Cashflow-Methode (DCF-Methode) die zukünftigen Einzahlungsüberschüsse werden auf den Gegenwartswert abgezinst im Gegensatz zur Ertragswertmethode dienen allerdings die künftigen Cashflows als Basis verschiedene Varianten zur CF Berechnung: 1) Basis ist die GuV --> Einzahlungen - Auszahlungen in einer bestimmten Periode 2) operativer Gewinn - alle nicht auszahlungswirksamen Erträge (z.B. Entnahme aus Rücklagen) + alle nicht auszahlungswirksamen Aufwendungen (z.B. Abschreibungen)
  • DCF-Methode - Formel Unternehmenswert = ∑(n,t=1) ((FCFt / (1 + k)t - FK FCFt = Free Cashflow in t k = Kapitalkostensatz FK = Marktwert des Fremdkapitals
  • DCF-Methode - Formel unter der Annahme konstanter CF Unternehmenswert = (FCF/k) - FK
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  • Berechnung des freien Cashflows Jahresüberschuss + FK-Zinsen + Abschreibungen + Rückstellungen + Verringerung Working Capital - Erhöhung Working Capital - Investitionen - Unternehmenssteuerersparnis infolge der Abzugsfähigkeit der FK-Zinsen (Tax Shield) = Free CF
  • Wert des unverschuldeten UN wird im Rahmen der DCF-Methode ermittelt Wert des unverschuldeten UN = alle freien Cashflows werden diskonitiert und aufsummiert von diesem Gesamtunternehmenswert wird das bewertete FK abgezogen es ergibt sich der Eigenkapitalwert, zu dem ein Käufer bereit wäre das UN zu kaufen
  • Vergleichsverfahren umfassen u.a. das Multiplikatorverfahren und den Ansatz des Comparative Company Approach
  • Multiplikatorverfahren orientiert sich an den sog. Multiplikatoren (Multiples) und versucht den Wert eines UN anhand bereits vorhandener Marktdaten vergleichbarer UN zu bestimmen Unternehmenswert hierbei ist das Produkt aus einer Erfolgsgröße und einem branchenspezifischen Multiplikator  mögliche Erfolgsgrößen: Umsatz, operativer Gewinn, Jahresüberschuss, CF, EBITDA eignet sich vor allem für kleine und mittlere UN Unternehmenswert = EG * M - FK
  • Comparative Company Approach orientiert sich bei der Ermittlung des Unternehmenswertes an den konkreten und tatsächlich realisierten Transaktionspreisen vergleichbarer UN 1) Similar Public Approach - Ableitung der Preise aus börsennotierten UN 2) Recent Acquisition Method 3) IPO Method - Preise von erstmaligen Börsenplatzierungen
  • Einzelbewertungsverfahren setzen des Fokus auf die Bewertung von einzelnen Unternehmenskomponenten, anstatt das UN als Ganzes zu betrachten gängigste Variante: Substanzwertverfahren
  • Substanzwertverfahren Denkansatz, dass der UN-Wert auf der Bewertung der Unternehmenssubstanz basiert die Unternehmenssubstanz setzt sich aus den einzelnen Vermögensgegenständen zusammen als Basis für die Bewertung dient die Bilanz der UN-Wert ist das Vermögen der Bilanz, welches neu bewertet und um stille Reserven korrigiert wird; zudem werden die zum Nennwert bewerteten Verbindlichkeiten abgezogen die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des UN wird nicht betrachtet --> Substanzwert = Vermögenswert - Schulden
  • Substanzwert Werte für die Substanz können nicht der Bilanz entnommen werden maßgeblich ist der aktuelle Marktwert der VG der Substanzwert ist der Betrag, der aufgewendet werden müsste, wenn man das UN reproduzieren würde Daher wird der Substanzwert auch als Reproduktionswert bezeichnet
  • Teil- und Vollreproduktionswert Teilreproduktionswert = bei der Berechnung des Substanzwerts werden nur materielle VG berücksichtigt Vollreprodutionswert = es werden auch immaterielle VG berücksichtigt (u.a. Goodwill oder Patente) immaterielle VG aber meist schwer quantifizierbar
  • Berechnung Teil- und Vollreproduktionswert Wiederbeschaffungswerte des betriebsnotwendigen Vermögens ./. Schulden + Liquidationswert des nicht betriebsnotwendigen Vermögens = Teilreprodutionswert + immaterielle VG und Firmenwert = Vollreproduktionswert
  • Mischverfahren kombinieren das Gesamtbewertungsverfahren mit den Einzelbewertungsverfahren zu den Mischverfahren zählen u.a. das Mittelwertverfahren und das Übergewinnverfahren
  • Mittelwertverfahren auch: Praktikerverfahren es wird der Mittelwert zwischen dem Ertragswert und dem Substanzwert berechnet (Ertragswert + Substanzwert) / 2 Ertragswert > Substanzwert --> vor allem bei innovativen, ertragsstarken UN mit einer gesicherten Marktposition Ertragswert < Substanzwert --> Verwendung des Ertragswerts als UN-Wert
  • Übergewinnverfahren geht davon aus, dass das eingesetzte Kapital langfristig eine Normalverzinsung erwirtschaften soll der Betrag, der nach Abzug der Normalverzinsungskosten bleibt wird als Übergewinn bezeichnet für den Übergewinn ist der Investor bereit einen Preis zu zahlen, da er die Normalverzinsung ohnehin auf dem Kapitalmarkt erhält Übergewinn = Differenz zwischen tatsächlichem Gewinn und dem Zinsertrag wenn das betriebsnotwendige Kapital am Markt investiert worden wäre
  • Übergewinnverfahren: Formel Unternehmenswert = SW + ((G - SW * k) / k) SW = Substanzwert (Teilreproduktionswert) G = Gewinn k = Kapitalkostensatz