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Klinische Psychologie (Kinder) (Subject) / Prävention psychischer Störungen Zsfassung (Lesson)
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- Prävention im Internet - Vorteile - gute Zugänglichkeit und Verfügbarkeit- zeitgleich geringe Kosten- kommt Alltagserfordernis einer hohen Flexibilität entgegen (macht das sehr Angebot attraktiv)- Annonymität: setzt Hemmschwelle herab, nimmt sozialen Druck- leichte Informationsbeschaffung und persönlich steuerbar- Gefühl der sozialen Unterstützung- erleichtertes Modelllernen
- Prävention im Internet - Nachteile - für Internetnutzer nicht klar erkennbar, welche Informationsquellen seriös und vertrauenswürdig sind- Nonverbale Kommunikationssignale fehlen- Modelllernen auch entgegen der intendierten Richtung (Austausch zu radikalen Diäten)- Computer und Internet nicht für jeden verfügbar- nicht alle gleichermaßen geübt in der Nutzung des Mediums (erschwert Evaluation)- bei Krisen nicht immer angemessene Reaktion möglich→ einige Nachteile lassen sich durch entsprechende Organisation und konzeptuelle Planungrelativieren
- Prävention kindlicher Verhaltensstörungen - Risikofaktoren - biologische Merkmale ( männliches Geschlecht)- prä- und perinatale Risiken ( Nikotin-, Drogen- und Alkoholmissbrauch während derSchwangerschaft)- die genetische Veranlagung- komorbide Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung.- psychischen Risikofaktoren ( schwieriges Temperament, mangelnde Impulskontrolle bzw.Probleme bei der Emotionsregulation sowie intellektuelle Defizite- sozial-ökologische Risikofaktoren (unsichere Eltern-Kind-Bindung, eine restriktive, inkonsistente und ablehnende Erziehungshaltung mit wenig emotionaler Unterstützung und Wärme, elterlichesantisoziales Verhalten, Missbrauchs- und Misshandlungserfahrungen, geringe Popularität unter Peers, Schulversagen sowie Umgebungsbedingungen wie Armut, Diskriminierung und Kriminalität im sozialen Umfeld zu nennen
- Multimodaler Ansatz bei Prävention von Verhaltensstörungen Erfolgreiche Präventionsprogramme verfolgen bei Verhaltensstörungen einen multimodalen Ansatz, der sich durch eine Kombination von Elterntraining mit sozialkognitivem Problemlösetraining für das Kind auszeichnet. Ergänzend werden je nach Programm Lehrer-/Klassentraining undLesetraining zur Förderung der akademischen Leistungsfähigkeit kombiniert. Programme, die sich kontinuierlich über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) erstrecken,frühzeitig beginnen und intensiv sind (z. B. Durch Einbezug individueller Einzeltrainings), scheinen besonders zum Abbau des Problemverhaltens und zur Verbesserung der langfristigen sozialen Anpassung beizutragen
- Effekte von Elternprogrammen bei Verhaltensstörungen in der Prävention Elternprogramme konnten international folgende Effektenachweisen: - langfristig reduzierte Aggressivität und antisoziales Verhalten- weniger Substanzgebrauch- weniger Inhaftierung der Kinder und involvierten Eltern- verbesserte akademische Leistungen- besseres schulisches Verhalten
- Prävention von Angst- und depressiven Störungen → weltweit mehr Programme zur Prävention von depressiven Störungen als von Angststörungen → die meisten dieser Ansätze sind kognitiv-behavioral, setzen am aktuellen Wissen überRisikofaktoren für diese Störungsbereiche an - biologischen (z. B. neurobiologische Vulnerabilität des physiologischen und endokrinen StressResponse-Systems, genetische Disposition) - psychologischen (z. B. Kognitive Dispositionen) - sozialen bzw. umweltbezogenen (z. B. elterliches überprotektives oder ablehnendesErziehungsverhalten) Risikofaktoren aus.
