17

Emotionale und motivationale Regulation menschlichen Verhaltens (Subject) / 6 Beyond Pleistocene (Lesson)

Eastwick 2009

This lesson was created by Mati1995.

Learn lesson

Advertisement
  • Was sind Evolutionäre Beschränkungen (constraints) & wie enstehen diese +Bespiel anhand Gynäkolgischer Krise Verändernde Umweltbedingung führen zu Selektionsdruck -> vormals adaptive Eigenschaft kann zu Einschränkung werden -> Adaptive Anpassung müssen mit dem Material arbeiten welches aus früheren Anpassungsprozessen entstanden ist (Kesselflicker) = Beschränkung => Workarounds die Beschränkungen belassen aber Adaptionsproblem lösen z.b. Verlängerte Kindheit der Menschenkinder Adaption 1: großes Gehirn in Phylogenese adaptiv (z.b. für Soziale Interaktion, Jagdt) Adaption 2: Australopethicus africanus erobert Savanne durch Aufrechten Gang Adaptionsproblem: Wachsender Schädelumfang + kleiner Geburtskanal durch aufrechten Gang = Gynäkologische Krise Workaround: Verlagerung der Gehirnentwicklung in Zeit nach Geburt ->neues Adaptionsproblem: Mehr Fürsorge für Kind nötig, Mutter kann nicht allein aufziehen Workaround: Paarbindung
  • Wie ist Eastwick bei seiner Analyse vorgegangen? -Identifikation zentraler Aspekte menschlicher Paarbindung -Ab welchem Zeitpunkt haben Vorfahren Aspekte gezeigt (phylogenetische Zeitleiste= ->Korrelieren Gehirnvolumen <-> Aspekten =  bestimmtes Gehirnvolumen erforderlich für Verhaltensmuster
  • Wie kann man die Adaptions-Sets unterteilen und welche Verhaltensmuster fallen jeweils in diese Zeitabschnitte? Primatenvorfahren -sexuelles Verlangen -physische Attraktivität -Sexualhormone und Menstruationszyklus frühe Menschen -Paarbindung Homo Sapiens -Überschneidung von Partnerwahl & Nicht-Partnerwahldomänen (Kognitive Fluidität) -Variabilität von Partnerwahlnormen (Übertragene Kultur) -Selbstkontrolle
  • Bedeutung von sexuellem Verlagen für Paarbindung? -Motivator für Verhalten (sog. Behavioristen denken das) -Anzeichen bei allen Zweigeschlechtlichen Organismen => keine Anpassungsleistung der menschlichen Entwicklung
  • Bedeutung Attraktiviät? -Hohe Korrelation physische Attraktivität <->sexuelle Anziehung (r=.7) -Indikatoren zeitliche & kulturübergreifen stabil (Symmetrie) -Attraktivität = gut Gene = hohe Fitness (Unattraktiv = genetische Anomalien) -viele Spezies haben physische Merkmale mit hohen Kosten aber bei Partnerwahl vorteilhaft (Pfau) => nicht während menschlicher Entwicklung entstanden
  • Bedeutung/Funktion Hormonzyklen und Sexualhormone? -weibliches Sexualverhalten kovariiert mit Monatszyklus ->fruchtbare Frauen tendieren eher zu Partnern mit Anzeichen guter Gene (Attraktiv, maskulin, dominant) -Weiblich Menschenaffen mit ähnlichen Zyklen =>keine Anpassungsleistung während Entwicklung des Menschen
  • Hypothese der Paarbindung H: Paarbindung = Notlösung (Workaround) aus bereits vorhandener Eltern-Kind-Bindung -Bindung zwischen Mutter-Kind auch bei Primaten ABER -Paarbindung unter Primaten sehr gering => Selektionsdruck beim frühen Menschen hat zu Paarbindung geführt => Paarbindung Adaption infolge der Gynäkologischen Krise
  • Ähnliche Mechanismen zwischen Mutter-Kind-Bindung (Bindungstheorie) und Paarbindung -Proximity-Seeking -Separation Distress -Secure Base