- Risikofaktoren für depressive Störungen - kognitive Faktoren (z. B. niedriges Selbstbewusstsein, negatives Körperbild, pessimistische bzw. depressogene Attributionsstile, Hoffnungslosigkeit, niedrige Selbstwirksamkeitserwartung) - familiäre Faktoren (z. B. elterliche psychische Störungen, gestörte Eltern-Kind-Interaktion,Beziehungskonflikte, mangelnde emotionale Responsivität der Eltern) - kritische Lebensereignisse und alltägliche Belastungen - individuelle Faktoren (z. B. soziale Kompetenzdefizite, komorbide Störungen, Schulprobleme, schwieriges Temperament, interpersonelle Probleme mit Peers, chronische Erkrankungen)
- Programme zu Angststörungen - universelle Programme eher kleine Effekte bezüglich Angststörungen → neuere Forschung: großes Potenzial zielgruppenspezifischer Programme → ähnliche Effekte bei depressiven Störungen - in Deutschland entwickelten Programme GO! (Angst und Depression) und LARS & LISA(Depression)
- Prävention von Angst- und depressiven Störungen - Universell Angst und Depression; kognitiv-behaviorale Gruppenintervention in der Schule → Friends (Barrett und Turner)Gesundheit und Optimismus (GO!) (Junge et al.) Depression; kognitive Umstrukturierung und Förderung der Problemlösekompetenzen → Problem Solving for Life-Program (PSFL) (Spence et al. 2003)Lust an realistischer Sicht & Leichtigkeit im sozialen Alltag (LARS &LISA) (Pössel et al. 2004b) Depression; Wahrnehmung und Förderung von Ressourcen, Selbst- und Stressmanagement → Ressourceful Adolescent Program (RAP) (Shochet et al. 2001)
- Prävention von Angst- und depressiven Störungen - Selektiv Angst; kognitiv-behaviorale Gruppenintervention, Begleitprogramm für Eltern→ Macquire Early Intervention and Prevention of Anxiety Project (Dadds et al. 1999) Angst; Elternprogramm für verhaltensgehemmte Kinder→ Macquire Preschool Intervention Project (Rapee 2013) Angst; Familienprogramm für depressive Eltern und ihre Kinder→ Coping and Promoting Stregth Intervention (Ginsburg et al. 2015)
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- Prävention von Angst- und depressiven Störungen - Selektiv, indiziert Depression; kognitiv-behaviorale Intervention → Coping with Stress Course (Clarke et al. 2001) Penn Prevention Program (PPP) (Gillham und Reivich 1999)
- Prävention von Essstörungen - Risikofaktoren - weibliches Geschlecht- jugendliches Alter- übermäßige Beschäftigung mit Figur und Gewicht- Diäthalten bzw. gezügeltes Essverhalten- niedriges Selbstwertgefühl bzw. negatives Selbstkonzept- frühkindliche Essverhaltensstörungen- sexueller Missbrauch- mangelnde Interozeptionsfähigkeit- andere Psychopathologie- familiäre Vorbelastung Besonderheiten in der familiären Interaktion- Leistungssport bzw. die Zugehörigkeit zu bestimmten gewichtsbezogenen Subkulturen, z. B. Tänzer oder Models → selektive und interaktive Programme in Effektstärke überlegen - Student-Bodies: Internetbasiertes Programm zur Prävention von Essstörungen
- Prävention von Substanzstörungen - Risikofaktoren - familiäre Faktoren (Genetik, Partnerschaft, Erziehungsstil, emotionale Bindung) - intrapersonellen Faktoren (Temperament, Emotionsregulation, Psychopathologie,Copingfertigkeiten, akademische und soziale Kompetenzen u. a.) - Umweltfaktoren (z. B. Verfügbarkeit der Substanzen, gesellschaftliche Akzeptanz von bestimmten Konsummustern, insbesondere in der Familie, aber auch in Peergruppen bzw. Subkulturen) - Beschaffenheit der Droge selbst (z. B. Abhängigkeitspotenzial, Wirkungsweise)
- Präventionsansätze an Entstehungsbedingungen von Substanzstörungen → soziale Lerntheorie nach Bandura → Selbstwirksamkeitserwartung → erwartete physische und soziale Wirkerwartungen → Prozesse des Modelllernens - Förderung von Lebenskompetenz erfolgreicher Ansatz in der Suchtprävention→ life-Skill-Ansatz: Risko- und Schutzfaktoren spielen in Störungsgenese zusammen → Aufbau von Lebenskompetenzen entscheidend, die Substanzkonsum „unnötig“ machen
- Prävention von Substanzstörungen - Präventionsprogramme - deutschsprachige Programme sehr kleine Effekte für Drogenkonsum, etwas höhere für sozialkognitive Fähigkeiten und Verhaltenskompetenzen - ALF-Programm: basiert auf dem Lebenskompetenzen- Ansatz und hat zum Ziel, Kindern und Jugendlichen basale individuelle und soziale Fertigkeiten beizubringen, die gegen den Einstieg in den Substanzkonsum schützen sollen (z. B. Problemlösestrategien, Kommunikationsfertigkeiten, Selbstsicherheit, Konfliktfähigkeit, soziale Verantwortung, Wertschätzung, Standfestigkeit gegenGruppendruck u. a.)
- Fazit Präventionsprogramme (I) - Auch wenn Präventionsprogramme weit verbreitet sind, sind Größe und Langfristigkeit in den verschiedenen Anwendungsfeldern noch nicht befriedigend - Mit Bezug auf das persönliche Leiden des Einzelnen ist jede vermiedene Krankheitskarriere ein wichtiges Ziel, allerdings müssen vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen auch Kosten-Nutzen-Erwägungen eine Rolle spielen → in den letzten Jahren werden solche Kosten-Nutzen-Daten vermehrt systematisch erhoben und belegen eindrücklich, dass Prävention in der Breite deutlich weniger kostet, als sie direkt und indirekt im Gesundheitssystem und auf individueller Ebene einspart - weitere Herausforderung der aktuellen Präventionsforschung ist die Auslotung geeigneterZugangswege gerade zu schwer erreichbaren Hochrisiko- Populationen wie sozial Benachteiligten
- Fazit Präventionsprogramme (II) - Langfristig entscheidend ist die zeitlich und substanziell andauernde, in das System integrierte Verbreitung von bevölkerungsbasierten Interventionen in hoher Qualität. Beelmann (2006) schlägt dabei vor, auf eine gute horizontale und vertikale Vernetzung der Angebote zu achten → Die Horizontale bezieht sich dabei auf eine sinnvolle Kombination von Interventionenim zeitlichen Verlauf, d. h. abgestimmt auf den Entwicklungsverlauf des Heranwachsenden → Eine vertikale Verknüpfung zielt auf die schon erwähnte Vernetzung mit anderen Angeboten des Gesundheits- und Sozialsystems ab, d. h. Auf Gesundheitsförderung, Prävention, Therapie und Rehabilitation → Diese große Aufgabe kann nicht von einer einzelnen Disziplin wie etwa der KlinischenPsychologie bewältigt werden, sondern erfordert eine langfristige Kooperation vonGesundheitswissenschaften, Politik und Ökonomie