  • Welcher Selektionsdruck hat zur Entwicklung der Paarbindung beim Menschen geführt? Ursache: verlängerte Kindheit durch Gynäkologische Krise -> Mechanismen -wachsende Bedeutung väterlicher Investition  ->Schutz, Nahrung -> emprisch: Ache-Kinder (Jäger-Sammler aus Paraguay) haben 3x höhere Sterblichkeit ohne Vater -Förderung intersexueller Kooperation & minimierung Konflikte -> Treue/ Vaterschaftssicherheit "Mein Kind meine Gene" -verdeckter Eisprung -> Erfordert wiederholten Geschlechtsverkehr für Vaterschaftssicherheit -> Förderung der Paarbindung durch Oxytocin (vgl. Bindungstheorie
  • Domänenübergreifende Mechanismen (Partnerwahl und Nicht-Partnerwahl) -Partnerwahl, Nahrungssuche, Schutz, soziale Ressourcen stehen im Zusammenhang  ->Kognitive Fluidität: Fähigkeit flexibel & metaphorisch über Domänen hinweg zu denken, Wissen auf andere Domänen anwenden -Verhaltenweisen in einer Domäne funktional sind es auch in anderen Domänen -Ebenfalls bei Tierarten vorhanden (z.b. Grooming) aber beim Menschen mehr => nicht von Vorfahren vererbt = Anpassungsleistung während menschlicher Entwicklung
  • Advertisement
  • Variabilität von Partnerwahlnormen -Existenz universeller Mechanismen in menschlicher Partnerwahl ->Westermarck-Effekt -ABER mehr kulturelle Eigenarten als bei andern Spezies -> Monogamie vs Polygynie bzw Polyandrie -geringfügige kulturelle auch beim Primaten aber geringes Ausmaß => Adaption des Menschen
  • Selbstkontrolle -(sexuelle) Bedürfnisse nicht immer ausleben durch soziale Normen = Belohnungsaufschub -rudimentär auch im Tierreich -ABER: Bischoff-Köhler-Hypothese = für zukunftsorientierte Handlungen (Futter aufheben) ist ein aktueller motivationaler Zustand (später wieder Hunger) notwendig (Affen werfen Futter eher weg wenn kein Hunger) => Selbstkontrolle in diesem Umfang nur beim Menschen -> Adaption des Menschen
  • Implikationen -> kurzfristige oder langfristige Partnerwahl? -nicht Dauer Entscheidenen sondern welche Mechanismen: -> Set 1-Mechanismen aktiv = kurzfristig mit geringen Investitionen (Affäre) -> Set 2-Mechanismen aktiv =langfrist mit hohen Investitionen (Partnerschaft mit Kinderwunsch) => auch bei Kurzer Beziehung starke Bindungsgefühle
  • Implikationen- Was ist adaptiv -Phylogenetische Erklärung vervollständig evolutionäre Funktion eines Verhaltens -z.B.  Sexualverhalten der Frau & Menstruationszyklus -adaptive Erklärung (F-Funktion): größter Reproduktionserfolg wenn Paarung mit "fitten" Partner während Fruchtbarer Phase & trotzdem Nutzung der Ressourcen des Bindungspartners -phylogenetische Erklärung (E-Evolution): größter Reproduktionserfolg durch Partnerbindung, wobei ältere Adaptionen (Menstruation) nicht abgeschafft sondern in andere Richtung gelenkt werden (Selbstkontrolle)
  • Implikationen- kleine Geschlechterunterschiede? -Unterschiede in Partnerwahlstrategien: ->Männer= viele eigene Gene verbreiten -> häufig Paaren ->Frauen =viel in Nachwuchs investieren -> besonders wählerisch  -Phylogenetische Erkenntnis: Säugling benötigt beide Eltern -> Partnerbindung fördert Sexuelle kooperation -> verringer Testospiegel des Mannes -> Partnerwahlstrategie wird umgangen
  • FAZIT? Verändernde Umweltbedinung erfordern Anpassungsleistung - Ausgangspunkt ist ererbtes Material der Vorfahren, was für neue Anforderungen modelliert wird ältere Adaptionen bleiben oft adaptiv (z.B. sexuelles Verlangen) ->können Fitness aber auch vermindern (z.B. Partnerbindung oder Selbstkontrolle aktiv) Neue Adaptionen wurden auf älteren aufgebaut -erst Partnerbindung, dann kognitive Fluidität, Variabilität von Normen & Selbstkontrolle
  • Was ist der Westermarck-Effekt -Effekt der Verwandschaftserkennung um Personen aus der Familie die von Kindheit an kenn nicht attraktiv zu finden